Archiv der Kategorie: Sonstiges

Father Ayub Mwangonda aus Tansania zu Besuch in Deutschland

Im August 2007 kamen die ersten MaZ (Missionare auf Zeit) nach Tansania. Die von uns Salvatorianern betreute Pfarrei Mkuranga bei Daressalam hat seitdem jedes Jahr Freiwillige aufgenommen. Jetzt kam der Pfarrer, Father Ayub Mwangonda SDS, zum fid-Seminar „sexualisierte Gewalt“ nach Köln. Fünf Tage lang tauschten sich Entsender und Partner zu diesem Thema aus. Für die übrigen 10 Tage hatte P. Georg Fichtl ein buntes Programm vorbereitet.

Das erste Ziel war der Illerwinkel im Allgäu. In Lautrach veranstalteten am Samstag vor dem Weltmissionssonntag vier Frauen und zwei Jugendliche den Kinderbibeltag. Da berichteten Frater Ayub von seiner Pfarrarbeit und zwei „seiner“ MaZ von ihrem Einsatz im Kindergarten und im Gesundheitszentrum. Sie zeigten Bilder, sangen mit den 27 Kindern Lieder auf Swahili, bastelten Trommeln und zeigten Kleider. Auf diese Weise wurde die Bibelstelle vom barmherzigen Samariter erschlossen. Denn Jesus hebt da die Hilfsbereitschaft des Ausländers aus Samarien hervor, der die Not des Überfallenen sieht und ohne Wenn und Aber hilft.

Eine Vielzahl von Eindrücken stürzten auf Father Ayub ein: Ehemalige MaZ hießen ihn am Flughafen willkommen. Das gut ausgebaute Straßennetz beeindruckte ihn. Die schön ausgestatteten Kirchen begeisterten ihn. Maria Steinbach mit seiner herrlichen Wallfahrtskirche und der hügeligen, von den Alpen begrenzten Landschaft,  den auf saftigem Grün weidenden Kühen und den riesigen Traktoren hatten es ihm angetan. Da überraschten ihn zwei besondere Mkuranga-Freunde, die ihn schon in Afrika beraten haben und sich jetzt für seine Erfolge interessierten. Ja, es stimmt: Diese Station kann sich mehr und mehr selbst erhalten.

In Messfeiern und Besuchen kam es zu weiteren Begegnungen. Dabei war die Einweihung des „Rössle“ in Lautrach ein Highlight. Das Zusammentreffen mit den Mitbrüdern in Maria Steinbach, Lochau-Hörbranz, München, Wien und Margarethen setzte weitere Akzente. Die Teilnahme an der Wienfahrt der Coaches (= Betreuer der MaZ im Einsatz)und ihrem Klausurtag war ein weiteres herausragendes Ereignis. Im Austausch zeigte sich, wie sehr man miteinander vertraut geworden ist.

Die Abrundung war zuletzt die Trägerkonferenz in Wernau. Wie andere kirchliche Organisationen nehmen wir seit zwei Jahren die Servicestelle des BDKJ der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Anspruch, die einen Großteil der Organisation der Freiwilligeneinsätze abwickelt und sich um die beträchtlichen Zuschüsse des deutschen Staates kümmert. Im Austausch wird deutlich, wie gut für die Vorbereitung, Begleitung und Rückkehr, aber auch in Notfällen für die Freiwilligen gesorgt ist. Sorgen bereitet aber vielen die Überalterung im Trägerbereich. Wie gelingt es, für die eigene Einrichtung junge Kräfte zu gewinnen, aber auch vielversprechende Projekte noch mehr auf eigene Füße zu stellen?

P. Georg Fichtl

 

Karibu Tanzania! – Meine ersten zwei Monate in Tansania

Hallo zusammen!

Innerhalb von 2 Monaten kann man hier in Tansania sehr viel erleben. Ich fange einfach mal  von vorne an.

Mit großer Vorfreude und ein wenig kribbeln im Bauch habe ich meine große Reise Anfang August angetreten.

Zunächst bin ich nach Morogoro in die Sprachschule, in welcher ich 1 Monat lang in die Sprache Kiswahili eingeführt wurde. Anzumerken ist , das man bei dieser Sprache nicht unbedingt Wörter vom Englischen, Französischen oder deutschen ableiten kann . Also etwas ganz Neues. Doch es hat von Anfang an Spaß gemacht sich auf etwas Neues einzulassen. Nebenher habe ich auch wundervolle Menschen kennengelernt, die mir sehr wichtig geworden sind. Ebenso habe ich einen Massai Markt besucht, der einen einfach fasziniert. 

Nachdem ich den Sprachkurs beendet hatte, bin ich an meine Einsatzstelle gekommen. Ich wurde von den Brothers and Fathers der Salvatorianer wirklich toll aufgenommen, auch von den Sisters nebenan wurde ich sehr herzlich empfangen.

Zunächst mussten mein Mentor Father Ayub und ich erstmal die Bürokratie hinter uns bringen und noch sehr viele Male nach Dar es Salaam fahren , damit ich nicht irgendwann illegal im Lande bin.

Mittlerweile bin ich immernoch legal und mein Jahresvisum habe ich auch bald.

Das Gelände der Salvatorianer hier ist riesig. Zu Beginn hatte ich erst nur das Gelände mit Dispensary und Kindergarten und den Wohnhäusern gesehen, jedoch gehört noch eine ganz große Landwirtschaftliche Fläche dazu. Aufgrund dass Mkuranga auf der Spitze eines Hügels liegt , hat man eine wundervolle Aussicht auf Palmen, Bananenbäumen und vieles mehr.

Neben Pflanzen gibt es auch sehr viele Tiere zu sehen.

Schlagen, Affen, Hühner, Ziegen und ganz viele Krabbelviecher.

Ich arbeite in der Dispensary, der Krankenstation, der Salvatorianer. Meine Kollegen sind alle super nett und versuchen mir Kiswahili beizubringen.

Des Öfteren scheitere ich noch an mangelnder Sprachkenntnisse, aber ich merke, wie es trotzdem langsam einfacher wird.

Trotz allem macht die Arbeit sehr viel Spaß, auch wenn es manchmal etwas langweilig wird, wenn keine Patienten kommen(was ja eigentlich ein gutes Zeichen ist).

So langsam hab ich mich hier gut eingelebt und traue mich mehr unter die Leute . Das heißt ich erkunde Mkuranga und lerne viele nette Leute kennen, die auch meine Vorgänger schon kennengelernt hatten.

Mittlerweile hat auch hierbei Regenzeit begonnen, was hin und wieder sehr angenehm ist, da es dann abkühlt und man auch nachts sehr gut schlafen kann. Für die Wäsche ist es aber nicht so gut geeignet . Sie trocknet zwischen den Regenschauern und wird dann wieder nass , bis an einem Tag die Sonne scheint und die Wäsche dann wirklich trockenen kann.

Dazu muss ich sagen , dass hier per Hand gewaschen wird. Jetzt besitzen wir aber neuerdings eine Waschmaschine. Wer weiß wieviel ich dann noch per Hand waschen muss?

Ich warte jetzt gespannt auf Judith , die in  3 Wochen endlich ihren Dienst antreten wird.

Bis dahin liebe Grüße aus Tansania !

Klara

Zur Heimat und dem Globalen Müllproblem

Heimat

Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend). – Duden

Als ich vor nun mittlerweile mehr als 11 Monaten die Reise nach Manila angetreten bin war ich mir bewusst dass ich genau dies für ein Jahr hinter mir lassen werde. Der Abreise immer näher kommend muss ich feststellen dass ich nun wieder eine Heimat verlassen werde.

Ich bin ein absolutes Dorfkind. Der Dorftratsch gehörte genauso zu meinem Leben wie die Kühe auf der Weide gegenüber. Ein Bus fährt morgens raus und abends einer wieder rein, ansonsten galt es das Fahrrad oder das Auto zu nutzen. Vom Balkon der Ausblick in die bergige Landschaft des Bayrischen Waldes und wenn etwas Föhn herrschte den Sonnenuntergang mit Sicht auf die Alpen genießen. Metro Manila (ca. 23 Millionen Einwohner) ist davon so ziemich das absolute Gegenteil. Eine Weltmetropole von der es nichts vegleichbares in Deutschland (Berlin: 3,7 Millionen Einwohner, Bayern: 13 Millionen Einwohner) gibt.

Von einer solchen Idylle kommend habe ich nicht damit gerechnet mich jemals zu 100% heimisch zu fühlen doch über die Zeit hat sich genau dieses Gefühl ausgebreitet. Jedes mal wenn ich mit anderen Freiwilligen Reisen war wusste ich mich über die Stadt, den Lärm und den Smog zu beschweren doch wenn ich dann von paradisischen „Postkarten-Locations“ zurück bei meiner Wohnung in Quezon City kam fühlte ich mich dennoch zu Hause. Die Dinge die ich in Deutschland vermissen werde sind genauso unzählig wie die Dinge auf die ich mich schon wieder in Deutschland freue.

Das Globale Müllproblem

Eine Frage die mir häufig gestellt wurde ist, ob denn das Müllproblem hier tatsächlich so dramatisch sei, wie oft in den Medien dargestellt. Klare Antwort: Ja. Es gibt nunmal kein so nettes Müllsystem wie in Deutschland und ja, es liegt auch im vergleich zu Deutschland viel Müll rum. Wir Deutschen machen es uns, wie nahe zu jeder Industriestaat, an dieser Stelle leicht und argumentieren wie schön sauber es denn bei uns sei, wie gut wir auf die Umwelt achten. Im besten Fall zeigen wir noch mit gehobenem Finger auf andere. Die Realität ist aber eine ganz andere!

Als Vergleichsinstrument für solche Statistiken gibt es den Ökologischen Fußabdruck:

  • Während in Deutschland eine Person im Schnitt 5,3 gha (Globale Hektar) benötigt liegt dieser Wert in den Philippinen lediglich bei 1,1 gha. Mehr als 4,8 mal so Hoch!
  • In Deutschland haben wir pro Person eine Kapazität von 1,7 gha.
  • In den Philippinen sind lediglich 0,6 gha vorhanden.
  • Man kommt also auf das Ergebnis dass beide Länder ein sogennantes Ökodefizit aufweisen: -3,6 gha in Deutschland und –0,5 gha auf den Philippinen.
  • D.h. das Ökodefizit eines Deutschen, ist 7,2 mal so hoch wie das das eines Filipinos!

Mir ist bewusst dass ich hier auf eine gewisse Weise Schnitzel mit Reis vergleiche, da ich von reinem Müll auf die gesamte Nachhaltigkeit gesprungen bin (welche den Müll aber einschließt). Und ja, es gibt Länder die noch eine schlechtere Bilanz haben. Mit dem Finger auf andere zeigen und sagen „die sind aber viel schlimmer“ ist aber auch nicht richtig. Als gemeiner Bürger sollte man also sich selbst zur Rechenschaft ziehen und seinen Konsum inklusive dessen Folgen zwei mal Überdenken bevor man über andere Urteilt.

Schöne Grüße aus Manila,

Daniel

 

 

Orientierungstage – Kommt vorbei !

Du hast Lust, für ein Jahr in unseren Projekten auf den Phlippinen, in Indien oder in Tansania mitzuleben und mitzuarbeiten? Dann komm zu unseren Orientierungstagen und lerne uns kennen 🙂

 

Am 8. Dezember 2018  in München und am 12. Januar 2019 in Horrem (Nähe Köln) stellen wir Dir das MAZ-Programm und unsere Projekte in Tansania, Indien und auf den Philippinen vor. Wir wollen Deine Fragen zum Ablauf eines Freiwilligeneinsatzes beantworten und Dir die Möglichkeit geben, Dich mit ehemaligen Freiwilligen auszutauschen. Auch freuen wir uns, Dich, Deine Motivation und Deine Erwartungen an einen Freiwilligeneinsatz kennenzulernen.

Mit dem Anmeldebogen kannst Du Dich zu einem unserer Orientierungstage anmelden. Du nimmst unverbindlich teil: Der Orientierungstag soll Dir einen ersten Eindruck zum MAZ-Programm geben und ist nicht mit einer Anmeldung verbunden. Wir freuen uns Dich kennenzulernen!

 

Hier findet Ihr die Anmeldung zu den Orientierungstagen sowie das Programm für die Vorbereitungsseminare 2019-2020

 

Anmeldung Orientierungstag 2018 bzw.2019

MaZ Programm 2019-2020-1

Jeepneys, türkisblaues Meer und strahlende Kinderaugen (#6)

Hallo zusammen,

Inzwischen ist mein Jahr auf den Philippinen schon wieder vorbei. Auch wenn ich seit Anfang August zurück in meiner Heimat bin, möchte ich niemandem vorenthalten, wie sich meine letzten Monate auf den Philippinen gestaltet haben. In den Pfingstferien kam meine Familie zu Besuch, worüber meine Mutter in einem ‚Gastbeitrag‘ im Folgenden berichtet:

Als ich mich mit meinen Kindern Mitte Mai auf den Weg zu unserem Jakob auf die Philippinen machte, hatten wir alle keine Ahnung, was uns erwarten würde. Nicht nur, weil Jakob sich das Reiseprogramm für uns überlegt und es bis zum Ende geheim gehalten hatte, sondern auch, weil wir in eine ganz  andere Kultur eingetaucht sind, die mich total fasziniert hat. Jakobs erste Blog-Einträge, mit denen er uns an seiner Welt ein wenig teilhaben ließ, gingen über den Verkehr in Manila und den daran beteiligten Fahrzeugen. Ich muss zugeben, dass ich mich damals etwas darüber gewundert habe. Mittlerweile weiß ich, dass der Verkehr in Manila einen großen Anteil an der Atmosphäre dieser Stadt hat. Natürlich, Großstadtlärm wie in vielen Städten auch bei uns. Aber das Wie ist doch ein komplett anderes. In all dem Gewusel von Autos, Bussen, Tricycles, Jeepneys, Mopeds und dazwischen Fußgängern scheint es kaum Verkehrsregeln zu geben. Es wird rechts und links überholt, die Spuren werden wild gewechselt – aber: es funktioniert. Das Hupen, das permanent durch die Straßen tönt, ist kein aggressives Hupen, sondern eher ein auf sich aufmerksam machen. Und die wichtigste Verkehrsregel scheint zu sein, dass man nicht nur sich im Blick hat, sondern auch die Verkehrsteilnehmer um einen herum. So können Tricycles und Jeepneys ohne Probleme wieder in den fließenden Verkehr einfädeln, wenn sie neue Fahrgäste aufgenommen haben.

Diese Rücksichtnahme und das Aufeinanderschauen haben wir auch in den Begegnungen mit den Menschen auf den Philippinen erfahren. Überall wurden wir freundlich und zuvorkommend behandelt, man war stets bemüht, uns unsere Wünsche zu erfüllen, uns zu helfen, es wurde darauf geachtet,  dass es uns gut geht und wir uns wohl fühlen. Dies führte zu Erfahrungen, die bei uns hier undenkbar wären. So wurden uns, als wir morgens um 5 Uhr in unserer Unterkunft auf der Insel Coron ankamen, Betten in zwei sogenannten „nipa huts“ (traditionelle Häuser aus natürlichen Materialien wie der Nipapalme, deren Blätter häufig für die Dachkonstruktion verwendet werden) zur Verfügung gestellt, damit wir uns ausruhen können, weil unser gebuchtes Zimmer noch nicht frei war. Oder wir konnten einen Nachtisch, den wir schon einmal gegessen hatten und der unglaublich lecker war, aus einem Nachbarrestaurant bestellen. Haben Sie schon einmal versucht, eine Speisekarte aus dem Nachbarlokal zu ordern?

Auch die Menschen in Payatas sind uns mit großer Offenheit und äußerst freundlich begegnet als wir mit Jakob und Moritz einen Tag dort verbrachten und sie bei ihrer Arbeit begleiten durften. Dieser Tag hat mich sehr beeindruckt. Da war zum einen diese ganz andere Art zu leben, unterschiedliche Häuser, Straßen, die befestigt waren, aber auch Wege, die nur aus Erde bestanden. Frauen, die ihre Wäsche in Bottichen auf dem Platz vor dem Haus wuschen und Kinder, die mit einem Gartenschlauch abgeduscht wurden. In all das haben wir einen Einblick bekommen als wir mit den beiden Mazlern die Kinder in ihren Häusern abholten. Zum anderen erlebten wir äußerst offene und gastfreundliche Menschen. Wir wurden herzlich begrüßt, wir durften gerne Fotos machen und am Ende des Tages wurden wir von einer Familie noch zum Essen eingeladen. Kein Misstrauen, keine Zurückhaltung, sondern Offenheit und Wohlwollen schlugen uns entgegen.

Was Moritz und Jakob für die Kinder in Payatas leisten, ist beeindruckend. Die gemeinsamen Unterrichtsstunden, die an vielen völlig unterschiedlichen Plätzen in dieser Gegend stattfinden, sind sehr strukturiert aufgebaut und versuchen die Kinder in unterschiedlichen Bereichen anzusprechen. Nach der Begrüßung „Good morning, Teacher Jakob!“ und einem gemeinsamen Gebet versucht Jakob durch eine kleine Fragerunde über Lieblingsessen, -farben und anderem die Kinder mit der englischen Sprache ein wenig vertraut zu machen.

An unserem Besuchstag durften sie eines unserer mitgebrachten Puzzle zusammensetzen und dabei die Tiere auf Englisch benennen. „W“ und „X“ waren die Buchstaben, die sie an diesem Tag bei Jakob wiederholten und auf einem Arbeitsblatt schreiben mussten. Einige der Kinder waren da sehr geschickt, andere mussten sich schon mühen und brauchten Geduld. Viel Freude bereitete ihnen das Ausmalen eines Bildes, das auf dem Arbeitsblatt abgedruckt war – und noch größere Freude, dass sie aus dem Arbeitsblatt einen Papierflieger falten und ihn fliegen lassen durften. Die Gruppen, die auf einem Platz neben dem Friedhof unterrichtet wurden, vertieften die Buchstaben durch Laufspiele und Memoryspielen. Mit Freude lauschten die Kinder Jakob und Moritz als sie Märchen auf Tagalog vorlasen – für uns war es interessant zuzuhören obwohl wir nichts verstanden. Trotz der zum Teil eher schwierigen Umstände (die Kinder stehen um einen wackeligen Tisch, sie sitzen und schreiben auf einem Holzbrett, das über zwei Steine gelegt ist… da wirken unsere Diskussionen über die Ausstattung von Klassenzimmern mit Whiteboard und Beamer etwas befremdlich) gelingt es Moritz und Jakob, den Kindern das für die Einschulung notwendige Wissen zu vermitteln. So konnten die Kinder in Moritz Gruppe fehlende Buchstaben im Alphabet ergänzen und bei Jakob die bereits erlernten Buchstaben bei diversen Spielen wiederholen. Zum Mittagessen waren wir im Center eingeladen – Jeremy hatte für uns ein leckeres Mittagessen gezaubert und wir durften neben den Lehrerinnen und Lehrern, die die Jugendlichen unterrichten, auch Sister Frances kennenlernen.

Jakob zeigte uns nicht nur seine Arbeit und die quirlige Stadt Manila, sondern weitere wunderbare Ecken der Philippinen. Nach einer 14-stündigen Fahrt mit einer Fähre kamen wir auf der Insel Busuanga an. Ein Bummel durch den Ort Coron, der Besuch auf dem örtlichen Markt, nächtliches Kanufahren mit Besichtigen der Glühwürmchen in den Mangrovenbäumen und des faszinierenden fluoreszierenden Planktons standen ebenso auf dem Programm wie ein Besuch auf der Nachbarinsel Culion, auf der über 100 Jahre lang eine Leprakolonie bestand. Einen traumhaften Tag verbrachten wir beim Stand Up Paddeling, bei dem wir durch einsame Lagunen und unter Mangrovenbäumen paddelten. Immer wieder landeten wir auf fantastischen Inseln und wurden auf einer mit einem auf dem Boot zubereiteten leckeren Essen verwöhnt. Das Baden in heißen Quellen rundete diesen einmaligen Tag ab – für manchen Sonnenbrand bedeutete das fast eine homöopathische Behandlung nach Hahnemann „Gleiches mit Gleichem behandeln“. Die Besteigung eines kleinen Hügels während des Sonnenaufgangs bot uns einen phantastischen Blick auf einige der über 7000 Inseln der Philippinen. Unsere nächsten Erlebnisse durfen wir auf der Insel Palawan machen: Islandhopping, Schnorcheln, Besuch eines Wasserfalls und immer wieder Einblicke in das Leben der Menschen.

Unseren letzten Abend verbrachten wir mit „unseren Jungs“ Moritz, Simon und Jakob in „Fred’s Bar“. Leckeres Essen – wie immer auf unserer Reise – gute Gespräche, eine tolle Atmosphäre bei immer noch 30° und viele liebe Menschen um uns herum. So wie an diesem letzten Abend konnte ich auf der ganzen Reise spüren, wie sehr Jakob in diesem fernen Land angekommen war. Er, Moritz und Simon erfüllen ihre Arbeit mit und für die Kinder mit Herzblut. Innerhalb kürzester Zeit haben sie Freunde gefunden und Kontakte geknüpft – an dieser Stelle eine großes Dankeschön an Peter, der uns stolz und voller Begeisterung durch Intramuros und Chinatown führte. Sie erleben das Land und die Menschen in allen Facetten: bei ihrer Arbeit im Slum, beim Weggehen und Party feiern ebenso wie bei ihren Ausflügen und Reisen in verschiedenste Regionen des Landes. Sie verbringen viel Zeit in dem Bergdorf Buscalan, leben dort mit den Menschen und packen mit an, wo ihre Hilfe gebraucht wird. Sie genießen die einmaligen und unbeschreiblich schönen Inseln und setzen sich mit der Frage des Lebensstils auseinander. Nach dem, wie wir Jakob dort erlebt hatten, konnte ich beruhigt wieder nach Hause fliegen. Und es war eine intensive Zeit für uns als Familie – den ganzen Tag (und die Nächte) miteinander verbringen, Fantastisches erleben und viel Zeit zum Reden und Erzählen haben. Nun fiebern wir hier seinem Nachhausekommen in wenigen Tagen entgegen, denn unsere Reise liegt schon einige Wochen zurück. Trotzdem sind unsere Erfahrungen auf den Philippinen noch sehr präsent. Nicht nur, weil ich in meinem Religionsunterricht immer wieder davon erzählt und Bilder gezeigt und vielen Menschen voller Begeisterung berichtete habe, sondern auch, weil diese Reise für mich und Jakobs Geschwister uns in eine neue Welt, in Jakobs Welt, hat eintauchen lassen und uns sehr berührt hat.

Salamat po, Jakob, für diese einmalige, wunderbare Zeit mit

dir auf den Philippinen!

Christine, Paul, Magdalena und Anna

P.S. Inzwischen ist unser Jakob wieder bei uns und wir genießen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen!

Vom Feld zum Mund, von der Nuss zum Odi

Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich euch ganz kurz davon berichten, was die letzten Wochen hier im Konvent vor sich gegangen ist. Für mich hat das wieder einmal gezeigt wie unbewusst und einfach wir in Deutschland Nahrung zu uns nehmen können. Da heißt es nämlich, wenn man abends Lust auf irgendetwas hat: „Ich fahr noch schnell in den Supermarkt, bin gleich wieder da.“. Dann greift man schnell zweimal ins Regal, nimmt sich noch eine Dose gesalzene Erdnüsse als Snack mit und zu Hause auf dem Sofa genießt man diese dann. Wo die Erdnüsse herkommen, wo sie gepflanzt wurden, wer sie geerntet, getrocknet, geschält, sortiert und gesalzen hat, das spielt keine Rolle und den Großteil haben vermutlich sowieso Maschinen übernommen – unfassbar, wie technisiert und schnell (immer auf dem Sprung, stets im Stress des Alltags gefangen) wir leben.
Die Ernährung in Alenga steht im krassen Kontrast dazu. Und deshalb möchte ich euch heute davon erzählen wie Schwester Concentina und schließlich auch wir in den letzten beiden Wochen mit der Erdnuss-Ernte beschäftigt waren.
Die Erdnüsse wurden nach dem Ende der Trockenzeit (im Februar) gesät und dann regelmäßig von Unkraut befreit, während sie wuchsen. Vor ca. zwei Wochen hat die 85-jährige Sister Con schließlich angefangen die fertigen Erdnusspflanzen im Feld zu ernten und in den Innenhof zum Trocknen zu legen. Nach einiger Zeit war der gesamte Platz im Innenhof belegt und Sister hat die Pflanzen regelmäßig in der prallen Mittagssonne gedreht, damit die Erdnüsse trocknen. Eine Woche später war alles gut getrocknet und Sister begann die Nüsse, die an der Wurzel unter der Erde wachsen, von der Erde und der Pflanze zu befreien. Dabei halfen wir ihr dann gemeinsam mit einigen Schülerinnen und da wir uns um diese Zeit normalerweise alle in der Kirche zum Rosenkranz beten befinden, haben wir gleich mal den Rosenkranz mit der Arbeit verknüpft. Ungefähr 2 Stunden brauchten wir mit allen 20 Helfern um die Erdnüsse zu sortieren. Die Erdnüsse haben wir dann auf einem großen Haufen auf der Terrasse gesammelt. Anschließend werden die Nüsse geschält. Das ist eine ziemlich ermüdende Arbeit, denn nach der 150. Nuss schmerzen die Finger sehr und der Ertrag erscheint winzig im Vergleich zur Mühe, die man mit der Erdnuss-Ernte hat.
Die im Norden Ugandas bekannteste Verarbeitungsform der Erdnüsse ist das sogenannte Odi. Um Odi zu produzieren, werden die geschälten Nüsse geröstet und dann durch langes Reiben und anschließendes Sieben von ihrer Haut befreit. Dann bringt man die Nüsse zur Mühle. Odi besteht allerdings nicht nur aus Erdnuss sondern auch aus Sesam. Zum Mahlvorgang gibt man also auch zuvor gerösteten Sesam dazu. Nach ungefähr 15 Minuten erhält man das fertige und super leckere Odi, was hauptsächlich zum Frühstück zusammen mit Süßkartoffeln oder Cassava genossen wird oder zum Kochen der ebenfalls für den Norden Ugandas typischen Speise Malakwan (Spinat ähnliche Blätter mit Odi gemischt).

Das war es auch schon zur Erdnuss 🙂 . Mich werden diese Erfahrungen deutlich bewusster und verändert durch den Supermarkt laufen lassen… und euch?

Ganz liebe Grüße in die Heimat, in die ich in weniger als zwei Wochen ja auch schon zurückkehren werde,

eure Greta

Greta und Francesca unterwegs im Norden Ugandas

Hallo liebe Leser,

heute melde ich mich nach einiger Zeit endlich mal wieder mit einem Bericht über die letzten Wochen. Wie ihr ja schon aus dem letzten Bericht wisst, haben wir die Schulferien genutzt und sind Anfang Mai in den Norden Ugandas aufgebrochen. Und dann, am 18. Mai, bekamen Greta und ich endlich Besuch aus der Heimat von unseren Familien! Schööön wars.. und viel haben wir erlebt:

Auf nach Gulu

Am Montag Mittag kamen wir in Gulu an, wo wir von Sister Katherine, eine junge Schwester der Little Sisters of Mary Immaculate Gulu, sehr herzlich empfangen wurden. Mit Nonnen dieses Ordens sind wir gut vertraut, weil diesem auch unsere drei Schwestern in Alenga angehören und wir in Kampala stets bei ihnen unterkommen dürfen.
Sister Katherine zeigte uns die verschiedenen Klöster des Ordens und wir wurden überall liebevoll begrüßt. Die Häuser sind sehr schön gestaltet und im Innenhof werden stets Blumen angepflanzt, die die Schwestern versorgen. Als wir die Äbtissin trafen, hatten wir eine sehr lustige Begegnung. Wir sind hier in Uganda nämlich schon ein bisschen berühmt! 🙂 So betraten wir gemeinsam mit Sister Katherine den Raum und wollten uns gerade vorstellen, als sie uns verdutzt anschaute und fragte: „Seid ihr nicht die Mädchen aus dem Leadership Magazine?“. „Ja, die sind wir.“, antworteten wir ihr und mussten lachen, zum einen, weil wir den Artikel zu dem Zeitpunkt selbst noch nicht gelesen hatten und zum anderen, weil uns jetzt wildfremde Personen aus der Zeitung kennen.

Krieg und Zerstörung in Gulu

Es war sehr beeindruckend zu sehen was die Schwestern alles aufbauen und leisten und wie warmherzig sie sich um alte und kranke Mitschwestern kümmern. Dieses Kloster liegt direkt in der Nähe des berühmten Krankenhauses St. Mary Hospital Lacor, das während der Terrorherrschaft Idi Amins 1959 von italienischen Missionaren aufgebaut wurde.  Zu dieser Zeit gab es allerdings nur 30 Betten und die nötigste Grundversorgung. In den folgenden Jahren übernahm das Ehepaar Piero und Lucille Corti (ein italienischer Kinderarzt und eine kanadische Chirugin) die Leitung.
In den späten 1980er und 1990er Jahren war der Norden Ugandas geprägt vom Bürgerkrieg der LRA (Lord’s Resistance Army) und deren Anführer Joseph Kony. Dabei wurde auch das Krankenhaus immer wieder Opfer der furchtbaren Anschläge und Entführungen von Mitarbeitern. Noch heute spürt man in ganz Gulu die Auswirkungen der Rebellen und ihrer Anschläge. Joseph Kony hat zahlreiche Kinder entführt und sie als Soldaten und Sexsklaven missbraucht, sodass 66.000 Kindersoldaten für ihm kämpfen mussten. Aus dem Norden Ugandas sind in dieser Zeit 2 Millionen Menschen in den Süden geflohen. Seit 2006 hat sich die LRA aus Uganda zurückgezogen.
Im Jahr 2000 wurde das Krankenhaus auch Opfer der großen Ebola-Epidemie, sodass 224 Menschen starben. Darunter waren auch 13 der 100 freiwillig in Lacor gebliebenen Mitarbeiter unter ihnen auch der ugandische Leiter Dr. Lukwiya.
Auch wir hatten während unserer Tage in Gulu die Möglichkeit das Krankenhaus zu besichtigen. Heute gibt es über 400 Betten, 600 Mitarbeiter und weit mehr als 300.000 Patienten pro Jahr. Die Patienten warten in riesigen Schlangen vor den Behandlungszimmern. Oft kommen sie schon früh morgens, um überhaupt eine Chance auf die Behandlung zu haben. Viele müssen abends wieder nach Hause gehen ohne einen Arzt gesehen zu haben. Dann kommen sie am folgenden Tag wieder und die Warterei geht von vorn los.
Das Gelände ist riesengroß und es gibt viele Spezialabteilungen für beispielsweise Tuberkulose-, HIV/AIDS Patienten und Schwangere. Außerdem werden KrankenpflegerInnen, Laborfachkräfte und MedizinstudentInnen ausgebildet. Der besonders gute Ruf des Krankenhauses – es galt lange als eines der Besten in Ostafrika- bringt ihm stets noch viele Patienten ein, auch wenn die Versorgungslage mittlerweile schlechter geworden ist und die Möglichkeiten durch das ugandische Gesundheitssystem begrenzt sind.
Für Greta und mich war es besonders spannend dieses Krankenhaus zu sehen, tiefere Einblicke in die Gesundheitsversorgung Ugandas zu bekommen und hat unseren gemeinsamen Wunsch Ärztinnen zu werden auch nochmal verstärkt. (Fotos gibt es leider nicht, es war nicht erlaubt zu fotografieren.)

Außer der Besichtigung des Krankenhauses unternahmen wir natürlich auch noch andere Dinge in Gulu. Gemeinsam mit Sister Katherine waren wir auf dem riesigen Markt der Stadt wo es von Fisch über Früchten zu Trommeln und anderen ugandischen Musikinstrumenten wirklich alles gibt. Außerdem erkundeten wir die Stadt ein bisschen auf eigene Faust und da Gulu wirklich übersichtlich aufgebaut ist, fanden wir uns auch ganz schnell gut zurecht.

Excel with Peace

Dank unserer Freundin, Schwester Mary, die wir schon seit September aus Kampala kennen, hatten wir noch die Möglichkeit eine Grundschule etwas außerhalb von Gulu zu besuchen. So fuhren wir mit dem Boda über 45 Minuten aus Gulu hinaus und mitten hinein in die umliegenden Dörfer und ins Grüne. Bei der Grundschule angekommen, nahm Schwester Angelina uns sehr herzlich in Empfang und zeigte uns das tolle Gelände der immer größer werdenden Schule. Beim Anblick der schön gestalteten Klassenräume, des luxuriösen Lehrerzimmers (sogar mit Sofa und Fernseher!!!) und dem Ausblick auf die grüne Natur ringsrum wurde ich fast ein bisschen wehmütig und neidisch. Zum einen, weil meine Schule zu Hause nie so wunderbar in der Natur lag und auch nicht so schön war und zum anderen, weil die Möglichkeiten in Alenga deutlich begrenzter sind.
Sister Angelina, die bereits 75 Jahre alt ist, ist eine sehr engagierte Schulleiterin, die sich stets für das Wohl ihrer Schüler einsetzt. So waren, obwohl es ja Ferienzeit war, immer noch knapp 20 Schüler und Schülerinnen vor Ort, die keine Möglichkeit hatten nach Hause zu kommen (beispielsweise Waisen) oder die lernschwach sind und so noch zusätzliche Unterstützung bekommen.
Die Schule wurde gemeinsam mit dem angehängten Health Centre nach dem Ende der Rebellenzeit mit Hilfe amerikanischer Sponsoren gegründet und trägt deshalb den hoffnungsvollen Namen Maria- Mutter des Friedens.

Zu Besuch bei Bruder Konrad in Layibi

Als Comboni- Freiwillige sind wir auch in ganz Uganda (und fast überall auf der Welt) immer gleich mit neuen Missionaren verknüpft, die sich für uns verantwortlich fühlen und gerne bei sich auf nehmen. Das ist ein total großes Geschenk und wurde uns bei dieser Reise nochmal so richtig bewusst.

So kam es, dass wir während unserer Tage in Gulu den deutschen Comboni Missionar Bruder Konrad in seiner Arbeitsstelle besuchen durften. Bruder Konrad leitet in Gulu eine riesige Berufsschule, in der alle möglichen Berufe ausgebildet werden: Vom Tischler zum KfZ- Mechaniker, vom Frisör zum Koch, vom Elektriker zum Schneider. Diese Berufsschule bietet vielen jungen Menschen eine Perspektive und vor allem nicht nur eine Ausbildung, sondern danach auch eine sichere Arbeitsstelle, da die Berufsschule angehängte Betriebe hat und so alle Schüler übernehmen kann. Besondere Unterstützung gibt es hier auch für geistig und körperlich Behinderte sowie für die aus der Zeit der LRA übrig gebliebenen Kindersoldaten, die schwer traumatisiert sind. Bruder Konrad berichtete, dass es sehr problematisch sei, die ehemaligen Kindersoldaten in die Schulalltag einzugliedern und, dass es an psychologischer Betreuung mangle. Die Schule wurde weitesgehend mit Hilfe von Spenden aus Italien und Deutschland aufgebaut, gerade die zahlreichen Maschinen wurden importiert, aber mittlerweile finanziert sie sich durch Schulgebühren und Aufträge fast ausschließlich selbst.
Danach lernten wir noch die Mitbrüder von Konrad kennen und trafen Bruder Hans- Dieter Ritterbecks, den wir im Laufe der Vorbereitung in Ellwangen kennengelernt hatten, per Zufall ebenfalls an. So verbrachten wir noch eine schöne Zeit mit den Missionaren in Layibi und sahen bei dieser Gelegenheit auch das Hauptversammlungshaus der Combonis in Uganda, was wunderschön angelegt und gepflegt hinter der Berufsschule steht.

Bunte Perlen und Stoffe

Im Anschluss fuhren wir auf Rat von Bruder Konrad noch zu den Comboni Samaritans of Gulu. Dies ist eine Berufsstätte für behinderte Menschen, HIV/AIDS Erkrankte und benachteiligte Erwachsene. Dort wird jede Menge kunstvolle Handarbeit hergestellt. Einen Großteil davon machen Textilien aus, es wird gestrickt, genäht, gefärbt, gewebt und bedruckt. Außerdem werden alte Werbeplakate zu Schmuck verarbeitet und aus Bananenblättern werden Taschen und Postkarten hergestellt. Das haben wir gleich mal ausgenutzt, um den angehängten Shop leer zu räumen.
Leider konnten wir nicht mit der zuständigen Comboni Schwester sprechen, aber wir erkundeten das Gelände auf eigene Faust und trafen einen Lagermitarbeiter, der uns erklärte, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen hier ein festes Gehalt bekämen und Sozialarbeiter diese aus den umliegenden Gemeinden holten, um ihnen eine Perspektive statt Arbeitslosigkeit zu bieten.

Dieser Tag in Gulu war voller Eindrücke und Erlebnisse, die mir wieder einmal vor Augen führten, welch großartige Arbeit die Combonis hier in Uganda leisten und wieviel Hoffnung und Möglichkeiten sie mit sich bringen.

So kam auch das Ende unserer Tage in Gulu und schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Sister Katherine bevor wir in den Bus nach Moyo stiegen.

Moyo- Palorinya- Die Grenze zum Südsudan

Nach einer mal wieder ziemlich anstrengenden Busfahrt (ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie das ohne Panne klappen konnte) kamen wir in Moyo an, wo wir von Bruder Fafa in Empfang genommen wurden. Fafa ist ein Comboni Missionar, der ebenso wie unser Mentor Stan aus Togo stammt. Bruder Fafa, Bruder Erich Fischschnaller (aus Schwaben) sowie Father Jesus (Mexiko) und Father Martin (Spanien) sind im Februar 2017 aus ihrer Gemeinde im Südsudan geflohen, nachdem die politische Situation für sie selbst zu gefährlich wurde. Der Sudan ist schon lange Zeit ein Krisengebiet und viele Menschen haben sich nach der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 eine Besserung versprochen. Doch seit 2013 bekämpfen sich die Regierungspartei und die Opposition aufgrund der Machtverteilung und Besitztümer der Ölvorkommen und obwohl 2015 ein Friedensvertrag unterschrieben wurde, herrscht ein Bürgerkrieg unermesslichen Ausmaßes. Da im Südsudan seit Februar 2017 eine Dürre vorherrscht, ist außerdem über die Hälfte der Bevölkerung von einer großen Hungersnot bedroht und auf zugeteilte Nahrung angewiesen, mehr als eine Millionen Jungen und Mädchen sind akut unterernährt. Aus dem Südsudan sind bereits 2,5 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflohen sowie weitere 2 Millionen, die im Land selbst fliehen mussten. Somit ist ein Drittel der Bevölkerung entwurzelt. Uganda hat davon 1,4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Im Südsudan treffen also Krieg und Hungersnot zusammen und treiben die Menschen in die Flucht.

Gemeinsam mit den Menschen ihrer Gemeinde und den Katechisten haben Bruder Fafa und Bruder Erich eine traumatisierende Flucht erleben müssen. Nach und nach haben sie ihr Hab und Gut aus dem Haus im Südsudan nach Moyo gebracht, die Fahrt über die Grenze ist stets gefährlich, Fafa kündigt sich vorher bei den Grenzsoldaten an und klärt alles gut ab. Zum Glück haben die Brüder wichtige Kontakte vor Ort, die ihnen dabei helfen alles über die Grenze zu transportieren. Ihr Haus wurde geplündert, die Soldaten und Rebellen klauen und zerstören alles. Jetzt bauen sie sich in Palorinya, nahe des Flüchtlingscamps, ein neues Leben auf. Natürlich hoffen alle bald in den Südsudan zurückkehren zu können, aber das wird nach Einschätzung Fafas wohl noch mehr als fünf Jahre dauern. Deshalb bauen sie gerade eine Unterkunft für die Comboni- Missionare. Dazu gehört auch ein großes Landwirtschaftsprojekt, mit Kühen, Schweinen, Ziegen, Hasen, Hühnern und Feldern. An diesem Projekt arbeiten viele gut ausgebildete Südsudanesen mit, die Fafa mit dieser Arbeit unterstützt, damit sie ihre Traumata überwinden können. Bruder Fafa erklärte uns, dass es im Camp an psychologischer Hilfe mangelt und deshalb eine sinnvolle Aufgabe und tägliche Beschäftigung die beste Chance sei, um das Erlebte zu verarbeiten. Fafa kümmerte sich sehr liebevoll um seine zwei Gäste und zeigte uns voller Energie sein Projekt. Er selbst hat das Haus mitkonstruiert und beaufsichtigt täglich den Bau.
Außerdem durften wir die ebenfalls geflohenen Comboni Schwestern kennenlernen. Diese engagieren sich stark und setzen sich vor allem für die geflüchteten Frauen ein, indem sie diesen Mikrokredite bereitstellen, um ein eigenes Geschäft wie zum Beispiel einen Lebensmittelladen, einen Frisörsalon oder ähnliches aufzubauen. All diese Initiativen werden geleistet, obwohl die Flüchtlinge keine Arbeitserlaubnis haben. Es ist allerdings der einzige Weg, sich eine eigene Existenz aufzubauen und kleines Geld zu verdienen. Außerdem finanzieren sie mit Hilfe ausländischer Sponsoren für viele der Mädchen eine gute Schulausbildung.
Generell sind die Möglichkeiten für die Kinder zur Schule zu gehen gut, jedes Kind kann eine Schule besuchen. Allerdings sind die Schulen so überfüllt und es gibt Platz- und Lehrermangel, sodass die eine Hälfte der SchülerInnen am Vormittag unterricht wird und die andere Hälfte erst am Nachmittag kommt und bis zum Abend Unterricht hat.
Bruder Fafa zeigte uns mit dem Auto das riesige Flüchtlingscamp Palorinya und am Sonntag feierten wir gemeinsam mit Father Martin eine schöne Messe in einer improvisierten Kirche aus Holzstöcken und zerrissenen Planen. Die Kirche war sehr gut besucht, es gab einen Chor und die Katechisten begleiteten den Gesang mit der Trommel. Eigentlich war die Messe auf Englisch. Allerdings wurden die Gebete auf Arabisch gesprochen und die Predigt hielt Father Martin dann auf Englisch.  Drei Gemeindemitglieder übersetzten seine Worte dann auf Sudanesisch-Arabisch, Dschuba-Arabisch und Madi (Sprache in der Grenzregion Uganda-Südsudan). Das machte es zwar auf der einen Seite etwas schwer der Predigt zu folgen, war aber auf der anderen Seite ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. So werden die Hoffnung bringenden Worte des Priesters an alle weitergegeben.

Die Fahrt durch das Camp beeindruckte mich nachhaltig. Jedem Flüchtling, der in der Erstaufnahmestation ankommt, wird mit seiner Familie ein Stück Land zuteil, dass er bebauen darf. Dazu werden ihm die nötigen Materialien für ein Haus sowie einige Samen beispielsweise für den Maisanbau zugeteilt.  Inzwischen hat Palorinya ein richtiges Stadtzentrum entwickelt, in dem es allerlei Läden, eine KfZ-Werkstatt und Krankenhäuser gibt. Das Camp ist also wie eine eigene Stadt etwas außerhalb von Moyo und ist so groß, dass über 200.000 Menschen darin Platz finden.
Die Ugander haben also große Teile ihres Landes abgegeben, damit sich die Südsudanesen ein neues Leben hier aufbauen können. Außerdem hat Fafa uns berichtet, dass die Ugander die Südsudanesen sehr gut aufgenommen haben und er weder mit Auseinandersetzungen im Camp noch mit Auseinandersetzungen zwischen Ugandern und Südsudanesen Probleme hat. Rund 76,8% der Flüchtlinge sind Christen ( 21% Naturreligionen, 2,2% Muslime), was das friedliche Zusammenleben im Camp begünstigt, da es so kaum religiöse Auseinandersetzungen gibt. Und alle vereint die starke Hoffnung, dass sie bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können.
Erschreckend waren die langen Schlangen an den Wasserpumpen. Über 200 der großen Kanister standen dort und warteten darauf gefüllt zu werden. Den Menschen mangelt es also an Wasser, vor allem weil es wenig regnet. Wenn der Regen kommt, bringt er allerdings auch große Probleme für die Menschen mit, deren Häuser noch nicht befestigt sind, da sie unterspült und weggeschwemmt werden. Dann sind die Straßen nicht mehr befahrbar und die Helfer können kein sauberes Wasser in die Wassertanks bringen und auch andere Hilfsgüter bleiben aus. Zudem kann kein Feuer gemacht werden um Wasser oder Essen zu kochen und die Leute müssen dreckiges Regenwasser trinken, weshalb sich Krankheitserreger sehr schnell verbreiten können.

Bruder Fafa würde sich sehr über finanzielle Unterstützung freuen, die unter anderem der Wasserversorgung im Camp zu gute kommt! Wenn ihr etwas spezielles unterstützen möchtet, könnt ihr das natürlich auch auf Englisch im Verwendungszweck angeben. Der Bankaccount ist:

Bank: Stanbic Bank
Kontobezeichnung: Comboni Missionaries Moyo
Kontonummer: 9030014148298
SWIFT Adresse: SBICUGKX

Wir verbrachten sehr schöne, lehrreiche und beeindruckende Tage bei Bruder Fafa in Moyo, die uns für immer im Gedächtnis bleiben werden.

Gretas 19. Geburtstag in Alenga

Am 14. Mai wurde Greta zarte 19 Jahre alt. Das hatten die Schwestern und Priester mit der Zeit auch irgendwie (durch meine super Initiative!) rausbekommen und so wurde es ein richtig schöner Tag. Gestartet haben Greta und ich mit einem ausgiebigen Frühstück. Ich hatte die Küche extra heimlich in der Nacht mit sehr viel Liebe dekoriert und wir genossen Toast, Spiegeleier und was es so gab. Während des Frühstücks kamen schon Babra, Sharon und Morine vorbei und sangen Greta ein kleines Ständchen. Die drei Mädchen sind während der Ferien im Konvent untergekommen. Während Babra und Sharon Schülerinnen, der Näherinnenschule sind, die sich zu Hause nicht wohl fühlen und gebeten haben über die Ferien bei den Schwestern leben zu dürfen, ist Morine noch etwas jünger und geht auf die Apele P/S, über die wir auch schon berichtet haben. Sie wohnt schon seit zwei Jahren bei den Schwestern und nennt alle drei auch ganz frei Mama, was total niedlich ist. Jedenfalls sangen die Drei Greta ein wunderbares Happy Birthday und überreichten frisch aus dem Garten gepflückte Blumen.
Danach kam dann der etwas unerfreuliche Teil des Tages: Wir mussten die ganzen Gästezimmer putzen. Fegen, wischen und nochmal wischen. Mit Musik und viel Hilfe der drei Mädchen war die Putzaktion dann doch nicht so schlecht und weil wir ja schließlich für unsere Eltern wischten, ließ es sich erst recht aushalten. Die Vorfreude stieg nämlich täglich sehr, auch wenn ich es gar nicht realisieren konnte, dass sie in wenigen Tagen in Uganda sein würden.
Am Abend gab es dann ein kleines Fest gemeinsam mit den Schwestern und Priestern. Sister Evaline, Sister Anne  und Ich hatten vorher einen kleinen Tanz für Greta einstudiert und es gab leckeren Kuchen! Glücklich und erschöpft nach der langen Putzaction fielen wir am Abend ins Bett.

Apwoyo kwano! Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim nächsten Artikel, in dem ich vom Besuch unserer Eltern berichten werde.

Liebe Grüße,
Eure Francesca

Auf den Spuren der spannenden politischen Lage Ugandas

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich nach einiger Zeit endlich mal wieder mit einem Bericht über die letzten Wochen. Wie ihr ja schon aus dem letzten Bericht wisst, haben wir die Schulferien genutzt und sind Anfang Mai in den Norden Ugandas aufgebrochen. Schööön wars.. und viel haben wir erlebt:

Besuch in Gulu

Am Montag Mittag kamen wir in Gulu an, wo wir von Sister Katherine, eine junge Schwester der Little Sisters of Mary Immaculate Gulu, sehr herzlich empfangen wurden. Mit Nonnen dieses Ordens sind wir gut vertraut, weil diesem auch unsere drei Schwestern in Alenga angehören und wir in Kampala stets bei ihnen unterkommen dürfen.

Sister Katherine zeigte uns die verschiedenen Klöster des Ordens und wir wurden überall liebevoll begrüßt. Die Häuser sind sehr schön gestaltet und im Innenhof werden stets Blumen angepflanzt, die die Schwestern versorgen. Als wir die Äbtissin trafen, hatten wir eine sehr lustige Begegnung. Wir sind hier in Uganda nämlich schon ein bisschen berühmt .. J. So betraten wir gemeinsam mit Sister Katherine den Raum und wollten uns gerade vorstellen, als sie uns verdutzt anschaute und fragte: „Seid ihr nicht die Mädchen aus dem Leadership Magazine?“. „Ja, die sind wir.“, antworteten wir ihr und mussten lachen, zum einen, weil wir den Artikel zu dem Zeitpunkt selbst noch nicht gelesen hatten und zum anderen, weil uns jetzt wildfremde Personen aus der Zeitung kennen.

Die Auswirkungen LRA auf ein Krankenhaus in Gulu

Es war sehr beeindruckend zu sehen was die Schwestern alles aufbauen und leisten und wie warmherzig sie sich um alte und kranke Mitschwestern kümmern. Dieses Kloster liegt direkt in der Nähe des berühmten Krankenhauses St. Mary Hospital Lacor, das während der Terrorherrschaft Idi Amins 1959 von italienischen Missionaren aufgebaut wurde. Zu dieser Zeit gab es allerdings nur 30 Betten und die nötigste Grundversorgung. In den folgenden Jahren übernahm das Ehepaar Piero und Lucille Corti (ein italienischer Pädiater und eine kanadische Chirugin) die Leitung.
In den späten 1980er und 1990er Jahren war der Norden Ugandas geprägt vom Bürgerkrieg der LRA (Lord’s Resistance Army) und deren Anführer Joseph Kony. Dabei wurde auch das Krankenhaus immer wieder Opfer der furchtbaren Anschläge und Entführungen von Mitarbeitern. Noch heute spürt man in ganz Gulu die Auswirkungen der Rebellen und ihrer Anschläge. Joseph Kony hat zahlreiche Kinder entführt und sie zu Soldaten ausgebildet, sodass 66.000 Kindersoldaten für ihm kämpfen mussten. Aus dem Norden Ugandas sind in dieser Zeit 2 Millionen Menschen in den Süden geflohen. Seit 2006 hat sich die LRA aus Uganda zurückgezogen.
Im Jahr 2000 wurde das Krankenhaus auch Opfer der großen Ebola-Epidemie, sodass 224 Menschen starben. Darunter waren auch 13 der 100 freiwillig in Lacor gebliebenen Mitarbeiter unter ihnen auch der ugandische Leiter Dr. Lukwiya.
Auch wir hatten während unserer Tage in Gulu die Möglichkeit das Krankenhaus zu besichtigen. Heute gibt es über 400 Betten, 600 Mitarbeiter und weit mehr als 300.000 Patienten pro Jahr. Die Patienten warten in riesigen Schlangen vor den Behandlungszimmern. Oft kommen sie schon früh morgens, um überhaupt eine Chance auf die Behandlung zu haben. Viele müssen abends wieder nach Hause gehen ohne einen Arzt gesehen zu haben. Dann kommen sie am folgenden Tag wieder und die Warterei geht von vorn los.
Das Gelände ist riesengroß und es gibt viele Spezialabteilungen für beispielsweise Tuberkulose-, HIV/AIDS Patienten und Schwangere. Außerdem werden KrankenpflegerInnen, Laborfachkräfte und MedizinstudentInnen ausgebildet. Der besonders gute Ruf des Krankenhauses – es galt lange als eines der Besten in Ostafrika- bringt ihm stets noch viele Patienten ein, auch wenn die Versorgungslage mittlerweile schlechter geworden ist und die Möglichkeiten durch das ugandische Gesundheitssystem begrenzt sind.
Für Francesca und mich war es besonders spannend dieses Krankenhaus zu sehen, tiefere Einblicke in die Gesundheitsversorgung Ugandas zu bekommen und hat meinen Wunsch Ärztin zu werden auch nochmal verstärkt. (Fotos gibt es leider nicht, es war nicht erlaubt zu fotografieren.)Außer der Besichtigung des Krankenhauses unternahmen wir natürlich auch noch andere Dinge in Gulu. Gemeinsam mit Sister Katherine waren wir auf dem riesigen Markt der Stadt wo es von Fisch über Früchten zu Trommeln und anderen ugandischen Musikinstrumenten wirklich alles gibt. Außerdem erkundeten wir die Stadt ein bisschen auf eigene Faust und da Gulu wirklich übersichtlich aufgebaut ist, fanden wir uns auch ganz schnell gut zurecht.

Mary – Queen of Peace P/S

Dank unserer Freundin, Schwester Mary, die wir schon seit September aus Kampala kennen, hatten wir noch die Möglichkeit eine Grundschule etwas außerhalb von Gulu zu besuchen. So fuhren wir mit dem Boda über 45 Minuten aus Gulu hinaus und mitten hinein in die umliegenden Dörfer und ins Grüne. Bei der Grundschule angekommen, nahm Schwester Angelina uns sehr herzlich in Empfang und zeigte uns das tolle Gelände der immer größer werdenden Schule. Beim Anblick der schön gestalteten Klassenräume, des luxuriösen Lehrerzimmers (sogar mit Sofa und Fernseher!!!) und dem Ausblick auf die grüne Natur ringsrum wurde ich fast ein bisschen wehmütig und neidisch. Zum einen, weil meine Schule zu Hause nie so wunderbar in der Natur lag und zum anderen, weil die Möglichkeiten in Alenga deutlich begrenzter sind.
Sister Angelina, die bereits 75 Jahre alt ist, ist eine sehr engagierte Schulleiterin, die sich stets für das Wohl ihrer Schüler einsetzt. So waren, obwohl es ja Ferienzeit war, immer noch knapp 20 Schüler und Schülerinnen vor Ort, die keine Möglichkeit hatten nach Hause zu kommen (beispielsweise Waisen) oder die lernschwach sind und so noch zusätzliche Unterstützung bekommen.
Die Schule wurde gemeinsam mit dem angehängten Health Centre nach dem Ende der Rebellenzeit mit Hilfe amerikanischer Sponsoren gegründet und trägt deshalb den hoffnungsvollen Namen Maria- Mutter des Friedens.

Zu Besuch bei Bruder Konrad in Layibi

Als Comboni- Freiwillige sind wir auch in ganz Uganda (und fast überall auf der Welt) immer gleich mit neuen Missionaren verknüpft, die sich für uns verantwortlich fühlen und gerne bei sich auf nehmen. Das ist ein total großes Geschenk und wurde uns bei dieser Reise nochmal so richtig bewusst.
So kam es, dass wir während unserer Tage in Gulu den deutschen Comboni Missionar Bruder Konrad in seiner Arbeitsstelle besuchen durften. Bruder Konrad leitet in Gulu eine riesige Berufsschule, in der alle möglichen Berufe ausgebildet werden: Vom Tischler zum KfZ- Mechaniker, vom Frisör zum Koch, vom Elektriker zum Schneider. Diese Berufsschule bietet vielen jungen Menschen eine Perspektive und vor allem nicht nur eine Ausbildung, sondern danach auch eine sichere Arbeitsstelle, da die Berufsschule angehängte Betriebe hat und so alle Schüler übernehmen kann. Besondere Unterstützung gibt es hier auch für geistig und körperlich Behinderte sowie für die aus der Zeit der LRA übrig gebliebenen Kindersoldaten, die schwer traumatisiert sind. Bruder Konrad berichtete, dass es sehr problematisch sei, die ehemaligen Kindersoldaten in die Schulalltag einzugliedern und, dass es an psychologischer Betreuung mangle. Die Schule wurde weitesgehend mit Hilfe von Spenden aus Italien und Deutschland aufgebaut, gerade die zahlreichen Maschinen wurden importiert, aber mittlerweile finanziert sie sich durch Schulgebühren und Aufträge fast ausschließlich selbst.
Danach lernten wir noch die Mitbrüder von Konrad kennen und trafen Bruder Hans- Dieter Ritterbecks, den wir im Laufe der Vorbereitung in Ellwangen kennengelernt hatten, per Zufall ebenfalls an. So verbrachten wir noch eine schöne Zeit mit den Missionaren in Layibi und sahen bei dieser Gelegenheit auch das Hauptversammlungshaus der Combonis in Uganda, was wunderschön angelegt und gepflegt hinter der Berufsschule steht.
Im Anschluss fuhren wir auf Rat von Bruder Konrad noch zu den Comboni Samaritans of Gulu. Dies ist eine Berufsstätte für behinderte Menschen, HIV/AIDS Erkrankte und benachteiligte Erwachsene. Dort wird jede Menge kunstvolle Handarbeit hergestellt. Einen Großteil davon machen Textilien aus, es wird gestrickt, genäht, gefärbt, gewebt und bedruckt. Außerdem werden alte Werbeplakate zu Schmuck verarbeitet und aus Bananenblättern werden Taschen und Postkarten hergestellt. Das haben wir gleich mal ausgenutzt, um den angehängten Shop leer zu räumen. Leider konnten wir nicht mit der zuständigen Comboni Schwester sprechen, aber wir erkundeten das Gelände auf eigene Faust und trafen einen Lagermitarbeiter, der uns erklärte, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen hier ein festes Gehalt bekämen und Sozialarbeiter diese aus den umliegenden Gemeinden holten, um ihnen eine Perspektive statt Arbeitslosigkeit zu bieten.
Dieser Tag in Gulu war voller Eindrücke und Erlebnisse, die mir wieder einmal vor Augen führten, welch großartige Arbeit die Combonis hier in Uganda leisten und wieviel Hoffnung und Möglichkeiten sie mit sich bringen.

So kam auch das Ende unserer Tage in Gulu und schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Sister Katherine bevor wir in den Bus nach Moyo stiegen.

Moyo- Palorinya- Die Grenze zum Südsudan

Nach einer mal wieder ziemlich anstrengenden Busfahrt (ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie das ohne Panne klappen konnte) kamen wir in Moyo an, wo wir von Bruder Fafa in Empfang genommen wurden. Fafa ist ein Comboni Missionar, der ebenso wie unser Mentor Stan aus Togo stammt. Bruder Fafa, Bruder Erich Fischschnaller (aus Schwaben) sowie Father Jesus (Mexiko) und Father Martin (Spanien) sind im Februar 2017 aus ihrer Gemeinde im Südsudan geflohen, nachdem die politische Situation für sie selbst zu gefährlich wurde. Der Sudan ist schon lange Zeit ein Krisengebiet und viele Menschen haben sich nach der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 eine Besserung versprochen. Doch seit 2013 bekämpfen sich die Regierungspartei und die Opposition aufgrund der Machtverteilung und Besitztümer der Ölvorkommen und obwohl 2015 ein Friedensvertrag unterschrieben wurde, herrscht ein Bürgerkrieg unermesslichen Ausmaßes. Da im Südsudan seit Februar 2017 eine Dürre vorherrscht, ist außerdem über die Hälfte der Bevölkerung von einer großen Hungersnot bedroht und auf zugeteilte Nahrung angewiesen, mehr als eine Millionen Jungen und Mädchen sind akut unterernährt. Aus dem Südsudan sind bereits 2,5 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflohen sowie weitere 2 Millionen, die im Land selbst fliehen mussten. Somit ist ein Drittel der Bevölkerung entwurzelt. Uganda hat davon 1,4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Im Südsudan treffen also Krieg und Hungersnot zusammen und treiben die Menschen in die Flucht.
Gemeinsam mit den Menschen ihrer Gemeinde und den Katechisten haben Bruder Fafa und Bruder Erich eine traumatisierende Flucht erleben müssen. Nach und nach haben sie ihr Hab und Gut aus dem Haus im Südsudan nach Moyo gebracht, die Fahrt über die Grenze ist stets gefährlich, Fafa kündigt sich vorher bei den Grenzsoldaten an und klärt alles gut ab. Zum Glück haben die Brüder wichtige Kontakte vor Ort, die ihnen dabei helfen alles über die Grenze zu transportieren. Ihr Haus wurde geplündert, die Soldaten und Rebellen klauen und zerstören alles. Jetzt bauen sie sich in Palorinya, nahe des Flüchtlingscamps, ein neues Leben auf. Natürlich hoffen alle bald in den Südsudan zurückkehren zu können, aber das wird nach Einschätzung Fafas wohl noch mehr als fünf Jahre dauern. Deshalb bauen sie gerade eine Unterkunft für die Comboni- Missionare. Dazu gehört auch ein großes Landwirtschaftsprojekt, mit Kühen, Schweinen, Ziegen, Hasen, Hühnern und Feldern. An diesem Projekt arbeiten viele gut ausgebildete Südsudanesen mit, die Fafa mit dieser Arbeit unterstützt, damit sie ihre Traumata überwinden können. Bruder Fafa erklärte uns, dass es im Camp an psychologischer Hilfe mangelt und deshalb eine sinnvolle Aufgabe und tägliche Beschäftigung die beste Chance sei, um das Erlebte zu verarbeiten. Fafa kümmerte sich sehr liebevoll um seine zwei Gäste und zeigte uns voller Energie sein Projekt. Er selbst hat das Haus mitkonstruiert und beaufsichtigt täglich den Bau.

Außerdem durften wir die ebenfalls geflohenen Comboni Schwestern kennenlernen. Diese engagieren sich stark und setzen sich vor allem für die geflüchteten Frauen ein, indem sie diesen Mikrokredite bereitstellen, um ein eigenes Geschäft wie zum Beispiel einen Lebensmittelladen, einen Frisörsalon oder ähnliches aufzubauen. All diese Initiativen werden geleistet, obwohl die Flüchtlinge keine Arbeitserlaubnis haben. Es ist allerdings der einzige Weg, sich eine eigene Existenz aufzubauen und kleines Geld zu verdienen. Außerdem finanzieren sie mit Hilfe ausländischer Sponsoren für viele der Mädchen eine gute Schulausbildung.
Generell sind die Möglichkeiten für die Kinder zur Schule zu gehen gut, jedes Kind kann eine Schule besuchen. Allerdings sind die Schulen so überfüllt und es gibt Platz- und Lehrermangel, sodass die eine Hälfte der SchülerInnen am Vormittag unterricht wird und die andere Hälfte erst am Nachmittag kommt und bis zum Abend Unterricht hat.
Bruder Fafa zeigte uns mit dem Auto das riesige Flüchtlingscamp Palorinya und am Sonntag feierten wir gemeinsam mit Father Martin eine schöne Messe in einer improvisierten Kirche aus Holzstöcken und zerrissenen Planen. Die Kirche war sehr gut besucht, es gab einen Chor und die Katechisten begleiteten den Gesang mit der Trommel. Eigentlich war die Messe auf Englisch. Allerdings wurden die Gebete auf Arabisch gesprochen und die Predigt hielt Father Martin dann auf Englisch. Drei Gemeindemitglieder übersetzten seine Worte dann auf Sudanesisch-Arabisch, Dschuba-Arabisch und Madi (Sprache in der Grenzregion Uganda-Südsudan). Das machte es zwar auf der einen Seite etwas schwer der Predigt zu folgen, war aber auf der anderen Seite ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. So werden die Hoffnung bringenden Worte des Priesters an alle weitergegeben.
Die Fahrt durch das Camp beeindruckte mich nachhaltig. Jedem Flüchtling, der in der Erstaufnahmestation ankommt, wird mit seiner Familie ein Stück Land zuteil, dass er bebauen darf. Dazu werden ihm die nötigen Materialien für ein Haus sowie einige Samen beispielsweise für den Maisanbau zugeteilt. Inzwischen hat Palorinya ein richtiges Stadtzentrum entwickelt, in dem es allerlei Läden, eine KfZ-Werkstatt und Krankenhäuser gibt. Das Camp ist also wie eine eigene Stadt etwas außerhalb von Moyo und ist so groß, dass über 200.000 Menschen darin Platz finden.
Die Ugander haben also große Teile ihres Landes abgegeben, damit sich die Südsudanesen ein neues Leben hier aufbauen können. Außerdem hat Fafa uns berichtet, dass die Ugander die Südsudanesen sehr gut aufgenommen haben und er weder mit Auseinandersetzungen im Camp noch mit Auseinandersetzungen zwischen Ugandern und Südsudanesen Probleme hat. Rund 76,8% der Flüchtlinge sind Christen, was das friedliche Zusammenleben im Camp begünstigt. Und alle vereint die starke Hoffnung, dass sie bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können.
Erschreckend waren die langen Schlangen an den Wasserpumpen. Über 200 der großen Kanister standen dort und warteten darauf gefüllt zu werden. Den Menschen mangelt es also an Wasser, vor allem weil es in der Zeit wenig geregnet hatte. Wenn der Regen kommt, bringt er allerdings auch große Probleme für die Menschen mit, deren Häuser noch nicht befestigt sind, da sie unterspült und weggeschwemmt werden.
Bruder Fafa würde sich sehr über finanzielle Unterstützung freuen, die unter anderem der Wasserversorgung im Camp zu gute kommt! Wenn ihr etwas spezielles unterstützen möchtet, könnt ihr das natürlich auch auf Englisch im Verwendungszweck angeben. Der Bankaccount ist:

Bank: Stanbic Bank

Account name: Comboni Missionaries Moyo

Account number: 9030014148298

SWIFT Adresse: SBICUGKX

 Wir verbrachten sehr schöne, lehrreiche und beeindruckende Tage bei Bruder Fafa in Moyo, die uns für immer im Gedächtnis bleiben werden.

Mein 19. Geburtstag in Alenga

Am 14. Mai war es dann soweit: ich bin 19 Jahre alt geworden. Das hatten die Schwestern und Priester mit der Zeit auch irgendwie rausbekommen und so wurde es ein richtig schöner Tag. Gestartet haben Francesca und ich mit einem ausgiebigen Frühstück, Francesca hatte die Küche mit sehr viel Liebe dekoriert und wir genossen Toast, Spiegeleier und was es so gab. Während des Frühstücks kamen schon Babra, Sharon und Morine vorbei und sangen mir ein kleines Ständchen. Die drei Mädchen sind während der Ferien im Konvent untergekommen. Während Babra und Sharon Schülerinnen, der Näherinnenschule sind, die sich zu Hause nicht wohl fühlen und gebeten haben über die Ferien bei den Schwestern leben zu dürfen, ist Morine noch etwas jünger und geht auf die Apele P/S, über die wir auch schon berichtet haben. Sie wohnt schon seit zwei Jahren bei den Schwestern und nennt alle drei auch ganz frei Mama, was total niedlich ist. Jedenfalls sangen die Drei mir ein wunderbares Happy Birthday und überreichten frisch aus dem Garten gepflückte Blumen.
Danach kam dann der etwas unerfreuliche Teil des Tages: Wir mussten die ganzen Gästezimmer putzen. Fegen, wischen und nochmal wischen. Mit Musik war die Putzaktion dann doch nicht so schlecht und weil wir ja schließlich für unsere Eltern wischten, ließ es sich erst recht aushalten. Die Vorfreude stieg nämlich täglich sehr, auch wenn ich es gar nicht realisieren konnte, dass sie in wenigen Tagen in Uganda sein würden.
Am Abend gab es dann ein kleines Fest für mich gemeinsam mit den Schwestern und Priestern, Francesca, Sister Evaline und Sister Anne tanzten sogar für mich und es gab leckeren Kuchen! Glücklich und erschöpft nach der langen Putzaction fielen wir am Abend ins Bett.

Apwoyo kwano! Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim nächsten Artikel, in dem ich vom Besuch unserer Eltern berichten werde.

Eure Greta

Verabschiedung von Brigitte Rolfes

Am 06. und 07. April 2018 kamen ehemalige Missionarinnen und Missionare auf Zeit (MaZ) in Nürnberg zusammen, um sich gemeinsam von Frau Brigitte Rolfes zu verabschieden. Sie war von Januar 2015 bis April 2018 pädagogische Mitarbeiterin im Freiwilligenprogramm der Comboni-Missionare und Salvatorianer. Nun möchte sie sich beruflich wie privat in Kanada verändern.

Am Freitag kamen die MaZ nach und nach in Nürnberg an und das Haus füllte sich immer mehr mit Lachen und Leben. Die Freiwilligen hatten teilweise lange Wege auf sich genommen, um bei der Verabschiedung dabei sein zu können und sich wiederzusehen. So gab es eine Menge zu erzählen und dementsprechend lang wurde der Abend, der sich bis in die frühen Morgenstunden erstreckte. Deshalb gingen wir den nächsten Morgen gemütlich an: nach einem ausgedehnten Frühstück kamen wir zu einem Wortgottesdienst in der Kapelle zusammen. In diesem tauschten wir Segenswünsche aus und dank vieler persönlicher Beiträge und Lieder wurde es ein wenig emotional. Auch das Wetter passte zum Anlass der Zusammenkunft: die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und die Natur blühte auf um Neues zu beginnen. So ist es auch mit dem Abschiednehmen: man muss Altes und Vertrautes hinter sich lassen um neu beginnen zu können und offen für Neues sein, um zu leben. Denn Leben ist Veränderung. Nach dem Gottesdienst machten wir uns gemeinsam auf zu einer kleinen Wanderung in die Natur, um am Wöhrder See die Sonne und den Frühling zu genießen. Wir machten viele Fotos und tauschten die ein oder andere Geschichte und gemeinsame Erinnerung aus.

Für das Mittagessen ging es wieder zurück zum Missionshaus Nürnberg, wo wir gut versorgt wurden. Nach dieser Stärkung schloss sich der „offizielle“ Teil der Verabschiedung an: die Freiwilligen sowie die Verantwortlichen des MaZ-Programms der Comboni-Missionare und Salvatorianer -Pater Georg Fichtl und Pater Günther Hofmann- bedankten sich bei Frau Rolfes für ihre Arbeit und wünschten ihr für ihren weiteren Weg alles Gute. Jede und jeder gab ihr einen Stein mit einem Wunsch für die Zukunft mit auf den Weg. Auch Frau Daniela Schummer, die seit Januar 2016 bis April 2018 für das MaZ-Programm in der Buchhaltung tätig war und durch ihre Arbeit einen wichtigen Teil zum Funktionieren des Programms beigetragen hat, wurde für ihre Arbeit gedankt und ihr wurden ebenso Wünsche mit auf den Weg gegeben. Frau Rolfes sowie Frau Schummer bedankten sich herzlich für die schöne Zeit und es wurde deutlich, dass beiden der Abschied nicht ganz leicht fällt.

Abschiedsworte von Brigitte Rolfes

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen sowie allen Missionarinnen und Missionaren auf Zeit ganz herzlich für die schöne Zeit bedanken. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel lernen dürfen und konnte beruflich sowie persönlich wachsen. Mir hat die Zusammenarbeit mit Euch stets viel Freude bereitet. Es ist nie leicht, Abschied zu nehmen und aufzubrechen, doch irgendwann ist die Zeit gekommen, um neue Wege einzuschlagen. So, wie die Missionare immer wieder aufbrechen in neue Länder und Aufgaben, so ist nun auch für mich die Zeit des Aufbruchs gekommen. Denn nur durch Veränderung bleibt man lebendig. Oder wie Hermann Hesse es so schön formuliert hat:

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute und Gottes Segen! Bleibt weiterhin so engagiert und neugierig auf die große weite Welt mit all ihren Facetten und Wundern! Es gibt noch so viel zu entdecken! 😀

Viele Infos und neue Perspektiven

Unser erster Info- und Orientierungstag für eine Ausreise im Sommer 2018 fand diesen Samstag, 02.12.17, in Nürnberg statt. Fünf junge Frauen kamen nach Nürnberg, um sich über unseren Freiwilligendienst MissionarIn auf Zeit (MaZ) zu informieren. Es war ein schöner Tag in familiärer Atmosphäre, in der wir uns gegenseitig kennengelernt haben.

Gestartet sind wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde und dann ging es auch gleich weiter mit Infos rund um MaZ. Nach dem gemeinsamen Mittagessen stellten wir das WELTbild der Teilnehmerinnen auf den Kopf und besprachen, dass ein Perspektivwechsel manchmal notwendig ist, um Dinge neu zu sehen. Auch während des Freiwilligendienstes im Ausland werden die Freiwilligen mit vielen, ihnen neuen, Perspektiven auf das Leben und den Glauben konfrontiert werden – eine große Bereicherung!

Danach stellten wir die aktuellen Projekte vor und sprachen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Projekte. Nun können sich die Teilnehmerinnen überlegen, ob unser Freiwilligendienst sie anspricht und sich bewerben.

Für alle Interessierten an unserem Freiwilligendienst bieten wir einen weiteren Informationstag am 13.01.2018 an. Weitere Infos dazu gibts hier. Bewerbungsfrist ist der 15.01.2018.

Warum ich MaZ sein möchte

Die Spiritualität der Salvatorianerinnen ist mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen. Jesus als das Heil für alle Menschen zu erfahren und zu verkünden und Gott zu vertrauen, ihm etwas „zu-zu-trauen“. So kam ich auch zu „MaZ“ – Missionarin auf Zeit.

Alles beginnt mit einer Sehnsucht. Immer tiefer kam mir die Sehnsucht, dass ich gerne im Ausland, außerhalb des „Gewohnten“ tätig sein möchte und für den Menschen da sein möchte.

Ich kann diese Sehnsucht nun weiter gehen lassen… nach Emmaus.

… dort angekommen werde ich im Haus der Salvatorianerinnen, in der Betreuung von pflegebedürftigen Frauen, ein Jahr als „Missionarin auf Zeit“ (MaZ) tätig sein. In der Gemeinschaft mitzuleben – mitzuarbeiten- mitzubeten ist sicherlich eine große Stütze, um Startschwierigkeiten gut bewältigen zu können.

Schwester Hildegard Enzenhofer (SDS) leitet das „Beit Emmaus“ („Haus Emmaus“). Es ist ein Pflegeheim für palästinensische Frauen christlichen und muslimischen Glaubens, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind. Es befindet sich in Qubeibeh, einem kleinen arabischen Dorf, das 12 km von Jerusalem entfernt liegt und wie die übrige Westbank zunehmend unter den Folgen des israelischen Mauerbaus leidet.

„Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und den Sinn der Schrift erschloss.“

Ich spüre, dass es in mir schon ein wenig brennt. Nach dieser intensiven Vorbereitungszeit bin ich schon sehr gespannt und ich bin bereit, meinen Einsatz in Emmaus zu beginnen. Emmaus weitergehen zu lassen… so, wie es kommen wird, dankbar anzunehmen was ist und was kommen wird.

Warum ich MaZ sein möchte

Nach ersten beruflichen Stationen möchte ich das Freiwilligenjahr nutzen, um durch sozialen Einsatz meinen eigenen Beitrag zu leisten und dadurch persönlich zu wachsen. Die Herausforderungen vor Ort werden prägend sein und ich freue mich auf die Vielzahl neuer Eindrücke. Die ehrliche und professionelle Organisation im Rahmen des MaZ-Programms bieten hierbei eine gute Hilfestellung. Das Vermitteln von Werten unter der Berücksichtigung eines stabilen Wertegerüsts stellt für mich einen weiteren Vorteil dar und ich freue mich auf die Zeit vor Ort!

Warum ich MaZ sein möchte

Ich heiße Francesca Cyris, bin 19 Jahre alt, habe 2016 mein Abitur am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß abgeschlossen und absolvierte danach einen Bundesfreiwilligendienst im Klinikum Augsburg. Nach meinem Jahr als Missionarin auf Zeit in Uganda habe ich den Traum, Medizin zu studieren.

Ich fühle mich beim MaZ-Programm richtig, da mir die familiäre Umgebung sehr gefällt und man sich auf jeden verlassen kann. Es sagt mir auch sehr zu, dass in den Projekten der christliche Glaube eine große Rolle spielt, da dadurch gleich eine erste Verbindung zum Einsatzort und den Menschen dort entsteht.

Da ich in der privilegierten Umgebung Deutschlands aufgewachsen bin, ist es mein Wunsch, etwas zurückzugeben und eine andere Perspektive auf die Welt kennenzulernen. MaZ ist dafür die perfekte Gelegenheit, da ich Uganda nicht als Touristin kennenlerne, sondern als Freiwillige. Ich finde es unglaublich spannend und aufregend in eine neue Kultur einzutauchen, diese kennenzulernen und ein Jahr ganz anders zu leben. Ich freue mich auf interessante Begegnungen und Erfahrungen mit den Menschen in Uganda.

Mit meinem Freiwilligendienst möchte ich einen kleinen Beitrag für mehr Gerechtigkeit auf der Welt leisten.

Warum ich MaZ sein möchte

Seit ein paar Jahren steht für mich fest, dass ich einen Freiwilligendienst nach dem Abitur machen will, um ein komplett anderes Leben kennenzulernen. Da ich mich auch schon lange für Afrika begeistere, stand für mich fest, dass es ein afrikanisches Land sein soll. Ich will dieses eine Jahr auch für mich selbst nutzen, um mich in meinem Leben zu orientieren. Ich wünsche mir, dass ich viele Erfahrungen sammeln werde, um an ihnen wachsen zu können.

Warum ich MaZ sein möchte

Als MaZ ins Ausland zu gehen erscheint für mich attraktiv, weil man auf der einen Seite die Chance bekommt ein neues Land und eine fremde Kultur zu entdecken und sich andererseits gleichzeitig in sozialen Projekten engagieren und etwas von sich weitergeben kann. Genau diese Kombination bietet der Freiwilligeneinsatz als MaZ und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einen solchen Einsatz anzutreten.

Warum ich MaZ sein möchte

Für mich steht schon seit geraumer Zeit fest, dass ich nach meinem abgeschlossenen Abitur ein Jahr im Ausland verbringen möchte. Zunächst war ich fest überzeugt, das Jahr als “Work and Travel“ in Australien oder Neuseeland zu verbringen. Dadurch hat man die Möglichkeit ein neues Land, eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen, eigene Erfahrungen zu machen und durch diese persönlich zu wachsen. Nachdem ich vom Freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) einer Bekannten im Ausland gehört habe, entwickelte sich bei mir auch der Gedanke, mein Auslandsjahr in Form eines sozialen Dienstes zu absolvieren. Durch die Homepage von „weltwärts“, ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bin ich dann über einen kleinen Umweg auf „MaZ“ gestoßen. Der Einsatz in diesem Rahmen verbindet alles, was ich mir von meinem Jahr im Ausland erhofft habe: eine Aufgabe in einem sehr sinnvollen Projekt, die Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen und viele wertvolle Erfahrung zu sammeln. Ursprünglich wollte ich eigentlich nach Peru, doch für mich hat sich jetzt eine Stelle in Manila auf den Philippinen ergeben, mit der ich absolut zufrieden bin. Dank des sehr tollen und professionellen Teams der Comboni-Missonare und SalvatorianerInnen fühle ich mich sehr gut vorbereitet und freue mich auf meine Ausreise.

Warum ich MaZ sein möchte

Mit(er)leben statt nur mitreden! Mit Lima wird für mich ein Traum wahr: Ein neues Land, eine neue Sprache, neue Kulturen und ein anderes Leben kennenlernen.

Vor meinem Studium möchte ich die Zeit und mein junges Alter dafür nutzen, mich an unbekannte Ufer zu wagen. Auf die Arbeit als MaZ im Jugendzentrum freue ich mich sehr, da ich gerne mit Jugendlichen bzw. Kindern zusammen bin, ein offenes Ohr für sie habe und mit ihnen Aktionen starten möchte. Ich will durch diese einmalige Erfahrung meinen Horizont erweitern und an Herausforderungen wachsen. Außerdem ist es wichtig für mich, Gemeinschaft zu erleben und zu spüren, dass Gott Menschen verbindet; egal, von wo auf dieser einen Welt sie herkommen.

Für mich persönlich ist dieses Jahr auch eine große Chance, mal Abstand von meinem Alltag in Deutschland zu bekommen: stets gewissenhaft habe ich mit Ehrgeiz und Durchhaltevermögen meine Aufgaben im Bereich Schule, Sport, Musik, Freundschaft, Jugendkreis,… erfüllt. Und das auch mit Herzblut. Nun aber ist es an der Zeit, dass ich mir genug Raum schaffe, für die Dinge und Werte, die mir genauso wichtig sind wie mein geregeltes Leben. Freiheit spüren, Gemeinschaft (er)leben, im Glauben wachsen und sowohl geben, als auch nehmen.

Mit dem Freiwilligenprogramm MissionarIn auf Zeit (MaZ) starte ich mit einer guten Vorbereitung in dieses Jahr, kann mich auf jeden verlassen und habe viel Sicherheit in Peru. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hierfür habe, und meine Eltern, meine Geschwister, meine ganze Familie und Freunde immer hinter mir stehen, jede meiner Entscheidungen respektieren, mir stets den Rücken stärken und mich in dem Wissen gehen lassen, dass sie mich wieder gespannt in Deutschland erwarten.

 „Nehmen füllt die Hände. Geben füllt das Herz.“     Margarete Seemann

Unsere neuen MaZ!

Auch dieses Jahr machen sich elf junge Erwachsene als Missionarinnen und Missionare auf Zeit (MaZ) auf den Weg, um ein Jahr in einem unserer Projekte mitzuleben, mitzubeten und mitzuarbeiten. Am Sonntag, dem 17. Juli 2017, haben wir sie in einem Aussendungsgottesdienst zusammen mit Eltern, Freunden und Familienangehörigen ausgesendet und Gott um seinen Segen für ihren Einsatz gebeten. Hier möchten wir unsere MaZ, die ab Sommer 2017 in Peru, Palästina (Israel), Uganda, Tansania und auf den Philippinen mithelfen, vorstellen. Sie werden in den kommenden Monaten über ihre Erlebnisse und Erfahrungen hier bloggen – wir sind schon sehr gespannt auf ihre Berichte!

Die Beiträge der einzelnen MaZ findest du auf der Startseite rechts im Menü – sortiert nach den Namen. Oder du klickst hier auf die Links der Namen:

Marlene Mangold – Lima, Peru
David Knoblauch – Lima, Peru
Patricia Gruber – Arequipa, Peru
Francesca Cyris – Alenga, Uganda
Greta Berges – Alenga, Uganda
Philomena Beutlhauser – Mkuranga, Tansania
Iris Wallner – Mkuranga, Tansania
Simon Baumgarten – Manila, Philippinen
Jakob Mayer – Manila, Philippinen
Moritz Körner – Manila, Philippinen
Verena Haselmann – Qubeibeh, Palästina (Israel)

Warum ich MaZ sein möchte

Für ein Jahr als MaZ habe ich mich entschieden, da ich noch viele neue Erfahrungen sammeln will, um mir bei meiner beruflichen Wahl klarer zu werden. Ich freue mich auf ein Jahr weg von meinen gewohnten Lebensumständen hinein in eine für mich neue Welt. In meinen bisherigen Praktika habe ich bemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht. Dies hat meine Entscheidung, einen einjährigen Freiwilligendienst zu machen, zusätzlich gestärkt.