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Besuch aus der Heimat – Karibuni Uganda Mama und Papa

Liebe Leserinnen und Leser,
heute möchte ich euch von der schönen, abwechslungsreichen und aufregenden Zeit mit unseren Familien erzählen.

Drei Tage nach meinem Geburtstag brachen wir nach Kampala auf. Hier besuchten wir unsere Freundinnen Linda und Maike, die zentral in Kampala wohnen und gingen anlässlich meines Geburtstages auch nochmal feiern, was in Alenga ja absolut nicht möglich ist und sich ein bisschen mehr wie eine normale Geburtstagsfeier angefühlt hat: Mit Freunden Bier, Pizza und Kuchen (danke dafür nochmal!!) genießen und danach zum Tanzen in den Club. Gemeinsam hatten wir einen richtig schönen Abend! Am Tag danach brachen wir nach Entebbe auf, was ca. eine Stunde von Kampala entfernt ist. Wir fuhren also schon mal in unsere schöne Unterkunft, genossen die warme Dusche und das kuschelige Bett und holten dann unsere Familie vom Flughafen ab! Das war vielleicht ein tolles Gefühl, bekannte Gesichter wiederzusehen und in den Arm zu nehmen. Vorher waren wir aufgeregter als bei unserer eigenen Ankunft: Ob sie es wohl schaffen würden, durch die Kontrolle zu kommen, ob sie mit dem Visum alles richtig gemacht hatten usw. .. :-D. Zum Glück hat alles gut geklappt und die Vier (Mama, Papa, Conny (Francescas Mama) und Leon (Francescas kleiner Bruder)) schienen sogar einen angenehmen Flug gehabt zu haben.

Entebbe und Kampala

Gemeinsam verbrachten wir zwei Tage im schönen Entebbe, das direkt am Viktoriasee liegt. Da Francesca und ich ja Silvester hier gefeiert haben, kannten wir uns gut aus und führten unseren Besuch zu all den schönen Plätzen. Es war ein lustiges Gefühl für mich, die ja immer die Jüngste in der Familie war, meine Eltern herumzuführen, ihnen Dinge zu erklären und die Planung zu übernehmen. Wir besuchten den botanischen Garten Entebbes und unsere Mütter bestaunten eigentlich den ganzen Tag lang, wie schön denn alles blühe und wie grün die Natur sei! Ja, Uganda ist wirklich ein traumhaftes Land! Außerdem gingen wir an den Strand, aßen frischen Viktoriaseebarsch und feierten am Pfingstsonntag einen schönen Gottesdienst in Entebbe. Danach brachen wir dann nach Kampala auf. Für unsere Eltern ein ziemlicher Schock und ich war froh, dass wir erst ein wenig in Entebbe waren, damit sie sich eingewöhnen konnten. Die Hauptstadt Ugandas, sie ist einfach laut, voll, dreckig und beim ersten Mal ziemlich überfordernd. Zum Glück kennen Francesca und ich uns ja inzwischen aus, haben ein paar Freunde vor Ort und so verbrachten wir in Kampala sehr spannende Tage. Wir stellten unsere Eltern den Combonis und den Schwestern in Kampala vor, die sie sehr herzlich begrüßten und willkommen hießen. Außerdem fuhren wir mit ihnen im Matatu (öffentliches Taxi/Kleinbus) bis in das Stadtzentrum, wo wir die schönen Stoffe und Kleider auf dem belebten Markt bewunderten und gleich auch was einkauften. Natürlich fing ich auf dem Markt an zu handeln, erstens weil einem als Weiße grundsätzlich der doppelte Preis genannt wird und zweitens weil ich inzwischen die echten Preise für Stoffe gut kenne und mich deshalb erst nicht über den Tisch ziehen lassen möchte. Daran mussten Mama und Papa sich erstmal gewöhnen und es war ihnen zunächst auch etwas unangenehm. Außerdem waren unsere Familien sehr begeistert von dem schönen Markt mitten in Kampala. Dort gibt es alle möglichen Früchte und einheimischen Spezialitäten, die sie gleich mal auskosten durften. Darunter der typische Kochbananenbrei (Matooke), Erdnusssoße, Chapati/Rolex und ein Obstsalat mit Zuckerrohr, Stinkfrucht, Papaya, Avocado und vielem mehr. Hmm… ein kulinarischer Exkurs.
Am Ende unseres ausgiebigen Tages in der Innenstadt erlebten unsere Eltern dann noch die Rush-hour Kampalas. Aus dem Zentrum sind es, bei wenig Verkehr, ca. 15 Minuten bis nach Mbuya Hill, wo die Combonis wohnen. Wir haben dafür dann eine geschlagene Stunde gebraucht. Francesca und ich schlugen gleich zu Beginn vor, dass wir doch am besten ein Boda nehmen sollten, weil die Autos zu dieser Zeit im Stau stecken bleiben würden. Schon in Entebbe waren wir kurze Strecken mit dem Boda gefahren und Papa und Leon hatten auch richtig Gefallen daran gefunden. Doch die Mütter streikten. Also machten wir uns durch den Verkehr und die Menschenmassen auf die Suche nach dem richtigen Matatu. Als wir im Taxi saßen, ging es dann natürlich nur schleppend voran. Der Taxifahrer war typisch ugandisch, bremste in der letzten Sekunde und so auch ganz kurz vor einem die Straße überquerenden Laster. „Also diese Verkehrssituation ist so erschreckend, furchtbar, das muss doch bald alles zusammenbrechen und kollabieren…“ kommentierten unsere leicht verschreckten Eltern. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir kamen in der Dunkelheit völlig erschöpft, aber voll von unvergesslichen Eindrücken an und rundeten den Tag mit einem gemütlichen Abendessen beim Inder und einer weiteren heiklen Uber-Fahrt ab.  😀
Am nächsten Tag machten wir Kulturprogramm. Gemeinsam besichtigten wir die Kasubi Tombs, wo wir viel über die hochspannende Kultur der Buganda (die größte Volksgruppe Ugandas) und ihrer Könige lernten. In den Tombs werden die Könige beerdigt und auf dem ganzen Gelände verteilt ihre zahlreichen Frauen und Kinder. Die Buganda verehren ihre Könige schon seit ewigen Zeiten und sind ihren alten Traditionen und Bräuchen noch heute treu und legen viel Wert darauf.
Im Anschluss besuchten wir noch das ugandische Nationalmuseum, das auch für Francesca und mich noch einmal viele neue Erkenntnisse über dieses vielfältige und facettenreiche Land brachte. Abends gingen wir dann gemeinsam mit Stan und Fafa (den wir zufällig bei den Combonis getroffen hatten) sehr lecker essen. Für uns war es schön, dass unsere Eltern bereits Stan gut kennenlernten, der ja für das ganze Jahr unser Mentor und unsere Bezugsperson ist, und außerdem zufällig die Chance bekamen Fafa kennenzulernen, der sich zuvor so lieb um uns gekümmert hatte. Zusammen gingen wir in ein sehr besonderes Restaurant Kampalas, in dem Francesca und ich gleich mal einen kleinen Kulturschock bekamen, weil alles so europäisch eingerichtet und zubereitet war. Das Essen war sehr lecker und Fafa, Stan, Francesca und ich probierten gemeinsam die Frösche, deren Fleisch erstaunlich nach saftigem Hühnchen geschmeckt hat.
Der Abend war sehr schön und ein toller Abschluss für die Tage in Kampala. Denn am nächsten Morgen war es schon soweit, dass wir gemeinsam mit Stan nach Alenga aufbrechen wollten. Die Aufregung bei allen stieg… !

Mit Mama und Papa in Alenga

 Am Mittwoch kamen wir gegen Mittag in Alenga an. Nach einer Fahrt, die schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Straßen Ugandas gab. Durchgerüttelt und durchgeschüttelt wurden wir von den Schülerinnen und Schwestern in Empfang genommen, die mit Jubel und Gesang gleich mal alle neuen Gäste in den Arm nahmen, so wie es hier eben üblich ist. Im Anschluss lernten unsere Eltern die anderen beiden Priester und die Köchinnen bei einem schönen gemeinsamen Mittagessen kennen. Nachdem wir die vollgepackten großen Koffer ausgepackt und Mitbringsel, Geschenke und Leckereien sortiert hatten, machten wir eine kleine Alenga-Rundtour und gingen im Anschluss auf den kleinen Wochenmarkt. Hier zeigten wir unserem Besuch die typischen Leckereien und einige unserer Freunde. Natürlich kommt es hier nicht alle Tage vor, dass sechs Deutsche den kleinen Dorfmarkt besuchen und auch wenn sich die Bewohner Alengas schon an Francesca und mich gewöhnt haben, erregten wir viel Aufsehen und zogen die Aufmerksamkeit auf uns. Für unsere Eltern war der Markt mit Sicherheit ein aufwühlendes Erlebnis, denn dort wird man sehr mit der Armut und dem Leben von der Subsistenzwirtschaft hier konfrontiert. Meinen Vater bedrückte anschließend, dass er mehrmals nach Geld gefragt wurde oder danach, etwas für jemanden zu kaufen. Das passiert auch mir noch gelegentlich (inzwischen seltener) und zeigt das Bild des wohlhabenden Weißen, das tief in vielen Köpfen ist.
Am nächsten Tag zeigten wir unseren Eltern den Schlafsaal. Sie waren nachdrücklich begeistert wie weit das Projekt inzwischen gekommen ist und wie viel mit Hilfe eurer Spenden zustande kommen konnte! Geschockt waren sie davon, dass in dem jetzigen Schlafsaal auf engstem Raum 60 Mädchen schlafen müssen. Die Vorfreude der Mädchen in den neuen Saal zu ziehen steigt auch täglich…!
Außerdem besuchten wir alle gemeinsam Francescas Arbeitsplatz, die Krankenstation. Francesca zeigte und erklärte ihnen das Gelände, die einzelnen Abteilungen, von Labor zur Medikamentenausgabe und zur Entbindungsstation. Besonders genau schauten sie sich das Labor an, wo Dickens und Bernard, Francescas Kollegen, stolz ihr Equipment präsentierten. Von der Handzentrifuge bis zum Malariatest hatte Francesca die Chance Vieles zu erklären.
Meine Mutter war von der Tatsache geschockt, dass alle den Geburtenraum einfach betreten dürfen ohne Kleidung oder Schuhe zu wechseln. Die Gesundheitsversorgung hier im Dorf ist mit den deutschen Standards eben absolut nicht zu vergleichen und gerade auf die Sterilisation wird kein großer Wert gelegt. So schlafen auch alle Patientinnen in einem Raum, aufgeteilt nach Müttern, die entbunden haben, und Schwangeren mit Komplikationen, und Keime können sich schnell vermehren. Beeindruckt waren sie auch davon wie viele Schwangere zum Vorsorgetermin kamen und auf dem Boden saßen um dort stundenlang auf die Untersuchung zu warten. Die Schwangeren zeigen während der langen Wartezeit keine schlechte Laune, sondern unterhalten sich und tauschen die neuesten Geschichten aus.
Zudem unterrichtete ich am Freitag zwei Stunden Computer im ersten Jahrgang und so bekam unser Besuch die Chance sich den Computerunterricht anzuschauen. In den ersten Stunden nach den Ferien wird in allen Fächern zunächst das Examen vom letzten Term besprochen und so alter Unterrichtsstoff wiederholt. Anschließend arbeiteten die Mädchen praktisch an den Laptops und ich versuchte die Kontrolle zu behalten. Das ist nämlich nicht immer leicht, wenn wie im ersten Jahr 36 Mädchen an 9 Laptops arbeiten sollen, nach Möglichkeit alle mitmachen sollen und die Stromversorgung auch nicht immer klappt. Da heißt es dann oft „Greta, come here!“, „No, first come here, our power is off!“ und ich erkläre eigentlich gerade einer anderen Gruppe noch die Aufgabe. Nichtdestotrotz macht mir der Computerunterricht viel Spaß und den Schülerinnen erst recht. Leon war besonders erstaunt, dass er immer die Möglichkeit hatte allein an einem Computer in der Schule zu arbeiten, während die Mädchen in fünfer Gruppen arbeiten müssen. Aber hier ist es so besonders, dass Computer überhaupt unterrichtet wird, dass es bei vielen der Grund ist, warum sie unsere Schule in Alenga auswählen.
Nicht nur ich sollte während der gemeinsamen Tage in Alenga den Mädchen etwas beibringen, sondern auch mein Vater, der von Beruf Zahnarzt ist. Die kleine Aufklärungsstunde über Mund- und Zahnhygiene sowie den Aufbau des Gebisses war mir ein besonderes Anliegen, weil eigentlich jede Woche ein Mädchen über Zahnschmerzen klagt und die generelle Aufklärung über einfachste Zahnhygiene sehr schlecht ist. Zuvor haben mir die Mädchen berichtet: Ich putze meine Zähne nur morgens. Wenn das wenigstens für alle stimmen würde… Nach Papas Unterricht wissen sie jetzt zumindest wie wichtig es ist sich mindestens zweimal pro Tag die Zähne zu putzen und wie das richtig geht.
Schon Säuglinge bekommen süße Getränke und man kann bei vielen der Grundschulkinder schon schwarze Verfärbungen an den Schneidezähnen beobachten. Einige unserer Freunde, die kaum über 20 sind, haben schon verfaulte Zähne und riesige Zahnlücken.

Freitagabends luden die Schwestern uns und die Priester zu einem Festessen im Hof ein. Es gab die leckeren Gerichte der Schwestern wie zum Beispiel gegrilltes Hühnchen, Viktoriabarsch, Chapati und natürlich einen riesigen Kuchen zum Nachtisch, den unsere Mütter ganz romantisch zu zweit anschnitten und darüber lachten, dass das in Deutschland Brauch auf Hochzeiten ist. Nachdem alle völlig überfuttert in ihren Stühle saßen, kamen die Schülerinnen und hießen unsere Familien mit vielen Tänzen, Gedichten und Liedern willkommen. Diese liebevolle Geste rührte sie natürlich (mal wieder- wie eigentlich alles die ganze Zeit) sehr.
Am Samstag nahm Fr. Stan uns mit zu einer kirchlichen Hochzeit. Dies war auch für Francesca und mich die erste Chance eine kirchliche Hochzeit zu sehen, denn zuvor waren wir immer auf den traditionellen Introductions gewesen. Die Messe war etwas außerhalb von Alenga in einer der kleineren Kapellen und die Gemeinde feierte das Brautpaar sehr euphorisch. Das Brautpaar war schon seit vielen Jahren traditionell verheiratet und hatte sich jetzt mit über 60 Jahren noch zur kirchlichen Trauung in Weiß entschlossen. Im Anschluss an die wunderbar lebhafte Messe begaben wir uns zum Brautpaar nach Hause, wo es reichlich Programm, welches den Introductions ähnlich ist, und leckeres ugandisches Essen gab, von dem unsere Eltern natürlich eine viel zu kleine Portion nahmen. Es war eine wunderbare Gelegenheit für unseren Besuch so in die Kultur der Langi hineinschauen zu dürfen und wir wurden auch herzlich aufgenommen und behandelt, obwohl uns niemand kannte und wir für alle Fremde waren. Diese Offenheit und Gastfreundschaft in der Kultur ist ein großartiges Geschenk und wurde mir während dieser Tage wieder besonders bewusst.
Am Sonntag war es dann soweit, das Highlight in Alenga stand an: Der Gottesdienst. Während Francesca und ich auf unseren Stammplätzen beim Chor Platz nahmen, saßen unsere Eltern bei den Schwestern, denn von dort aus hat man die beste Sicht auf das wunderbare Geschehen in der Messe. Während Conny zu Tränen gerührt das Hosanna mitsang, schoss Leon fleißig Fotos und Mama und Papa begnügten sich damit die Lesung auf Englisch im Buch zu verfolgen, denn natürlich war die ganze Messe auf Lango.
Nach der Messe stimmte unsere Freundin Paska noch ein Lied an und schon waren alle begeistert in der Kirche am Tanzen und forderten unsere Familien zum Mitmachen auf. Für mich war es sehr schön zu sehen, dass meine Freunde hier sich so über den Besuch meiner Eltern freuten, euphorisch mit ihnen tanzten und sangen und alle die Zeit so in vollen Zügen genossen.
Die Zeit in Alenga sollte besonders schön abgerundet werden durch Besuche bei unseren besten Freundinnen, Anna sowie die Schwestern Mary und Paska. Alle wollten uns unbedingt einladen und haben, zunächst zum Bedauern unserer Eltern, weil die Angst hatten, dass gleich zwei Ziegen und Hühner für sie geschlachtet werden, auch kein Nein akzeptiert. Im Nachhinein waren sie dann aber doch sehr froh, dass sie die Chance mitgenommen hatten, denn die Besuche verraten natürlich nochmal viel über das Leben der Bewohner Alengas. Wie immer wurden wir alle sehnsüchtig erwartet, es gab unglaublich viel zu erzählen und reichlich zu essen. Leon machte sich wieder viele kleine Freunde, indem er Luftballons und Süßigkeiten verteilte und Fotos machte und sie den Kindern im Anschluss zeigte, was stets für große Begeisterung sorgt.
Besonders beeindruckt waren alle, weil die Gastgeber gerne und mit vollem Herzen alles für ihre Gäste geben und schön machen. Hier ist es Brauch, dass man die Gäste so herzlich willkommen heißt wie man kann und nie geizig mit Besitz und Eigentum umgeht. Alles wird gerne geteilt und zubereitet. Conny war angetan davon, dass die Menschen so viel mehr im JETZT leben und dadurch den Augenblick viel mehr genießen können als wir, die von der stressigen Konsumgesellschaft geprägt sind. Während viele der Deutschen die Einstellung haben stets zu sparen, zu sparen, zu sparen und den letzten Cent umzudrehen, auch wenn sie das nicht müssten, wird hier verbraucht, was da ist und nicht gegeizt. In Deutschland wird aus meiner Sicht oft unnötig gespart. Vielleicht ein Euro macht den Unterschied an der Fleischtheke zwischen Biofleisch und Massentierhaltungsfleisch aus und gekauft wird natürlich, obwohl man es besser wissen müsste, das Billigere. Ein runder Geburtstag wird nicht gefeiert, weil auf ein neues Auto gespart werden müsse. Hier erfahre ich alltäglich, wie unwichtig Materielles wird, solange man genug hat um seine Familie zu ernähren und für die Kinder eine Bildung garantieren zu können. Es ist so viel schöner, wenn man den Moment lebt, ihn mit seinen Liebsten genießt, statt sich ständig Sorgen zu machen. Von der Lebensfreude, die die Menschen hier verspüren, obwohl einige nicht wissen wie sie ihren Kindern die Schulbildung finanzieren sollen oder existenzielle Probleme nicht lösen können, könnte sich (fast) jeder Deutsche, der um seine Luxusprobleme kreist, eine Scheibe abschneiden.
Unsere erlebnisreiche Zeit in Alenga, die mir noch einmal vor Augen geführt hat, wie gut ich hier angekommen bin, wie sehr ich hier zu Hause bin und was für ein Geschenk all meine lieben Freunde hier sind,  neigte sich dem Ende zu und nach einem für unsere Eltern sehr schweren Abschied machten wir uns in unserem schicken Safariauto, das uns in Alenga abholte, auf in den Urlaub!

Safari Uganda- schöne Tage und viele platte Reifen

Die nächste Woche verbrachten wir in der wunderschönen und vielseitigen Natur Ugandas. Für Francesca und mich war es zum einen ein großes Geschenk, dass wir nun noch einmal intensive Tage des Austausches verbringen konnten und nach einer so langen Zeit ohne Familie wieder gemeinsam etwas erlebten. Zum anderen wissen wir es sehr wertzuschätzen, dass wir so einen großen Teil des Westens Ugandas und seiner reichen Naturschätze sehen durften. Winston Churchill sagte einmal, dass Uganda die Perle Afrikas sei und auch wenn ich viele Teile des Kontinents noch nicht gesehen habe, würde ich diese Aussage nach dem Urlaub ohne nachzudenken bestätigen. Von übergrüner, weiter Graslandschaft am Albertnil zu hügeliger Vulkanlandschaft mit Kraterseen zu dichtem Regenwald, Uganda ist mit einer Vielfalt gesegnet, die mich immer wieder beeindruckt.
Mir als Freiwillige fiel es nicht leicht als Touristin in Uganda unterwegs zu sein. Denn dadurch, dass ich mich hier inzwischen so zu Hause fühle, beschäftige ich mich auch viel mit der Rassismus- Problematik. Da bekommt man beim Tourismus oft Angst, dass die Kultur der Ugander nicht genügend wertgeschätzt wird, dass über sie hinweg bestimmt wird oder sie ausgenutzt und als Zootiere ausgestellt werden. Gerade die Beobachtung, dass die Besucher der Nationalparks zu 90% weiß sind, ist für mich eine traurige Tatsache, die das große Gefälle in unserer globalisierten Welt zeigt.
Meine Erfahrungen nach dieser Reise bestätigen aber, dass viele der Ugander (vielleicht auch durch ihre tolle Gastfreundschaft bedingt) den Tourismus sehr wertschätzen und ihre Natur gerne der Welt öffnen möchten, solange sie bewahrt bleibt. Der Tourismus ist natürlich auch hier – wie in so vielen Ländern der Erde – eine begehrte Einnahmequelle, die dabei hilft Infrastrukturen zu verbessern, die umliegende Dörfer zu unterstützen und die Nationalparks zu schützen. Uganda ist zwar ein noch sehr unentdecktes Reiseland, was wohl durch den langen Krieg und die Größe bedingt ist, hat aber inzwischen 1,3 Millionen Touristen pro Jahr. Durch den aufblühenden Tourismus werden natürlich auch Arbeitsplätze geschaffen und viele junge Leute erhalten die Chance auf einen guten Job.
Es ist sehr wichtig beide Seiten Ugandas sehen zu können. Für uns Freiwillige wäre es eine verpasste Chance, wenn wir das ganze Jahr in Alenga bleiben würden und so nur eine Seite dieses vielseitigen Landes entdecken können. Mir wäre dann der Eindruck hängen geblieben, dass es in Uganda hauptsächlich Armut und Dorfleben gibt. Dabei gibt es riesige, gut entwickelte Städte, wunderschöne Anlagen in den Parks und auch richtig gute Krankenhäuser und Universitäten. Hier entwickelt sich sehr viel und ich bin gespannt wie Alenga in zehn Jahren aussieht.

Ein kurzer Blick auf den Schlafsaal

Dank eurer großen Unterstützung – vielen Dank auch noch einmal an alle, die anlässlich meines Geburtstages gespendet haben, das hat mich sehr gefreut! – ist der Schlafsaal nun fast fertig. Die Wände sind verputzt, die Stromleitungen verlegt und wenn alles in zwei Wochen getrocket ist, wird gestrichen und eine Einweihungsparty gefeiert! Auch die 18 Dreistockbetten werden schon gebaut und die Moskitonetze sind bestellt. Ihr seht also: Es neigt sich dem Ende zu!

Zukunftspläne

Und auch in diesem Artikel möchte ich noch einmal um Spenden bitten. Die Meisten von euch haben schon so viel gegeben und das freut mich jeden Tag aufs Neue, aber seit das Sammeln der Spenden so erfolgreich läuft, kommen uns auch viele neue Ideen in den Kopf. Zum Einen möchten wir dem Health Centre gerne ca. 2500 Euro bereitstellen, damit ein Zaun um das Gelände gebaut werden kann. Momentan fehlt dieser Zaun und so laufen erstens ständig Kühe, Schweine oder streunende Hunde, die Krankheitserreger übertragen, über das Gelände und zweitens sind die Krankenschwestern nicht geschützt und fühlen sich sehr unsicher, wenn sie die ganze Nacht alleine Dienst haben.

Zum Anderen gibt es die Möglichkeit für zwei Mädchen eine Patenschaft für das dritte Ausbildungsjahr, das seit diesem Februar neu bei uns an der Schule ist, zu übernehmen. Dort erlangen sie zusätzlich zur Schneiderinnenausbildung eine Designlehre. Die Kosten für das dritte Ausbildungsjahr belaufen sich auf 280 Euro. Das Geld kann gerne auch in Raten bezahlt werden. Bei Interesse an einer Patenschaft, meldet euch gerne bei mir unter greta.berges@gmx.de.

Die Spendenadresse ist:

Comboni-Missionare KöR, 73479 Ellwangen

IBAN: DE66 6145 0050 0110 6170 15

BIC: OASPDE6AXXX

Verwendungszweck: MaZ Margareta Berges (628) Alenga, Uganda

So meine Lieben, das war es auch schon wieder von mir. Ich bin auf der einen Seite seeehr traurig, dass mir nun nur noch 4 Wochen in Uganda bleiben. Auf der anderen Seite wächst natürlich auch mit der Zeit ein bisschen die Vorfreude auf zu Hause und darauf alle wieder zu treffen… Jedenfalls werde ich die letzten Wochen hier noch einmal genießen, da die Schule ja wieder angefangen hat, arbeite ich bis zum Ende noch einmal besonders intensiv, was mich aber sehr freut, da die Arbeit als Lehrerin mir während des Jahres große Freude bereitet hat. Außerdem stehen noch ein paar Feste an: Momentan bereiten wir gerade die Examensfeier für die Jahrgänge aus 2016 und 2017 vor, die im Juli stattfinden wird. Dort werden wir dann auch unser Theaterstück mit den Mädchen vorführen.

Bis ganz bald, ich freue mich von euch zu hören,

eure Greta

Schlafsaal, HIV und ein Jubiläum

Hallo meine Lieben,

es ist einiges passiert seit wir im Februar mit dem ersten Schulsemester 2018 begonnen haben. Am 27. April sind die Mädchen nach Hause gefahren bzw. gegangen und wir haben uns für die kommenden drei Wochen voneinander verabschiedet. Die meisten haben sich sehr auf die Ferien und auf zu Hause gefreut, einige wenige jedoch haben keine Möglichkeit nach Hause zu fahren oder haben sich vor zu Hause aufgrund schwieriger Familiensituationen gefürchtet, sodass in den Ferien zwei Schülerinnen im Konvent der Schwestern bleiben und für sie Gartenarbeiten etc. verrichten. Im Gegenzug dürfen sie umsonst hier schlafen und essen und haben ein gut behütetes Umfeld.

Schlafsaal
Als Erstes möchte ich euch ein Update in Bezug auf den Bau des Schlafsaals geben, denn seit ihr das letzte Mal Fotos gesehen habt, ist es gut voran gekommen und das Dach ist drauf. Leider ging es in den letzten zwei Wochen langsamer voran, denn der Preis für den Zement ist in die Höhe geschossen und pro Sack waren es fast 4 Euro mehr als zu Beginn berechnet.
Das war wohl die Folge einiger Anschaffungen in den Zementfabriken, laut der Aussagen der Bauarbeiter gibt es neue Maschinen zum Zement mischen und insgesamt wird sich dadurch eine Senkung des Preises versprochen. Wie auch immer, in der zweiten Maiwoche werden die Bauarbeitet hoffentlich weiter machen und wir wieder neue Fortschritte erkennen können.
Nach wie vor sammeln wir weitere Spenden für die Innenausstattung des Schlafsaals, denn wir möchten den Schülerinnen gerne Stockbetten und Moskitonetze sowie Kleiderhaken und ähnliches zur Verfügung stellen. Also wenn ihr wen kennt, der noch wen kennt, der sich gerne hier in Alenga für junge Mädchen engagieren möchte, meldet euch doch gerne! Euch allen, meinen fleißigen Leserinnen und Lesern, möchte ich jetzt auch für euer Interesse, euer Engagement und eure Unterstützung danken! Ich habe nicht erwartet, dass ich von so vielen Menschen aus der Heimat Rückmeldung und Hilfe bekomme und es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ihr an mich denkt.

Die folgenden Fotos sprechen für sich sich:

HIV, AIDS und der weiblichen Zyklus
Außerdem habe ich euch im letzten Blogeintrag ja von unseren Extrastunden mit den Schülerinnen erzählt, in denen wir zunächst Geographie und ein bisschen Geschichte behandelt haben. Nun sind wir dazu übergegangen über HIV und AIDS zu sprechen. Im Vorfeld waren wir uns unsicher inwiefern wir über Kondome als Schutz vor Geschlechtskrankheiten sprechen dürfen, da die Schule in katholischer Trägerschaft ist und es im örtlichen Health Centre, das ebenfalls in katholischer Trägerschaft ist, auch keine Kondome gibt. Die dafür von USAID angebrachten Kästen sind stets leer. Generell erfahre ich hier im Austausch mit den Schwestern und einigen der Priestern einen konservativen Katholizismus. Doch man kann so etwas nicht generalisieren und unser Mentor Fr. Stan, der Gemeindepriester Alengas, war begeistert von unserer Idee mit den Mädchen über HIV und AIDS zu sprechen und gab uns den Segen dafür, Kondome als Schutz zu besprechen. Am Ende des Gesprächs lachte er und sagte: „Glaubt nicht, dass nur ihr den Mädchen etwas beibringen werdet. Sie werden euch mit den lokalen Sichtweisen sicherlich auch belehren.“.

Stan sollte Recht behalten. Nachdem wir mit der wohl einfachsten Frage, wofür die beiden Abkürzungen HIV und AIDS denn eigentlich stehen – na, weiß das jeder von euch? – begonnen hatten, erklärten wir die möglichen Übertragungswege und die dafür jeweils verantwortlichen hochinfektiösen Körperflüssigkeiten. Während die große Mehrheit genau wusste, wofür die Abkürzungen stehen, brach bei den Erklärungen zum ersten Mal großes Gelächter aus. Wir machten weiter mit dem Vorkommen von HIV in Uganda, hier sind ca. 1,5 Millionen Menschen infiziert, wobei mit einer großen Dunkelziffer zu rechnen ist. Davon sind 150.000 unter 14 Jahre alt. Der Präsident Ugandas, Yoweri Museveni, hat sich vor einiger Zeit erfolgreich dafür eingesetzt, die Infektionsrate von HIV zu verringern. Mittlerweile jedoch ist die Rate wieder angestiegen und trotz kostenloser Tests, Behandlung und Medikamente kennen viele ihren HIV-Status nicht (ähnlich wie in Deutschland, wo die HIV-Rate übrigens auch steigt statt sinkt…).

Weiter haben Greta und ich dann versucht Ratschläge zu geben wie man sich am besten vor HIV schützen kann und bestmögliche Verhaltensweisen, wenn man positiv getestet wurde. Ausschlaggebend war für uns, den Mädchen zu vermitteln, dass sie ihren Freund zunächst nach seinem HIV-Status befragen und auch den Eigenen testen ohne sich zu schämen oder Angst zu haben. Außerdem versuchten wir klar zu machen wie wichtig Kondome in Bezug auf jegliche Geschlechtskrankheiten sind und, dass sie den Männern nicht glauben sollten, wenn diese behaupten negativ zu sein, die Übertragung von HI-Viren durch ihr jeweiliges Verhalten zu vermeiden oder Kondome generell ablehnen.

Im Anschluss ließen wir Zeit für Fragen, denn schon während unserer Erläuterungen merkten wir, dass die Mädchen z.T. deutlich andere Vorstellungen und vor allem allerlei Fragen an uns hatten. Das war der Moment, der mich schockierte und mir vor Augen führte welch ein Glück ich habe, dass ich so gut aufgeklärt wurde, mit meinen Eltern und Lehrern offen über diese Themen sprechen konnte und das Internet als Antwort auf Fragen jeder Art nutzen kann. Die Mädchen erzählten mir, dass sie es erkennen würden, wenn jemand an AIDS erkrankt sei, denn die Farbe der Lippen würde sich verändern und dieses Erkennen genüge als Schutz. Weiter ging es damit, dass der Bruder eines Mädchens ihr erzählt habe, dass man bis zum 18. Lebensjahr das erste Mal gehabt haben müsse, ansonsten würde die Vagina der Frau zu klein werden und man könne niemals mit einem Mann schlafen. Ich wurde außerdem gefragt, ob es stimmen würde, dass Männer sterben würden, wenn man ihnen nicht, wann immer sie es wünschen, sexuelle Befriedigung gibt. Ich versuchte nach bestem Wissen souverän auf diese Fragen zu antworten. Davon abgesehen wurde ich auch viel über den weiblichen Zyklus gefragt, warum nur Frauen ihre Blutungen bekommen, warum das Ganze manchmal mit Schmerzen verbunden ist und so weiter. Demnach kamen wir auf die Idee, in der nächsten Stunde über das weibliche Geschlechtsorgan, den Zyklus und unterschiedliche Verhütungsmethoden bzw. Familienplanung zu sprechen. Anhand des Plakates könnt ihr sehen, dass wir den Verlauf des Zyklus erklärt haben, einmal im „Normallfall“ (unbefruchtet) und einmal mit befruchteter Eizelle. Außerdem zeigten wir anhand einiger Bilder die prenatale Entwicklung von der Zelle zum Baby. Gerade beim Ultraschallbild staunten sie sehr und erkannten den Fötus nicht. Im Anschluss führten wir die Benutzung eines Kondoms an einer Karotte vor, was zur allgemeinen Erheiterung führte, aber auch sichtbar das Interesse weckte. Abgesehen vom Kondom stellten wir auch weitere Verhütungsmethoden wie z.B. die Anti-Baby-Pille, die Drei-Monats-Spritze und die Spirale vor, die alle vor Ort in den staattlichen Krankenstationen erhältlich und größtenteils umsonst sind. Der Staat stellt diese Dinge unter dem Oberbegriff „Family Planning“ frei zur Verfügung, um die Fertilitätsrate von 5,6 (bei uns in der ruralen Gegend liegt sie eher bei 7) zu senken, da die Bevölkerung zu schnell wächst. Vergleicht man den Altersdurchschnitt zwischen Uganda und Deutschland, stellt man schnell fest, dass die Ugander eine besonders junge Bevölkerung sind, eine Studie im Jahr 2005 hat Uganda als jüngstes Land hervorgehoben. In Deutschland liegt der Altersdurchschnitt bei 42,1 Jahren, während er in Uganda bei 14,8 Jahren liegt. Die Hälfte aller Ugander ist 16 Jahre oder jünger, während die Hälfte der Deutschen jünger als 47 Jahre ist.
Im Anschluss stellten die Mädchen uns wieder interessante Fragen, beispielsweise ob man als Frau sterben würde, wenn das Kondom in der Vagina stecken bleiben würde oder wie oft man ein Kondom benutzen könne. Als wir diese Frage in die Klasse zurück gaben, erhielten wir als Antwort „10 Mal!!“, was wir natürlich schnell richtig stellten.

Nach den Ferien werden wir mit diesen Themen weitermachen, wer noch Ideen und Anregungen hat, darf sich jederzeit gerne melden!

Golden Jubilee – 50 Jahre Diözese Lira
Das Jahr 2018 ist das goldene Jubiläum unserer Diözese Lira, hier in Nordwest Uganda. Dafür reist der Bischof von Gemeinde zu Gemeinde um diesen Anlass ausgiebig zu feiern. Wir merkten hier schon Wochen zuvor die Aufregung über das anstehende Ereignis. So begannen wir vier Wochen vor dem 15. April schon mit den Chorproben. Dabei waren wir viele Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Gemeinde und hatten sogar einen richtigen Chorleiter. Dieser war sehr ambitioniert und bemüht, dass der Chor einen exzellenten Auftritt abliefern wird, was ihm nicht nur Sympathiepunkte unter uns Mitgliedern einbrachte. Aber das viele Üben (bis zu sieben Stunden am Tag), die zahlreichen Vorbereitungen und Meetings haben sich gelohnt. Der Bischof wurde herzlich in Empfang genommen, das Gelände war wunderbar geschmückt, alle hatten sich fein rausgeputzt und sogar wichtige Politiker waren in unser kleines Dorf gekommen, um an der Spendensammlung teilzunehmen. Während der Messe wurde der Bischof mit Geschenken überhäuft, er bekam sechs Wassermelonen, hunderte Avocados und Bananen sowie Ziegen, Hühner und allerlei anderes. Die Christen Alengas haben mit Jubel, Tanz und Großzügigkeit ihre Dankbarkeit gegenüber dem italienischen Bischof Franzelli ausgedrückt. Dabei kam sogar der hochrespektierte König der Langi und hielt eine längere Rede über die Wahrung der Kultur. Um das Programm bunt zu gestalten, haben Artisten, die Frauengilde, unsere Schülerinnen und die Jugend der Charismatischen Christen jeweils etwas aufgeführt, gesungen und getanzt.  Im Anschluss gab es, wie bei jedem Fest hier, ein riesiges Festmahl, das leider nicht für die zahlreichen Besucher gereicht hat, so dass am Ende einige Kinder leer ausgingen. Dann halfen wir ganz schnell wieder beim Abbau der Festzelte und einige Stunden nach Ende des Festes, sah es auch schon wieder aus wie immer.

Fingerabdrücke in Alenga hinterlassen
Vergangene Woche haben Greta und ich unsere kreative Ader ausgelassen. Dabei gestalteten wir ein Freiwilligenbord, auf dem wir uns mit unseren Fingerabdrücke verewigt haben. Die Bedeutung ist sehr symbolisch zu betrachten: Die Pusteblumen stehen für uns Freiwillige (Greta und ich sind bereits Nummer 5 und 6 der Freiwilligen in Alenga), die hier jeweils eine neue Heimat gefunden haben, sich selbst verwirklichen können und ihre Samenschirme in die Welt tragen möchten, welche wiederum Blüten tragen werden. Die Samen sind unsere Fingerabdrücke, da jeder seine individuellen Spuren hinterlässt. Nun fehlen nur noch  unsere Fotos, dann ist das Freiwilligenbrett komplett.

Ihr Lieben, das war es auch schon wieder von mir. Morgen brechen wir in den Norden Ugandas auf. Dabei werden wir nach Gulu und Moyo reisen, einige Schwestern besuchen und gemeinsam mit zwei Comboni Brüdern das größte Flüchtlingscamp der Welt in Moyo besuchen. Wir freuen uns auf diese Erfahrungen sehr und werden anschließend berichten.

Herzliche Grüße

Eure Francesca

Uganda – Ein Kontinent mit 500 Einwohnern

Hallo ihr treuen LeserInnen,

heute möchte ich euch kurz von den zusätzlichen Unterrichtsstunden erzählen, die Greta und ich seit Februar am Freitagabend mit den Mädchen machen.

Schon seit Beginn meines Einsatzes in Alenga ist mir immer wieder – egal, ob in der Freizeit oder durch Gretas Erzählungen aus dem Unterricht – aufgefallen, dass die Schülerinnen große Lücken in Bezug auf Allgemeinwissen haben, das für mich selbstverständlich schien.
Beispiele dafür sind, dass sie keinerlei Vorstellung haben wie die Welt abgesehen von Uganda und seinen Nachbarländern aussieht oder, dass sie nicht wissen was eine Fähre ist und wofür sie verwendet werden kann. Das trifft natürlich nicht auf alle zu, sondern variiert von Person zu Person und den unterschiedlichen Stufen der Schulausbildung.
Aber da in der Berufsschule auch Mädchen sind, die nur vier Jahre lang die Grundschule besucht haben, fallen große Lücken schnell auf. Generell empfinde ich, dass ein Vorstellungsvermögen für all das fehlt, was hinter Alenga und der nächsten Großstadt Lira in der Welt alles kommt.
In Deutschland hatte ich das Privileg, theoretische Erkenntnisse beispielsweise über Geographie in der Schule zu gewinnen und die dann praktisch durch Reisen in andere Länder, sogar auf andere Kontinente zu vertiefen. Das – was für viele Deutsche zum Leben dazu gehört – scheint für die Schülerinnen hier in Alenga unerreichbar und wie ein weit entfernter Traum.
Dennoch haben Greta und ich beschlossen: Die grundlegende Theorie können wir liefern und mit Spiel und Spaß interessant gestalten.

Also begannen wir mit einer ganz generell gefassten Unterrichtsstunde über „Die Welt“. Dank einer großzügigen Spende der Buchhandlung Terwelp in Cloppenburg, konnten wir dafür sogar tolle Weltkarten verteilen, in die wir Notizen, Kreuze und Kreise machten. Wir bauten diese Stunde als Quiz auf, was den Mädchen gut gefallen hat. Frage Nummer 1 war: Wie viele Kontinente gibt es und was sind ihre Namen?
Für einige wenige, ein Klacks. Andere waren verzweifelt: „Francesca, was ist ein Kontinent?“, wurde ich gefragt. Andere fragten nicht, sondern schrieben nach einer kurzen Diskussion in der Kleingruppe auf: „Es gibt 53 Kontinente.“, dann folgten die Namen einiger Länder Afrikas, die sie aus der Karte abschrieben. „Brasilien, Uganda, Russland und Australien“ war eine weitere Antwort.
Wie ihr seht, ein kunterbunter Mix aus weitgehend falschen Vermutungen. Das schockte uns schon sehr. Klar, auch in Deutschland gibt es riesige Lücken an Allgemeinwissen, ich gebe zu, dass auch ich – trotz 12 Jahren Schule und einem Abitur in der Tasche – viele Dinge nicht weiß und mein Allgemeinwissen auffrischen sollte. Aber sind denn die Namen der Kontinente nicht einfach jedem klar, fragte ich mich? Sie sind wohl so „klar“, wie hier jedem bewusst ist, wie man seinen Garten am besten bepflanzt, was welches Gewächs ist sobald man in die Natur schaut und wie man Bohnen und Posho kocht. Wenn mich jemand danach fragt, sind meine Antworten meist auch kreativer Unsinn. In Alenga ist eben ein anderes Wissen altäglich viel wichtiger, da ist es nicht von Bedeutung, wie die Hauptstadt der Mongolei heißt, sonder in welchem Boden Cassava am besten wächst und wie man Reis am besten von Steinen und Körnern befreit, bevor man ihn auf einer Feuerstelle kocht. Was dieses Wissen und harte körperliche Arbeit betrifft, kennen sich die Schülerinnen bestens aus und haben ein starkes Durchhaltevermögen.
Ich durfte also lernen, dass grundlegendes Wissen sich unterscheidet und der Mensch eben gern das behält, was für ihn gerade wichtig ist.
Im Verlauf der weiteren Unterrichtsstunde kam es auch zu anderen lustigen Antworten. „Auf der Welt leben 7000 Menschen.“, „Der höchste Berg ist der Mt. Rwenzori in Westuganda“ etc. Aber es gab auch viele richtige Antworten, beispielsweise war allen klar, dass der längste Fluss der Welt der Nil ist.
Die Weltkarten waren jedenfalls eine super Idee, begeistert haben die Mädchen nach verschiedenen Ländern gesucht, ein Kreuz am Kaspischen Meer und im Himalaya Gebirge gesetzt.

In der darauffolgenden Stunde beschäftigten wir uns dann nur mit dem Kontinent Afrika. Wieder gestalteten wir die Stunde als ein Quiz und merkten gleich zu Beginn, dass es den Mädchen etwas leichter fiel. Wir fragten nach der Gesamtanzahl aller Länder Afrikas, nach den größten Hauptstädten, dem höchsten Berg, dem größten See und die Antworten kamen, z.T. mit etwas Hilfe durch die Karten, bei den Hauptstädten sehr flüssig. Gerade den Viktoriasee und den Ursprung des Nils in ihm kennen alle gut, wenn auch viele noch nicht da waren. Bei all dem halfen auch wieder unsere Weltkarten. Auf die Frage, wie viele Menschen in Afrika insgesamt leben, haben wir Antworten von 500 Menschen bis eine Billionen bekommen. Das Vorstellungsvermögen für Zahlen scheint auch ausbaufähig zu sein.

Unser nächster Schritt war eine Stunde über Uganda, in der wir uns nicht so sehr auf die Geographie konzentrierten, sondern auf generelle Informationen, die wir in einer Mindmap an der Tafel festhielten. Wir haben einige Fragen gestellt und dann zahlreiche Antworten bekommen. Nachbarländer, wichtigste historische Personen und Ereignisse schienen bekannt zu sein. Außerdem präsentierten wir auch ein paar Fakten wie zum Beispiel die Kindersterblichkeitsrate, die mit ca. 13% die höchste in Ostafrika ist. Über diese hohe Zahl freuten sich die Mädels erst, bis wir erklärten, was das bedeutet und dass es an Krankheiten und schlechter medizinischer Versorgung liegt.
Als wir die Geschichte Ugandas präsentierten, wussten sie sehr gut, dass Uganda von 1890- 1962 britisches Protektorat war und danach durch Obote und Idi Amin eine Zeit der grausamen Bürgerkriege kam. Als Greta erzählte, dass in dieser Zeit von 1971- 1986 eine halbe Millionen Ugander starben, fehlte aber wieder etwas das Vorstellungsvermögen für eine solche Ziffer.
Außerdem präsentierten wir die HIV-Rate Ugandas, 1,46 Millionen Menschen von 36 Millionen Ugandern sind offiziell infiziert, als Auftakt für unsere nächste Unterrichtseinheit. Wir werden einige Aufklärungsstunden zur Fortpflanzung, zu HIV und AIDS, zu Verhütung und dem verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität machen.

Das war es auch schon wieder von uns. Gerne dürft ihr euch melden, falls ihr Anregungen und Ideen für die Extrastunden habt.

Viele liebe Grüße

Eure Francesca

Halbzeit – Reflexion und Zeit für sich selbst

San Genaro, den 28.02.2018

Hola meine Lieben! Kaum aus Trujillo zurück, ging es schon zwei Tage später, am 05. Februar, für David und mich los zum Zwischenseminar. Dieses fand etwas außerhalb von Lima statt. Es war eine sehr gelungene und motivierende Woche.

Wiedersehensfreude und neue Kontakte knüpfen

Auf dem Hinweg gabelten wir Patricia auf, da sie direkt aus Arequipa morgens anreiste. Es war schön, sie wieder zu sehen, da wir sie ja das letzte Mal auf dem Aussendungsseminar in Deutschland gesehen haben. Angekommen, war die Wiedersehensfreude erstmal sehr groß: Ich habe Janina und Franz sehr vermisst. Aber auch Clara und Jannik (alias Ed Sheeran, warum, siehe Bild) kannte ich schon vom Länderseminar in Deutschland und habe die Woche sehr genossen, mit ihnen Zeit zu verbringen. Und dann waren da noch zehn andere Freiwillige, die aus den unterschiedlichsten Ecken Perus kamen, alles wunderbare Menschen, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Im Laufe der Woche, nein eigentlich schon während des ersten Tages, sind wir zu einer super Gruppe zusammen gewachsen, die sich schon seit Langem zu kennen schien. Jeder war so unterschiedlich und doch fügten wir uns zu einer einmaligen, harmonierenden Gruppe zusammen, was die Woche unvergesslich machte.

Organisation durch die Hiltruper

Begleitet haben uns in dieser Woche Anna und Jana von den Hiltrupern. Ich war absolut glücklich damit, da sie die Woche sehr familiär, offen, locker und mit viel Raum für Gespräche bzw. Diskussionen gestaltet haben. Gleich am ersten Nachmittag wurde die Woche mit einem, mal etwas anderem, Kennenlernspiel eingeleitet. So wurden einem gegenseitig nach Bauchgefühl bestimmte Aussagen und Eigenschaften zugeordnet und alle Gruppen lagen gar nicht mal so falsch 🙂 Auch wenn ich Lima sehr vermisste und mir wünschte, nun endlich wieder dort zu Hause zu sein, war ich dennoch froh hier zu sein, da ich mich schon länger auf das Seminar freute. Nach einem langen nächtlichen Gespräch mit Janina, mit der ich das Zimmer die Woche teilte, schlief ich zufrieden ein. Sie ist zu einer guten Freundin für mich geworden und der gegenseitige Austausch, die vielen intensiven Gespräche haben mir sehr gut getan und mich gestärkt. Ich denke, wir werden uns in Deutschland sicherlich wieder sehen!

Ganz unterschiedliche Projekte und Einsatzorte

Unsere Gruppe war glücklicherweise sehr vielfältig: Die Freiwilligen kommen aus den unterschiedlichsten Orten Perus mit interessanten Projekten. Der zweite Seminartag bestand aus Präsentationen über die einzelnen Einsatzstellen. Das hatte es in sich, es war anstrengend, aber unglaublich spannend, was die anderen berichteten. Auch unter der Woche blieb viel Raum, um sich auszutauschen über Erfahrungen und Erlebnisse.

Problembewältigung und neue Motivation

Grundsätzlich geht es allen Freiwilligen sehr gut und sie sind froh, in  Peru zu sein. Jedoch hatte auch jeder so sein Päckchen mit dabei an Problemen, Konflikten oder Sorgen. Die einen etwas leichter, die anderen etwas schwerer zu lösen. In dieser Woche war ich ganz speziell dankbar, dass es mir so gut geht. Wenn ich gesehen habe, dass es auch ernstere Probleme gab, etwa mit dem Zusammenleben mit Schwestern, war ich umso mehr froh, dass ich so zufrieden sein kann, sowohl mit dem Projekt, als auch mit meiner Wohnsituation. Am vorletzten Tag lehrten uns Jana und Anna eine Methode zum Umgang mit Problemen bzw. dessen Bewältigung. So konnten unter den Freiwilligen persönliche Probleme angesprochen werden und in kleineren Gruppen nach möglichen Lösungen gesucht werden. Anfangs etwas ungewöhnlich und scheinbar sehr oberflächlich, schien die neue Methode jedoch gefruchtet zu haben und wir konnten uns mit konstruktiven Vorschlägen und Beiträgen gegenseitig helfen, stützen und motivieren. Das war eine geniale Erfahrung.

Selbstreflexion und viel Freiraum

Besonders gefallen hat mir, dass das Seminar zwar strukturiert und mit viel Inhalt gefüllt war, jedoch gleichzeitig viel Raum für Reflexion, Gespräche und Zeit für sich selbst bot. Neben Einheiten wie den Präsentationen oder der Diskussion über die sozialpolitische Lage Perus mit einer Fachfrau (das war übrigens höchstinteressant und mir persönlich sehr wichtig, da ich bisher nicht viel Zeit hatte, mich mit der politischen Situation Perus auseinanderzusetzen, aber es mich brennend interessierte) gab es viele Aufgaben, die es verlangten über das vergangene halbe Jahr zu reflektieren. Oh man, das hört sich komisch an. Ein halbes Jahr ist doch tatsächlich schon vergangen, die Zeit scheint zu fliegen…   Jedenfalls gab es schöne Einheiten, zum Beispiel verbrachten wir einen ganzen Morgen damit, unsere Körpersilhouette mit Farben zu füllen; so wie wir uns an derjenigen Körperstelle fühlen. Eine simple und doch vielverlangende Aufgabe. Oder ein Nachmittag gab es bewusst kein Programm, sodass jeder seinen Raum hatte, Zeit für sich zu nehmen, für Beschäftigungen, zu denen man in letzter Zeit eher weniger gekommen ist. Ich war eine Runde schwimmen, das war toll, mitten in der schöneren Natur Limas. Ich nutzte die Woche für mich, um zu reflektieren und mir einige Dinge von der Seele zu reden in tollen Gesprächen. Einen Morgen habe ich zum ersten Mal meditiert mit Jannik, der das schon eine Zeit lang macht. Generell hatte ich Raum, intensiver als sonst zu registrieren, was ich in diesem halben Jahr schon alles erlebt habe, welch ein Glück ich doch habe, hier zu sein und dass ich doch schon so manches erreicht habe, aber auch, was ich noch erleben bzw. erreichen möchte.

Mit Energie in die zweite Hälfte

Die Woche verflog, wie sie es immer tut, wenn man sie mit wunderbaren Menschen verbringt. Am letzten Tag konnte jeder für jeden ein Kompliment, einen Gedanken oder eine Motivation aufschreiben und was ich nun in der Hand halte ist ein DIN A4 Blatt mit wunderbaren Worten, welche mir eine unglaubliche Kraft und Motivation für das kommende halbe Jahr geben. Ich weiß, was ich noch machen möchte und gehe das mit Tatendrang an. Die Woche war für mich und meine Seele Balsam und ich denke, sie tat Jedem gut. Bevor die anderen Freiwilligen am nächsten Morgen zurückfuhren verbrachten wir (einige der Teilnehmer) noch einen Abend in Barranco, das war ein schöner Abschied!

Nun bin ich endlich wieder in der Heimat und bin froh darüber. In letzter Zeit war ich sehr viel unterwegs und freue mich wieder, eine Weile hier in Lima zu sein. Jetzt kann ich mit viel Energie und Tatendrang in die zweite Hälfte starten. Was ich mir für diese Zeit vornehme und welche Projekte ich schon bald angehe, darüber werde ich im nächsten Blogeintrag berichten, ihr könnt gespannt sein 🙂

Bis dahin, alles Liebe, ich hoffe ihr übersteht den „Deutschlandfrost“ gut.

In Gedanken grüßt euch herzlichst

Eure Marlene Helena

 

Warum ich MaZ sein möchte

Die Spiritualität der Salvatorianerinnen ist mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen. Jesus als das Heil für alle Menschen zu erfahren und zu verkünden und Gott zu vertrauen, ihm etwas „zu-zu-trauen“. So kam ich auch zu „MaZ“ – Missionarin auf Zeit.

Alles beginnt mit einer Sehnsucht. Immer tiefer kam mir die Sehnsucht, dass ich gerne im Ausland, außerhalb des „Gewohnten“ tätig sein möchte und für den Menschen da sein möchte.

Ich kann diese Sehnsucht nun weiter gehen lassen… nach Emmaus.

… dort angekommen werde ich im Haus der Salvatorianerinnen, in der Betreuung von pflegebedürftigen Frauen, ein Jahr als „Missionarin auf Zeit“ (MaZ) tätig sein. In der Gemeinschaft mitzuleben – mitzuarbeiten- mitzubeten ist sicherlich eine große Stütze, um Startschwierigkeiten gut bewältigen zu können.

Schwester Hildegard Enzenhofer (SDS) leitet das „Beit Emmaus“ („Haus Emmaus“). Es ist ein Pflegeheim für palästinensische Frauen christlichen und muslimischen Glaubens, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind. Es befindet sich in Qubeibeh, einem kleinen arabischen Dorf, das 12 km von Jerusalem entfernt liegt und wie die übrige Westbank zunehmend unter den Folgen des israelischen Mauerbaus leidet.

„Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und den Sinn der Schrift erschloss.“

Ich spüre, dass es in mir schon ein wenig brennt. Nach dieser intensiven Vorbereitungszeit bin ich schon sehr gespannt und ich bin bereit, meinen Einsatz in Emmaus zu beginnen. Emmaus weitergehen zu lassen… so, wie es kommen wird, dankbar anzunehmen was ist und was kommen wird.

Warum ich MaZ sein möchte

Nach ersten beruflichen Stationen möchte ich das Freiwilligenjahr nutzen, um durch sozialen Einsatz meinen eigenen Beitrag zu leisten und dadurch persönlich zu wachsen. Die Herausforderungen vor Ort werden prägend sein und ich freue mich auf die Vielzahl neuer Eindrücke. Die ehrliche und professionelle Organisation im Rahmen des MaZ-Programms bieten hierbei eine gute Hilfestellung. Das Vermitteln von Werten unter der Berücksichtigung eines stabilen Wertegerüsts stellt für mich einen weiteren Vorteil dar und ich freue mich auf die Zeit vor Ort!

Warum ich MaZ sein möchte

Ich heiße Francesca Cyris, bin 19 Jahre alt, habe 2016 mein Abitur am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß abgeschlossen und absolvierte danach einen Bundesfreiwilligendienst im Klinikum Augsburg. Nach meinem Jahr als Missionarin auf Zeit in Uganda habe ich den Traum, Medizin zu studieren.

Ich fühle mich beim MaZ-Programm richtig, da mir die familiäre Umgebung sehr gefällt und man sich auf jeden verlassen kann. Es sagt mir auch sehr zu, dass in den Projekten der christliche Glaube eine große Rolle spielt, da dadurch gleich eine erste Verbindung zum Einsatzort und den Menschen dort entsteht.

Da ich in der privilegierten Umgebung Deutschlands aufgewachsen bin, ist es mein Wunsch, etwas zurückzugeben und eine andere Perspektive auf die Welt kennenzulernen. MaZ ist dafür die perfekte Gelegenheit, da ich Uganda nicht als Touristin kennenlerne, sondern als Freiwillige. Ich finde es unglaublich spannend und aufregend in eine neue Kultur einzutauchen, diese kennenzulernen und ein Jahr ganz anders zu leben. Ich freue mich auf interessante Begegnungen und Erfahrungen mit den Menschen in Uganda.

Mit meinem Freiwilligendienst möchte ich einen kleinen Beitrag für mehr Gerechtigkeit auf der Welt leisten.

Warum ich MaZ sein möchte

Seit ein paar Jahren steht für mich fest, dass ich einen Freiwilligendienst nach dem Abitur machen will, um ein komplett anderes Leben kennenzulernen. Da ich mich auch schon lange für Afrika begeistere, stand für mich fest, dass es ein afrikanisches Land sein soll. Ich will dieses eine Jahr auch für mich selbst nutzen, um mich in meinem Leben zu orientieren. Ich wünsche mir, dass ich viele Erfahrungen sammeln werde, um an ihnen wachsen zu können.

Warum ich MaZ sein möchte

Als MaZ ins Ausland zu gehen erscheint für mich attraktiv, weil man auf der einen Seite die Chance bekommt ein neues Land und eine fremde Kultur zu entdecken und sich andererseits gleichzeitig in sozialen Projekten engagieren und etwas von sich weitergeben kann. Genau diese Kombination bietet der Freiwilligeneinsatz als MaZ und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einen solchen Einsatz anzutreten.

Warum ich MaZ sein möchte

Für mich steht schon seit geraumer Zeit fest, dass ich nach meinem abgeschlossenen Abitur ein Jahr im Ausland verbringen möchte. Zunächst war ich fest überzeugt, das Jahr als “Work and Travel“ in Australien oder Neuseeland zu verbringen. Dadurch hat man die Möglichkeit ein neues Land, eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen, eigene Erfahrungen zu machen und durch diese persönlich zu wachsen. Nachdem ich vom Freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) einer Bekannten im Ausland gehört habe, entwickelte sich bei mir auch der Gedanke, mein Auslandsjahr in Form eines sozialen Dienstes zu absolvieren. Durch die Homepage von „weltwärts“, ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bin ich dann über einen kleinen Umweg auf „MaZ“ gestoßen. Der Einsatz in diesem Rahmen verbindet alles, was ich mir von meinem Jahr im Ausland erhofft habe: eine Aufgabe in einem sehr sinnvollen Projekt, die Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen und viele wertvolle Erfahrung zu sammeln. Ursprünglich wollte ich eigentlich nach Peru, doch für mich hat sich jetzt eine Stelle in Manila auf den Philippinen ergeben, mit der ich absolut zufrieden bin. Dank des sehr tollen und professionellen Teams der Comboni-Missonare und SalvatorianerInnen fühle ich mich sehr gut vorbereitet und freue mich auf meine Ausreise.

Warum ich MaZ sein möchte

Für ein Jahr als MaZ habe ich mich entschieden, da ich noch viele neue Erfahrungen sammeln will, um mir bei meiner beruflichen Wahl klarer zu werden. Ich freue mich auf ein Jahr weg von meinen gewohnten Lebensumständen hinein in eine für mich neue Welt. In meinen bisherigen Praktika habe ich bemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht. Dies hat meine Entscheidung, einen einjährigen Freiwilligendienst zu machen, zusätzlich gestärkt.

Warum ich MaZ sein möchte

Vor einem Jahr habe ich mir Gedanken gemacht, was ich nach meiner bald endenden Schulzeit machen möchte. Ich wollte gern etwas Neues sehen und erleben, dabei aber nicht nur reisen, sondern mit Menschen vor Ort leben, arbeiten und ihren Alltag kennenlernen. Durch Berufsmessen und andere Veranstaltungen bin ich auf die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes gekommen. Durch weitere Recherchen habe ich meine jetzige Entsendeorganisation, die Comboni-Missionare, gefunden. Ihr Angebot eines Freiwilligendienstes als Missionarin auf Zeit (MaZ), gibt mir die Möglichkeit alle meine Vorstellungen umzusetzen und gleichzeitig meine Glaubenseinstellung praktisch zu leben. So habe ich eine für mich passende Option gefunden, anderen Menschen zu helfen, Neues kennen zu lernen, Sprachkenntnisse zu vertiefen und mit den Menschen vor Ort zu leben und zu glauben.

Warum ich MaZ sein möchte

Bevor ich im nächsten Herbst mit dem Medizinstudium beginne, möchte ich praktische Erfahrungen sammeln und mich gleichzeitig sozial engagieren. Dabei reizt es mich, in eine fremde Kultur eintauchen zu dürfen, neuen Menschen zu begegnen und im Kleinen einen eigenen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten zu können.

Deshalb habe ich mich für ein Auslandsjahr als Missionarin auf Zeit (MaZ) bei den Comboni-Missionaren entschieden.

Warum ich MaZ sein möchte

Ich glaube, es tut gut, wenn man ab und an über den eigenen Tellerrand schaut. Wo prägt mich den meine eigene Kultur in meinem Alltag, in meinen Ansichten und meiner Persönlichkeit? Ich möchte das besser verstehen und glaube, die kommende Zeit in Peru kann dazu etwas beitragen. Ich will sehen, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede in unseren Kulturen liegen und ich hoffe, ich kann so Brücken zwischen der peruanischen und der deutschen Kultur bauen.

Großbrand Parola – zwei Monate später

Es sind schon wieder zwei Monate vergangen, seit ein Großbrand mehr als zehn Armensiedlungen in Parola, Tondo verwüstet hat. Die Situation wird jeden Tag ein bisschen besser. Besonders nach einem Monat konnte man deutliche Unterschiede sehen. Die betroffenen Leute sind sehr ehrgeizig und motiviert, die niedergebrannte Area wieder neuaufzubauen. Dabei helfen alle zusammen – klein und groß. Nur gemeinsam ist man stark, lautet das Motto.

Jeder trägt dazu bei, ins gewöhntes Leben wieder zurück zu gelangen.

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Warum möchte ich MaZ sein ?

Timo Roujean

Timo Roujean

Es gibt natürlich vielerlei Gründe, die einen jungen Menschen dazu bewegen, ins Ausland zu gehen. Ich möchte kurz auf die für mich wichtigsten Gründe eingehen, weshalb ich ein ganzes Jahr, ausgerechnet in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) verbringen werde. Beginnen wir mit den persönlichen Gründen. Ich selber bin in Südfrankreich, einem kulturellen Schmelzpunkt aufgewachsen. So lernte ich schon im Kindesalter auf die verschiedenen kulturellen Gegebenheiten Südfrankreichs zu achten und diese auch genauer zu Beobachten und zu verstehen. Schwierig, für einen siebenjährigen Knaben. Nun will ich meinen kulturellen Horizont, der schon von meiner doppelter Nationalität geprägt ist, erweitern.

Ein weiterer Grund betrifft meine beruflichen Perspektiven. In den letzten Jahren habe ich mich mehr und mehr für das gesellschaftliche und politische Weltgeschehen und dessen Hintergründe interessiert. Dementsprechend möchte ich in meinem späteren Beruf meine sprachlichen, politischen und kulturellen Kenntnisse einbringen. Die DRK als Einsatzland eignet sich dabei hervorragend, um diese Kenntnisse erweitern zu können. Denn es gibt weltweit wohl kaum ein Land, das einerseits so viele natürliche Ressourcen, Schätze und Rohstoffe besitzt, anderseits von solch bitterer Armut und Konflikten geprägt ist wie die DRK. Eigentlich wäre dieses Land dazu bestimmt, eines der wirtschaftsstärksten Länder Afrikas zu sein, doch unter den Folgen jahrelanger, immer noch stattfindender Ausbeutung durch Industrienationen und der kriegerischen Vergangenheit, aber auch der Korruption in der Politik, leidet heutzutage in erster Linie immer noch die Zivilbevölkerung. Mir ist zwar bewusst, das ich nur einen kleinen Wirkungsradius habe, doch ich werde bei der Unterstützung des Unterrichts in der Schule versuchen, die Alphabetisierung in kleinem Rahmen voranzutreiben und somit einen Teil dazu beitragen, die Armut nachhaltig zu bekämpfen.

Warum möchte ich MaZ sein?

Alexander Meisinger

Alexander Meisinger

Schon seit einiger Zeit verfolge ich besonders die Artikel in der Zeitung, in denen es um die Ungleichheit zwischen verschiedenen Ländern geht. Diese Tatsache hat einen enormen Teil dazu beigetragen, weshalb ich mich für ein Missionar auf Zeit – Jahr entschieden habe.

Ich möchte diese bereits genannte „Ungleichheit“ hautnah erleben und mein Bestmögliches versuchen, einen kleinen Fortschritt für die Menschen in Not zu erreichen. Natürlich werde auch ich selbst viel von ihnen lernen dürfen.

Dass die Menschen auf den Philippinen -trotz der hohen Armutsrate- laut einer Studie zu den glücklichsten Menschen weltweit gehören, fasziniert mich besonders.

Mir scheint: man braucht kein Vermögen an Geld um glücklich zu sein. Für mich spiegelt das Land Philippinen dies perfekt wider, denn ich denke, die Menschen dort assoziieren Reichtum nicht mit Geld, sondern zum Beispiel mit einer großen Familie.

Ich bin zuversichtlich, dass dieses „soziale Jahr“ mir entscheidende Kenntnisse für meinen weiteren Werdegang bringen wird und freue mich darauf, meine Erfahrungen nach diesem Jahr an Interessierte zu vermitteln.

We can only change the world, if we change ourselves.

Warum möchte ich MaZ sein?

Alyssa Queener

Alyssa Queener

Ich habe mich dazu entschieden ins Ausland zu gehen, da der Auslandsaufenthalt zum einen für mich persönlich die Möglichkeit darstellt, eine neue Lebensweise, mit anderen Normen und Werten kennenzulernen durch die ich meine eigenen Vorstellungen und Anschauungen erweitern kann, was eine unglaublich bereichernde Erfahrung ist. Zum anderen, da der Aufenthalt im größeren Sinne eine Möglichkeit zum Kulturaustausch darstellt, der in einer sich immer mehr vernetzenden Welt immer wichtiger ist, um auf eine tolerante Art und Weise miteinander zu leben und voneinander zu lernen. Durch MaZ wird mir hierbei, nach dem Motto „mitleben, mitbeten, mitarbeiten“, die Möglichkeit eröffnet sich wirklich auf die Menschen im Einsatzland, ihre Kultur und Sprache einzulassen und nicht nur als „Zuschauer“ Vorort zu sein.

Warum möchte ich MaZ sein?

simone_klein

Simone Klein

Ich möchte anderen Menschen auf der Welt helfen und an ihrem Leben teilhaben. Sie sollen durch mein Wissen bereichert werden, genauso wie ich von ihnen lernen möchte. Außerdem möchte ich Teil der weltweiten christlichen Glaubensgemeinschaft sein und möchte das kirchliche Leben in einer anderen Kultur kennenlernen.

Warum möchte ich in Ausland gehen?

Nach meinem Schulabschluss bietet sich für mich die Chance, meinen Horizont durch ein Jahr im Ausland zu erweitern. Ich erwarte mir durch meinen MaZ-Einsatz Erfahrungen, die mich auf meinem weiteren Lebensweg prägen werden. Mich interessieren vor allem die anderen Kulturen und ich erhoffe mir, mehr Selbständigkeit zu erwerben.

Warum möchte ich MaZ sein?

rebekka_buter

Rebekka Buter

Mein Einsatz steht im größeren Sinne für einen Kulturaustausch. In diesem Jahr im Ausland möchte ich Erfahrungen sammeln und versuchen meinen Horizont zu erweitern. Ich möchte mich auf eine neue Kultur, neue Sprache eine neue und einfachere Lebensweise einlassen. Ich freue mich auf den Kontakt mit den Menschen vor Ort und auch die Schwierigkeiten, die mich erwarten und mit denen ich umzugehen lernen muss.