Archiv der Kategorie: Tansania

Beginn meines MaZ-Dienst

Nach über achtmonatiger Vorbereitungszeit begann am 4. August 2018 endlich mein Auslandsjahr. Ich betrat das Flugzeug mit gemischten Gefühlen. Einerseits habe ich meine Freunde, Familie, Bekannte und mein gewohntes Umfeld für ein Jahr verlassen und werde alles sicherlich auch vermissen, anderseits war die Vorfreude auf Tansania und die neuen Eindrücke riesig. Zweiteres Gefühl überwog deutlich. Zusammen mit Carlotta und Jeanette, zwei Freiwilligen der Steyler- Missionarinnen, die in einem Waisenhaus in Bugoba (nähe Viktoriasee) mithelfen werden, flogen wir vom Münchner Flughafen los. Der Flug verlief ohne Probleme, lediglich das Warten auf das Visum am Flughafen in Dar Es Salaam, oder auch nur Dar, wie es von Einheimischen abgekürzt wird, verzögerte sich etwas. Am Flughafen angekommen wurden wir von Lukas, der 2010 einen Freiwilligendienst in Mkuranga absolviert hatte, abgeholt und nach Kurasini in ein Ordenshaus der Salvatorianer gebracht. Dort trafen wir auf Iris und Philomena, meine „Vorgängerinnen“ aus Mkuranga. Sie haben uns am nächsten Tag mit organisatorischen Dingen wie Geldabheben, Besorgen einer tansanischen Handynummer sowie Kaufen der Bustickets nach Morogoro geholfen. Morogoro liegt circa 5-6 Stunden westlich von Dar Es Salaam entfernt. Dort ist die Sprachschule, in der wir einen knapp vierwöchigen Sprachkurs absolviert haben. Hier wurden uns die Grundkenntnisse des Kishualilis vermittelt. Ein normaler Unterrichtstag sah wie folgt aus: um 8:00 morgens oder auch 2 Uhr Swahilitime begann der Unterricht. Hier wird im Alltag eine andere Zeitrechnung verwendet. So beginnt die Swahili- Zeitrechnung bei Sonnenaufgang, sozusagen mit der Stunde 0 (6 Uhr morgens). Die erste Stunde des Tages endet um 7 Uhr morgens, woraus sich auch die Uhrzeit, nämlich 1 Uhr Swahili- Zeit (saa moja), ableitet. Entsprechend dieser Zeitrechnung (als Eselsbrücke subtrahiert oder addiert man jeweils sechs Stunden zu unserer Zeit) ist also 9 Uhr vormittags die dritte Stunde und 14 Uhr nachmittags die achte Stunde. Besonders in den ersten Wochen hat dies häufig zu Verwirrungen geführt, mittlerweile bereitet es mir kaum noch Probleme. Um 10:00 wurde der Unterricht für eine halbe Stunde pausiert. In der teatime wurde dann gemeinsam mit den Lehrern Tee und Kaffee getrunken zusätzlich gab es noch kleine Snacks. Um 12:00 Uhr endete der Unterricht am Vormittag und die Mittagspause begann. Von 14:30 -16:00 war erneut Unterricht. In der Summe ergab dies fünf Stunden Kishualili- Unterricht pro Tag. Meistens waren wir nach dem Unterricht mental ziemlich erschöpft, denn der Unterricht sowie die Lehrmaterialien waren auf Englisch. Es war deswegen ziemlich anstregend, immer zwischen Kishualili, Englisch und Deutsch zu übersetzen. Die Tatsache, dass wir nur zu dritt Unterricht hatten, hat diesen Effekt nicht verringert. Die Wochenenden in der Sprachschule waren von den Lehrern gut organisiert. So wanderten wir beispielsweise zu einem deutschen Kolonialhaus, das 1911 gebaut wurde und das immer noch bewohnt ist. Obale, ein maasaischer Sprachlehrer, begleitete uns Sprachschüler zu einen lokalen Maasai- Markt, bei dem vor allem Kühe, Ziegen verkauft/gekauft und geschlachtet wurden. Außerdem brachte er uns die Kultur des Maasaistammes und die Aufgaben eines Maasais näher. Das Highlight während der Zeit in der Sprachschule war aber ohne Frage der Besuch des Mikumi-Nationalparks am zweiten Wochenende. Dieser Trip wurde von Philomena, der Vorfreiwilligen, organisiert. Am Samstag ging es dann früh morgens los, da in der Morgendämmerung die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, Tiere in ihrer freien Wildbahn zu sehen. Von den berüchtigten „Big Five“ (Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn) sahen wir drei in ihrer natürlichen Lebensumgebung, nämlich Büffel, Elefanten und Löwen. Am Sonntag wanderten wir im Udzungwa Mountains Nationalpark zu einem Wasserfall. Nach dem Sprachkurs trennten sich die Wege für Carlotta, Jeanette und mich. Die beiden Mädchen fuhren ins ca. 24 Busstunden entfernte Bukoba, um dort ihr Projekt anzutreten. Für mich dagegen ging es zurück nach Dar Es Salaam. Dort war ich erneut im Ordenshaus der Salvatorianer in Kurasini untergebracht, in dem wir nach der Ankuft bereits gewohnt haben. Hier verbrachte ich weitere neun Nächte. Ziel dieses Aufenthaltes war, das Jahresvisum für mich zu beantragen. Im Unterschied zu Frewilligen in anderen Ländern, die ihr Jahresvisum bereits vor dem Hinflug bekommen haben, ist bei uns Freiwilligen in Tansania das Vorgehen etwas anders. Wir sind mit dem normalen Touristenvisum eingereist, welches drei Monate gültig ist. In diesen drei Monaten kümmert sich der/die Freiwillige um das Jahresvisum. Nachdem meine entsprechenden Unterlagen abgegeben worden waren, wurde ich von meinem Verantwortlichen, Fr. Ayub, nach Mkuranga gebracht. Mittlerweile bin ich schon knapp eine Woche in Mkuranga und hatte bereits meine ersten Tage im Projekt. Ausführlichere Informationen zu meiner Arbeit und Mkuranga kommen im nächsten Bericht.

Kwa heri!
Johannes Wutte

Happy Birthday to me!

Ich möchte euch diesesmal von einem unvergesslichen Tag erzählen – meinem Geburtstag in Mkuranga. Ja, in Tansania ist es üblich, dass man sich selbst feiert. Nicht wie in Deutschland, wo man nie weiß, ob man Andere daran erinnern soll, dass heute der große Tag ist oder sich einfach leise für sich alleine freuen soll. Da ich aber die deutsche Art und Weise gewohnt bin, habe ich es auch so gemacht. Nur wenige wussten Bescheid (dachte ich zumindest) und so wollte ich morgens ganz normal in die Arbeit gehen. Philo, die Süße, hat mich zum Frühstück mit einem selbst gekochten Pudding überrascht! <3 Nochmal vielen Dank dafür! Pudding haben wir beide schon ewig nicht mehr gegessen! Dementsprechend haben wir uns wie kleine Kinder gefreut! 😀 Danach, als ich in die Arbeit aufbrechen wollte, hat Philo mir gebeichtet, dass sie meinen Arbeitskollegen von meinem Geburtstag erzählt hat und ich nun auf Schnitzeljagd, statt in die Arbeit, gehen darf! Die Schnitzeljagd hatte 19 Stationen- für jedes Jahr eine Station. Die Stationen waren im Zimmer, Esszimmer, in der Farm, im Stall… einfach überall, wo wir so tag täglich hinkommen. Nach drei Stunden Rätsel lösen, mit der Hilfe von den Brüdern und einem Freund habe ich dann endlich meine Überraschung gefunden… und einen Affen… wir wissen bis heute nicht, warum jemand einen Affen gefangen hat und in den Stall gesperrt hat….. 😀 Dann ließen wir die Korken knallen und haben angestoßen (natürlich mit alkoholfreien Sekt, war ja noch früh am Morgen). Zurück im Zimmer wollten wir uns nun doch endlich für die Arbeit fertig machen….. zzzzzz upsiiiii wir sind beide eingeschlafen und erst am Nachmittag wieder aufgewacht. Was aber letzten Endes kein Problem war, da Philo Bescheid gegeben hat. Dann sind wir noch kurz in die Arbeit geeilt und haben uns für unseren freien Tag bedankt.

Danach ging es ab in den Chor, wie jeden Dienstag. Wir haben viele Lieder gesungen, und irgendwann kam Philo zu mir und wollte den Schlüssel haben, weil sie aufs Klo musste. Insgeheim hat sie aber einen Geburtstagskuchen, Messer, Feuerzeug, eine Kerze und Servietten geholt. Ich habe wirklich nichts geahnt, aber Philo hat mit allen Leuten aus dem Chor eine Überraschungsparty geplant. Es war so unglaublich schön. Ima hat den Geburtstagskuchen organisiert, Pasco Soda für alle und es wurde gesungen und getanzt! Ich war überwältigt! Dann durfte ich den Kuchen anschneiden und das Füttern ging los!

Das ist eine Tradition, die ich ziemlich lustig finde. Feiert in Tansania jemand seinen Geburtstag, wird das Geburtstagskind von drei oder vier Gästen mit einem Mundgerechtem Stück Kuchen auf einem Zahnstocher aufgespießt gefüttert. Danach füttert das Geburtstagskind jeden Gast einzeln. Die Jungs aus dem Chor haben mich noch ein bisschen geärgert und mir Zuckerguss ins Gesicht geschmiert, damit ich auf den Fotos auch wunderhübsch aussehe! 😀

Weg aus dem Alltag

Wie ein kleines Europa – Urlaub auf Sansibar

Im Januar haben wir mit Greta und Francesca, den beiden MaZlern aus Uganda, Urlaub auf Sansibar gemacht. In Dar es Salaam wollten wir die beiden dann vom Busbahnhof abholen. Doch wie so oft in diesem Jahr hat sich die Planung hier etwas schwierig gestaltet. Die erste Info war: Sie kommen um zwei Uhr in der Nacht an, was uns schon etwas seltsam vorkam, aber man weiß ja nie. Irgendwann ist uns dann in den Sinn gekommen, dass sie vermutlich in der „Tansanischen Zeit“ um zwei ankommen. Das heißt auf deutsch so viel wie acht Uhr morgens (In Tansania beginnt man nämlich mit der ersten Stunde des Tages das rechnen. Somit ist sieben Uhr die erste Stunde). Als wir dies jedoch feststellten, gab es noch das kleine Kommunikationsproblem, weil sie mittlerweile schon die Landesgrenze überschritten hatten und somit nicht erreichbar waren, weil sie ja nur eine ugandische SIM-Karte hatten. Aus dem acht Uhr morgens am nächsten Tag wurde dann doch drei Uhr nachmittags und wir waren alle froh, als wir uns in die Arme nehmen konnten.

Auf Sansibar hatten wir eine schöne und erholsame Zeit. Wir waren überrascht… so unglaublich viele Touristen!!! Und auch so viele Deutsche. Es war sehr ungewohnt, sich mit so vielen Menschen auf Deutsch unterhalten zu können! 😀 Und, dadurch, dass so viele deutsche Touristen auf Sansibar Urlaub machen, können auch erstaunlich viele Sansibarer deutsch sprechen. Beispielsweise haben wir unsere Gewürztour auf deutscher Sprache gemacht. Was dort auch ziemlich lustig für Philo und mich war, dass niemand erwartet hat, dass wir Kiswahili sprechen können.

 

Zwischenseminar

Im Februar hatten wir dann eine Woche Zwischenseminar in Dar es Salaam. Organisiert wurde das Seminar von den Spiritanern. Die Leiter waren ehemalige Freiwillige und Pater Gasto. Wir waren insgesamt 24 Freiwillige aus Tansania, Kenia, Ruanda und Sambia von verschiedensten Entsendeorganisationen. Somit waren wir eine buntgemischte Gruppe und es war unglaublich interessant, was jeder so in dem halben Jahr erlebt hat. In dem Seminar ging es hauptsächlich darum, sich auszutauschen, über Probleme im Projekt zu reden und sich gegenseitig Tipps zu geben. Es war faszinierend, wie die Gruppe innerhalb so kurzer Zeit zusammengewachsen ist, obwohl die meisten sich davor noch gar nicht kannten. Man konnte wirklich mit jedem offen reden und es wurde nie langweilig. In dem Seminar haben Philo und ich auch wieder einmal festgestellt, wie viel Glück wir mit unserer Einsatzstelle haben und auch, dass wir uns so unglaublich gut verstehen… wir haben immer was zu lachen. Wir hatten auch eine „open space“ Einheit, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Was bedeutet: wir, die Freiwilligen, überlegen uns Themen, über die wir reden wollen. Und es konnte wirklich jedes Thema gewählt werden… es ging von Projektspenden, Unterrichtsmethoden, als Weißer in Tansania, Frauen in Tansania bis hin zu Kleidersucht, wo wir uns über verschiedene Kleiderschnitte ausgetauscht haben, oder Kinderlieder. Das schöne beim Open space ist, dass man sich aussuchen kann wo man hingeht, zu jeder Zeit die Gruppe wechseln kann und es egal ist, wenn man Schlussendlich bei einem komplett anderem Thema landet. Wir haben auch verschiedene Methoden zur Konfliktlösung gelernt. Uns den Film „Blickwechsel“ angeschaut, welcher zeigt, was die Menschen im Einsatzort von den Freiwilligen denken und vieles mehr. Am letzten Abend wurde ein bunter Abend veranstaltet, was unglaublich viel Spaß gemacht hat. Die Teamer haben uns am Ende mit einem Schoko-Fondue überrascht, worüber wir uns alle wie kleine Kinder gefreut haben und so viel wie nur möglich gegessen haben! Somit war die Seminarwoche auch wieder total schnell vorbei und jeder von uns hat viel zum nachdenken mitgenommen!

 

Mit einem Gast zurück in Mkuranga

Eine der Freiwilligen, Jessica, hat kurzerhand entschlossen, nach dem Seminar mit nach Mkuranga zu fahren. Für fünf Tage war Jessica bei uns mit dabei, hat im Kindergarten die Kinder beschäftigt und auch bei Philos Arbeit vorbeigeschaut. Und wir haben festgestellt: es ist tatsächlich auch möglich, in  unserem eh schon relativ kleinem Zimmer auch zu dritt zu schlafen! 😀 Als jedoch am letzten Abend eine Maus in unserem Zimmer war, wurde uns das dann doch zu eng und wir haben Brother Jeremiah mit unseren Schreien aus dem Schlaf gerissen, damit er uns hilft. Mit einem großen Stock gerüstet kam er dann in unser Zimmer… blöderweise hat sich die Maus aber in der Zwischenzeit wieder sehr gut versteckt und wir haben sehr lange gebraucht, um sie zu finden. Dann hat Brother Jeremiah auch noch Brother Michael um Hilfe gebeten. Jessica und ich haben aus sicherer Entfernung (draußen) beobachtet, wie Philo und die zwei Brüder die Maus in unserem Zimmer gejagt haben. Nach ca zwei Stunden haben sie die Maus endlich erwischt und wir konnten in unser nun sehr verwüstetes Zimmer zurück und erst einmal aufräumen… Beim Frühstück hat man gemerkt, dass alle eine unruhige Nacht hinter sich hatten… wir wegen der Maus, die zwei Brüder wegen der Jagdaktion und die anderen wegen unseren schreien. Ja, wir halten unsere Brüder und Pfarrer in Mkuranga immer auf trapp! 😀

Liebe Grüße XOXO

In der Arbeit

In der Arbeit (Kazini)

Seit schon mehr als einem Monat arbeite ich im Krankenhaus an der Rezeption. Hier darf ich die Patienten aufnehmen und die Preise für die Medizin berechnen. Anfangs war alles noch ein bisschen viel, die anfänglichen Sprachprobleme und die Einführung in die Arbeit, aber jetzt läuft es schon mit beidem ziemlich gut.

Bei den meisten Patienten läuft es so ab:
Erst begrüßt man sich, dann nehme ich seinen Daten (Name, Alter, Wohnort…) auf, danach geht der Patient zum Doktor. Der Doktor schreibt daraufhin auf was bei dem Kranken getestet werden soll (Blut, Urin, Blutdruck, Blutzucker, Malaria…) und dann kommt dieser wieder zu mir an die Rezeption. Nachdem der die Kosten für die Untersuchung gezahlt hat, wird er ins Labor geschickt. Dort werden die Tests durchgeführt. Sobald die Laborergebnisse fertig sind, wird der Patient meistens noch einmal zum Doktor geschickt, der verschreibt ihm dann die passende Medizin und dann kommt dieser ein letztes Mal zu mir und ich berechne ihm den Preis, den er dafür zahlen muss. Meistens zahlt der Patient gleich, doch manchmal ist es auch so, dass er nur einen Teil des Geldes dabei hat und er deshalb nur einen Teil der Behandlung/Medizin erhält. Ansonsten kommt er am nächsten Tag wieder und bezahlt dann alles. Manchmal nimmt der Patient nur die Hälfte der Medizin und lässt z.B. die vom Arzt verschriebenen Schmerztabletten weg. Denn es muss gespart werden.
Grund: Hier in Tansania gibt es keine Gesetzliche Krankenkasse. Jeder hat für sich die ganze Behandlung zu zahlen. Oft werden dafür Freunde und Familie angepumpt. Denn es heißt hier: Kein Geld, keine Medizin.
Gleich mal ein kleines Dankeschön an unser Gesundheitssystem in Deutschland – auch wenn‘s da auch Probleme gibt.

Nachdem der Patient dann bei mir bezahlt hat, kann er sich die Medizin im nächsten Zimmer abholen. Und das war‘s dann auch schon.

Vicent, der im Labor arbeitet, besucht mich an meinem Arbeitsplatz

Zurzeit greifen mir noch die Krankenschwestern Fabiana oder Inocencia unter die Arme, die mir auch alles erklärt haben und es immer wieder tun. Sie sind sehr nette Arbeitskolleginnen, mit denen ich gut zurechtkomme.
Ansonsten gibt es in dem Krankenhaus noch drei Jungs, die im Labor arbeiten (Vicent, Sande und James), den lieben Bruder Jeremiah, der sich um die Verwaltung kümmert und auch die Chefposition innehat, die Putzfrauen Mama Mariana, Zaituni und Celina, die Restituta von der Apotheke und die Doktorin Schwester Celestina.

In dem kleinen Häuschen neben dem Haupttrakt arbeiten Theresia, Rose und Kwege in der Geburten- und Impfstation. Nachts wird das Krankenhaus von dem Nachtwächter Fabian, mit Spitznamen Mungumungu bewacht.

Vormittags kommen viele Patienten, nachmittags dahingegen meistens nur fünf. Wenn es regnet kann es auch sein, dass nur einer oder keiner kommt. Am Nachmittag habe ich also weniger zu tun, nachmittags sind auch weniger Angestellte im Krankenhaus als vormittags.

Das wars erst mal allgemein zu meiner Arbeit. 😀

Liebe Grüße aus Mkuranga!

Dezember 2017

Von Spontanität und Gastfreundschaft

Hallo liebe Leser,

im Kindergarten sind zur Zeit Ferien und da haben wir kurzerhand entschlossen, verschiedene Häuser der Salvatorianer in Tansania zu besuchen. Wir haben lange überlegt, wo wir unsere Reise beginnen sollen und haben uns dann für die Stadt Masasi im Süden Tansanias entschieden. Dort ist ein großes Haus, wo alle Salvatorianer Brüder Tansanias ihr Gelübte ablegen. Demnach war praktisch schon jedes Mitglied dieses Ordens dort.

Bruder Jeremiah aus Mkuranga hat uns deshalb am Sonntag zur Busstation begleitet, um dort mit uns ein Busticket für den nächsten Tag zu bekommen. Da zur Weihnachtszeit viele Menschen hier Urlaub haben, vor allem sehr viele Schüler, und zu ihren Familien reisen, hatten wir das Pech, dass es keine Tickets mehr gab. Alle haben uns empfohlen, einfach noch einen Tag zu warten, um am Dienstag ein sicheres Ticket zu bekommen. Wir blieben aber stur und wollten trotzdem schon am Montag nach Masasi reisen. Es gibt nämlich Busse, die keine festen Abfahrtszeiten haben, bei denen man mit viel Glück spontan mitreisen kann. Dieses Glück hatten wir nicht. Am Montagmorgen warteten wir seit sieben Uhr voller Hoffnung auf einen Bus nach Masasi, in dem noch zwei Plätze frei waren. Nach fünf Stunden haben wir uns sehr gefreut, als uns mitgeteilt wurde, dass ein Bus mit freien Plätzen auf dem Weg ist. Zu früh gefreut. Kurz vor Mkuranga hatte dieser Bus eine Reifenpanne und der Angestellte der Busstation teilte uns mit, dass dies unsere letzte Mitfahrgelegenheit gewesen wäre. Immer noch stur wollten wir einfach unsere Reise heute starten. Deshalb haben wir kurzerhand beschlossen, nach Morogoro zu fahren, um dort ein anderes Haus der Salvatorianer zu besuchen. In Tansania ist oftmals Spontanität gefragt… 😀 Dort gab es dann keine Komplikationen mehr. Binnen einer halben Stunde war der Bus da und wir sind schnurstracks nach Morogoro gefahren. Bruder Jeremiah hat uns wieder weitergeholfen und uns in besagter Stadt angekündigt.

Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben, egal ob man Gäste erwartet oder nicht, es nimmt sich immer jemand Zeit. Um sieben Uhr abends wurden wir von Bruder Daniel von der Busstation abgeholt und zu der Jordan University (Haus der Salvatorianer in Morogoro) gebracht. Auf dem Weg dorthin hat er uns noch zum Essen eingeladen. Wir wurden hier sehr herzlich aufgenommen und auch gleich vom Chef des Hauses begrüßt, wie es hier zu Lande üblich ist. Wir sind immer wieder aufs neue überrascht, wie viel Zeit sich die Brüder für uns nehmen, um uns willkommen zu heißen.

Heute früh haben wir uns dann auf die Suche nach dem Frühstücksraum gemacht. Dabei sind wir auf Bruder Raphael gestoßen, der sich ganze zwei Stunden Zeit genommen hat, um uns den Campus der Universität zu zeigen. In der Jordan University studieren rund 3000 bis 4000 Studenten. Darunter 216 angehende Brüder verschiedener Ordensgemeinschaften. Man kann hier Theologie, Jura und auch Wirtschaft und ähnliches studieren. Das Haus, die Universität und das ganze Gelände sind beeindruckend groß und ungewohnt still, da die Hauptstraße weit entfernt ist. Wir haben uns gefreut, dass unsere Reise, trotz kleinen anfänglichen Schwierigkeiten, doch noch so schön wurde und wir durch all diese Zufälle die Möglichkeit bekommen haben, eine tansanische Universität zu besichtigen.

Wir sind gespannt, wo es uns die nächsten Tage hintreiben wird.

Liebe Grueße aus Morogoro,

Philo und Iris

Unsere Familie

Unsere Familie! Familia yangu!

Mittlerweile haben Iris und ich uns schon gut eingelebt in unseren Alltag.

Wir haben, wie gesagt, unser eigenes Zimmer und Bad. Die Brüder/Brother und Pfarrer/Father haben wir mittlerweile auch schon besser kennengelernt.

Kurz eine kleine Vorstellungsrunde:

Die Fathers

Father Ayub ist unser offizieller Verantwortlicher hier, er hat als oberster Pfarrer eigentlich immer viel zu tun, ist sehr nett und hat ein Lachen, das einen mitreißen kann. Auch in der Kirche bringt er die Leute oft zum Lachen, was ziemlich bewundernswert ist. Er hat sich auch hauptsächlich mit uns um unser Visum gekümmert, hat uns die Stadt gezeigt und nimmt uns immer noch oft mit. Hat sich also wirklich Zeit genommen. Hier in der Gemeinschaft hat er das Sagen und die Verantwortung unter den Brüdern. Wir haben das Gefühl, dass er mit jedem gut klarkommt, und auch mit den Kindern aus dem Kindergarten kann er gut umgehen und sie zum Lachen bringen. Vor allem am Anfang waren wir echt froh, dass er unser Verantwortlicher ist.

Es gibt auch noch einen zweiten Pfarrer, den Father Kisima (zu Deutsch heißt Kisima übrigens „Brunnen“). Dieser ist neu in der Gemeinschaft in Mkuranga und ist erst seit vier Monaten hier. Auch voll lieb, er versucht uns immer beim Frühstück dazu zu bringen, mehr zu essen, was er auch schafft. Bis Ende Dezember gibt er noch Englischunterricht in der Schneiderschule, den Iris und ich dann im Januar übernehmen werden. Mittlerweile haben wir ihn auch schon etwas besser kennengelernt.

Die Brothers

Nun zu den Brüdern. Brother Jeremiah arbeitet mit mir im Dispensary (eine kleine Krankenstation). Er ist dort der Chef und die Verwaltung. Immer wenn man ihn fragt nimmt er sich Zeit und lacht ganz lieb, sodass man sich überhaupt nicht dumm vorkommt irgendwas zu fragen. Mit ihm haben wir auch schon einige lange Gespräche geführt. Er ist seit 2001 Bruder und seit 2010 hier in Mkuranga.

Brother Mikel arbeitet als Schreiner in der Schreinerei. Die werden wir demnächst auch besichtigen. Ihn sehen wir nicht ganz so oft wie die anderen, weil die Schreinerei ein bisschen weiter weg ist. Wenn wir aber mit ihm reden, ist er auch nett.

Zu allerletzt ist da noch Brother Mwenda Pole. Er arbeitet als Schneiderlehrer in der Schneiderschule (also ein Zimmer mit Schneiderschülern), das direkt am Kindergarten liegt, also gleich bei Iris Arbeitsstelle. Wenn er keinen Unterricht hält, arbeitet er entweder in der Shamba (so eine Art Farm) oder näht Kleidung für Mitbrüder oder Freunde. Seinen Namen finden wir ziemlich cool, er bedeutet wörtlich übersetzt „der langsam Gehende“, wohingegen er immer ziemlich fit und lustig drauf ist. Wenn man mit ihm redet, macht er meistens Späße mit uns, so ein bisschen ein Scherzkeks. Seit 2009/10 ist er in unserer Gemeinschaft in Mkuranga.

Wir habens gut getroffen mit der Zusammensetzung unserer kleinen Gruppe!

Liebe Grüße an alle!

Dezember 2017

Das Leben in Mkuranga

Hallo liebe Leser!

Nun habt ihr schon lange nichts mehr von mir gehört, aber jetzt will ich euch von unseren ersten paar Wochen und unserem Alltag hier in Mkuranga erzählen.

Wir leben hier mit Father Ayub, Father Kisima, Brother Mwenda Pole, Brother Michael und Brother Jeremaya in einem Haus. Die Brüder und Pfarrer sind alle sehr nett und haben uns sehr herzlich aufgenommen. Sie sind unsere Ansprechpartner, falls wir Fragen über alles Mögliche haben. Mit ihnen zusammen essen wir jeden Tag Morgens, Mittags und Abends. Philo und ich teilen uns ein Zimmer und das Bad. Unser Zimmer ist klein aber fein. 😉 Susi und Happy sind die zwei Köchinnen für unser Haus. Die beiden sind sehr lieb und Happy gibt uns auch immer gerne mal „Mode-Tipps“, da wir noch nicht ganz mit dem Gebrauch von Kangas und Kitenge vertraut sind.  Das sind gemusterte Stoffe, welche man sich beispielsweise über den Rock wickeln kann. Ein Must Have für jedes Mädchen und jede Frau in Tansania. Einmal zogen wir es falsch herum an, das andere Mal hatten wir es zu weit oben gebunden, wie es anscheinend nur ältere Frauen machen… man lernt jeden Tag dazu! 😀

Bei uns gibts viele Tiere und Früchte

Das Grundstück der Salvatorianer ist sehr groß. Es gibt hier eine Farm, wo Semanai, Fabi und Ima arbeiten. Diese drei wechseln sich ab mit der Arbeit auf der Farm und der Nachtwache. Auf der Farm haben wir Ananas, Bananen, Mangos, Papaya und viele weitere Früchte. Zudem haben wir rund 30 Hühner, Ziegen, Schweine, Hasen und zwei Hunde. Brother Jeremaya hat uns vor ein paar Wochen einen Welpen mitgebracht, um den Philo und ich uns jetzt immer kümmern. Und auch der Kindergarten und das Dispensary, unsere Arbeitsstellen, sind auf dem Grundstück der Salvatorianer. Neben den Brüdern gibt es auch noch ein Schwesternhaus der Salvatorianer in Mkuranga. Eine der Schwestern ist Sister Dativa. Sie arbeitet mit mir zusammen im Kindergarten.

Die Arbeit im Kindergarten

Jeden Morgen werde ich mit einem Ansturm von Kindern begrüßt. Alle rufen „Mwalimuuuu“ (=Lehrerin) rennen auf mich zu und umarmen mich. Solche strahlenden und aufgeweckten Kinder versüßen mir den Morgen jeden Tag aufs Neue. Die anderen Lehrer sind Sister Dativa, Lukas, Shakira und Saida. Ima ist der Mann für alles. Er ist wie ein Hausmeister, hilft aber auch im Unterricht mit. Also auch irgendwie eine Art Lehrer. Und dann gibt es hier noch Helena, die jeden Tag für die Kinder und die Lehrer kocht. Im Moment sind im Kindergarten um die 70 Kinder, welche in zwei Klassen aufgeteilt sind. In meiner Klasse, die „Ngorongoro“ Klasse sind 37 Kinder, wobei ich ein Kind noch nie gesehen habe, da die Eltern seit zwei Monaten das Schulgeld nicht mehr bezahlen konnten und somit das Kind den Kindergarten nicht mehr besuchen kann. So ein Fall ist keine Seltenheit. Viele Kinder kommen erst mitten im Jahr in den Kindergarten oder müssen schon vor Jahresende wieder aufhören, weil das nötige Geld fehlt. Ein Kindergarten in Tansania unterscheidet sich von dem Konzept der deutschen Kindergärten. Man kann das eher mit der ersten Klasse oder der Vorschule vergleichen, da die Kinder hier schon richtigen Unterricht bekommen. Jeden Tag werden die Kinder um ca. acht Uhr mit Pikipikis (Motorrädern) zur Schule gebracht. Father Ayub hat schon öfter erwähnt, dass er sich einen Bus für die Kinder wünscht, da es sehr gefährlich ist, wenn zwei bis drei Kinder auf einem Motorrad zur Schule und nach Hause fahren müssen.

Um acht Uhr wird mit den Kindern draußen gesungen. Erst Bewegungslieder wie z. B. „Head and shoulders“ auf Kiswahili und Englisch. Im Anschluss singen die Kinder noch die Hymne der Schule und von Tansania. Den Kindern wird hier schon sehr früh Disziplin beigebracht. Die Kinder, welche im Januar in die Primary School kommen, marschieren jeden Morgen im Gleichschritt in ihr Klassenzimmer. Bei den Jüngeren klappt das allerdings noch nicht ganz so gut. Um 8:30 Uhr geht es dann mit dem Unterricht los. Die Ngorongoro Klasse ist die Klasse mit den jüngeren Kindern. Der Wochenplan sieht so aus:

Montag:              Englisch
Dienstag:            Mathematik
Mittwoch:          Kiswahili
Donnerstag:      Englisch
Freitag:              Malen

Meine Aufgaben

Ich mache den Englischunterricht. Dort bringe ich ihnen bei, wie man sich vorstellt, das englische Alphabet und andere Basics wie die Begrüßung und erste einfache Wörter. Am Anfang war ich mir nicht ganz sicher, ob ich das so hinbekomme mit dem Unterrichten, da ich noch keine Erfahrungen damit gemacht habe. Aber mittlerweile habe ich schon Spaß am Unterrichten und es gelingt mir immer besser, die Aufmerksamkeit der Kinder zu bekommen! Das liegt unter anderem daran, dass mein Kiswahili schon besser geworden ist und ich mehr mit den Kindern reden kann. Ich unterrichte ca. zwei Stunden. Währenddessen schreiben die anderen Lehrer Lukas und Ima die Aufgaben für die Kinder in ihre Hefte, die sie nach dem Unterricht machen müssen.  Wenn sie die Aufgaben erledigt haben geht es zum Chai (Teepause). Helena ist die Köchin für den Kindergarten. Sie kocht in der gleichen Küche wie Susi und Happy und bringt jeden Tag um zehn Uhr den Tee und etwas zum Essen dazu. Es gibt beispielsweise Maandasi (süßes Gebäck), Muhogo, Toast, Uji oder eine Art Maisbrei. Zum Essen sitzen alle Kinder in einem Klassenzimmer auf dem Boden und beten davor noch. Nach dem Chai haben die Kinder noch Zeit zum Spielen draußen und danach geht es mit dem Chor weiter.

Im Moment proben die Kinder für den Auftritt, da die Verabschiedung der älteren Kinder vor der Tür steht. Die Kinder singen und tanzen und sieben Kinder präsentieren zusammen ein Gedicht. Auch ein paar Kinder aus meiner Klasse werden etwas vorführen.

Um 12:30 Uhr fährt ca. die Hälfte der Kinder nach Hause und ich mache bis 14:30 Uhr Mittagspause. Die Kinder, die nachmittags dort bleiben, schlafen bis 13:30 Uhr und bekommen danach Mittagessen und haben Freizeit. Um 15:00 Uhr ist dann nochmal Chor bis 16:00 Uhr. Danach wird dann auch der Rest der Kinder abgeholt.

An den Tagen, an denen ich nicht unterrichte, schreibe ich immer mit den anderen Lehrern die Aufgaben für die Kinder. Und vor allem im Kiswahili Unterricht kann ich auch immer ganz gut mitlernen. Mit den anderen Lehrern verstehe ich mich sehr gut. Wenn ich nicht unterrichte, versuche ich immer Wörter aus dem Unterricht aufzuschnappen und schreibe sie mir auf die Hand, so kann ich mein Kiswahili verbessern. Auch die anderen Lehrer helfen mir dabei und nehmen sich immer Zeit um mir Wörter zu erklären.

Unser Chor

Die meisten, die mich kennen, wissen, dass ich gerne singe, deswegen bin ich zusammen mit Philo gleich in der ersten Woche zu einem der beiden Kirchenchöre gegangen. Wir wussten nicht wann und wo sie proben. Als wir dann einmal nachmittags im Zimmer waren, haben wir Menschen singen gehört und sind einfach dem Gesang gefolgt, so haben wir dann unseren Chor, den „Don-Bosco-Kwaya“, gefunden. In diesem Chor sind die meisten noch sehr jung. Was uns sehr fasziniert hat: Der Chor probt ganze vier Mal die Woche und singt zudem noch jeden Sonntag in der Kirche. Also jeden Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag wird ungefähr zwei Stunden lang gesungen. Die meisten aus dem Chor können keine Noten lesen, deshalb bekommt auch niemand Notenblätter, was für mich anfangs sehr ungewohnt war. Wir haben Hefte, in denen wir die Liedtexte hineinschreiben. Die Melodie wird von dem Chorleiter beigebracht und die muss man sich dann im Kopf behalten. Und natürlich sind alle Lieder auf Kiswahili, das heißt auch im Chor sind wir fleißig am Sprachelernen. 😀

Auf zum Chorwettbewerb!

Am Samstag, den 18.11.17, hatten wir eine  Art Chorwettbewerb bzw. einen Vorentscheid, welche Chöre aus der Region zu dem Chorwettbewerb geschickt werden. Das war sehr spannend! Wir hatten Stoffe gekauft und alle Frauen haben sich die gleichen Kleider und alle Männer die gleichen Hemden nähen lassen. Da auch alle Schwarze Ballerinas tragen mussten, sind wir dann noch mit zwei anderen aus dem Chor einkaufen gegangen, da Philo und ich keine hatten. Wir mussten in mindestens fünf Geschäfte gehen um endlich Schuhe zu finden, die zumindest ungefähr gepasst haben. Zudem haben wir in dieser Woche wirklich jeden Tag nach der Arbeit noch bis halb sieben geprobt. Dementsprechend müde waren wir dann die ganze Woche. Da der Chor ein Gospelchor ist, wird natürlich auch dazu getanzt. Das heißt neben dem Schuhe kaufen, zur Schneiderin gehen, Stoffe besorgen, Melodien und Liedtexte lernen mussten wir auch noch verschiedene Tanzschritte lernen…  Am Samstag ging es dann auch schon um sechs Uhr in der Früh los mit der letzten Generalprobe. Mit einem Minibus haben wir unsere Reise nach Kibiti dann auch eine Stunde später gestartet. Schon in dem Minibus wurde viel gesungen und gelacht. In Kibiti angekommen, haben wir erst einmal Tee bekommen und dann haben die Auftritte angefangen. Acht Chöre waren vor Ort. Es hat alles sehr gut geklappt mit dem Singen und Tanzen. Wir haben im ersten Durchgang drei Lieder gesungen, danach gab es ein paar Reden und es kam der zweite Durchgang, wo wieder alle Chöre drei Lieder singen durften. Bei dem zweiten Durchgang waren Philo und ich deutlich nervöser, da wir uns bei diesen Liedern nicht sehr sicher waren. Weder bei den Texten noch beim Tanzen, aber es lief alles glatt… 😀

Kurze Verwirrung auf der Bühne – was passiert da?

Bei unserem letzten Lied ist dann plötzlich ein Mann von einem anderen Chor aufgestanden und auf die Bühne gekommen. Ich habe mich sehr gewundert, warum dieser Mann mitten während des Auftritts auf die Bühne geht… Dann kam er zu mir und hat mir einen Geldschein hingehalten. Ich war komplett verwirrt und habe einfach weitergetanzt. Ich wusste nicht, ob er mir das Geld geben will oder jemand anderem… ich war auf alle Fälle sehr verwirrt und wollte das Geld nicht annehmen. Der Mann war jedoch hartnäckig und hat mir den Geldschein in die Hand gedrückt und ist wieder gegangen. Wie so oft, wenn Philo und ich etwas nicht verstehen, mussten einige schmunzeln (wie auch Philo und ich). Danach hat mir Sister Dativa erklärt, dass das ein Brauch in Tansania ist. Wenn einem ein Auftritt gut gefällt, geht derjenige auf die Bühne und gibt Geld her. Es muss nicht viel sein, umgerechnet waren es ein oder zwei Euro. Ich finde das eigentlich eine sehr schöne Geste, und nach mir haben auch noch einige andere Geld bekommen, aber im ersten Moment war ich einfach verwirrt. 😀

Das wars auch schon wieder von mir und die nächsten Tage werde ich noch von dem Kindergartenfest berichten, da das Schuljahr in Tansania zu Ende geht.

Liebe Grüße

Iris

Kwa herini! – Auf Wiedersehen

Der Abschied
Hallo ihr Lieben, jetzt schreibe ich aus Deutschland. Ich bin schon seit ungefähr zwei Monaten wieder hier. Als erstes möchte ich euch von dem Abschied von Mkuranga erzählen, die Zeit bis kurz vor dem Ende meines Einsatzes ging unglaublich schnell vorbei. Aus einem Monat wurden Wochen und kurz darauf ein Tag. Am Montag unserer letzten Woche haben wir unsere Abschiedsfeier gefeiert. Das war ein sehr schönes Fest, das wir zusammen mit den Dadas, den Frauen die in der Küche der Mission arbeiten, den Arbeiterinnen und Arbeitern aus der Krankenstation und dem Kindergarten und den Brüdern vorbereiteten. Besonders das gemeinsame Kochen mit den Frauen war ein sehr schönes Erlebnis, denn es war alles sehr vertraut und wir redeten sehr viel, immer wenn ich jemand bekannten bei den vielen Besorgungen begegnete, wurde für eine kurze Unterhaltung angehalten. „Jamani! Tutawamissi!“ „Freunde wir werden euch vermissen!“ War einer der häufigsten Sätze. Mir fiel der Abschied von den Kindern besonders schwer. Ich hatte am Freitag meinen letzten Arbeitstag und am Montag musste ich aber noch oft am Kindergarten vorbeilaufen, und jedes Mal kamen alle Kinder zum Zaun gelaufen und riefen „Wiedersehen Lehrerin, auf Wiedersehen!“ bis sie mich nicht mehr sehen konnten.  Das Fest am Abend war eine bewegende Feier: es kamen an die 50 Leute, die Brüder natürlich, die Arbeiter von Krankenstation und Kindergarten, die Salvatorianer Schwestern, die Novizinnen der Franziskaner, die Arbeiter vom Hof, die Putzfrau in der Krankenstation, der Wachmann… also eigentlich alle Leute, mit denen wir in diesem Jahr etwas zu tun gehabt hatten. Wir feierten eine traditionelle tansanische Sherehe, eine Feier, bei der Alyssa und ich die Ehrengäste waren. Dazu gehören sehr viel Traditionen, wie zum Beispiel, dass von jeder Gruppe ein Sprecher eine kurze Rede hält, in der uns gedankt wurde, oder dass wir uns vorne hinstellen und alle Gäste in einer Schlange nach vorne kommen, um mit uns anzustoßen und sich zu verabschieden. Die Feier hat mich sehr berührt und ich habe realisiert, mit wie vielen Menschen ich etwas zu tun hatte und wie sehr sie mich in ihrer Gemeinschaft aufgenommen haben. Am nächsten Tag haben wir uns noch von allen verabschiedet und sind dann noch zusammen mit Timo, dem Freiwilligen in der Demokratischen Republik Kongo, der seine letzten drei Wochen in Tansania verbrachte, für drei Tage nach Bagamoyo, einer alten Hafenstadt in der Nähe von Dar Es Salaam gefahren. Diese Zeit war sehr schön, auch um nochmal etwas Ruhe zu finden. Je näher der Abschied rückte, desto weniger wollte ich gehen. Doch schließlich war es soweit, ich konnte es überhaupt nicht begreifen und war unglaublich traurig.

Das Ankommen
Nach einem vierzehnstündigen Flug kamen wir schließlich in München an, mir erschien alles surreal. Alles war sauber und leer und „weiß“. Meine Mutter holte mich mit meiner Schwester und meinem Bruder vom Flughafen ab. Ich freute mich sehr, sie und später den Rest von meiner Familie wieder zu sehen. Die erste Woche zurück in Deutschland war sehr hart, ich kam mir auf eine seltsame Art und Weise entfremdet vor und gleichzeitig war mir alles alt bekannt.  Wieso gehen diese Menschen alle irgendwohin, ohne miteinander zu reden? Wieso muss hier immer alles so schnell gehen?  Ich war teilweise irgendwie überfordert und vermisste Tansania. Meine Schwester hat mir in dieser Zeit sehr geholfen, weil ich mit ihr über alles reden konnte, vor allem weil sie gerade von einer ähnlichen Zeit, einem Freiwilligendienst in Rumänien, zurückkam.  Alles in allem kann ich sagen, dass ich das Zurückkommen als viel schlimmer empfunden habe, als das Ankommen im Einsatzland. Aber ich bin trotzdem unglaublich dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben und all diese wunderbaren Menschen kennengelernt zu haben.

Kwa Herini – Auf wiedersehen!

Karibu Tanzania!

Hallo ihr lieben, endlich hört ihr auch etwas von mir aus dem weit entfernten Tansania!

Am 08.08.17 war es so weit. Meine Reise konnte beginnen. Bei meinem Zwischenstopp am Istanbuler Flughafen habe ich noch Viona und Marie getroffen, zwei MaZler der Steiler-Missionare. Mit ihnen verbrachte ich meine ersten vier Wochen hier in Tansania.

Geduld übt sich
Nach rund 20 Stunden Reise konnte unser Abenteuer nun starten. Da wir vor unserer Reise schon vorgewarnt wurden, dass man es hier mit der Planung meist nicht so genau nimmt, waren wir uns schon nicht ganz sicher, ob uns jemand vom Flughafen abholt. Naja, zu dritt mit sechs Koffern warten wir darauf, dass vielleicht doch jemand kommt. Nachdem wir eine Weile gestanden sind, stellen wir fest, dass daraus nichts wird. So haben wir uns dazu entschlossen, ein Taxi zu nehmen. Wir haben dem Taxifahrer unsere Adresse gegeben und gefragt, ob er sie kenne.  Seine Antwort: Ja – und eigentlich hat er damit nein gemeint, wie wir später herausgefunden haben. Wir sind zwei Stunden durch Dar Es Salaam gefahren und nachdem der Taxifahrer noch fünf verschiedene Leute nach dem Weg gefragt hat, sind wir letztenendes glücklich, sicher und total müde bei dem Haus der Salvatorianer in Kurasini angekommen. Dort wurden wir gleich sehr herzlich von den Brüdern empfangen, was uns sehr gefreut hat. Brother Kessy (einer der Brüder aus Kurasini) hat uns das Haus gezeigt, wir bekamen Frühstück und danach ging es dann auch schnell ab ins Bett. Am selben Tag haben wir unsere Reise nach Morogoro fortgesetzt und waren froh, nach dieser langen Reise endlich richtig anzukommen.

Sprachschule
Am nächsten Tag ging es dann gleich los mit dem Sprachkurs. Marie, Viona und ich waren zu dritt in einem Kurs. Unser Lehrer war Bwana Yusto, einer der Priester hier an der Schule. Wir haben hier Montag bis Freitag jeden Tag fünf Stunden Unterricht. Die Sprachschule war sehr schön, man hat hier wirklich viel gelernt. Nicht nur die Sprache, sondern auch Kleinigkeiten im Alltag wurden einem beigebracht. Zum Beispiel, dass man Geschenke immer mit zwei Händen annehmen soll um deinem Gegenüber Respekt zu zeigen und man auch immer darauf achten sollte, die rechte statt der linken Hand zu benutzen (was mir als Linkshänder ziemlich schwer fällt). In der Sprachschule haben wir uns alle gleich sehr wohlgefühlt. Die Sprachlehrer haben uns immer gerne weitergeholfen und alle unsere fragen beantwortet, die uns auf der Zunge gebrannt haben.

Das Highlight jeder Woche war der Samstagsausflug. Jeden Samstag ging es wo anders hin. Am ersten Samstag waren wir wandern, dann waren wir einmal auf einem Massaimarkt, sind in die Stadt gefahren und haben noch eine Safari gemacht. Unser schönster Ausflug ging zu einer Massai-Zeremonie, die von dem Onkel einer unserer Lehrer veranstaltet wurde. Die Zeremonie fand in einem Dorf statt und ging zwei ganze Tage (wir waren aber nur an einem Nachmittag da). Obale (unser Lehrer) hat uns erklärt, dass bei dieser Feier das „Erwachsen werden“ der Jungen im Alter von ca. 14 Jahren gefeiert wird. Für diese zwei Tage wurden 14 Kühe geschlachtet und uns wurde gesagt, dass insgesamt rund 200 Massai auf dem Fest waren. Es wurde sehr viel getanzt und gesungen. Insgesamt war es sehr eindrucksvoll und ein unvergessliches Erlebnis.

 

Daladala und Bajaji
Obale, einer unserer Lehrer, hat uns in die Kunst des Daladala-Fahrens eingewiesen… und das ist wirklich eine Kunst! Ein Daladala ist ein Minibus mit etwa 20 Sitzplätzen und so vielen Stehplätze wie nötig. Das Motto lautet hier: Einer geht immer noch rein! Wenn man neben einem Huhn, von anderen Menschen eingeengt, auf Zehenspitzen steht, um der Person hinter dir nicht auf die Füße zu treten, kann das Daladala fahren auch zu einer akrobatischen Meisterleistung werden. Nächste Hürde: das Umsteigen. Am Bus Terminal mussten wir immer das Daladala wechseln, um in die Innenstadt Morogoros zu kommen. Kaum sind wir ausgestiegen, wurden wir von lauter Menschen eingekreist, die auf uns eingeredet haben und uns wer weiß wohin fahren wollten. In diesem Moment waren wir richtig froh, dass wir einfach Obale nachlaufen konnten, der uns zum richtigen Daladala gewiesen hat.

Ein paar Tage später wollten wir es dann alleine schaffen, Daladala zu fahren. Zu dritt haben wir an der Haltestelle gewartet. Einige Daladalas sind an uns vorbeigefahren… Eins, das dann stehen blieb, war uns doch etwas zu voll, weshalb wir beschlossen haben, auf das nächste zu warten. Also haben wir gewartet und gewartet. Eins nach dem anderen ist vorbeigefahren ohne zu halten. Irgendwann hat sich doch ein Daladala oder ein Schulbus (wir waren uns da nicht ganz sicher) erbarmt und hat uns mitgenommen. Am nächsten Tag wurden wir aufgeklärt, dass man eine bestimmte Handbewegung machen muss, damit das Daladala hält.

Ein anderes beliebtes Fortbewegungsmittel hier ist das Bajaji. Das Bajaji hat drei Räder, ist halb offen, der Fahrer sitzt vorne und hinten ist Platz für drei Personen. Marie hat es immer mit einem Rasenmäher verglichen… 😀 Wie auch im Daladala muss man es mit der Sitzplatzzahl nicht so genau nehmen und so haben wir es schon zu acht in ein Bajaji geschafft.

Im Moment sind Philo und ich noch in Dar Es Salaam und hoffen, dass wir in den nächsten Tagen unsere Visa bekommen und es endlich nach Mkuranga gehen kann!

Safari ya Tanzania inaanza – die Reise nach Tansania hat begonnen

Nimefika – Ich bin angekommen

Hallo ihr Lieben!
Es wird Zeit, dass ich euch von meinem ersten Monat hier berichte!
Am 28. August bin ich mit dem Flieger in München nach Istanbul gestartet und dann weiter nach Dar Es Salaam. Dort hat mich dann zuverlässig meine Mitfreiwillige Iris Wallner abgeholt, ich war richtig froh, dass sie das gemacht hat und ich nicht auf irgendwen anderes warten musste. Nach einer Nacht in Dar Es Salaam sind wir weiter nach Morogoro in die Sprachschule gefahren. Dort habe ich den letzten Monat verbringen dürfen.

Shuleni ya lugha – in der Sprachschule
In der Sprachschule in Morogoro sollten wir nun die Grundlagen für Kiswahili lernen, denn in unserem späteren Einsatzort Mkuranga spricht so gut wie keiner Englisch.

Von Montag bis Freitag hatten wir Schule. Ich hatte ständig Einzelunterricht, da keiner mit mir zu der Zeit begonnen hatte Kiswahili zu lernen. Das war zwar anstrengend aber auch lustig, weil man mit den Lehrern auch Späße machen konnte. Jede Woche wechselt auch der Lehrer, damit ein bisschen durchgemischt wird.

Der Tagesplan sieht so aus:

08:00 – 10:00 Uhr Unterricht
10:00 – 10:30 Uhr Chai (Tee)
10:30 – 12:00 Uhr Unterricht
12:00 – 14:30 Uhr Mittagessen und Pause
14:30 – 16:00 Uhr Unterricht
16:00 Uhr Chai(Tee) und Pause
18:00 Uhr Abendessen

…also ziemlich viel Unterricht 😀

Mwisho wa wiki – Wochenende in der Sprachschule
Die Wochenenden in der Sprachschule waren nie langweilig. Den einen Tag sind wir in die Stadt (Morogoro) gefahren, dann waren wir Wandern in den Bergen oder auch auf dem Massaimarkt, alles in Begleitung der Lehrer. Es wurde sehr viel von der Schule aus organisiert.

Chakula – Essen
Nun zu einem der Grundbedürfnisse des Menschen: Essen. Hier in der Sprachschule in Morogoro gibt es fünf Mal am Tag etwas zu Essen, also reichlich!
Zum Frühstück gibt es wie bei uns Müsli, Brot mit Belag, Kaffee und Kaba (Kakao). Also wie in Deutschland – bis auf Wurst- oder Käseaufschnitte, die hab ich hier noch nicht gesehen.
Beim Chai (Tee) gibt es immer Tee, Kaffee und eine kleine Beilage wie Popcorn, süßes Brot oder Kekse.
Mittagessen und Abendessen sind hier warm und sehr europäisch geprägt. Was es immer gibt ist Reis, eine Soße mit Gemüse oder Fleisch, und so Grünzeugs. Dazu gibt’s abwechselnd Fisch, Fleisch, Pizza oder Lasagne.
Verhungern tut hier in der Sprachschule jedenfalls keiner – wie man erahnen kann.

Pesa – Geld
In Tansania gibt es Tansanische Schilling als Geldwährung. Momentan entsprechen 10 000 Tansanische Schilling 3,8 Euro.

Magari na kipilefti – Autos und Kreisverkehr
Hier in Tansania herrscht Linksverkehr, das ist definitiv eine Umstellung.
Selbst nach einer Woche bin ich in der Stadt noch erschrocken, wenn ich ein fahrerloses Auto hab rollen sehen, wobei der Fahrer natürlich einfach nur auf der anderen Seite am Lenkrad saß …
Wenn man am Beifahrersitz mitfährt und volle Sicht auf die Straße hat, hat man das Gefühl, man wäre ein Geisterfahrer und würde gleich mit den entgegenkommenden Fahrzeugen kollabieren.
Auch die Fahrweise hier ist anderes als in Deutschland, hier geht vieles durcheinander, und normalerweise schnallt sich keiner an, auch wenn Gurte da wären.
In Tansania ist die Geschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt, auch in den Überlandstrecken. Ein Lehrer hat mir erzählt, dass der Staat diese Regelung erst vor ein paar Jahren eingeführt hat, da vorher so viele Unfälle passiert sind. Seitdem dauert das Reisen zwischen den Städten länger als zuvor.
Auf den Straßen sind hier hauptsächlich Pikipikis (Motorräder), Bagagis, normale Autos, Dalladallas, Basis (Kleinbusse), oder Lastwägen unterwegs. Regierungswagen erkennt man sofort an ihrem noblen Aussehen.
Die großen Straßen in Tansania sind gut ausgebaut. Ich finde, sie sind von der Qualität vergleichbar mit unseren Überlandstraßen. Also z. B. die von Schierling nach Eggmühl. So was wie unsere Autobahnen gibt’s hier nicht.

Kwa mara ya kwanza Malaria – zum ersten Mal Malaria
Diesen Montag war ich das erste Mal hier krank. Ich hab‘ mich gleich testen lassen auf Malaria. Die Malariateststation war ein kleines Häuschen direkt auf dem Schulcampus. Das Ergebnis war jedoch negativ. Also musste es etwas Anderes sein. Als es am Dienstag noch nicht besser war, bin ich noch mal mit Iris zum Malariatest. Um Malaria zu testen, stach der Doktor in meinen Mittelfinger und tat das Blut dann auf so eine Glasscheibe. Danach musste man nur zehn Minuten warten bis das Ergebnis fertig war. Diesmal ist das Ergebnis dann positiv ausgefallen. Wie mir der Doktor erklärt hat, hat sich das Malaria noch nicht sehr ausgebreitet gehabt und deshalb konnte er es gestern noch nicht erkennen. Als Medizin bekam ich ganz normal Tabletten. Mittwochabend war ich dann schon wieder ziemlich fit.

PS: Eigentlich habe ich bis jetzt immer ganz brav meine Malariaprophylaxe zu mir genommen, hab jetzt aber trotzdem Malaria bekommen. Jetzt hör ich erst mal auf damit, weil ich nicht denke, dass die Tabletten bei mir etwas nutzen.

„It’s not up to you“ – ,,Das ist nicht dein Problem”
Vorgestern, am Donnerstag, sind Iris und ich von Morogoro nach Dar Es Salaam gefahren, da wir in Dar Es Salaam noch Dokumente für das Visum nachreichen mussten. Danach soll es dann endlich in unsere Einsatzstelle nach Mkuranga gehen. Nach fünf Stunden Busfahrt sind wir in Dar Es Salaam angekommen. Dann mussten wir aber noch auf unseren Freund warten, der uns abholen sollte, denn er steckte im Verkehr fest. Der Busfahrer, mit dem wir beide mitgefahren sind, hat uns angeboten, bei ihm drinnen im Bus zu warten, da er meinte, dass es für zwei Weiße draußen im Dunkeln am Busbahnhof mit vier großen Koffern mit höchstwahrscheinlich teurem Inhalt, zu gefährlich sei. Im Bus haben wir uns noch zu dritt einen verpackten Kuchen geteilt, den wir als Abendessen gegessen haben. Irgendwann sind wir dann kurz draußen gestanden, weil wir uns ein anderes Taxi holen wollten. Jedenfalls hatte ich noch immer die Verpackung vom Essen in der Hand, und ich sah keinen Mülleimer, wo ich das wegschmeißen konnte. Also fragte ich den Busfahrer, wo ich das hinlegen sollte. Der lachte, nahm es mir aus der Hand, schmiss es auf die Straße und sagte: „It’s not up to you.“(=„Das ist nicht dein Problem“). In dem Moment fühlte ich mich richtig deutsch und ordentlich.

Zurück in Deutschland

Hallo ihr Lieben,

Jetzt hört ihr auch mal wieder von mir. Seit dem letzten Mal ist einiges passiert und in der Zwischenzeit bin ich sogar seit einer kleinen Weile wieder zurück in Deutschland.

Die letzten paar Wochen in Tansania sind, wenn ihr mich fragt, viel zu schnell vergangen. Ich konnte es gar nicht fassen als es plötzlich nur noch eine Woche bis zu meinem Rückflug war und es auf einmal darum ging Abschied zu nehmen. Das Abschiednehmen von allen Leuten, den Brüdern, meinen Arbeitskollegen, Freunden, ist mir wirklich schwer gefallen. Klar habe ich mir fest vorgenommen wieder zurückzukommen und alle zu besuchen. Aber es wird wohl nicht mehr dasselbe sein, da man eben nur zu Besuch ist und nicht mehr dort lebt. Ich bin jedenfalls unfassbar froh und dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen, Mkuranga ist für mich mein zweites zu Hause geworden.

Das Zurückkehren nach Deutschland fand ich am Anfang ein wenig schwierig. Natürlich habe ich mich sehr gefreut, meine Familie und meine Freunde wiederzusehen, das Schwierige war eher, sich wieder auf Deutschland zurückumzustellen. Mir ist dabei aufgefallen wie schnell und wie sehr man sich doch an andere Lebenssituationen gewöhnen kann. Zurück in Deutschland habe ich gemerkt, wie sehr ich mich an Tansania gewöhnt hatte, und wie mir dadurch anfangs teilweise manche Sachen, und vor allem Umgehensweisen, in Deutschland auf einmal fremd vorkamen.

Inzwischen habe ich mich aber wieder gut zurückeingelebt und freue mich sehr auf die nächste Gelegenheit, wieder nach Tansania zu reisen.

Kulturschock Wien

Nun bin ich schon ein bisschen mehr als ein Monat in Wien zurück und ertappe mich immer noch dabei, dass mich etwas sehr überfordert bzw. überrascht. Aber nun mal zu den ersten Wochen. Erstes Erlebnis: eine dreispurige Autobahn und der Verkehr vom Flughafen nach Hause, nächste Herausforderung: einparken. Ich war sehr froh, dass dieses Mal meine Mama gefahren ist. Natürlich bin ich aus dem Erzählen nicht mehr herausgekommen. Noch in der ersten Nacht hatte ich wohl einiges zu verarbeiten, denn laut meiner Mutter sprach ich laut auf Kiswahili.  Schon wenige Tage später kam die nächste Wieder-Neuerfahrung „U-Bahn fahren“. Ich kann mich erinnern, wie ich zu meiner Mama sagte: “Mama, ich fahr zum ersten Mal wieder U-Bahn!“. Ich schätze, dass sich die Leute rund um uns gedacht haben: “Was ist denn mit der los?“ Für mich war es mal wieder erstaunlich, wie schnell man von A nach B kommen kann. Auch einer meiner ersten Eindrücke war die Ignoranz der Leute auf der Straße. Mir fehlten die freundlichen Begegnungen wie auf den Straßen in Tansania. Jedoch kann ich auch von sehr positiven, schönen Erlebnissen erzählen. Menschen, die unter anderem meine Artikel und verschiedene Wiener Kirchenzeitungen gelesen hatten, kamen auf mich zu mit der Frage „Klara, wie geht’s dir? Wie war Tansania?“ und dem Satz „Schön, dass du wieder da bist!“

Ein Erlebnis habe ich besonders in Erinnerung und zwar wollten mein Bruder und der Freund meiner Schwester mit mir auf einen Willkommensdrink gehen. Mein Bruder meinte: „Klara, wir treffen uns um 21 Uhr!“ Ich geriet in Panik, 21 Uhr ist viel zu spät. Ich darf doch nach 18:30Uhr nicht mehr allein unterwegs sein und dann noch allein U-Bahn fahren. Ich war damit so überfordert, dass ich meinem Bruder abgesagt und auf eine Woche später vertröstet habe. Eine Woche später war es dann kein Problem mehr.

Erstaunt hat mich ebenfalls, wie schnell einen der Alltag einholt. Einkaufen im Supermarkt, Bank- und Poststress, Wohnung auf Vordermann bringen, kochen und vieles mehr. Das Leben geht weiter, obwohl ich mich sicher verändert habe. Ich erinnere mich ebenfalls daran, ich wollte eine durchsichtige Handyhülle kaufen und der Verkäufer meinte der Preis wäre 15€. Ich sagte ihm, das sei mir zu teuer und ging, aber den verständnislosen Blick von ihm werde ich nie vergessen. Soviel zu meinen ersten Eindrücken in Wien, der Stress hat mich wieder.

Neues aus Mkuranga

Hallo ihr Lieben,

jetzt hört ihr auch mal wieder was von mir, ist ziemlich lange her und in der Zwischenzeit ist viel passiert.

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Osterbesuch

Hallo ihr Lieben, lange ist es her, dass ihr etwas von mir gehört habt. Also erzähl ich euch erstmal, was sich in letzter Zeit so getan hat. Alyssa und ich haben angefangen, zweimal die Woche Englischunterricht für die sechs Schneiderschülerinnen hier im Parish zu geben.

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Nur noch drei Monate …

Das Wichtigste zuerst, mir geht es gut! Mein größtes Problem ist nur: es gibt keinen Strom und kein Internet, nur am Handy! Jetzt in der Regenzeit funktioniert auch Solarenergie nicht wirklich, aber meine Zeit neigt sich dem Ende zu. Weiterlesen

Meine letzten paar Wochen

Hallo ihr Lieben,

Ich weiß, ich habe mich schon länger nicht mehr gemeldet! Möchte euch aber nun erzählen, was in der Zwischenzeit bei mir so los war!
Beginnen möchte ich mit dem Zwischenseminar, welches Mitte Februar in Dar Es Salaam stattfand. Es war ein tolles Seminar, mit vielen Erfahrungsberichten und tollen Leuten. Das Programm war ganz auf unsere Bedürfnisse abgestimmt! Hat sehr gut getan!
Gleich im Anschluss fuhr ich für einige Tage nach Kenia, Weiterlesen

Jumapili njema – Sonntags bei uns in Mkuranga

Hallo ihr Lieben,

Sonntags ist bei uns hier in Mkuranga immer ziemlich viel los. Der Tag beginnt für uns meistens schon um sechs Uhr in der Früh, da die erste Messe schon um halb sieben beginnt. Insgesamt gibt es drei Messen, die nacheinander stattfinden. Eine Messe dauert ungefähr zwei Stunden und alle sind immer ziemlich gut besucht. Insgesamt läuft der Gottesdienst ab wie bei uns in Deutschland, allerdings gibt es einige kleine Unterschiede: Weiterlesen

Ausflug nach Kisiju

Hallo ihr Lieben,

letztes Wochenende sind wir gemeinsam mit einem Freund von Mkuranga nach Kisiju, einem Dorf ca. 50 Kilometer von uns entfernt, gefahren. Wir sind am Sonntag in der Früh, direkt nach der Kirche los und haben uns mit unserem Freund Baba Sam am Busterminal von Mkuranga getroffen. Um nach Kisiju zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten: einmal mit dem Daladala, die Standardbusse hier, oder mit einem Noa. Weiterlesen

Weihnachten, Neujahr und andere Erlebnisse

Also erstmal zu den zwei wichtigsten Festen am Ende des Jahres. Weihnachten und Neujahr habe ich mit Alyssa, Becky und vier weiteren Freunden auf Sansibar verbracht. Wo ich eine weitere, ehemalige Freundin von der Sprachschule getroffen habe. Sie arbeitet auf Sansibar und hat uns viel gezeigt und organisiert.

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Karibu Mkuranga

Hallo ihr Lieben,

jetzt hört ihr auch mal wieder was von mir, ist schon bisschen länger her seit dem letzten Mal und viel ist passiert. Weiterlesen