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Bunte Weihnachten, Navidad colorida!

Meine liebe Familie, liebe Freunde, liebe Unterstützer! Mis queridos amigos del Perú!

 

Wo Grenzen verbinden, statt trennen…

Wo Differenzen nicht abstoßen, sondern bereichern…

Wo Menschen aus ihrer Komfortzone treten…

Wo die Vielfalt der Menschen aufblühen kann…

Wo Weihnachten auch bis in´s Neue Jahr getragen wird…

 

…DA kann sich das Herz öffnen für die Liebe Gottes, die uns stets umgibt.

 

In diesem Sinne wünsche Ich  euch  von Herzen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2019.

Seit August bin Ich nun wieder zurück aus Peru und habe mein dreimonatiges Pflegepraktikum im Ostalbklinikum abgeschlossen. Auch wenn es eine Herausforderung für mich ist, wieder in Deutschland anzukommen, bin ich doch voller Zuversicht. Ich genieße die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden, die ich ein Jahr nicht gesehen habe. Sie sind Heimat, Rückenwind und durch ihre bedingungslose Liebe tragen sie mich.

Auf einem der Bilder sind vier Freunde aus vier verschiedenen Ländern abgebildet. Pfarrer Juan aus Peru, Schwester Hang aus Vietnam, Schwester Sebastiana aus Brasilien und Ich aus Deutschland. Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, zusammentreffen und sich gegenseitig ungemein bereichern. Differenzen existieren immer, zwischen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, aber auch innerhalb eines Landes. Diese Unterschiede machen uns einzigartig mit allem was wir sind und was wir tun.  Viel wichtiger als die Frage, wo man Heilig Abend verbringt, ist doch der Gedanke, ob man Weihnachten und die damit verbundene Botschaft im Herzen trägt.

Bald werdet Ihr wieder mehr von mir hören, über die restliche Zeit, die Ich bis August in Peru verbrachte, über mein Ankommen in Deutschland und darüber, wie es nun bei mir weitergeht 🙂 Bis dahin eine gute Zeit Euch, bis bald!

 

Donde fronteras nos hacen unir en lugar de separarnos…

Donde diferencias ayuden en lugar de embargar…

Donde el hombre se escapa del comfort…

Donde la diversidad del ser humano puede dar frutas…

Donde Navidad se lleva todavía al Año Nuevo…

 

…Pues ahí  se puede abrir el corazón por el amor de Dios.

 

Así les deseo cordialmente una feliz Navidad y un buen Año Nuevo 2019.

En agosto regresé a Alemania y de ahí, en diciembre, acabé mis tres meses de práctica trabajando en hospital para ingresar a la universidad (ojalá que pronto). Aunque me cuesta fuerza llegar mentalmente a Alemania, tengo esperanza y fé. Estoy disfrutando el tiempo con mi familia y mis queridos amigos cuales no pude ver por un año. Ellos también son apoyo, hogar y Yo aprecio su amor incondicional.

En una de las fotos se puede ver cuatros amigos de cuatro diferentes países. Padre Juan del Perú, la Hermana Hang del Vietnam, la Hermana Sebastiana del Brasil y Yo de Alemania. Somos personas que vienen de diferentes culturas que se encuentren y que se fondean el uno al otro. Siempre habrá diferencias, entre personas con diferente orígen como también entre hombres dentro de un mismo país. Estas diferencias nos hacen únicos con todo lo que somos y lo que estamos haciendo. Pues, no se trata tanto del lugar donde se pasa la Noche Santa sino mucho más importante es pensar en llevar Navidad y su mensaje en nuestros corazónes.

Un fuerte abrazo a la distancia para mis amigos de mi querido Perú. Nos veremos pronto.

En el Año Nuevo podrán leer más de mi, de mi último tiempo que he pasado allá hasta el agósto, de mi llegada en Alemania y como sigo con mi vidad acá en Alemania. Pues, que tengan un buen tiempo misamigos, hasta pronto!

 

Es grüßt ganz herzlich / Saludos cordiales

Eure Marlene Helena / De la Marlenita

 

Pessach, Ostern, Ramadan („heilige Zeiten“ im hl. Land…)

RAMADAN:

Ich schau auf die Uhr, es ist 2.30 Uhr oder schon 3.00 Uhr, der Trommler geht durchs Dorf und weckt zum Gebet. Ein wenig später, hört man das Morgengebet aus der Moschee. Es ist Ramadan eine heilige Zeit für die Muslima und Muslime. In den ersten Tagen ist die eingekehrte Ruhe, !während des Tages! deutlich spürbar. Man hat das Gefühl, es ist alles etwas heruntergefahren.

Es war an einem Freitag Vormittag, als ich mit Olah im Garten spazierte

(ach ja ein wichtiger Hinweis, ich durfte wieder bei den EMMAUS-WEGEN (HAUSZEITUNG) mitwirken 🙂  hier der Link zur ONLINE Version https://www.dvhl.de/beit-emmaus-hf6kn viel Spaß beim Lesen…)

…als ich mit Olah spazierte, es war 9.30 Uhr, kein Auto war auf der Straße zu hören. Die Vögel hörte man zwitschern. Es war ganz ruhig. Ist doch klar, hier wird die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht. Für uns ist der Begriff des Fastens leider oft etwas abgeflaut, oder eher zu einer „Modeerscheinung“ geworden, doch für die Muslima und Muslime, ist es eine „heilige Handlung“. Ab Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang wird gefastet. (Also ca. 5.30 Uhr bis 19.45 Uhr). Es wird immer mit einem Gebet eingeführt und abends wird eine Stunde lange aus dem Koran rezitiert. Danach beginnt das Leben auf den Straßen. Es wird ab nachmittags auf den Straßen geschlachtet, gekocht und Essen vorbereitet und verkauft. (JEDEN ABEND). In der Nacht ist laute Musik, und viel LEBEN hörbar.

Ich habe besonders großen Respekt vor den Frauen, die hier arbeiten. Sie bereiten früh morgens, nachdem der Trommler im Dorf „aufweckt“, 3 UHR! das Frühstück für die Familie, gehen zum Beten und dann zum Arbeiten. Nach der Arbeit bereiten sie für den Abend das Essen vor, beten und leben sozusagen in der Nacht, und das für ein ganzes Monat. Jedoch wollen sich die meisten nicht ankennen lassen, dass sie fasten, oder eigentlich einfach nur schlafen wollen. Sie sagen, es ist eine heilige Zeit und sie lernen von Kind auf, wie man fastet und dabei innerlich frei wird und nur für Gott da ist.

Natürlich wird auch Rücksicht genommen und von den Tätigkeiten etwas zurückgeschraubt, und wenn etwas nicht funktionieren sollte, ist die Antwort einfach: Ramadan… dennoch: Es ist für sie eine HEILIGE ZEIT im heiligen LAND.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist es Almosen zu geben. So wird gerade auch in dieser Zeit für die Bewohnerinnen z.B.: Essen, Lebensmittel usw. geschenkt.

So LEBE ich hier im Alltag des Geschehens und lerne mit großem Respekt, die „Heiligkeiten der Religionen“ kennen. Nun, bald ist das Fest und es wird vorbereitet, innerlich und äußerlich. Die Moschee ist besonders schön mit Lichterketten geschmückt und es ist einfach eine Freude, sich so mitzufreuen, wie sich die Leute hier zu Weihnachten mit uns gefreut haben. Würde ich es mit etwas vergleichen wollen: würde ich sagen:

ES ist bald WEIHNACHTEN hihi ^^

Hier ein paar Eindrücke, dabei denke ich an das Lied:

„Jerusalem, Jerusalem leg‘ dein Gewand der Trauer ab.“

Jerusalem, Jerusalem

Meine Lieben, ein kurzer aber LEBENS…REICHER Eintrag

Eure Verena

Noel 🙂 ist über 25 Jahre hier in Emmaus 🙂

Problematik Müll

Wohin damit?

Das gibt es auch.

Man(n) wird kreativ…

Sicherheit (#4)

Hallo zusammen,

Inzwischen schreiben wir schon das Jahr 2018 und, wie sollte es anders sein, es hat sich schon wieder so einiges ereignet.

Nachdem wir unseren Marathon an Weihnachtsfeiern erfolgreich absolviert hatten, hatten wir die Woche vor Weihnachten ab dem 20. Dezember bis hin zum 2. Januar frei. Heilig Abend und den ersten Weihnachtsfeiertag haben wir noch in New Manila verbracht. Am 24. Dezember abends haben wir nach der Kirche zusammen Kässpätzle gekocht und deutsches Bier getrunken. Anschließend haben wir noch eine kleine Bescherung gehabt und den Abend gemeinsam mit einem Freund, der noch zu einem kurzen Besuch vorbeikam, ausklingen lassen. Am 25. Dezember bereiteten wir uns am Vormittag ein paar schöne Schnitzel mit Kartoffelsalat zu. Die Schnitzel waren sehr lecker, der Kartoffelsalat in Ordnung, aber auch noch ausbaufähig. Wir haben dann eben doch nicht so viel Erfahrung wie unsere Mamas und Omas… Den Abend des 25. Dezembers haben wir dann noch mit einer kräftigen Brotzeit abgeschlossen, die wir dank einiger Wurst, die ich aus dem Ries noch hatte und welche zu viel für die Gastgeschenke war, in vollen Zügen genießen konnten. Mit von der Partie war unser Freund Peter, mit dem wir uns noch am selben Abend auf die Reise begaben.

Alles in Allem hatte ich mir Weihnachten ohne meine Familie viel schlimmer vorgestellt, aber mit Moritz und Simon habe ich doch ein ganz schönes Fest gehabt. Vielleicht liegt das auch daran, das es einige Dinge gab, welche an die bisherigen Weihnachtsfeste erinnert haben: wie jedes Jahr habe ich wieder viel zu viel gegessen und war nach jedem Mahl einfach nur babbsatt, das Essen und das Bier waren deutsch, was vielleicht noch viel mehr an Weihnachten zu Hause erinnert hat.

Wie bereits gesagt zogen wir noch direkt am Abend des 25. Dezembers los und kamen noch vor dem Morgengrauen des 26. Dezembers in Alaminos in der Nähe von den Hundred Islands in der Provinz Pangasinan an. Wir verbrachten die Tage dort gemeinsam mit Jan, einem deutschen Freund von Peter, bei Peters Tante. Wir sind in der gemeinsamen Zeit dort immer zusammen auf dem Markt zum Einkaufen gegangen und haben viel zusammen gekocht. Für einen Tag sind wir in der Nähe zu einem sehr idyllischen und wahnsinnig schönen Wasserfall gefahren. Das Wasser dort hat mich wegen der Farbe ganz stark an die Plitvicer Seen erinnert, auch die Umgebung war etwas ähnlich. Wir konnten dort baden und einige Zeit an diesem schönen Ort verweilen, bevor es wieder zurück nach Alaminos ging.

Am nächsten Morgen machten wir uns schon sehr früh daran, zu kochen und das Essen einzupacken, denn es sollte schon bald losgehen in den Hafen und von dort weiter zum Islandhopping bei den Hundred Islands. Die Hundred Islands sind ein großer Nationalpark und umfassen ein riesiges Areal von vielen vielen Inseln in unterschiedlichster Form und Ausprägung. Einige der Inseln sind noch so gut wie unberührt, wohingegen andere schon einige Häuser und Dinge wie eine Seilbahn haben, welches den Touristen dient. Mit unserem Bootsmann, der uns über den Tag begleitete und von Insel zu Insel brachte, haben wir auch zunächst zwei Inseln dieser Art besucht, welche wirklich sehr schön, aber von sehr vielen Leuten frequentiert waren. Auf einer konnten wir auf einen kleinen Berg laufen, von welchem sich uns ein wirklich guter Blick auf die wahnsinnig schöne Umgebung bot. Auf einer der Inseln, welche wir bei unserer Fahrt passierten, stand eine riesige Jesus-Statue aus Stein, ähnlich wie die in Rio de Janeiro. Andere Inseln, so erklärte uns Peter, werden aufgrund ihrer Gestalt von den Leuten mit Tieren wie beispielsweise einer Schildkröte verglichen. Die letzte Insel, die wir aufsuchten, war fernab von den vielen Leuten und wir hatten sie fast komplett für uns allein, so war es auch mit Abstand die beste von allen. Das Wasser dort war wahnsinnig klar und der Strand sehr schön. Auf der einen Seite der Insel waren hohe, bewachsene Felsen, auf denen man ein wenig herum klettern konnte. In der Mitte hatte sich das Wasser einen Weg durch die Felsen gebahnt und lief zu einem flachen, etwas größeren Teich in der Mitte zusammen. Die komplette Insel war von sehr flachem Wasser umgeben, was zum Schnorcheln fast schon wieder zu flach, aber nicht weniger schön war. Wir konnten wieder eine tolle Unterwasserwelt sehen und einige schöne Fische bewundern. Simon konnte außerdem schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Seeigel machen, eine dauerhafte Freundschaft wurde daraus aber nicht.

Wir haben dort dann den kompletten restlichen Tag mit Essen, Trinken, Klettern, Schnorcheln und Nichtstun verbracht, bis wir uns dann gegen 17:00 Uhr wieder auf den Rückweg machten. Theoretisch hätten wir auch auf einer der Inseln übernachten können, allerdings darf man dann kein Lagerfeuer machen und außerdem zog es Jan am nächsten Tag in aller Früh schon weiter in die Berge, weshalb wir uns dann doch dagegen entschieden. Im Nachhinein dann vielleicht doch ganz gut, denn von Teacher Althea aus dem Konvent in Loyola erfuhr ich einige Zeit später, dass die Inseln des Nachts ganz gerne von Ratten aufgesucht werden.

Von Alaminos ging es am nächsten Tag auch schon wieder weiter nach La Union. Die ca. 130 Kilometer zogen sich in verschiedenen Bussen ganze sieben Stunden, was etwas nervig war. Wir kamen dann gegen 16:30 in der kleinen Ferienwohnung in La Union, genauer gesagt San Juan, an. In dieser Wohnung hatten wir eine kleine Terrasse mit Blick auf das Meer, was wirklich wunderbar war. La Union ist besonders bei Surfern beliebt, da die Gegend bekannt ist für gute Wellen.

Wir machten uns nach unserer Ankunft erst mal auf nach San Fernando, die nächstgrößere Stadt, um dort einzukaufen. Da die Jeepneys alle voll besetzt waren, fuhren wir per Anhalter auf der Ladefläche eines kleinen Trucks mit. Nach dem Einkauf und dem anschließenden Abendessen ließen wir den Abend und die Nacht noch in einer Bar am Strand ausklingen. Im Laufe der nächsten Tage kamen noch weitere Freunde aus Manila, die zum Teil das neue Jahr mit uns in La Union am Strand verbrachten.

Den nächsten Tag verbrachten wir am Strand und dort konnten wir uns auch erstmals am Surfen probieren. Wie so viele Dinge auf der Welt ist das eine Sache, die viel einfacher und lässiger aussieht, als es wirklich ist. Das beginnt schon damit, die richtige Welle und dann auch noch das richtige Timing zu finden. Alles nicht so einfach, aber ich möchte da auf jeden Fall dran bleiben, wenn es geht.

Am Silvesterabend machten wir uns nach dem gemeinsamen Essen wieder auf an den Strand in die Bar und verbrachten dann die ersten Sekunden des neuen Jahres im Wasser, von wo aus wir ein schönes Feuerwerk bewundern konnten. Nach Mitternacht wurden dann am Strand einige Lagerfeuer angezündet, um die sich viele Menschen versammelten. Der Start ins neue Jahr war dieses Jahr ein ganzes Stück anders, als ich es sonst so gewohnt war, am Strand aber auch wirklich cool.

Am Abend des 1. Januars haben wir uns dann auch schon wieder auf den Rückweg gemacht, was recht flott ging und nach fünf Stunden Fahrt waren wir dann schon wieder in Manila.

Für uns und unsere Kids ging es am 3. Januar dann schon wieder mit dem Unterricht los. Ich habe jetzt angefangen, mit meinen Schülern die ersten Buchstaben des ABCs zu schreiben, was eigentlich schon ganz gut klappt. Auch wenn die Stunden manchmal doch sehr durchwachsen waren, denke ich, dass die Kinder schon einige Fortschritte gemacht haben.

Des Weiteren steht unser Theaterstück „A Midsummernight‘s Dream“ kurz vor seiner Premiere. Um für die letzten Details noch einmal einen Blick von Außenstehenden zu bekommen, wurde vergangenes Wochenende zur sogenannten „Critics night“ ins Konvent geladen. Es kam beispielsweise die Frau, die das Stück adaptiert hat, einige Mitarbeiter von Puso sa Puso und Mitglieder der Salvatorianer sowie einige externe Gäste. Unter der Woche hatten schon 15 Schüler aus Payatas die Möglichkeit, an einem Praktikum teilzunehmen, dass ihnen einen Einblick in die Erstellung von Bühnenbild und Requisiten sowie den Ablauf hinter den Kulissen des Stücks gab, bei dem dann in diesem Zuge die benötigten Dinge für unser Stück hergestellt beziehungsweise die Abläufe geübt wurden.

Diesen Freitag fand dann im Konvent in Loyola noch das „feast of languages“ (zu Deutsch: Fest der Sprachen) statt. Hierbei wurden die Länder Dänemark, Indonesien, Sri Lanka, East Timor, Kenia sowie die Philippinen genauer unter die Lupe genommen, was jene Länder und ihre Sprache(n) anbelangt. Die Vorträge wurden von Teacher Althea, welcher sieben Jahre in Dänemark gelebt hat, salvatorianischen Priestern aus Kenia sowie den Englisch-Schülern in Loyola, die aus genannten Ländern in Südostasien stammen, vorbereitet. Auch wir wurden eingeladen und konnten einen Einblick zu Deutschland und seiner Sprache geben.

Was in der Reihe über den Alltag in Manila auch nicht fehlen darf und was einen immensen Unterschied zu Deutschland darstellt, ist der Aspekt der Sicherheit. Hier in Manila steht vor jeder Bank, jedem Supermarkt, jeder Mall, jeder Bahnstation und vielen anderen Geschäften eine Sicherheitsbeamte oder ein Sicherheitsbeamter, der die Leute kontrolliert. Dafür werden meist die Hüften und der Bauch ein wenig abgetastet, wenn man einen Rucksack oder eine Tasche dabei hat, muss man diese öffnen, damit die BeamtInnen den Inhalt mit einem Stock etwas durchgehen können. Bei den Kontrollen vor dem Zug, dem LRT, mussten wir auch schon Geschenke, die wir eingepackt für die Weihnachtsfeier dabei hatten, auspacken und konnten diese dann nach der Kontrolle wieder dort einpacken. Die Sicherheitskräfte sind mindestens mit einem Knüppel, in der Regel aber mit einer Pistole wenn nicht sogar in einigen Fällen mit schwererem Geschütz wie einem Maschinengewehr oder einer Pumpgun bewaffnet. Wie viel Sinn die Kontrollen durch dieses Personal wirklich ergeben, ist die Frage. Allerdings kann man auf jeden Fall festhalten, dass der Sicherheitssektor einen nicht unbedeutenden Wirtschaftsteil darstellt. Dies manifestiert sich auch in den sogenannten Gated communities. Das sind Siedlungen, die Tag und Nacht von Sicherheitspersonal überwacht werden und in denen gerade die reichere Bevölkerungsschicht lebt.

Des Weiteren sieht man auch im Straßenverkehr häufig gepanzerte Fahrzeuge, die Geld für Geschäfte und Banken von A nach B transportieren. Hin und wieder habe ich auch schon Fahrzeuge der Armee in der Stadt herumfahren sehen.

Generell gewöhnt man sich an dieses Bild eigentlich doch recht schnell. In Deutschland habe ich mich eigentlich eher immer unsicherer gefühlt, wenn beispielsweise bewaffnete Polizisten an einem größeren Bahnhof gesehen habe, weil ich mir gedacht habe: Ei, da muss doch was im Busch sein, die laufen doch hier nicht einfach so umher. Hier ist es inzwischen völlig normal und ich fühle mich nicht wirklich unsicherer deswegen, was ich mich in den Gegenden, in denen ich mich hier in der Metro Manila bewege, eigentlich sowieso nie tue.

Für Moritz, Simon und mich geht es jetzt dann erst mal zum Zwischenseminar auf die Insel Negros in die Nähe der Stadt Dumaguete City.

Viele Grüße aus Manila

Jakob

Nach Weihnachten und Neujahr…

Jetzt melde ich mich wieder, um etwas über die letzten Wochen und auch die Weihnachtszeit zu berichten!

Durch die Wintermonate ohne dicke Jacke, Mütze und Handschuhe – stattdessen T-Shirt, Shorts und Flip-Flops.

Das beschreibt eigentlich schon ganz gut, wie die Weihnachtsferien hier verbracht wurden, zunächst möchte ich allerdings noch von einem Event berichten, das noch vor der Weihnachtspause an meiner Arbeitsstelle in Payatas stattgefunden hat: nämlich die Christmasparty mit unseren Kids.

Zusammen mit den Lehrern aus Payatas und Herrn Mayer konnten wir  über 60 unserer Schüler einladen, um gemeinsam das sich zu Ende neigende (Schul-)Jahr zu beenden. Bevor es die Geschenke und eines der Lieblingsgerichte der meisten Kinder (Hühnchen und Spaghetti im Filipino Style) gab, hatten sie eine Menge Spaß an verschiedenen Spielen, welche auf sieben Stationen verteilt wurden. Ich habe davor noch nie alle meine Kindergruppen auf einem Haufen erlebt und hätte ehrlich gesagt eigentlich ein ziemliches Chaos erwartet, aber entgegen meinen Erwartungen verlief alles relativ geordnet.

Die Hauptsache: die Kids hatten viel Spaß und haben sich sehr über Essen und Geschenke gefreut, auch wenn viele nach den Spielestationen schon ziemlich erschöpft wirkten – eigentlich überhaupt kein Wunder bei diesen Temperaturen!

Insgesamt bin ich in den letzten Monaten sicherlich auf mindestens fünf Weihnachtsfeiern gewesen, und das schon bevor das tatsächliche Weihnachtsfest gefeiert wurde – diese Tasache unterstreicht ein weiteres Mal, welch hohe Bedeutung Weihnachten und andere Feste, bei denen die Familie im Zentrum stehen, nach wie vor haben.

Nachdem die Vielzahl an Festen „überstanden“ war, machten wir uns gemeinsam mit einer Gruppe philippinischer Freunde auf den Weg nach Alaminos City, um dort die bekannte Inselgruppe „100 Islands“ zu besichtigen.

Die Bilder sagen an sich wirklich schon genug: atemberaubende Landschaft, tolles Wetter…aaaahh.

Von den 100 Islands ging es dann über Neujahr weiter nach San Juan, La Union, einem bekannten Surfer Spot. Dort wurde dann direkt auch etwas gesurft, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Verletzungstechnisch hatte ich allerdings Glück!

Dank dem el Union Cafe dort kam ich auch endlich in den Genuss des besten Kaffees, den ich seit meiner Ausreise gefunden habe… es besteht also doch noch Hoffnung.

Liebe Grüße und (verspätet :D) ein frohes neues Jahr euch allen!

euer Mo

 

 

Die schönsten Orte sind die unberührten – Auf Entdeckungstour im Norden Perus

Trujillo, den 14.01.18

Hallo meine Lieben! Erstmal: Feliz Año Nuevo! Ich hoffe, dass ihr alle einen guten Start ins neue Jahr hattet. Mein Jahreswechsel war einmalig und wunderschön, dazu später aber mehr. Seit meinem letzten Bericht ist ja nun schon wieder fast ein Monat vergangen, ein ziemlich aufregender und facettenreicher Monat.

Eine Busfahrt, die es in sich hat

Kurz vor Weihnachten ging es ja für David und mich Richtung Norden. Tatsächlich lag eine lange Reise vor uns. Mit dem Bus fuhren wir erstmal nach Chiclayo, 14 Stunden Fahrt an der Küste Perus entlang. Dort verbrachten wir dann einen Tag, um Luft zu schnappen, und besuchten unter anderem den Strand. Da hatte ich dann schon einen tollen Moment: es war heiß, die Sonne schien, der Strand war schön und ein paar Meter weiter waren einige Peruaner damit beschäftigt, ihre Fischerboote zu entleeren. Das war ein einmaliger Anblick. Den Fischen wird dann erstmal auf den Kopf geschlagen oder der Hals umgedreht, dass sie nicht länger leiden müssen. Ich habe mich wie im Film gefühlt, dazu noch unzählige Vögel, die am Strand umherschwirrten. Danach ging es, mit einem Bus der gefühlt vierten Klasse, nach Chachapoyas, unserem ersten Ziel. Wie es sich für einen Schwaben gehört, wollten David und ich natürlich auch bei den Fahrtkosten sparen, eindeutig ein Fehler, aber wir forderten es ja heraus, am eigenen Leib eine sehr unangenehme Fahrt zu erleben. Letztendlich verbrachten wir weitere zwölf Stunden in einer Schrottkiste, das muss ich jetzt leider so sagen, sonst wird es meinen damaligen Gefühlen nicht gerecht, ohne Klimaanlage, sodass man fast erstickte bei der schlechten Luft, aber natürlich gab es einen kleinen Fernseher, der auf übermäßiger Lautstärke lief und wie nicht anders zu erwarten, war es irgendein Kinderfilm, der mich nicht die Bohne interessierte. Somit wurde ich bis spät in die Nacht wach gehalten und als es dann endlich still war, war die Luft in diesem Bus allmählich so stickig, dass eindeutig keine Chance mehr bestand, zur Ruhe zu kommen. Also, Stöpsel rein, Musik an, an der kalten Busscheibe kleben, und auf den Morgen warten.

Andere Projekte kennenlernen

Endlich angekommen, wartete schon Franz auf uns und brachte uns in unser neues zu Hause für eine Woche. Gleich am ersten Nachmittag gab es eine Chocolatada in einer Schule und David, Janina, Ole und ich durften zusehen, wie Franz mit Herzblut seinem Job als Papa Noel, als Weihnachtsmann, nachging. Auch während der weiteren Tage durfte ich einen kleinen Einblick in die Arbeit der beiden gewinnen, Janina begleitete ich in das Altenheim, wo wir erst den Gottesdienst besuchten und später beim Frühstück halfen. Am Nachmittag begleitete ich Franz in die Schule für Kinder mit Behinderung, und ich muss sagen, das war sehr bewegend. Kinder mit den unterschiedlichsten Behinderungen kamen hier zusammen und hatten eine riesige Freude an den vorweihnachtlichen Veranstaltungen. Mit einem Kind habe ich mich sehr gut verstanden, es war taubstumm, am Schluss haben wir zusammen getanzt; der Kleine war total in seinem Element und hat den Rhythmus gefühlt, ohne die Musik zu hören.

„Gringo-tour“ kann jeder, wir reisen im Norden!

Im Gegensatz zu der üblichen „Gringo-tour“ im Süden Perus (Cusco, Macchu Picchu, Puno,…) ist der Norden Perus eher weniger touristisch, jedoch bietet die Natur wunderschöne Orte, die man gesehen haben sollte. Deshalb bin ich auch sehr froh, dass wir Franz und Janina besuchten, da wir sonst wohl eher nicht in den Norden gereist wären. Als erstes machten wir uns auf den Weg zur Festung von Kuélap, eine der wichtigsten archäologischen Stätten im Norden Perus, mittlerweile auch UNESCO-Welterbe. Eigentlich führt eine Seilbahn dort hoch, jedoch gab es in den Tagen davor ein heftiges Unwetter, wodurch diese zu unsicher wurde. Deshalb fuhren wir (anstatt 20 Minuten mit der Seilbahn) drei Stunden mit einem Combi (Kleinbus) im Slalom nach oben. Eine wahnsinnige Natur! Nach einem kurzen Fußmarsch nach oben konnten wir dann schon auf Entdeckertour gehen und ich durfte am eigenen Leib spüren, dass die sogenannten „Häuser in Originalform“ gar nicht mal so stabil sind, wie man es von Steinen erwartet 🙂

Ein Fußmarsch, der Kräfte verlangt

Die zweite Attraktion bildete der drittgrößte Wasserfall der Welt: la catarata Gocta. Mit 770 Metern, in zwei Abschnitten aufgeteilt, ist er ein wahres Wunder der Natur. Schon die Busfahrt ins davorliegende Tal war unglaublich toll: Mit dem Combi mitten durch den Regenwald, wo man hinsieht alles grün und unberührt. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu staunen, sieht man das doch sonst wenn dann nur in Filmen. Von weitem konnte man den Wasserfall schon sehen, er kann ja nicht allzu weit weg sein; tja falsch gedacht. Die Wege im Regenwald sind nämlich so kurvig, dass wir dann erst noch 2,5 Stunden Fußmarsch vor uns hatten; und der hatte es in sich. Steile Wege bei erstechender Schwüle … das war ein e Herausforderung. Im Unterschied zu früher habe ich erst gar nicht versucht, mit den anderen mitzuhalten, stattdessen habe ich mein eigenes Tempo gefunden und den Wanderweg auch richtig genossen, ab und zu ein Videotagebuch gedreht und hatte nahezu immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Verrückt, vor einem halben Jahr saß ich noch im Klassenzimmer, mitten in der Abiphase, und nun laufe ich hier mitten durch den Regenwald, ganz weit weg von zu Hause, mitten durch die unberührte Natur. Immer wieder versuche ich zu begreifen, welch ein Glück ich doch habe, diese Reise genießen zu dürfen und diese Erfahrungen in meinem Album hinzufügen zu können. Als wir dann endlich ankamen, registrierte wir erst, wie gewaltig und hoch dieser Wasserfall doch wirklich war, dabei konnten wir ja nur den unteren Teil davon sehen. Der Rückmarsch hatte es dann nochmal in sich, geregnet hat es auch, sodass ich nur noch ein nasses Säckchen war; ich habe den Regen aber genossen, da er so naturverbindend ist und außerdem in Lima nicht existiert. Welche Tücken und Schwierigkeiten dieser Fußmarsch noch so mit sich brachte, könnt ihr in Davids zweitem Artikel genauer erfahren.

Wer braucht schon einen Reiseführer, wenn man Kontakte hat?

Ein Geheimtipp, der nicht unbedingt in jedem Reiseführer steht, war Huancas, ein Canyon ganz in der Nähe von Chachapoyas (Canon del Sonche). Wie gut, dass wir Janina und Franz hatten, die sich schon sehr gut auskannten in ihrer neuen Heimat und Umgebung. So verbrachten wir den ersten Weihnachtsfeiertag (in Peru gibt es auch nur den ersten, 25.12.) auf einem Felsen des Canyons mit Paneton. Am Vorweihnachtstag besuchten wir noch Mendoza, die Heimat von Ole, einem peruanischen Freund, der ein Jahr in Deutschland als Reversefreiwilliger der Allianza verbracht hatte. In der Umgebung gab es dann eine Höhle zu besichtigen und mitten im Dschungel, neben einem Fluss, gab es dann ein Thermalbad. Ein absoluter Traum, wie man ihn nur aus Filmen kennt.

Besinnliches Weihnachtsfest

Aber nun zum Weihnachtsfest: ihr habt euch bestimmt gefragt, wie und wo ich gefeiert habe und vor allem wie es mir dabei erging. David und ich hatten das große Glück, wie Janina und Franz, bei deren Mentor Andreas und seiner Familie eingeladen zu sein. Andreas ist ein ehemaliger deutscher Freiwilliger und hat sich hier ein Eigenheim aufgebaut mit eigener Familie. Dadurch hatten wir europäisch peruanische Weinachten, das heißt, es gab sogar einen echten Baum, wenn auch mickrig, und zum Essen gab es Raclette, sehr liebevoll zubereitet. Außerdem habe ich an diesem Abend den besten Pisco Sour getrunken, von deutscher Hand gemacht, hehe 🙂 Es war ein sehr gemütlicher Abend und gegen Mitternacht gab es dann sogar Bescherung. Um Punkt zwölf ist es üblich, dass es Feuerwerk gibt, davon haben wir nicht so viel mitbekommen, da es in Chachapoyas ruhiger war. Ein Video von unseren Freunden aus Lima zeigt das komplette Gegenteil. Mir war es aber gerade recht, dass ich Weihnachten ruhig und besinnlich in gemütlicher Runde verbringen konnte. Somit habe ich mich auch sehr wohlgefühlt und die überraschende Post aus der Heimat, die David für mich mitgenommen hat, war wundervoll. Ich bin sehr glücklich über mein Weihnachten in Peru, auch wenn ich das in Deutschland vermisste und mich auf das nächste zusammen mit meiner Familie freue. Der Schnee, die Kälte, das Schnitzel mit Kartoffelsalat, die Weihnachtsmesse haben mir doch schon gefehlt. Und der Gottesdienst am darauffolgenden Abend in Chachapoyas hat mich überhaupt nicht zufrieden gestellt, er war sehr langweilig und einfach gestaltet, so als ob es kein besonderer Tag wäre, und die kitschige Krippe hat den ganzen Gottesdienst lang piepsige Geräusche gemacht. Davor hatte ich immer das Bild von einem unvergesslichen, überaus besonderen Festgottesdienst zu Jesu Geburt. Naja, man wird ja immer wieder eines besseren belehrt.

Immer tiefer in den Regenwald

Nach den Feiertagen kam dann Aracelly nach, eine Freundin aus Lima, und wir düsten am 27.12.17 mit einem Combi weiter in den Regenwald rein, nach Tarapoto. Das war sehr spannend, da ich am Naturbild gut erkennen konnte, dass wir immer weiter östlich in die Selva fuhren, das Landschaftsbild verwandelte sich immer mehr zum Regenwald, wie man ihn im Kopf hat. Mit meinem Husten war ich dann froh, als wir nach acht Stunden in Tarapoto ankamen, und auch noch ein Hostel mit akzeptablem Preis fanden (wir zahlten ca. 5 Euro die Nacht). Wir hatten schöne Tage, besuchten umliegende Orte (Wasserfall (Catarata Ahuashuyacu), ein Schloss (Castillo de Lamas), Moyobamba, eine Lagune (Laguna Azul de Sauce). Jedoch war diese Reise auch sehr anstrengend, da es schwül war, und mein Zimmer so stickig, dass ich in diesen Nächten kaum bis gar nicht geschlafen habe. Dann kam die Frage auf, wo wir Silvester verbringen wollen, und ich muss sagen, ich habe mich immer mehr nach Lima gesehnt. In meinem Leben hatte ich hier in Peru das erste Mal Heimweh, und zwar Heimweh nach Lima. Glücklicherweise, entgegen allen Erwartungen, haben wir doch tatsächlichen einen billigen Flug gefunden, sodass wir am 31.12. nachmittags zurück nach Lima fliegen konnten. Statt 33 Stunden anstrengender Busfahrt, hoben wir nun für eine knappe Stunde in die Wolken ab.

Rechtzeitig zum Jahreswechsel in der neuen Heimat

Das war ein wunderbares Gefühl, wieder in Lima zu sein. Die Reise war wirklich toll, jedoch ist es gerade in den letzten Tagen ziemlich anstrengend geworden und ich hatte eine intensive Zeit hinter mir, die mich prägt. Kurz den Rucksack ausgepackt, in Schale geworfen und schon gings ins Casa, wo die Gringos auf uns gewartet haben. Bei selbstgemachter Pizza stimmten wir den Abend ein, bevor es mit Schokofondue auf das Hausdach der Padres ging. Zusammen mit Juan sichteten wir dann das Feuerwerk. Was für ein Anblick! Danach tanzten wir in Barranco bis in die Morgenstunden. Übrigens gibt es einen Brauch an Silvester: Viele Peruaner tragen in dieser Nacht gelbe Unterwäsche, das soll Glück im nächsten Jahr bringen. Überall auf den Straßen wird deshalb gelbe Unterwäsche verkauft. Oder rote, die steht für die Liebe, oder auch grüne, für gutes Geld im folgenden Jahr. Wir haben uns dann doch lieber für eine gelbe Blume im Haar entschieden 🙂

Was passiert mit euren Spenden?

Nun freue ich mich, wieder im Haus der Talente tätig zu sein und neue Projekte anzugehen. An dieser Stelle möchte ich nochmal meinen Dank aussprechen für die bisherige finanzielle Unterstützung für mein Projekt. Den Jahreswechsel möchte ich gerne dafür nutzen, um erneut einen kleinen Spendenaufruf zu starten und ein wenig darüber zu informieren, wie eure finanzielle Unterstützung eingesetzt wird vor Ort. Generell wird natürlich momentan immer Geld gebraucht für den Umbau des Hauses, es geht gut voran, jedoch fehlt noch einiges bis zur Fertigstellung, zum Beispiel muss ein Teil vom ersten Stock komplett rausgerissen werden, da er einsturzgefährdet ist. Das sind aber nicht einkalkulierte Kosten und somit verzögert es sich. In den kommenden Monaten haben David und ich auch vor, Spenden einzusetzen für den Umbau und Neukauf der Stelzen, da sie Hauptmerkmal des Casas sind. Mit den Stelzen haben die Kinder ihre Auftritte und repräsentieren das Haus der Talente. Des Weiteren werden wir am 10. Februar einen großen Ausflug organisieren zu einem Freizeitgelände. Dort waren die Kinder und auch Pater Juan erst einmal vor einigen Jahren, da vor allem die Hinfahrt mit dem Bus etwas kostet und die Kinder sich das nicht leisten können. Uns lag es am Herzen, auch etwas dazu beitragen zu können, dass die Kinder mal ein bisschen weiter rauskommen aus Chorrillos. Des Weiteren kam mir die Idee, eine Art „Gesundheitskasse“ aufzubauen. Gerade als Ärztin Karin da war, habe ich gemerkt, dass es oft an kleinen Beträgen scheitert, die jedoch ausschlaggebend für die Entwicklung der Kinder sind, seien es Einlagen für die Füße oder Wachstumshormone bei einem Kleinwüchsigen… Selbst kleinste Kosten können die Familien oft nicht tragen. So habe ich mit Juan gesprochen und werde organisieren, dass ein bisschen Geld zurückgelegt wird für Zeiten, in denen Karin oder auch andere Fachleute hier in der Gemeinde sind, dass sie dann auf etwas zurückgreifen können bei Bedarf.

Das sind momentan die Baustellen, wo wir eure Spenden einsetzen und es werden bestimmt noch ein paar Ideen hinzukommen. Ihr könnt sehen, eure finanzielle Unterstützung fällt auf fruchtbaren Boden, und ich werde euch immer wieder darüber informieren. Auch wenn Fragen aufkommen, schreibt mir jederzeit auf m.mangold-infomaz@gmx.de. Eure Unterstützung ist also gerne gesehen und wird sehr wertgeschätzt!

Comboni-Missionare KöR, 73479 Ellwangen                                                                                                           IBAN: DE66 6145 0050 0110 6170 15                                                                                                                      BIC: OASPDE6AXXX                                                                                                                              Verwendungszweck: *** Marlene Mangold (630), Peru ***

Herzlichen Dank auch für eure sonstige Unterstützung, sei es durch anhaltenden Kontakt oder durch Erzählen von mir und meinem Projekt.

Ich wünsche euch eine gute Zeit, einen guten Jahresbeginn, ich denke viel an euch meine liebe Familie, Freunde und Unterstützer!

PS: Wenn ihr das nächste Mal durch den Wald lauft oder draußen unterwegs seid, genießt doch mal die Natur bewusst. Das kann eine tolle Erfahrung sein.

Es grüßt euch herzlich

Eure Marlene Helena

Joy to the world-ein besonderes Weihnachtsfest in Alenga

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass ihr eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit im Kreise eurer Lieben verbracht habt. Das Weihnachtsfest ist ja immer ein besonderer Anlass um alle wiederzutreffen und gemeinsame Tage zu genießen.

Trotz der vielen Kilometer, die mich in diesem Jahr von meiner Familie in der Heimat getrennt haben, konnte auch ich die Advents- und Weihnachtszeit auf eine neue und sehr aufregende Art genießen.
Dank vieler Pakete unserer Familien haben wir die Wohnung schön dekoriert und viele Plätzchen, Christstollen und Schokolade gegessen. Da kam sogar richtig Weihnachtsstimmung auf, wenn wir abends im Kerzenschein zusammen saßen. Sobald wir die Wohnung verließen, schlugen uns allerdings die Hitze, die von der Trockenzeit geprägte Landschaft und ein völlig undekoriertes Alenga entgegen. Da fühlte es sich sofort eher nach Hochsommer als nach Weihnachtszeit an.

Gewöhnungsbedürftiger Weihnachtsschmuck

Als wir die Schwestern in der Adventszeit abends zum Essen einluden, fanden sie unsere Dekoration zwar sehr schön, aber Schwester Anne fragte uns deutlich verwundert, warum wir denn so früh geschmückt hätten. Sie kennen unseren Brauch z.B. vom Adventskranz schon, aber hier ist das nicht üblich. Auch in der Kirche fehlte der Adventskranz. Diese war lediglich in lila gehalten.
Die Schwestern begannen erst am 23. Dezember ihre Kapelle und ihren Speisesaal zu schmücken. Mit Begeisterung baten sie uns um etwas Hilfe, ihren Tannenbaum und ihre Krippe aufzustellen. Schwester Anne warnte uns zwar schon vor dem eher scheußlichen Plastiktannenbaum, doch uns stand der Schock wohl ziemlich ins Gesicht geschrieben, als sie die Deko auspackten, denn sie forderte uns gleich auf, sie bitte nicht auszulachen.
Mit Müh und Not verzierten wir das Plastikgebilde mit bunten Glitzer-Plastikgirlanden, Plastikkugeln und eine bunte, nicht funktionsfähige Lichterkette durfte natürlich auch nicht fehlen… Die gleichen Girlanden fanden sich auch im Esszimmer wieder. Die Schwestern schienen sehr glücklich mit der Dekoration und der Vorfreude auf das anstehende Weihnachtsfest!

Zuvor hatten wir auch schon Pater Justin dabei geholfen, ihre Krippe aufzustellen, wofür wir ein bisschen Grünzeug aus dem Wald gesammelt hatten. Die Krippe der Priester besteht aus drei Porzellanfiguren und ist sehr geschmackvoll.
All diese Dekorationen haben uns mehr und mehr auf das Weihnachtsfest eingestimmt.

Geschenke und Chorproben

Außerdem verbrachten Greta und ich viel Zeit mit den täglichen Chorproben für das Weihnachtsfest und es war deutlich zu spüren, dass sich alle in der Gemeinde auf das Fest freuten und Vorbereitungen trafen wie zum Beispiel Unmengen an Lebensmitteln auf dem Markt einzukaufen und das Haus zu putzen.
Dadurch, dass wir die letzten zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest gemeinsam in der Krankenstation gearbeitet haben und nebenbei auch sehr beschäftigt waren, hatten wir gar keine Zeit um traurig zu sein, dass wir zu Hause alles verpassen.

Schon Anfang Dezember verließen uns unsere Schülerinnen, die für die großen Ferien bis Februar nach Hause fuhren.
Zum Abschied verbrachten wir einen lustigen Tanzabend mit ihnen, schauten „Aristocats“ und überreichten ihnen unsere Weihnachtsgeschenke. Für jede hatten wir ein Foto ausgedruckt, einen kleinen Brief geschrieben und dank der Idee Sister Annes hatten wir auch für jede zwei Binden gekauft. Diese Binden aus besonderen Materialien und Stoff sind mehrmals verwendbar, gut auswaschbar und angesichts der sanitären Anlagen hier eine hygienische Lösung. Für Mädchen und Frauen aus den Dörfern Ugandas bringt die Menstruation deutlich größere Probleme mit sich als wir uns vorstellen konnten. Die erwerblichen Binden sind zu teuer, so dass oft nur eine einzige Binde während der gesamten Periode getragen wird oder komplett auf die Binden verzichtet wird und beispielsweise nur ein altes T- shirt in die Unterhose gelegt wird.

Vierter Advent und Heiligabend

Am Sonntag, den 24. Dezember, gingen Greta und ich wie immer morgens in den Gottesdienst. Die Gemeinde erwartete hier ein anderes Gesicht, denn Pater Pontianus war zu Weihnachten nach Alenga gekommen. Er hat keine eigene Gemeinde in Lira und deshalb laden ihn die Priester jedes Jahr ein. Er hielt die letzte Adventsmesse und übersetzte einige Teile der Predigt für uns sogar in Englisch, was wir als sehr aufmerksam empfanden.
Die Adventszeit ist auch hier eine besinnliche Zeit, in der man zur Ruhe kommen soll und sich auf die Geburt Jesu Christi vorbereitet. Aus diesem Grund wurde in der Kirche vier Sonntage lang nicht getanzt.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde dann als Vorbereitung für die Nachtmesse die Krippe bestückt – sogar ein Weihnachtsmann fand seinen Platz – und es wurden bunte Girlanden aufgehangen. Die lilane Verkleidung des Altars wurde entfernt und neue Dekorationen fanden ihren Platz.
Nach dem Gottesdienst besuchten wir unsere enge Freundin Anna um mit ihr gemeinsam zu kochen und zu essen und einfach nochmal Zeit miteinander zu verbringen. Wir übergaben ihr ein kleines Weihnachtsgeschenk, über das sie sich sehr freute. Anschließend besuchten wir noch kurz Sharon und Gloria, weil wir auch für die beiden ein Geschenk mit Nagellack vorbereitet haben, da sie unseren zuvor begeistert gelobt hatten.
Total satt zwängten wir uns am Abend in unsere frisch gebügelten Kleider und machten uns auf den Weg zur Kirche. Die Christmette war sehr schön und durch die Dunkelheit kam auch eine einmalig festliche Stimmung auf. Außerdem durfte endlich wieder getanzt werden! Darüber haben sich alle offensichtlich sehr gefreut und tanzten voller Freude über die Geburt Jesu Christi.
Während der Messe wurden noch ca. 40 Neugeborene getauft, was die festliche Atmosphäre verstärkte und in der Weihnachtsnacht auch ein schönes Symbol war. Hier ist es üblich, dass die Priester an Hochfesten oder besonderen Feiertagen viele Kinder auf einmal taufen. Eine einzelne Taufe wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es hier nicht.

Danach saßen wir gemütlich zusammen und haben eine kleine Bescherung gemacht, bevor wir mit unseren Familien telefonierten.

Das Weihnachtsfest

Am Morgen des 25. Dezembers ging es mit unserem Gottesdienstmarathon weiter. Wir verbrachten geschlagene vier Stunden in der Kirche. Zu Beginn kam ein Polizist und verkündete uns, dass alle nochmal das Kirchengebäude verlassen müssten, um die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken, weil in den Städten vermehrte Anzeichen auf Terrororganisationen zu finden seien. Deshalb müssten sich auch in den Dörfern alle Menschen zu schützen wissen und mehr auf die eigene Sicherheit achten. Eher halbherzig wurden dann alle Kirchgänger noch einmal durchsucht bevor sie das Gebäude wieder betreten durften.
Dann wurde eine schöne, lebensfrohe und ausgelassene Messe gefeiert. Für uns war es toll zu sehen, dass die Kirche kaum merklich voller war, als an einem normalen Sonntag und man nicht wie zu Hause einen Unterschied von 500 Leuten in der Weihnachtsmesse hat.

Im Anschluss an die Messe waren wir bei Mary und Pasca, zwei Freundinnen aus Alenga, und ihrer großen Familie zum Weihnachtsfest eingeladen. Hier feiern alle Familien am 25. Dezember und den Kindern werden auch einige Süßigkeiten oder Spielsachen geschenkt. Vom übertriebenen und überfordernden Geschenkewahnsinn, den Kinder in Deutschland oft erleben, ist hier nichts zu spüren. Das war für uns eine ausgesprochen angenehme Erfahrung und etwas, das wir wirklich nicht vermisst haben! Wir brachten für die Familie kleine Geschenke mit, einfach als Aufmerksamkeit und ein bisschen auch aus Gewohnheit.
Den Tag verbrachten wir dann damit, beim Kochen zu helfen, die Familie kennenzulernen und nette Gespräche zu führen. Es war wunderbar zu sehen, dass alle Kinder von Mary nach Alenga gekommen waren, um gemeinsam zu feiern! Die beiden kümmerten sich sogar um den Transport ihrer ältesten Schwester, die schon sehr krank und schwach ist, damit sie am Weihnachtsfest nicht allein sein muss. Das war ein tolles Bild: Vittoria, Mary und Pascas 90-jährige Mutter, feierte gemeinsam mit drei Töchtern, Enkeln und Urenkeln.
Mary und Pasca legen großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder und Enkel und geben sich größte Mühe, damit alle eine angesehene Schule besuchen können und später finanziell unabhängig werden. Das ist gerade in Alenga etwas sehr Besonderes.
Beispielsweise Marys ältester Sohn arbeitet als Finanzbuchhalter in Kampala und lebt dort mit Frau und Kindern. Er zahlt nun die Ausbildungsgebühren seiner Schwester und hat zum Beispiel auch dem Fußballverein Alengas einen komplett neuen Trikotsatz mit Schuhen, Schonern und allem was dazu gehört, gesponsert.

Gegen Abend verließen wir die gemütliche Familienatmosphäre und trafen uns mit den Priestern und Schwestern zum gemeinsamen Abendessen. Wie immer an Festtagen gab es genug zu essen und trinken und die Stimmung war ausgelassen und fröhlich. Wir führten zu später Stunde sogar einige deutsche Tänze vor, das klappte eher schlecht als recht, war aber sehr lustig.
Dank der Päckchen unserer Familien konnten wir eine ganze Menge deutscher Süßigkeiten wie zum Beispiel Lebkuchen, Stollen, Marzipan und Zimtsterne mitbringen, über die sich alle sehr gefreut haben. Außerdem brachten wir für alle kleine und liebevoll ausgesuchte Geschenke mit.

Letztendlich wurde es so spät, dass die Priester sogar beschlossen die Morgenmesse ausfallen zu lassen, womit niemand ein Problem zu haben schien, da wir von den Ereignissen der letzten Tage noch total platt und übermüdet waren.

Boxing Day – 26. Dezember

Der zweite Weihnachtsfeiertag wird hier als „Boxing Day“ gefeiert, was gerade unter den Jugendlichen bekannt ist. So beschloss der Chor Alengas am 26. Dezember ein kleines Fest zu veranstalten, bei dem sie für die Schwestern und Priester lecker kochen. Außerdem kamen einige Beamte aus dem Bezirk, um das Projekt, das die Jugend gemeinsam mit Father Justin aufbaut hat, anzuschauen und sie in Theorie und Praxis weiter zu belehren. Dabei geht es um die Herstellung von Ziegeln und deren Weiterverkauf in Alenga und Umgebung. Auch wir waren dabei und brachten zum Nachtisch selbstgemachtes Mandasi (frittiertes Gebäck) und Haribo Gummibärchen mit, die alle mit Begeisterung probierten und genossen.

Ab in den Urlaub

Am 28. Dezember war es dann für uns endlich so weit: Mit gepackten Taschen standen wir um halb sieben an der Straße und warteten auf den Bus nach Kampala.
Über unsere Reise, die verschiedenen Orte und unsere Erlebnisse berichten wir dann im Februar ausführlich!

Am Ende möchte ich mich noch ganz herzlich bei allen bedanken, die dieses Weihnachtsfest nach meinen Zeitungsartikeln und dem Blogaufrug als Anregung gesehen haben, unser Projekt in Alenga in Form einer Patenschaft oder einer Spende für den Schlafsaal finanziell zu unterstützen! Ich freue mich unglaublich darüber, wie viele Menschen ihr Interesse zeigen und wie viel wir dadurch hier in Bewegung setzen können. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass das eigene Projekt in der Heimat Unterstützung findet und besprochen wird. Gerne könnt ihr mir bei Fragen und Anregungen unter Francesca.Cyris@yahoo.com schreiben!

Nun sende ich euch ganz liebe und gut erholte Grüße von den Ssese- Inseln im Viktoriasee, wünsche euch ein glückliches und gesundes Jahr 2018 und freue mich von euch zu hören!

Eure Francesca

Mein zweiter Rundbrief

Hallo zusammen,

Mit meinem nächsten Rundbrief zu Weihnachten möchte ich zunächst einmal allen ein Frohes gesegnetes Weihnachtsfest und eine schöne, erholsame Zeit mit der Familie sowie einen guten Rutsch in das kommende Jahr wünschen.

Ich werde die Weihnachtsfeiertage dieses Jahr erstmals nicht zusammen mit meiner Familie verbringen können, was sehr schade ist, aber mit meinen beiden Mit-Freiwilligen wird das mit Sicherheit auch ganz schön.

In den letzten Tagen und Wochen war hier in Manila mächtig was los. Neben einigen weiteren Theaterproben für „A Midsummernight‘s Dream“ von William Shakespeare und dem normalen Unterricht standen etliche Weihnachtsfeiern an. Die erste war mit der jährlich stattfindenden Charity Christmasparty von Puso sa Puso auch zugleich die größte: über 300 Helfer fanden sich am 2. Dezember in der Turnhalle eines Universitätsgeländes zusammen, um mehr als 1000 Kindern aus Pfarreien aus verschiedenen Gegenden in Manila ein paar schöne Stunden zu bereiten. Nachdem die Kinder und ihre begleitenden Freiwilligen das Organisatorische vor dem Eingang geregelt haben, durchliefen sie zehn verschiedene Stationen, an denen sie Spiele spielen und Preise gewinnen oder etwas zu essen sowie Geschenke erhalten konnten. Ich war an der Station, an der jedes Kind einen Luftballon bekam, und habe daher mit einigen anderen Helfern im Laufe des Vormittags der Anzahl der Kinder entsprechend mehr als 1000 Luftballons aufgepumpt und verknotet. Im weiteren Verlauf wurde gegessen und einige Geschenke verlost, gefolgt von der Vorführung eines Artisten und der abschließenden Scienceshow, bei der es verschiedene naturwissenschaftliche Experimente für die Kinder zu bestaunen und auch zum Mitmachen gab. Am Ende war es für die Kinder denke ich eine wirklich gute Veranstaltung und auch für uns als Helfer war es schön mitzuwirken, auch wenn der Anblick von 1000 Kindern auf einem Haufen nicht wirklich alltäglich ist.

Am 13. Dezember folgte dann die Weihnachtsfeier und damit auch der Abschluss des Unterrichtsjahres für die Kinder, die Moritz und ich unterrichten. Dafür haben wir auf dem Platz vor der Sagrada Familia Chapel sieben verschiedene Stationen mit Spielen wie Eierlauf, Dosenwerfen und Reise nach Jerusalem aufgebaut. Damit das Ganze auch einigermaßen zivilisiert ablaufen kann, haben die Kinder am Eingang gleich Bändchen bekommen, welche sie einer bestimmten Gruppe und einem verantwortlichen Helfer zuweist. Mit diesem Helfer konnten die Gruppen dann die Stationen der Reihe nach durchgehen, nachdem die Veranstaltung mit einem Gebet und einigen Sätzen zu Beginn eröffnet wurde. Nach den verschiedenen Stationen konnten die Kinder sich dann mit Spaghetti, hier auf den Philippinen in der Regel süß, Hühnchen und Saft sowie kleinen Snacks stärken. An solch einer Feier für die Kinder dürfen natürlich auch Geschenke nicht fehlen, die von einem Weihnachtsmann gebracht wurden, der Simon verblüffend ähnlich sah. Die Geschenksäckchen enthielten neben Spielzeug, Süßigkeiten und Flipflops auch einige Stifte und Blöcke. Mit der Bescherung war dann auch für die Kinder das Ende der Veranstaltung gekommen, bei der sie, so mein Eindruck, eine Menge Spaß und Freude haben konnten. Sie haben sich auf dieses Event auch schon eine ganze Weile gefreut und dafür auch echt rausgeputzt und sich schick gemacht, da war ich total überrascht.

Ein Fest für Menschen, die auf der Straße leben

Unserer eigene Weihnachtsfeier folgte dann die Weinachtsfeier von Simon und weiteren Freiwilligen aus Parola, die nach einem ähnlichen Prinzip am Samstag stattfand.

Am Donnerstag war in Parola dann eine Weihnachtsfeier für Menschen, die, so wie ich es verstanden habe, alle auf der Straße leben. Für diese 30 Familien hat das Team aus Parola ein Programm vorbereitet, das nach einigen Spielen und Vorführungen mit Essen sowie Geschenk- beziehungsweise Versorgungspaketen für alle abgerundet wurde. Im Anschluss daran hatten die Lehrer aus Parola dann noch mit ihren Schülern einen kleinen Jahresabschluss.

Ähnlich wie am Donnerstag wurden auch am darauffolgenden Tag in Payatas verschiedene Hilfspakete an Befürftige verteilt, was von den Schülern aus dem Center übernommen wurde. Für diese fand am Nachmittag dann wiederum ihre Weihnachtsfeier vor der Sagrada Family Chapel statt. Das Programm bestand wiederum aus Spielen, Essen und Musik, da sich unter den Schülern eine eigene Band zusammengefunden hat. Hier ist es bei solchen Feiern typisch, dass die Teilnehmer eine Darbietung geben, weshalb wir sowohl einige Tänze als auch Lieder zu sehen und hören bekamen, die die Schüler vorbereitet haben.

Weihnachtsfeier mit deutschen Liedern

Für die Mitarbeiter von Puso sa Puso war dann am darauffolgenden Montag die Weihnachtsfeier im Konvent bei Father Artur. Nach einem Gottesdienst in der Hauskapelle und anschließendem Essen fanden sich alle zusammen, um sich die gegenseitigen Darbietungen anzusehen. Auch wir kamen um diesen Spaß nicht herum und trällerten daher mit unseren engelsgleichen Stimmen zwei deutsche Weihnachtslieder. Um dem Ganzen etwas mehr Volumen zu verleihen, haben wir einige der Anwesenden dazu geholt und dazu gebracht, unsere deutschen Lieder mitzusingen, was dann so eine ganz lustige Sache war. Im Anschluss daran wurde noch gewichtelt, sprich, jeder hat ein Geschenk vorbereitet, das dann an einen anderen verlost wurde.

Weihnachtsfeier in Parola

Den endgültigen Abschluss dieses Marathons an Feiern bildete dann am Mittwoch eine Weihnachtsfeier in Parola, die von einem Priester für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren ausgerichtet wurde. Hierfür mussten wir lediglich 100 Kinder organisieren und zur Veranstaltungshalle bringen. Deshalb haben wir uns, zusammen mit den Praktikantinnen, in die Gates aufgemacht, um die Kinder zusammen zu sammeln. Im Center in Parola helfen für einige Monate zehn Studentinnen von der Uni mit, sie begleiten Simon zum Beispiel im Unterricht oder wirken bei Veranstaltungen wie den Weihnachtsfeiern mit. In dem Gate, in dem Simon arbeitet, waren Moritz und ich bisher noch nie und es unterscheidet sich doch ein wenig von dem, was ich aus Payatas kenne, alles ist etwas enger und dunkler, die Leute aber auch hier allesamt sehr nett und hilfsbereit.

Nachdem wir unsere über 30 Kinder aus diesem Gate beisammen hatten, haben wir vier Tricycles organisiert, die die Kinder zum Veranstaltungsort bringen sollten. Das war dann etwas abenteuerlich, denn pro Tricycle mussten circa acht Kinder Platz finden, der Fahrer saß daher fast schon auf der Lenkstange und wir Freiwilligen konnten uns nur außen an die Kabine stellen. Am Ende lief aber dann doch alles gut und alle Kinder konnten nach der Veranstaltung mit Essen und Geschenken wieder wohlbehalten am Gate abgeliefert werden.

Rückblick auf fünf Monate auf den Philippinen

Inzwischen sind es nun schon fast fünf Monate, die vergangen sind und daher möchte ich an diesem Punkt eine kurze Reflexion über meinen bisherigen Aufenthalt anbringen.

Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass ich schon eine ganze Menge Erfahrung sammeln konnte und einiges erlebt habe. Für mich gab es hier viele Dinge, die neu waren und an die ich mich erst einmal gewöhnen musst. Nicht nur die fremde Kultur, die neue und schier nicht enden wollende Metropole und ein neues Land, sondern auch getrennt zu sein von Familie und Freunden, die ich in so manchem Moment doch schmerzlich vermisse. Hinzu kommt, nicht mehr zuhause bei den Eltern zu wohnen, sondern in einer WG. Das beinhaltet natürlich auch, sich selbst um Essen, Einkaufen, Wäsche (was hier zum Glück sehr einfach geht), Wohnung putzen und noch vieles mehr zu kümmern, was mich so bisher nur zum Teil betraf. Andere Dinge, bei denen man sich umgewöhnen muss, sind zum Beispiel der viele Reis und das man beispielsweise kein Wasser aus der Leitung trinken darf. Das war allerdings etwas, an das man sich recht schnell gewöhnt hat.

Weiter ist natürlich die Umgebung, in der ich jetzt lebe, eine völlig andere und der Alltag hat sich sehr verändert. Man lernt hier viel über die Kultur der Menschen vor Ort und im Umkehrschluss auch über seine eigene. Man merkt, wie organisiert und geplant vieles in Deutschland im Gegensatz zu den Philippinen abläuft. Dennoch funktioniert es hier, nervt aber zum Teil auch stark, wenn man etwas organisieren möchte. Eine weitere Sache, die man hier lernt, ist definitiv zu warten, egal ob im Jeepney im Verkehrschaos, auf die Kinder im Unterricht, auf den Bus, bis er endlich mit Passagieren voll ist und losfahren kann und noch vieles mehr.

Der nächste Schritt war dann die Arbeit im Slum, der eine Umgebung darstellt, die man so aus Deutschland überhaupt nicht gewohnt ist und mit der ich ohne diesen Freiwilligendienst wohl auch nie in Berührung gekommen wäre. Die Arbeit mit den Kindern gestaltete sich am Anfang etwas schwierig, aber mit der Zeit findet man schon rein.

Hier auf den Philippinen hatte ich außerdem die Chance, wahnsinnig viele neue und total interessante Leute aus allen möglichen Ländern kennen zu lernen und auch echt gute, neue Freunde zu finden.

Ich würde meine Entscheidung, diesen Einsatz zu machen, daher nicht bereuen, auch wenn es mit Sicherheit nicht immer einfach ist und war. Ich hoffe auch, weiterhin noch eine Menge Erfahrung sammeln zu können, und noch weitere schöne Flecken dieses Landes kennen zu lernen.

Falls auch ihr jemanden kennt oder selbst daran interessiert seid, eine solche Erfahrung zu machen, dem kann ich nur den Orientierungstag meiner Organisation am 13.01.2018 in Nürnberg empfehlen. Weitere Infos dazu finden sich auch unter cosamaz.org.

Für mich geht es jetzt nach den Feiertagen erst einmal wieder auf Reisen, von denen ich euch im neuen Jahr dann berichten kann. Bis dahin wünsche ich euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Außerdem möchte ich mich noch einmal für die Unterstützung bedanken, die ich von euch in jeglicher Form erhalten habe. Vielen, vielen Dank!

Viele Grüße aus Manila

Jakob

Ein Lichterweg des Friedens in Emmaus…LEBEN…

Meine LIEBEN

Ich sende Euch liebste weihnachtliche Grüße aus dem „heiligen Land“. 🙂

Damals: Maria, sie soll einen Sohn gebären. Sie hat aber keine Ahnung wie das geschehen soll, sollte sie alleinerziehende Mutter sein? – Sie sagt ein JA und Vertraut. Josef, ihr Verlobter, wollte sich heimlich davon machen, im Traum erfährt er von einem Engel bei Maria zu bleiben? Bildet er sich alles nur ein?- Er sagt JA und Vertraut.

Die „heilige Familie“ ist auf dem Weg… Sie finden keine Unterkunft und sie werden von den Leuten abgelehnt… Sie kommen zu einem STALL. In eine Krippe auf Stroh wird das Baby gelegt. Das sind ärmliche Verhältnisse, in denen Jesus sein Mensch-SEIN startet.

Heute… Negative Schlagzeilen überfluten die Medien und UNS? Was ist hier los, gibt es zu damals eine Verbindung?  Statements findet ihr zu genüge…  Ich werde euch über DAS LEBEN hier schreiben…

Im letzen Eintrag schrieb ich über das „heilige“ Land. Es war ein möglicher Versuch das Wort „heilig“ zu beschreiben. Jesus sagt:“ Ich bin gekommen damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Joh. 10,10 Eine große HerausFORDERUNG an uns?

Diese Story von der Geburt Jesu, …Weihnachten… damals und die Verbindung von der heutigen Situation im Land, bringt mich besonders in dieser Zeit und doch in diesem „besonderen“ Land zum Um-denken. Wir leben hier mit ALLEN und in ALLEM gut. Wir hatten im Advent eine wunderschöne Nikolausfeier mit ALLEN Mitarbeitern und Bewohnern. Unser Hausmeister war der Nikolaus, er verteilte an ALLE Frauen Süßigkeiten und gute Worte.

Am dritten Adventswochenende veranstalteten wir für Volontäre einen „Abend der 1001 Lichter“. Es war ein besinnlicher Abend mit einem „Lichterweg des Friedens“. Wir zeigten in verschiedene Stationen die Unterschiedlichkeiten des Landes, in der Bibel und in UNS, im Bezug auf Frieden, auf. Es war ein sehr berührender Abend, der mit einem Taizégebet und einem gemütlichen Beisammensein ausklang. Wir haben in Emmaus täglich sehr berührende und besinnliche Gebete und Gottesdienste. Natürlich hat mich heuer wieder das Backfieber gepackt und ich durfte Weihnachtsbäckerei machen. (Liebe Nina, ich muss dich hier speziell erwähnen, ich habe dabei sehr oft an dich gedacht).

Wir feierten den Geburtstag von Wahrde, einer Patientin, begrüßten neue Studentinnen, die hier in Emmaus in der Pflegestation ihr Praktikum absolvieren und freuen uns nun schon auf die Weihnachtstage und die nächsten Gäste.

Das Wetter ist sehr frühlingshaft wo Krokus, Gänseblümchen und Narzissen blühen. Eigentlich sollte es in dieser Jahreszeit regnen. So stellt hier der große Wassermangel ein großes Problem dar. Die Weihnachtstage sind hier im Land für uns Christen besondere Tage.

Mit diesen Grüßen verbleibe ich und wünsche Euch ALLEN ein gesegnetes, frohes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest. Ein Fest, dass uns erinnern soll, dass JESUS Mensch wurde und er gekommen ist, um zu bleiben 🙂 und zu SEIN, in uns. Ich bitte Sie/Euch um Euer Gebet, besonders für das ganze Land, die Menschen und alles DRUM HERUM…

…LICHTERWEG des FRIEDENS…

„LIEBE und TU was DU willst…“

Eure Verena

Ob mit oder ohne Schnee – Weihnachten ist überall!

San Genaro, den 17.12.2017

Hallo meine Lieben, hier drüben, bei Sonnenschein und Surfstunden, kann ich es gar nicht so recht glauben, dass nächstes Wochenende schon Weihnachten vor der Tür steht. In Deutschland wäre ich gerade wohl noch im Jahresendspurt, d.h. die letzten Arbeiten in der Schule stünden an und die Geschenkevorbereitungen würden so langsam abgeschlossen. Nebenher noch ein paar Mal auf den Weihnachtsmarkt schlendern und sich dann zu Hause auf ein heißes Bad freuen. Die letzten Wochen bin ich hier noch nicht in Weihnachtsstimmung gekommen, es ist warm und an all den Plastikschmuck muss ich mich erst mal gewöhnen, wo ich doch die echten Tannenbäume aus Deutschland gewohnt bin. Wenn ich dann im Bus sitze und wieder mal denke, dass es doch so langsam Zeit wäre, sich auf Weihnachten einzustellen, merke ich, wie sehr man doch an der Tradition hängt, aber ist ja auch klar, wenn man ein Fest jedes Jahr aufs Neue unter den gleichen Umständen feiert. Deshalb genieße ich es bewusst, das Heilige Fest mal komplett anders zu erleben, so richtig anders. Außerdem kann ich mich so vielleicht noch mehr auf die wahre Botschaft des Festes konzentrieren, und diese liegt nicht im Geschenkekonsum oder im Glühwein des traditionellen Weihnachtsmarktes. Diese liegt in der Geburt Jesu Christi, im Zusammenleben, in der Nächstenliebe und in der Dankbarkeit für dieses wunderbare Leben.

Weihnachtskuchen und Tierverehrung

Weihnachten wird hier eigentlich ziemlich ähnlich wie bei uns zelebriert. An Heilig Abend gibt es eine Messe und danach verbringt man einen gemütlichen Abend im familiären Kreis mit gutem Essen und Bescherung. Typische Mahlzeit ist hier die panetón, eine Art Weihnachtskuchen. Da dieser nicht so teuer ist, können auch die ärmeren Familien in den Genuss kommen. Sonst wird auch gerne pavo al horno (Truthahn im Ofen) oder lechón (Spanferkel) gegessen. Um Mitternacht gibt es dann, im Unterschied zu Deutschland, ein Feuerwerk, welches offiziell jedoch verboten ist. Die Adventszeit wird hier eher nicht so bewusst gefeiert, wie ich das von Deutschland kenne, jedoch merkt man an den Kindern und Jugendlichen, die schon Wochen vor dem Fest ihre Böller und ihr Feuerwerk loslassen, dass sich Weihnachten langsam nähert. Darüber hinaus bleibt noch zu erwähnen, dass die Art und Weise der Feier auch von der Region Perus abhängig ist. So werden zum Beispiel in Ayacucho viele verschiedene Krippen ausgestellt von bekannten Handwerkern, in Cusco gibt es den bekannten Santurantikuy-Markt oder in Orten der Selva, zum Beispiel, die Gemeinschaft der ashaninka, werden die Tiere besonders geehrt in dieser Zeit.

Dieses Jahr werde ich Weihnachten das erste Mal ohne meine Familie an einem anderen Ort der Welt verbringen, und das ist nicht Lima. Heute Abend mache ich mich mit David auf die Reise hoch in den Norden nach Chachapoyas (liegt im Bereich zwischen Bergen und Regenwald), wo wir Franz und Janina besuchen werden, und bei ihnen in der Gemeinschaft feiern werden. Darauf freue ich mich sehr, ich bin auch gespannt, wie die Menschen dort so leben und hoffe, dass es ein schönes und besinnliches Fest wird.

Was es sonst so Neues gibt

Seit Donnerstag sind wir ein Freiwilliger weniger, da sich Jonathan nach drei Monaten Aufenthalt wieder auf den Weg in die Heimat Österreich gemacht hat. An seinem letzten Nachmittag im Casa haben wir alle ein Konzert gegeben, sprich unsere Musik aufgedreht, Luftgitarre gespielt und viel geschwitzt, herrlich. Es war eine tolle Zeit und ich wünsche ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute 🙂 Und hey Jona, wir sehen uns dann hoffentlich spätestens auf dem Oktoberfest nächstes Jahr!

Die kleine Naisha aus dem Casa sollte theoretisch in den Regenwald zurückkehren, da es ihren Großeltern nicht gut geht, sie selbst ist 2012 nach Lima gekommen. Nun erfuhr ich, dass sie für ein Jahr zurückgehen sollte, kann aber auch für immer sein. Heute wohnt sie aber jetzt doch bei ihrer Tante in Lima und kann da bleiben, zu meiner Freude. Jedoch, als wir beide dachten, dass wir uns nicht mehr sehen würden, waren wir schon traurig und haben die gemeinsame Zeit genutzt. Zusammen mit ihr war ich dann nochmal am Strand in Barranco, nachdem sie mich am selben Morgen wachtelefoniert hat 🙂 Das war sehr schön, zu erfahren, welche Bindung ich zu den Kindern aufgebaut habe bzw. ständig aufbaue. Gleichzeitig bin ich auch für viele Kinder zur engen Bezugsperson geworden, und das ist wunderbar.

Mit den Ministranten bin ich nach wie vor viel unterwegs, jede Woche sehen wir uns mehrmals, weil immer irgendetwas ansteht. Letzte Woche waren viele Erstkommunionen, so durfte ich morgens bei einer ministrieren und die Kinder im Anschluss dazu einladen, Ministrant zu werden, und am Nachmittag in einem anderen Gottesdienst im Chor mitsingen. Dieses Wochenende verbrachte ich fast ausschließlich in der Kirche, da am nächsten Tag eine Hochzeit stattfand und am Tag darauf ein großes Gemeindefest zum Jahresende. Es war sehr anstrengend, aber unglaublich bereichernd und voller Spaß. Außerdem haben wir für Juan noch eine kleine Nachfeier organisiert, was ihn sehr gefreut hat.

Den Wolken nahe

Am 03./04.12.17 haben wir einen Ausflug auf den Berg Marcahuasi gemacht. Nach einem anstrengenden Fußmarsch von 3000m auf 4000m Höhe (mir hat der Höhenunterschied und die Steile zu schaffen gemacht, hehe) kamen wir dann auf dem wunderschönen Berg an und waren fast alleine. Das war vielleicht ein befreiendes Gefühl! Ich war über den Wolken. Die Nacht war wohl eine der schlimmsten in meinem Leben, denn ich bin fast erfroren, ich habe kein Auge zu gemacht und die Minuten gezählt, bis die Sonne aufging. Das tat vielleicht gut, als ich am Morgen ausgebreitet auf einem Felsen lag und die Sonne meinen Körper wieder mit Energie und Wärme versorgte. Aber das war es wert, eine unglaubliche Sicht und vor allem eine wunderbare Stille umgaben mich in diesen zwei Tagen.

Freundschaften und neue Erfahrungen

In den letzten Wochen haben sich einige Freundschaften nochmal intensiviert und ich bin so erfüllt, dass ich so tolle Menschen kennenlernen darf, Menschen, die ich meine richtigen Freunde nennen kann. So bekam ich aber auch mal wieder einen unschönen Einblick in die Realität Limas. Ein Bekannter eines sehr engen Freundes wurde einfach erstochen. Die Täter wollten ihn ausrauben, er hat wahrscheinlich etwas Widerstand geleistet und dann… Weg war er. Grausam. Ich habe meinen Kumpel dann auf seinen Wunsch zum Velorio (Totenwache) begleitet. Die Menschen hier müssen oft einiges mitmachen.  Deshalb ist es für mich umso wichtiger, hautnah mitzuleben, Freundschaften zu intensivieren und gemeinsame Erlebnisse zu sammeln.

Gesundheitlich ging es mir die letzte Woche nicht ganz so gut, da ich irgendetwas Falsches gegessen habe. Nachdem mir bei der Chorprobe nicht so gut war, dachte ich, dass ich einfach schnell nach Hause gehe und mich hinlege. Naja, das mit dem einfach und schnell war wohl nix, da ich mich leider an der zweiten Straßenecke übergebe musste. Da sitz ich dann an der Straße San Genaros und bin mittendrin…

Ein bisschen in Weihnachtsstimmung bin ich gestern bei der Weihnachtsfeier gekommen, an der sowohl Kinder aus dem Haus der Talente als auch die Kinder von der Hausaufgabenbetreuung teilgenommen haben. Das war sehr schön und ich hatte die Gelegenheit, allen ein schönes Fest zu wünschen.

Weihnachten steht vor der Tür

So ganz realisiere ich noch gar nicht, dass ich mich heute schon auf die Reise in den Norden mache und auch Andrea nicht mehr da sein wird, wenn ich wieder komme. Vorher haben wir, wie schon lange geplant, nochmal zusammen einen Ausflug auf den Hügel San Genaros gemacht (alleine als Frau ist das nämlich nicht empfehlenswert, wie ihr auch in meinem vierten Bericht Durchatmen lesen könnt) und wir wurden um einen wunderschönen Ausblick und Stille bereichert. Das Beste war, dass ich die andere Seite San Genaros sehen konnte, somit auch das „andere“ Meer.

Meine lieben Freunde, wir hören uns also im neuen Jahr wieder, bis dahin wünsche ich euch von Herzen eine gesegnete Weihnachtszeit, ein besinnliches Fest mit der Familie und einen guten Rutsch ins Jahr 2018, den ihr ja dieses Mal sechs Stunden früher feiern dürft. Auch wenn ich dieses Jahr bei weitem nicht so gut in Weihnachtsstimmung bin wie in Deutschland, ist es eine wertvolle Erfahrung, da man aufgefordert ist, sich ganz besonders auf das Wesentliche in dieser Zeit zu konzentrieren und ich bin zuversichtlich, dass sich mein Herz, nach der ganzen Reise und beim besinnlichen Zusammenkommen nächste Woche, dann ganz öffnen kann für das Fest der Liebe.

Besonders in dieser Zeit bin ich in Gedanken ganz nah bei meiner Familie und meinen Freunden, die mich durch diese Zeit tragen durch ihre bedingungslose Liebe und Unterstützung. Danke!

Herzlichst

Eure Marlene Helena

Mit viel Prozent in den Advent

Hallöchen ihr Lieben,
heute ein kleiner Bericht von eurem Dreamteam aus Alenga zu unserem ersten Advent:

Morgens gingen wir wie jeden Sonntag um acht Uhr in die Kirche. Da wir Teil des Chors sind, haben wir deshalb eigentlich immer gute Sitzplätze und es ist ein schönes Gefühl auf diese Weise in die Gemeinde integriert zu sein. Leider hing kein riesiger Adventskranz am Altar, auf dem die erste Kerze brannte, weil der Brauch hier nicht bekannt ist. In den Adventsgottesdiensten darf aufgrund der besinnlichen Vorbereitungszeit auf Christi Geburt nicht getanzt werden, was wir schade und ungewohnt fanden. Wir freuen uns schon darauf, wenn in der Weihnachtsmesse dann alle wieder voller Elan und Freude singen, tanzen und klatschen.

Erste Erfahrungen als Schnapsbrennerin

Danach besuchten wir unsere Freundin Anna, wo wir auch Walter und Brown trafen, ebenfalls Freunde von hier. Anna hatte uns eingeladen, mit ihr gemeinsam zu kochen und zu essen und dieses Mal auch Schnaps zu brauen. Wir waren sofort begeistert und freuten uns sehr auf den Besuch.

Als wir ankamen, hatte Anna bereits einige Flaschen Schnaps hergestellt und so gesellten wir uns einfach dazu, schauten zu, stellten Fragen und halfen mit, wo es ging. Der Schnaps wird aus Cassava gebraut. Cassava ist eine Pflanze und gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Das hat hier eigentlich jeder im Garten, sie wird gegessen und gekocht wie Kartoffel und wir finden sie super lecker.

Für den Schnaps wird die Cassava gemahlen, mit Wasser vermengt und dieser Mix wird eine Woche lang stehen gelassen, um zu gären. Dann füllt man es in sogenannte „Gulus“, die man fest verschließt und erhitzt. Wenn es innen so heiß ist, dass der Dampf aus dem Topf kommt, führt man einen Schlauch ein, über den der Dampf in eine Schüssel mit kaltem Wasser geleitet wird, abkühlt und dann in kondensierte Form als Schnaps aus dem Topf in die Flasche läuft (s. Fotos). Chemikalisch ist das sicher nicht perfekt ausgedrückt, dafür hätten wir in der Schule wohl besser aufpassen müssen.
Jedenfalls ist das Ganze ziemlich viel Arbeit, aber der Schnaps schmeckt gar nicht schlecht und lässt sich laut Anna sehr gut im Dorf verkaufen. Wir haben ihn warm probiert und fanden ihn auch ganz schön stark, aber trotzdem besser als erwartet.
Nebenbei haben wir noch gemeinsam gekocht und dann – wie immer bei Anna – super lecker und viel zu viel gegessen. Zufrieden und glücklich gingen wir am späten Nachmittag wieder Heim.

Ein schöner und lustiger erster Advent bei 35 Grad im Schatten. Hier kommt durch die Päckchen unserer Eltern mit Plätzchen, Dekoration und Adventskalender im Haus sogar ein bisschen Weihnachtsstimmung auf, sobald man das Haus aber verlässt, sieht man keine Deko oder Vorbereitungen, wie wir sie gewöhnt sind, sodass man schnell vergisst, dass Dezember ist.

Sonnige Grüße aus Alenga in die kalte Heimat,

Francesca und Greta

„Zu Weihnachten anderen eine Freude bereiten“

Weihnachten, was heißt das eigentlich? Hektische Geschenkejagd am 23. Dezember, dichtes Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt und endlose Wunschzettel verwöhnter Kinder? Wohl nicht nur, natürlich auch Familienzeit, gemütliches Plätzchenbacken im Leuchten des Adventskranzes und strahlende Kinderaugen voller Vorfreude auf die Bescherung!
Für uns steht fest: Weihnachten ist ein Fest der Liebe und der Freude.

Wir wollen die Chance, dass wir dieses Weihnachtsfest in einer anderen Kultur verbringen dürfen, nutzen, um Euch einzuladen, nicht nur den Liebsten zu Hause eine Freude zu bereiten, sondern den Blick auch auf andere Umstände in der Welt zu richten.

Patenschaftsprojekte

Pate werden für eine der Schülerinnen

Durch Gretas Arbeit als Freiwillige in der Näherinnenschule Alengas, in der sie Englisch- und Computerunterricht gibt und ich mit ihr Sport und Musik unterrichte, liegt uns insbesondere die Unterstützung unserer Schülerinnen am Herzen. Die Berufsschule ist hier eine große Chance, aus armen Familienverhältnissen zu entkommen und als Frau selbstständig Geld verdienen zu können.

Problematisch ist, dass in Uganda Schulgebühren gefordert werden müssen, weil der Staat nicht genug in den Bildungssektor investiert. Hier ist es keine Ausnahme, dass die Mädchen nur einen geringen Teil der Gebühren bezahlen können und deshalb zu spät nach den Ferien ins Internat zurückkehren, während der Schulzeit nach Hause geschickt werden müssen und sie mit fünfzehn bis achtzehn Jahren täglich große Sorgen belasten.

Hier vor Ort ist es den Schwestern und Father Stan, unserem Mentor, ein Anliegen, dass selbst sehr armen Mädchen mit familiär belastetem Hintergrund die Möglichkeit geboten werden kann zur Schule zu gehen. Damit dieses Konzept weiterhin gelingt, möchten wir ein Patenschaftsprojekt in die Wege leiten. Dieses Projekt unterstützt einige der Mädchen des Abschlussjahrganges 2018 finanziell und mental, mit denen wir momentan den Großteil unserer Zeit verbringen. Es kann ein Kontakt über Skype, Briefe etc. zwischen den Paten und ihren Patenkindern hergestellt werden, was für beide Seiten eine tolle Möglichkeit ist, aus der Unterstützung mehr als nur eine Spende zu machen.

Für den Jahrgang, der in diesem Jahr die zweijährige Ausbildung beendet hat, mussten wir feststellen, dass von den 26 Mädchen, die 2016 angefangen haben, nur zwölf die Abschlussprüfungen absolvierten. Die restlichen Mädchen haben die Schule aufgrund finanzieller oder familiärer Schwierigkeiten, einer Schwangerschaft oder einer Heirat auf Wunsch der Eltern abgebrochen. Diese Zustände sind aus deutscher Sicht schwer nachzuvollziehen und machen oft traurig, wenn man miterlebt, wie die Situation für junge Mädchen in vielen Gebieten Ugandas ist.

Unser Anliegen ist nun, dass alle neunzehn Mädchen, die in zwei Wochen für die Ferien nach Hause fahren werden, im Februar wieder kommen können und so im November des kommenden Jahres die Schulausbildung erfolgreich beenden können.

Wenn jemand zu dieser Art der Patenschaft Fragen hat oder das Interesse schon geweckt wurde, meldet euch doch einfach privat bei mir (Francesca.Cyris@yahoo.com), dann kann ich genauere Informationen zu einzelnen Mädchen und ihrer Situation geben.
Die Kosten für eine einjährige Patenschaft würden sich auf ca. 280 Euro für alle Kosten (medizinische Gebühr, Schulgebühr, Nahrung, Material fürs Nähen und die Examensgebühr) belaufen. Es gäbe auch die Möglichkeit, als Pate nur einen Teil dieser Gebühr zu übernehmen oder die Mädchen noch über den Abschluss an der Schule hier zu fördern, so dass ihnen beispielsweise eine Karriere als Berufsschullehrerin offen stehen würde. Das alles ist individuell nach eurem Belieben regelbar.

Pate werden für Timothy oder Oscar

Seit einigen Wochen kennen wir auch Timothy und Oscar, zwei sechsjährige Jungs. Beide hatten aufgrund zu geringer finanzieller Möglichkeiten bislang nicht die Chance die Vorschule zu besuchen, die hier sehr wichtig ist, um lesen und schreiben zu lernen und erste Englischkenntnisse zu erwerben.

Oscar ist ein Waisenkind und lebt bei seiner Großmutter. Timothy ist Halbwaise und Sohn der Schulköchin und spielt jeden Tag auf dem Schulgelände herum. Oft merke ich, dass ihm sehr langweilig ist und der tägliche Kontakt zu Gleichaltrigen ihm gut tun würde.

Für beide Jungen würde es mich unfassbar freuen, wenn sie die Chance auf einen Paten hätten! Ohne finanzielle Unterstützung wird Oscar gar nicht zur Schule gehen können und Timothy könnte nur die staatliche Grundschule in Alenga ermöglicht werden, in der leider nicht genügend Wert auf die Unterstützung des Einzelnen und den Erwerb von Englisch gelegt wird. So eine Patenschaft muss allerdings gut überlegt sein und es ist wichtig, dass man sich auch aus der Ferne der Verantwortung bewusst ist, die man damit übernimmt. Zum Erlernen der Grundlagen, wie Lesen, Schreiben und etwas Englisch müssen die beiden, trotz ihres Alters, noch drei Jahre in die Nursery School (Kindergarten/Vorschule) gehen. Danch würden die Jungen in die siebenjährige, private „Primary School“ kommen. Im Anschluss wäre es natürlich toll, wenn ihnen auch die „Secondary School“ ermöglicht werden kann, die man entweder nach vier Jahren (vergleichbar mit der Realschule) oder nach sechs Jahren (A-Levels = britisches Abitur) mit einem entsprechenden Abschluss beendet.
Eine Patenschaft für Timothy oder Oscar würde also zu einer gesamten Unterstützung ihrer Schullaufbahn werden. So eine intensive Patenschaft ist dementsprechend auch eine tolle Möglichkeit für engen Kontakt zum Schützling und man könnte sogar über einen Besuch in Uganda nachdenken.

Für genauere Informationen zu der Situation der beiden Jungen und der Organisation einer solchen Patenschaft meldet euch doch bitte privat bei mir.

Ein neuer Schlafsaal

Außerdem planen wir zusammen mit Father Stan den Neubau des Schlafsaals der Mädchen. Momentan schlafen am Anfang des Schuljahres ca. 60 Mädchen auf engstem Raum in einem baufälligen Gebäude, das nicht richtig isoliert und deshalb immer unerträglich heiß ist. So haben Krankheiten schnell die Chance sich zu verbreiten und es gibt keinerlei Rückzugsmöglichkeiten für die Mädchen. Sie schlafen zum Teil in Dreifachstockbetten und ihre Koffer stehen direkt daneben auf dem Boden.

Zunächst werden wir uns auf einen ganz neuen Schlafsaal konzentrieren und wenn die finanziellen Mittel ausreichen, möchten wir auch das alte Gebäude renovieren. So wird den Schülerinnen ein angenehmer Schlafplatz, an dem sie sich wohlfühlen können, ermöglicht. Für den neuen Saal werden wir insbesondere auf eine angemessene Isolation achten und versuchen außerdem, einige Wünsche der Schülerinnen in die Planung mit aufzunehmen.

Wenn ihr Lust habt, den Bau des Schlafsaals finanziell zu unterstützen, spendet gerne an folgende Adresse:

Comboni-Missionare KöR, 73479 Ellwangen
KSK Ostalp
IBAN: DE66 6145 0050 0110 6170 15
BIC: OASPDE6AXXX
Verwendungszweck: MaZ Francesca Cyris (631) Alenga, Uganda

Ich freue mich auf die Verwirklichung unserer Pläne durch Eure Hilfe und bin überzeugt, dass gerade Projekte wie die Patenschaft eine Möglichkeit zum besseren Verständnis zwischen den beiden Ländern führen, die sich gerade in Bezug auf den Bildungsstandard und die Chancen für Mädchen gravierend unterscheiden.

Ich danke allen LeserInnen für das große Interesse und die Unterstützung!

Genießt die Advents- und Weihnachtszeit und trinkt einen oder zwei Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt für mich mit!

Eure Francesca

Vom „Kicking Day“ zum „Boxing Day“

Die Allermeisten haben uns zu Weihnachten geschrieben: „Weihnachten mal ganz anders“ oder „es wird bestimmt ein ganz besonderes Weihnachten für dich“. Und sie haben Recht gehabt.

Also, ich fange mal ganz vorne an. Weiterlesen

Weihnachtsfeiern über Feier über Weihnachtsfeiern

In den letzten zwei Monaten ist so einiges bei uns passiert: Wir bekamen einen Gast aus Australien, nahmen an sechs Weihnachtsfeiern teil, gaben eine Tanz-Aufführung, hatten ein Teambuilding Wochenende und haben Schauspielunterricht bekommen.

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Feuerwerk an Weihnachten, Strand an Silvester

Fröhliche Weihnachten und ein gutes, neues Jahr! (Ich denke, ein ‚nachträglich‘ wäre hier recht passend.)

Nun doch etwas verspätet – sorry dafür – gibt es jetzt einen kleinen Text über die Feiertage und wie Miri und ich sie hier, in Lima verbracht haben.

Beginnen wir mit Weihnachten:

An sich läuft der Heiligabend in Peru – unseres Wissens nach – so ab:

Den Tag über gibt es keine größeren Mahlzeiten, irgendwann – je nach Haushalt – geht man in eine Weihnachtsmesse und nach Mitternacht – also in gewisser Weise schon am 1. Weihnachtsfeiertag – wird gegessen und es werden Geschenke verteilt. Ebenfalls um, bzw. kurz nach, Mitternacht gibt es überall – eher weniger legale – Feuerwerke und es wird mit der Familie, Freunden und auf der Straße auch mit Nachbarn gefeiert.

Nun zu unserem Heiligabend:

Aufgrund der sommerlichen Hitze – denn, nur um das noch einmal in Erinnerung zu rufen, hier ist im Moment Sommer und die Kinder haben Sommerferien – hat sich weder Miris, noch meine Weihnachtsstimmung an Heiligabend wirklich eingestellt.

Wir hatten zwar einige Komponenten für ein schönes Weihnachtsfest zur Verfügung: freier Tag, Bäumchen (eher Heckchen, aber dazu später mehr), Geschenke, Familie per Skype, Plätzchen, – zumindest für Miriam – Standardweihnachtsessen, Weihnachtsmusik per Internet, …

Aber die Stimmung kam einfach nicht recht auf.

Wir haben den Großteil des Tages eher trübsinnig und still verbracht, weil man an Weihnachten nun einmal gerne mit der Familie zusammen wäre, aber das war leider nicht direkt möglich. Wir konnten zwar mit unseren Eltern skypen, aber irgendwie war es eben nicht das Wahre.

Aber dann, dann kam die Bescherung.

Unter unserer Weihnachtshecke – um dazu eine kurze Vorgeschichte zu geben: In Lima gibt es um diese Jahreszeit keine Tannen und da Hecken mehr oder weniger wie Tannen aussehen, kann man sich eine kleine Hecke kaufen, wenn man keinen Plastikbaum will – hat das Christkind zum Klang von einer Spotify-Playlist die Geschenke deponiert. Es war bereits abends – den Baum haben wir Nachmittags geschmückt – dementsprechend dunkel und die – leider – bunten Lichter unserer kleinen Lichterkette haben unsere goldenen Weihnachtsbirnen feierlich erleuchtet. Neben Weihnachtsbirnen hingen auch noch rot-glitzernde Weihnachtsäpfel, ein Bärchen, ein Kugelpaar, das den Weihnachtsmann darstellen sollte und ein pinker, glitzriger Schmetterling als Stern am Baum – nur um das klar zustellen, da wir sowieso kein richtiges Zuhauseweihnachten haben konnten, haben wir uns die grässlich-schönsten Dinge im Einkaufszentrum besorgt, die wir finden konnten.

Weihnachtsstimmung in Heckenform

Unter unserer in vollkommener Schönheit erstrahlenden Weihnachtshecke lagen nun dank des Christkinds wahrhaft einzigartige Geschenke, die von farbenprächtigen Fabelwesen bis hin zu zweckentfremdeten Glücksspielen schwankten. Da das Christkind uns beiden Essen geschenkt hatte, brachen wir das peruanische Heiligabendfastentum frühzeitig und ergötzten uns am Boden unseres Eingangszimmers an multikulturellen Speisen, die mit teuren Getränken heruntergespült wurden. So und nicht anders haben wir es geschafft, trotz Hitze und Sommerkleidern, trotz fehlender Familie und bunten Lichterketten, ein Weihnachtsgefühl zu haben, das sich als solches beschreiben ließ.

Wir müssen voller Schande und Scham zugeben, dass wir diesen Funken Weihnachten, den wir gespürt haben, nicht aufgeben wollten und deshalb die erste Messe verpasst haben und stattdessen mit einem Freund aus Deutschland geskypt und gefeiert haben. Zu der zweiten Weihnachtsmesse, zu der uns Juan eingeladen hatte, sind wir etwas zu spät gekommen, da entgegen unserer Gewohnheit keine Busse in die Richtung der Kirche gefahren sind und der Weg zu Fuß deutlich länger dauert. Wir haben uns beeilt, haben es aber nicht mehr perfekt geschafft.

Gegen Ende der Messe hat Miriam – ganz im Gegensatz zu meiner Prophezeiung, dass ich in Tränen ausbrechen würde – begonnen zu weinen. Die Messe war schön, aber Heimweh ist nun einmal eine starke Emotion.

Nach nicht allzu langer Zeit haben sich die Tränen gelegt – auch wenn ich wegen eines Kommentars über den heimischen Schweinebraten, den ich dieses Jahr nicht an Weihnachten zu mir nehmen würde, ebenfalls den Tränen nahe war, denn ja, manchmal weint man wegen Essen – und wir sind zusammen mit Pater Juan zurück nach Hause gefahren. Wir haben Miris Lasagne – das Heiligabendessen ihrer Familie – mit zu den Patern genommen und uns um Mitternacht das Feuerwerk vom Dach aus angeschaut. Die Sicht, die wir hatten, war nicht zu toppen, da wir wegen unserer Lage im Viertel bereits erhöht wohnen und das Haus der Paters ebenfalls recht weit nach oben geht. Wir hatten einen wundervollen Panoramablick über Chorrillos und konnten sogar bis nach Miraflores sehen.

Der ganze Himmel hat geleuchtet.

Nachdem wir uns sattgesehen hatten, haben wir zusammen mit den Patern gegessen und haben ihnen ihre Geschenke – vor allem Plätzchen und ein Schreikissen für Juan – übergeben.

Irgendwann sind wir müde ins Bett gefallen.

Die Weihnachtsfeiertage haben wir vorwiegend essend und in der Kirche verbracht.

Jetzt zu Silvester:

Silvester wollten wir in der Innenstadt, in Barranco und Miraflores verbringen.

Wir haben uns zwei Betten in einem Hostel in der Nähe des Strands in Barranco genommen und sind daraufhin zum Kennedypark gefahren. Wir haben nette Leute – teils Peruaner, teils Europäer – kennengelernt und sind in Larcomar ins neue Jahr gerutscht. Larcomar liegt direkt oben an der Hochküste und dementsprechend konnten wir auch hier die Silvesterfeuerwerke in verschiedenen Vierteln beobachten. Einige Leute in Chorrillos haben gleichzeitig fünf Minuten vor Neujahr angefangen die Raketen in die Luft zu schießen. Fünf Minuten später ist dann der Rest gefolgt.

Da wir den ganzen Abend bereits mit einer Flasche Wein durch die Gegend gelaufen sind, haben wir uns nach einem mehr oder weniger kurzen Kampf mit dem Korken an den heimischen Strand gesetzt und dort unseren Wein getrunken. Nachdem die ganze Welt ins neue Jahr gerutscht ist, sind wir schlafen gegangen.

Ciao, mein lieber Leser und liebe Grüße aus dem Sommer,

Lisa

 

Weihnachten, Neujahr und andere Erlebnisse

Also erstmal zu den zwei wichtigsten Festen am Ende des Jahres. Weihnachten und Neujahr habe ich mit Alyssa, Becky und vier weiteren Freunden auf Sansibar verbracht. Wo ich eine weitere, ehemalige Freundin von der Sprachschule getroffen habe. Sie arbeitet auf Sansibar und hat uns viel gezeigt und organisiert.

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Vom „Kicking Day“ zum „Boxing Day“ ins Neue Jahr

We wish you a Merry Christmas and a Happy New Year!

Die Allermeisten haben uns zu Weihnachten geschrieben: „Weihnachten mal ganz anders“ oder „es wird bestimmt ein ganz besonderes Weihnachten für dich“. Und sie haben Recht gehabt.
Also, ich fange mal ganz vorne an. Weiterlesen

Viele Weihnachtsgrüße ohne Schnee bei 32 Grad und ein gutes neues Jahr 2017!

Weihnachten anders erleben

Hier auf den Philippinen ist Weihnachten eigentlich sehr ähnlich wie in Deutschland. Überall ist Weihnachtsdeko und es wird auch viel Weihnachtsmusik gespielt.

Wir hatten einige Weihnachtsfeiern in der Arbeit. Einmal mit unseren Kinder, einmal nur mit den Lehrern aus Parola und Payatas und einmal mit Father Artur im Convent.

Eine kurze Berichterstattung von unserer Christmas party mit den Kindern in Payatas 🙂

Eskwelahan ng Buhay Christmas Party Payatas 2016

(December, 14.12.2016)

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Krismasi Njema- Frohe Weihnachten

Im letzten Monat ist bei mir relativ wenig passiert, deshalb melde ich mich erst jetzt wieder.

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Weihnachtsgrüße aus Uganda

Ethukuku ngolo ajokan! Merry Christmas!
Frohe Weihnachten!

Hallo ihr Lieben,
jetzt nehme ich mir mal wieder Zeit, um euch zu schreiben.
Ich wünsche euch allen noch fröhliche Weihnachten Weiterlesen

Feliz navidad!

Hey,

ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. Ich hoffe Ihr hattet einen schönen Advent und genießt jetzt die Feiertage.

Hier ist auch schon alles bereit für Weihnachten. Auch wenn das Wetter eher wie im Sommer ist. Jeder hat in seinem Haus ein riesiges „Nacimiento“ gebaut. Das bedeutet aber nicht nur eine Krippe, sondern eine ganze Landschaft mit Krippe, unzähligen Tieren und manchmal sogar mehreren Marias und Josefs. Das kann schon mal den Großteil eines Raumes einnehmen. Aber sie sind wirklich schön.

Wir haben gemeinsam mit den alten Menschen der Pfarrei die Weihnachtsgeschichte nachgespielt. Wir hatten sogar einen echten Hahn und ein Schaf 🙂

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