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Juhuuu, der neue Schlafsaal ist fertig!!!

Na, wenn das mal keine Punktlandung war: Am Sonntag, den 22. Juli, haben wir unsere „Princess Dom “ (den Namen haben sich die Mädchen selbst ausgedacht) eingeweiht.

Im Februar hatten wir mit dem Bau begonnen und seither ging es täglich einen Schritt voran auf der Baustelle. Dank Eurer zahlreichen Spenden konnten wir unsere Idee einen neuen Schlafsaal in Alenga zu bauen super realisieren! Ich habe mich wirklich gefreut, wie viele Menschen aus der Heimat mich unterstützt haben und einen Teil dazu beitragen wollten, damit die Schlafsituation der Mädchen verbessert werden konnte.

Und ich kann euch allen versichern, mit dem neuen Schlafsaal haben wir einen riesigen Fortschritt gemeistert und nicht nur die Direktorin und die Lehrer sondern insbesondere die knapp 60 Mädchen haben sich täglich an der Baustelle gefreut.

Noch einmal zur Erinnerung: Im vorherigen Gebäude mussten die 60 Mädchen auf sehr engem Raum in alten Betten schlafen. Dem Gebäude fehlt jede Isolierung, sodass es sich in der Trockenzeit auf ca. 50 Grad aufheizte. Als ich den Schlafsaal betreten habe, lief mir nach nur zwei Minuten der Schweiß über den Rücken und die Luft war so schlecht, dass ich heilfroh war, als ich wieder nach draußen konnte. Außerdem hat das alte Gebäude viele offene Stellen durch die zuweilen Schlangen, aber vorzugsweise Ratten und andere Tiere ihren Weg ins Innere wagten. Also im Fazit: Ein furchtbarer Zustand und ich bin mehr als froh, dass die Situation nun – dank eurer Hilfe – verändert werden konnte.

Das neue Gebäude kann ca. 60 Mädchen beherbergen, es gibt 20 Dreierstockbetten, die das ermöglichen. Der Saal ist räumlich in zwei Teile geschnitten, damit es ein bisschen mehr Struktur und Ordnung gibt. Hinter den Betten sind an der Wand befestigte Ablageflächen, die dazu dienen, dass die Mädchen ihre Koffer und Taschen abstellen können. Unter der Ablagefläche ist dann Platz für die Kanister zum Wasser holen und die Eimer zum Duschen. Im Zuge des Baus wurden auch die Duschen erneuert, statt 2 Duschkabinen für 60 Mädchen gibt es nun 6 und das „Abflusssystem“ konnte verbessert werden.

Die „Princess Dom“ ist gut isoliert worden und beim Betreten des Gebäudes wurde sofort spürbar, dass die Luft und die Temperatur sehr viel angenehmer sind.

Außerdem konnten wir von den Spendengeldern 40 Moskitonetze kaufen, sodass jedes Bett über zwei Moskitonetze verfügen wird. Diese werden dann so aufgehangen, dass alle drei Mädchen vor den Mücken geschützt sind. Das war uns ein besonderes Anliegen, denn die Schülerinnen haben zuvor nicht alle ein Moskitonetz von zu Hause mitgebracht und so sind Viele an Malaria erkrankt, da die Gefahr ohne ein Netz nochmal deutlich steigt.

Ich denke, dass die nachfolgenden Fotos euch am besten zeigen wie toll der Schlafsaal geworden ist und wie dankbar euch alle in Alenga sind!

Ich spreche meinen Dank hier zum Schluss jetzt einfach nochmal auf Lango aus und sage: „Apwoyo matek!“ (Herzlichen Dank!).

Ganz liebe Grüße

Eure Francesca

Allerlei Neues aus Alenga

Hallo meine Lieben,

es ist einiges passiert seit wir im Februar mit dem ersten Schulsemester 2018 begonnen haben. Am 27. April sind die Mädchen nach Hause gefahren bzw. gegangen und wir haben uns für die kommenden drei Wochen voneinander verabschiedet. Die meisten haben sich sehr auf die Ferien und auf zu Hause gefreut, einige wenige jedoch haben keine Möglichkeit nach Hause zu fahren oder haben sich vor zu Hause aufgrund schwieriger Familiensituationen gefürchtet, sodass in den Ferien zwei Schülerinnen im Konvent der Schwestern bleiben und für sie Gartenarbeiten etc. verrichten. Im Gegenzug dürfen sie umsonst hier schlafen und essen und haben ein gut behütetes Umfeld.

Schlafsaal

Als Erstes möchte ich euch ein Update in Bezug auf den Bau des Schlafsaals geben, denn seit ihr das letzte Mal Fotos gesehen habt, ist es gut voran gekommen und das Dach ist drauf. Leider ging es in den letzten zwei Wochen langsamer voran, denn der Preis für den Zement ist in die Höhe geschossen und pro Sack waren es fast 4 Euro mehr als zu Beginn berechnet.
Das war wohl die Folge einiger Anschaffungen in den Zementfabriken. Laut Aussagen der Bauarbeiter gibt es neue Maschinen zum Zement mischen und insgesamt wird sich dadurch eine Senkung des Preises versprochen. Wie auch immer, in der zweiten Maiwoche werden die Bauarbeiten hoffentlich weiterlaufen und wir wieder neue Fortschritte erkennen können.
Nach wie vor sammeln wir weitere Spenden für die Innenausstattung des Schlafsaals, denn wir möchten den Schülerinnen gerne Stockbetten und Moskitonetze sowie Kleiderhaken und ähnliches zur Verfügung stellen. Also wenn ihr wen kennt, der noch wen kennt, der sich gerne hier in Alenga für junge Mädchen engagieren möchte, meldet euch doch gerne! Euch allen, meinen fleißigen Leserinnen und Lesern, möchte ich jetzt auch für euer Interesse, euer Engagement und eure Unterstützung danken! Ich habe nicht erwartet, dass ich von so vielen Menschen aus der Heimat Rückmeldung und Hilfe bekomme. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ihr an mich denkt.
Die Fotos sprechen für sich selbst, der Baufortschritt ist fantastisch.

Über HIV und AIDS zum weiblichen Zyklus

Außerdem habe ich euch im letzten Blogeintrag von unseren Extrastunden mit den Schülerinnen erzählt, in denen wir zunächst Geographie und ein bisschen Geschichte behandelt haben. Nun sind wir dazu übergegangen, über HIV und AIDS zu sprechen. Im Vorfeld waren wir uns unsicher, inwiefern wir über Kondome als Schutz vor Geschlechtskrankheiten sprechen dürfen, da die Schule in katholischer Trägerschaft ist und es im örtlichen Health Centre, das ebenfalls in katholischer Trägerschaft ist, auch keine Kondome gibt. Die dafür von USAID angebrachten Kästen sind stets leer. Generell erfahre ich hier im Austausch mit den Schwestern und einigen der Priester einen konservativen Katholizismus. Doch man kann so etwas nicht generalisieren und unser Mentor Fr. Stan, der Gemeindepriester Alengas, war begeistert von unserer Idee mit den Mädchen über HIV und AIDS zu sprechen und gab uns den Segen dafür, Kondome als Schutz zu besprechen. Am Ende des Gesprächs lachte er und sagte: „Glaubt nicht, dass nur ihr den Mädchen etwas beibringen werdet. Sie werden euch mit den lokalen Sichtweisen sicherlich auch belehren.“

Stan sollte Recht behalten. Nachdem wir mit der wohl einfachsten Frage, wofür die beiden Abkürzungen HIV und AIDS denn eigentlich stehen – na, weiß das jeder von euch? – begonnen hatten, erklärten wir die möglichen Übertragungswege und die dafür jeweils verantwortlichen hochinfektiösen Körperflüssigkeiten. Während die große Mehrheit genau wusste, wofür die Abkürzungen stehen, brach bei den Erklärungen zum ersten Mal großes Gelächter aus. Wir machten weiter mit dem Vorkommen von HIV in Uganda, hier sind ca. 1,5 Millionen Menschen infiziert, wobei mit einer großen Dunkelziffer zu rechnen ist. Davon sind 150.000 unter 14 Jahre alt. Der Präsident Ugandas, Yoweri Museveni, hat sich vor einiger Zeit erfolgreich dafür eingesetzt, die Infektionsrate von HIV zu verringern. Mittlerweile jedoch ist die Rate wieder angestiegen und trotz kostenloser Tests, Behandlung und Medikamente kennen viele ihren HIV-Status nicht (ähnlich wie in Deutschland, wo die HIV-Rate übrigens auch steigt statt sinkt…).

Weiter haben wir dann versucht Ratschläge zu geben, wie man sich am besten vor HIV schützen kann und bestmögliche Verhaltensweisen, wenn man positiv getestet wurde. Ausschlaggebend war für uns, den Mädchen zu vermitteln, dass sie ihren Freund zunächst nach seinem HIV-Status befragen und auch den Eigenen testen, ohne sich zu schämen oder Angst zu haben. Außerdem versuchten wir klar zu machen wie wichtig Kondome in Bezug auf jegliche Geschlechtskrankheiten sind und, dass sie den Männern nicht glauben sollten, wenn diese behaupten HIV-negativ zu sein, die Übertragung von HI-Viren durch ihr jeweiliges Verhalten zu vermeiden oder Kondome generell ablehnen.

Im Anschluss ließen wir Zeit für Fragen, denn schon während unserer Erläuterungen merkten wir, dass die Mädchen z.T. deutlich andere Vorstellungen und vor allem allerlei Fragen an uns hatten. Das war der Moment, der mich schockierte und mir vor Augen führte, welch ein Glück ich habe, dass ich so gut aufgeklärt wurde, mit meinen Eltern und Lehrern offen über diese Themen sprechen konnte und das Internet als Antwort auf Fragen jeder Art nutzen kann. Die Mädchen erzählten mir, dass sie es erkennen würden, wenn jemand an AIDS erkrankt sei, denn die Farbe der Lippen würde sich verändern und dieses Erkennen genüge als Schutz. Weiter ging es damit, dass der Bruder eines Mädchens ihr erzählt habe, dass man bis zum 18. Lebensjahr das erste Mal gehabt haben müsse, ansonsten würde die Vagina der Frau zu klein werden und man könne niemals mit einem Mann schlafen. Ich wurde außerdem gefragt, ob es stimmen würde, dass Männer sterben würden, wenn man ihnen nicht, wann immer sie es wünschen, sexuelle Befriedigung gibt. Ich versuchte nach bestem Wissen souverän auf diese Fragen zu antworten. Davon abgesehen wurde ich auch viel über den weiblichen Zyklus gefragt, warum nur Frauen ihre Blutungen bekommen, warum das Ganze manchmal mit Schmerzen verbunden ist und so weiter. Demnach kamen wir auf die Idee, in der nächsten Stunde über das weibliche Geschlechtsorgan, den Zyklus und unterschiedliche Verhütungsmethoden bzw. über Familienplanung zu sprechen. Anhand des Plakates könnt ihr sehen, dass wir den Verlauf des Zyklus erklärt haben, einmal im „Normalfall“ (unbefruchtet) und einmal mit befruchteter Eizelle. Außerdem zeigten wir anhand einiger Bilder die prenatale Entwicklung von der Zelle zum Baby. Gerade beim Ultraschallbild staunten sie sehr und erkannten den Fötus nicht. Im Anschluss führten wir die Benutzung eines Kondoms an einer Karotte vor, was zur allgemeinen Erheiterung führte, aber auch sichtbar das Interesse weckte. Abgesehen vom Kondom stellten wir auch weitere Verhütungsmethoden wie z.B. die Anti-Baby-Pille, die Drei-Monats-Spritze und die Spirale vor, die alle vor Ort in den staatlichen Krankenstationen erhältlich und größtenteils umsonst sind. Der Staat stellt diese Dinge unter dem Oberbegriff „Family Planning“ frei zur Verfügung, um die Fertilitätsrate von 5,6 (bei uns in der ruralen Gegend liegt sie eher bei 7) zu senken, da die Bevölkerung zu schnell wächst. Vergleicht man den Altersdurchschnitt zwischen Uganda und Deutschland, stellt man schnell fest, dass die Ugander eine besonders junge Bevölkerung sind. Eine Studie im Jahr 2005 hat Uganda als jüngstes Land hervorgehoben. In Deutschland liegt der Altersdurchschnitt bei 42,1 Jahren, während er in Uganda bei 14,8 Jahren liegt. Die Hälfte aller Ugander ist 16 Jahre oder jünger, während die Hälfte der Deutschen jünger als 47 Jahre ist.
Im Anschluss stellten die Mädchen uns wieder interessante Fragen, beispielsweise ob man als Frau sterben würde, wenn das Kondom in der Vagina stecken bleiben würde oder wie oft man ein Kondom benutzen könne. Als wir diese Frage in die Klasse zurück gaben, erhielten wir als Antwort „10 Mal!!“, was wir natürlich schnell richtig stellten.
Nach den Ferien werden wir mit diesen Themen weitermachen, wer noch Ideen und Anregungen hat, darf sich jederzeit gerne melden!

Golden Jubilee – 50 Jahre Diözese Lira

Das Jahr 2018 ist das goldene Jubiläum unserer Diözese Lira, hier in Nordwest Uganda. Dafür reist der Bischof von Gemeinde zu Gemeinde um diesen Anlass ausgiebig zu feiern. Wir merkten hier schon Wochen zuvor die Aufregung über das anstehende Ereignis. So begannen wir vier Wochen vor dem 15. April schon mit den Chorproben. Dabei waren viele Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Gemeinde und wir hatten sogar einen richtigen Chorleiter. Dieser war sehr ambitioniert und bemüht, dass der Chor einen exzellenten Auftritt abliefern wird, was ihm nicht nur Sympathiepunkte unter uns Mitgliedern einbrachte. Aber das viele Üben (bis zu sieben Stunden am Tag), die zahlreichen Vorbereitungen und Meetings haben sich gelohnt. Der Bischof wurde herzlich in Empfang genommen, das Gelände war wunderbar geschmückt, alle hatten sich fein rausgeputzt und sogar wichtige Politiker waren in unser kleines Dorf gekommen, um an der Spendensammlung teilzunehmen. Während der Messe wurde der Bischof mit Geschenken überhäuft, er bekam sechs Wassermelonen, hunderte Avocados und Bananen sowie Ziegen, Hühner und allerlei anderes. Die Christen Alengas haben mit Jubel, Tanz und Großzügigkeit ihre Dankbarkeit gegenüber dem italienischen Bischof Franzelli ausgedrückt. Dabei kam sogar der hochrespektierte König der Langi und hielt eine längere Rede über die Wahrung der Kultur. Um das Programm bunt zu gestalten, haben Artisten, die Frauengilde, unsere Schülerinnen und die Jugend der Charismatischen Christen jeweils etwas aufgeführt, gesungen und getanzt. Im Anschluss gab es, wie bei jedem Fest hier, ein riesiges Festmahl, das leider nicht für die zahlreichen Besucher gereicht hat, so dass am Ende einige Kinder leer ausgingen. Dann halfen wir ganz schnell wieder beim Abbau der Festzelte und einige Stunden nach Ende des Festes, sah es auch schon wieder aus wie immer.

Fingerabdrücke in Alenga hinterlassen

Vergangene Woche haben wir unsere kreative Ader ausgelassen. Dabei gestalteten wir ein Freiwilligenbord, auf dem wir uns mit unseren Fingerabdrücke verewigt haben. Die Bedeutung ist sehr symbolisch zu betrachten: Die Pusteblumen stehen für uns Freiwillige (Francesca und ich sind bereits Nummer 5 und 6 der Freiwilligen in Alenga), die hier jeweils eine neue Heimat gefunden haben, sich selbst verwirklichen können und ihre Samenschirme in die Welt tragen möchten, welche wiederum Blüten tragen werden. Die Samen sind unsere Fingerabdrücke, da jeder seine individuellen Spuren hinterlässt. Nun fehlen nur noch unsere Fotos, dann ist das Freiwilligenbrett komplett.

Ihr Lieben, das war es auch schon wieder von mir. Morgen brechen wir in den Norden Ugandas auf. Dabei werden wir nach Gulu und Moyo reisen, einige Schwestern besuchen und gemeinsam mit zwei Comboni Brüdern das größte Flüchtlingscamp der Welt in Moyo besuchen. Wir freuen uns auf diese Erfahrungen sehr und werden anschließend berichten.

Ganz liebe Grüße

Eure Greta

Erste Fortschritte sind sichtbar

Liebe Leserinnen und Leser,

zu Beginn dieses Artikels möchte ich mich erst einmal bei den zahlreichen Spendern bedanken, die das Projekt in Alenga bereits unterstützt haben!

Ich habe mich über die vielen Reaktionen auf meinen Zeitungsartikel und die Rundmail gefreut und am Ende ist tatsächlich so viel zusammengekommen, dass wir nun nicht nur die beiden kleinen Jungen, Timothy und Oscar, zu einer privaten Schule schicken konnten, sondern auch Paten für neun der Schülerinnen, die ich unterrichte, gefunden haben. Diese Patenschaften sind etwas ganz Besonderes und nehmen den Mädchen einige Sorgen, so dass sie sich in der Schule hoffentlich freier fühlen und ganz auf das Lernen konzentrieren können.

Eine Baustelle auf dem Schulgelände

Außerdem haben wir ausreichend Spenden bekommen, um mit dem Bau des Schlafsaals starten zu können. Direkt nach unserem Urlaub haben wir gemeinsam mit unserem Mentor, Father Stan, ein Gespräch mit dem Architekten geführt und alles in die Wege geleitet.

Inzwischen lassen sich die Baufortschritte wirklich sehen, so dass ich beschlossen habe, euch ein kleines Zwischenupdate zu geben:

Tatsächlich fehlt uns aber immer noch Geld für den Bau des Schlafsaals. Wir haben uns von vornherein für die etwas teurere Option entschieden, die eine Isolation des Gebäudes beinhaltet. Der jetzige Schlafraum hat keine ausreichenden Lüftungsmöglichkeiten und wenn knapp 60 Mädchen dort schlafen, kann man sich vorstellen, dass es wirklich unangenehm ist. Gerade in der Trockenzeit, die jetzt hinter uns liegt, bleibt es auch nachts so heiß, dass man im Sitzen anfängt zu schwitzen. Nun hat die Regenzeit begonnen, was nicht nur eine angenehme Auswirkung auf die Temperaturen zeigt, sondern auch die Natur ist endlich wieder grün und die Landwirtschaft kann beginnen.

Nun vom Wetterbericht wieder zurück zum Thema: Wir brauchen noch Spendengelder, zum einen, um die Isolation finanzieren zu können und zum anderen für die Innenausstattung des Saals: Stockbetten, Moskitonetze (momentan schlafen ca. die Hälfte der Mädchen ohne Netz) und andere kleine Anschaffungen.
Ich würde mich also sehr freuen, wenn unter meinen Leserinnen und Lesern noch jemand Lust hat zu spenden! Gerne darf das Projekt auch in Freundes-, Familien- oder Nachbarschaftskreise getragen werden.

Comboni-Missionare KöR, 73479 Ellwangen

IBAN: DE66 6145 0050 0110 6170 15

BIC: OASPDE6AXXX

Verwendungszweck: MaZ Margareta Berges (628) Alenga, Uganda

Bei Fragen oder Anregungen meldet euch einfach bei mir unter greta.berges[@]gmx.de.

Ich wurde nun schon häufig gefragt, ob das Geld denn wirklich bei mir ankommt etc.: Die Spende wird von der Missionsprokura in Deutschland vollständig und ohne Abzug nach Uganda überwiesen. Die Prokura der Comboni-Missionare in Uganda behält dann ca. 5% der Spende für sich als Bearbeitungsgebühr und um Arbeitskräfte zu bezahlen. Daraus folgt, dass 95% der Spende hier bei mir ankommen und direkt in den Schlafsaal fließen. Der Bau wird durch eine einheimische Firma aus unserem Nachbardorf Ibuje geleitet und organisiert, alle Arbeitskräfte stammen aus Alenga und Umgebung.

Noch kurz zu mir und zur Schule

Abgesehen vom äußerst professionellen Betrachten der Baustelle, was sich dank meiner Unkenntnis eher darauf beläuft oberkörperfreien Männern ein freundliches „Apwoyo tic“ (Danke für Ihre Arbeit) zuzurufen – keine Sorge, Father Stan kennt sich besser aus und hat ein Auge auf die Baustelle geworfen – geht es mir hier in Alenga nach wie vor richtig gut!
In der Schule stehen diese Woche schon die „Mid Term Exams“ an, was mir mal wieder gezeigt hat, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Klausur stellen und korrigieren, das macht mir am wenigsten Spaß an meiner Arbeit. Ja, dieses Jahr hilft mir tatsächlich auch Empathie für meine ehemaligen Lehrer zu entwickeln. Etwas spät zwar, aber für die Universität reicht es ja noch. 🙂

Ansonsten verbringe ich gerne Zeit in der Schule, egal, ob mit den Mädchen während des Unterrichts und in ihrer Freizeit, mit den Lehrern in den Pausen oder an der Nähmaschine. Als Freiwillige stehe ich etwas zwischen den Stühlen – schließlich bin ich kaum älter als die meisten Mädels und habe selbst gerade erst die Schule beendet, aber auf der anderen Seite stehe ich vormittags als Autoritätsperson vor der Klasse, ermahne störende Schülerinnen und vergebe Noten. Das ist nicht immer ganz leicht, aber ich habe mich gut eingefunden, versuche den Mittelweg zu finden und wurde von Sister Anne „senior woman teacher“ getauft, was das ganz genau bedeutet, habe ich aber noch nicht rausgefunden.

Am Sonntag, den 4. März, haben wir eine Einführungsparty für die neuen Erstklässler, die seit Februar bei uns sind, gefeiert. Es war ein schönes Fest mit kurzen Reden, viel Tanz, Musik und leckerem Essen, das wir zuvor alle gemeinsam gekocht hatten. Ich habe den Tag mit den Mädchen sehr genossen. Besonders lustig war es, als sie Fotos auf meinem Handy angeschaut haben und mich in Hot Pans und Top irgendwo in Berlin gesehen haben. Danach haben sie mich detailliert zum deutschen Kleidungsstil ausgefragt und ich musste viel lachen. Inzwischen habe ich mich schon so an meine knielangen Röcke gewöhnt, dass selbst ich kurz aufschrecke, wenn ich ein Foto von mir in Hot Pans sehe. Penina, ein besonders aufgewecktes Mädchen, hat mich direkt mal gefragt, ob sie meine Hot Pans haben könne. Sie würde dann nach Entebbe an den Strand fahren und sie dort tragen.

Ihr Lieben, vielen Dank für euer Interesse, eure Unterstützung und alle lieben Nachrichten, die ich hier empfange.

Ganz liebe Grüße aus dem wunderschönen Alenga,

eure Greta

„Zu Weihnachten anderen eine Freude bereiten“

Weihnachten, was heißt das eigentlich? Hektische Geschenkejagd am 23. Dezember, dichtes Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt und endlose Wunschzettel verwöhnter Kinder? Wohl nicht nur, natürlich auch Familienzeit, gemütliches Plätzchenbacken im Leuchten des Adventskranzes und strahlende Kinderaugen voller Vorfreude auf die Bescherung!
Für uns steht fest: Weihnachten ist ein Fest der Liebe und der Freude.

Wir wollen die Chance, dass wir dieses Weihnachtsfest in einer anderen Kultur verbringen dürfen, nutzen, um Euch einzuladen, nicht nur den Liebsten zu Hause eine Freude zu bereiten, sondern den Blick auch auf andere Umstände in der Welt zu richten.

Patenschaftsprojekte

Pate werden für eine der Schülerinnen

Durch Gretas Arbeit als Freiwillige in der Näherinnenschule Alengas, in der sie Englisch- und Computerunterricht gibt und ich mit ihr Sport und Musik unterrichte, liegt uns insbesondere die Unterstützung unserer Schülerinnen am Herzen. Die Berufsschule ist hier eine große Chance, aus armen Familienverhältnissen zu entkommen und als Frau selbstständig Geld verdienen zu können.

Problematisch ist, dass in Uganda Schulgebühren gefordert werden müssen, weil der Staat nicht genug in den Bildungssektor investiert. Hier ist es keine Ausnahme, dass die Mädchen nur einen geringen Teil der Gebühren bezahlen können und deshalb zu spät nach den Ferien ins Internat zurückkehren, während der Schulzeit nach Hause geschickt werden müssen und sie mit fünfzehn bis achtzehn Jahren täglich große Sorgen belasten.

Hier vor Ort ist es den Schwestern und Father Stan, unserem Mentor, ein Anliegen, dass selbst sehr armen Mädchen mit familiär belastetem Hintergrund die Möglichkeit geboten werden kann zur Schule zu gehen. Damit dieses Konzept weiterhin gelingt, möchten wir ein Patenschaftsprojekt in die Wege leiten. Dieses Projekt unterstützt einige der Mädchen des Abschlussjahrganges 2018 finanziell und mental, mit denen wir momentan den Großteil unserer Zeit verbringen. Es kann ein Kontakt über Skype, Briefe etc. zwischen den Paten und ihren Patenkindern hergestellt werden, was für beide Seiten eine tolle Möglichkeit ist, aus der Unterstützung mehr als nur eine Spende zu machen.

Für den Jahrgang, der in diesem Jahr die zweijährige Ausbildung beendet hat, mussten wir feststellen, dass von den 26 Mädchen, die 2016 angefangen haben, nur zwölf die Abschlussprüfungen absolvierten. Die restlichen Mädchen haben die Schule aufgrund finanzieller oder familiärer Schwierigkeiten, einer Schwangerschaft oder einer Heirat auf Wunsch der Eltern abgebrochen. Diese Zustände sind aus deutscher Sicht schwer nachzuvollziehen und machen oft traurig, wenn man miterlebt, wie die Situation für junge Mädchen in vielen Gebieten Ugandas ist.

Unser Anliegen ist nun, dass alle neunzehn Mädchen, die in zwei Wochen für die Ferien nach Hause fahren werden, im Februar wieder kommen können und so im November des kommenden Jahres die Schulausbildung erfolgreich beenden können.

Wenn jemand zu dieser Art der Patenschaft Fragen hat oder das Interesse schon geweckt wurde, meldet euch doch einfach privat bei mir (Francesca.Cyris@yahoo.com), dann kann ich genauere Informationen zu einzelnen Mädchen und ihrer Situation geben.
Die Kosten für eine einjährige Patenschaft würden sich auf ca. 280 Euro für alle Kosten (medizinische Gebühr, Schulgebühr, Nahrung, Material fürs Nähen und die Examensgebühr) belaufen. Es gäbe auch die Möglichkeit, als Pate nur einen Teil dieser Gebühr zu übernehmen oder die Mädchen noch über den Abschluss an der Schule hier zu fördern, so dass ihnen beispielsweise eine Karriere als Berufsschullehrerin offen stehen würde. Das alles ist individuell nach eurem Belieben regelbar.

Pate werden für Timothy oder Oscar

Seit einigen Wochen kennen wir auch Timothy und Oscar, zwei sechsjährige Jungs. Beide hatten aufgrund zu geringer finanzieller Möglichkeiten bislang nicht die Chance die Vorschule zu besuchen, die hier sehr wichtig ist, um lesen und schreiben zu lernen und erste Englischkenntnisse zu erwerben.

Oscar ist ein Waisenkind und lebt bei seiner Großmutter. Timothy ist Halbwaise und Sohn der Schulköchin und spielt jeden Tag auf dem Schulgelände herum. Oft merke ich, dass ihm sehr langweilig ist und der tägliche Kontakt zu Gleichaltrigen ihm gut tun würde.

Für beide Jungen würde es mich unfassbar freuen, wenn sie die Chance auf einen Paten hätten! Ohne finanzielle Unterstützung wird Oscar gar nicht zur Schule gehen können und Timothy könnte nur die staatliche Grundschule in Alenga ermöglicht werden, in der leider nicht genügend Wert auf die Unterstützung des Einzelnen und den Erwerb von Englisch gelegt wird. So eine Patenschaft muss allerdings gut überlegt sein und es ist wichtig, dass man sich auch aus der Ferne der Verantwortung bewusst ist, die man damit übernimmt. Zum Erlernen der Grundlagen, wie Lesen, Schreiben und etwas Englisch müssen die beiden, trotz ihres Alters, noch drei Jahre in die Nursery School (Kindergarten/Vorschule) gehen. Danch würden die Jungen in die siebenjährige, private „Primary School“ kommen. Im Anschluss wäre es natürlich toll, wenn ihnen auch die „Secondary School“ ermöglicht werden kann, die man entweder nach vier Jahren (vergleichbar mit der Realschule) oder nach sechs Jahren (A-Levels = britisches Abitur) mit einem entsprechenden Abschluss beendet.
Eine Patenschaft für Timothy oder Oscar würde also zu einer gesamten Unterstützung ihrer Schullaufbahn werden. So eine intensive Patenschaft ist dementsprechend auch eine tolle Möglichkeit für engen Kontakt zum Schützling und man könnte sogar über einen Besuch in Uganda nachdenken.

Für genauere Informationen zu der Situation der beiden Jungen und der Organisation einer solchen Patenschaft meldet euch doch bitte privat bei mir.

Ein neuer Schlafsaal

Außerdem planen wir zusammen mit Father Stan den Neubau des Schlafsaals der Mädchen. Momentan schlafen am Anfang des Schuljahres ca. 60 Mädchen auf engstem Raum in einem baufälligen Gebäude, das nicht richtig isoliert und deshalb immer unerträglich heiß ist. So haben Krankheiten schnell die Chance sich zu verbreiten und es gibt keinerlei Rückzugsmöglichkeiten für die Mädchen. Sie schlafen zum Teil in Dreifachstockbetten und ihre Koffer stehen direkt daneben auf dem Boden.

Zunächst werden wir uns auf einen ganz neuen Schlafsaal konzentrieren und wenn die finanziellen Mittel ausreichen, möchten wir auch das alte Gebäude renovieren. So wird den Schülerinnen ein angenehmer Schlafplatz, an dem sie sich wohlfühlen können, ermöglicht. Für den neuen Saal werden wir insbesondere auf eine angemessene Isolation achten und versuchen außerdem, einige Wünsche der Schülerinnen in die Planung mit aufzunehmen.

Wenn ihr Lust habt, den Bau des Schlafsaals finanziell zu unterstützen, spendet gerne an folgende Adresse:

Comboni-Missionare KöR, 73479 Ellwangen
KSK Ostalp
IBAN: DE66 6145 0050 0110 6170 15
BIC: OASPDE6AXXX
Verwendungszweck: MaZ Francesca Cyris (631) Alenga, Uganda

Ich freue mich auf die Verwirklichung unserer Pläne durch Eure Hilfe und bin überzeugt, dass gerade Projekte wie die Patenschaft eine Möglichkeit zum besseren Verständnis zwischen den beiden Ländern führen, die sich gerade in Bezug auf den Bildungsstandard und die Chancen für Mädchen gravierend unterscheiden.

Ich danke allen LeserInnen für das große Interesse und die Unterstützung!

Genießt die Advents- und Weihnachtszeit und trinkt einen oder zwei Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt für mich mit!

Eure Francesca