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Mein erster Rundbrief

Hallo!

Mit meinem ersten von vier Rundbriefen schicke ich viele Grüße von den Philippinen und einen herzlichen Dank an alle, die bisher Teil meines Unterstützerkreises sind oder es vielleicht noch werden (hierfür könnt ihr mich einfach über die Verantwortlichen kontaktieren). Um zusätzlich benachrichtigt zu werden, wenn ein neuer Blogeintrag von mir erscheint, könnt ihr mir auf der Seite cosamaz.org folgen, dann werdet ihr automatisch benachrichtigt. Nicht erschrecken, diese sollten zwei mal im Monat erscheinen, dabei handelt es sich aber nur um einen kurzen Text von circa einer halben Seite, also bei weitem nicht so lange wie die Rundbriefe.

Woche 1 
Meine Reise begann gemeinsam mit meinen Mit-
Freiwilligen Simon und Moritz wie geplant mit der Ausreise am 2. August.  Wir flogen abends gegen 22:00 Uhr von München aus über Maskat im Oman nach Manila und kamen dort wie geplant zur Ortszeit am Donnerstag gegen 21:00 Uhr an, die reine Reisedauer betrug damit circa 16 Stunden. Am Flughafen konnten wir gleich Father Artur, den Verantwortlichen für das Projekt und uns Freiwillige,  sowie Alex, einen der Freiwilligen aus dem Vorjahr, kennen lernen. Es ist wirklich super, dass Alex bis Ende August verlängern konnte, weil er uns so alles zeigen kann und wir nicht von Anfang an auf uns alleine gestellt sind, was die Sache deutlich erschweren würde. Vom Flughafen aus ging es für uns dann direkt in die Wohnung. Bei der Autofahrt konnte ich schon deutlich merken, wie sehr sich der Verkehr im allgemeinen und besonders die Fahrgewohnheiten der Verkehrsteilnehmer in Manila sich von meinem gewohnten Bild aus Deutschland unterscheidet. In der Wohnung angekommen, lernten wir gleich unsere weiteren Mitbewohner, zwei polnische Freiwillige namens Danusia und Piotr kennen, die bis Ende September in der philippinischen Metropole bleiben werden. Unser Appartement befindet sich in der Stadt Quezon City, einer der zwölf Städte in die Metropolregion Manila. Dort wiederum leben wir im Stadtteil New Manila, einer relativ neuen und wirklich sicheren Gegend. Unsere Wohnung selbst ist eine Anliegerwohnung einer netten Professorin, deren Haus sich direkt an unsere Wohnung anschließt. Das Appartement selbst besteht aus einem großen Wohnraum im Erdgeschoss, der sowohl Küche und Essbereich als auch Wohnzimmer und Arbeitszimmer verbindet. Außerdem befindet sich im Erdgeschoss noch unser Bad mit Dusche und WC. In den beiden Schlafzimmern im 1. Stock schlafen im Moment die beiden Polen sowie Alex und Simon. Aufgrund der momentanen Wohnsituation in der Wohnung schlafen Moritz und ich noch auf einer Matratze beziehungsweise einem Schlafsofa unten im Wohnzimmer, aber wir werden die Zimmer oben beziehen, wenn Alex beziehungsweise Danusia und Piotr abgereist sind. Meiner Meinung nach ist die Wohnung echt super, wirklich sauber und geräumig, sodass es im Moment mit sechs statt vier Leuten völlig in Ordnung ist. Die Lage ist außerdem klasse, weil man ungefähr gleich weit von den Einsatzstellen in Parola und Payatas entfernt ist, die Zugstation ist in weniger als fünf Minuten per Fuß zu erreichen, genau wie ein Supermarkt, eine Wäscherei,  die riesige Mall „Robinsons Magnolia“ und eine Eatery. Als Eatery bezeichnet man ein kleines Restaurant, in dem Filipinas oder Filipinos eine bestimmte Auswahl an Gerichten kochen, von welchen man sich eines oder mehrere aussuchen kann und in der Regel mit Reis kombiniert. Meine Erfahrung mit diesen Restaurants ist bisher wirklich gut, das Essen ist total lecker und zudem preiswert. All diese Dinge zeigte uns Alex in unseren ersten Tagen in Manila, außerdem noch wie wir zu Father Artur ins Konvent kommen, wie und wo wir kostenlos Geld abheben können, wo man Geld wechseln kann, wie und wo man das WLAN oder die Kosten für Strom bezahlt und noch vieles mehr. Auch aus diesem Grund bin ich Alex wirklich sehr dankbar, dass er sich dafür eingesetzt hat, noch länger in Manila bleiben zu dürfen. 

Der erste wirkliche Programmpunkt war für uns am Tag nach unserer Ankunft das Mittagessen im Konvent, bei dem wir uns mit Father Artur unterhalten konnten und er uns seine Wünsche und Regeln für eine gute Zeit und Zusammenarbeit mit ihm mitteilte. Im Konvent wurden wir an diesem Tag von allen total nett empfangen und begrüßt, dort leben neben Father Artur und einem weiteren Pater junge Männer aus Nachbarstaaten der Philippinen oder aus den Philippinen selbst, die anstreben Priester zu werden. Hierfür erhalten sie für mindestens ein Jahr im Konvent Englischunterricht. Das Wochenende und den darauffolgenen Montag hatten wir noch frei, um uns ein Stück weit einzugewöhnen war das wirklich sehr gut. Am Tag unserer Ankunft beziehungsweise am Tag danach kamen neben uns auch Alex‘ deutsche Freunde auf die Philippinen. Mit ihnen haben wir am Wochenende etwas unternommen, bevor sie am Sonntag losgereist sind, um ans Meer zu gehen. Alex hat uns außerdem seinen philippinischen Freund Jansky vorgestellt, mit dem wir den Sonntag verbracht haben. Mit ihm zusammen haben wir Adobo gekocht, ein typisch philippinsches und richtig leckeres Gericht mit Hühnchen oder Schwein und Soyasoße. Am Sonntagabend bin ich mit Moritz noch in eine nahe gelegene Kirche gegangen und ich war auch wirklich überrascht, wie viele Gottesdienstbesucher im Vergleich zu Deutschland da waren.

Woche 2
Unser Sprachkurs fand dann ab Dienstag im Konvent statt und wurde von den beiden Lehrerinnen Nica und Erika abgehalten. Hier lernten wir für zwei Wochen die Grundbegriffe und einige grammatikalische Strukturen, die uns im Alltag helfen sollten. Bis wir Tagalog wirklich fließend sprechen können, wird es mit Sicherheit noch lange dauern. Das stellt sich aber als kein schwerwiegendes Problem heraus, da in Manila sehr viel „Taglish“ gesprochen wird, also die Mischform aus Tagalog und Englisch. Doch gerade wenn die Arbeit im Slum beginnt, wird Tagalog mit Sicherheit sehr viel wichtiger werden.

Am Samstag starteten wir gemeinsam mit den Lehrern, die in Payatas, Parola und im Konvent arbeiten, zu einem dreitägigen Teambuilding-Seminar nach Batangas, circa 90 Kilometer von Quezon-City entfernt. Das gesamte Seminar verbrachten wir im tollen „Shercon Resort und Ecology Parc“. Neben den verschiedenen Programmpunkten und Vorträgen konnten wir alle Lehrer und Verantwortliche kennen lernen. Ursprünglich wollten wir am Tag unserer Abreise noch eine nahegelgene Vulkaninsel mit See im See anschauen, aufgrund der Wetterlage haben wir dieses Vorhaben dann aber vertagt.

Der Sprachkurs ging nach diesem verlängerten Wochenende in die zweite Runde, am Freitag wurde im Konvent der Todestag des Gründungsvaters der Salvatorianermissionen in Asien, Otto Hopfenmüller, zelebriert. Nach dem Gottesdienst in der Früh wurde dann neben Hopfenmüllers Leben die Philippinen, ihre Feste und die Gewohnheiten der Filipinos vorgestellt und die Feier mit dem Mittagessen abgerundet. Bei dem Vortrag wurden manche Stereotypen stärker oder weniger stark bedient, würde ich jetzt behaupten.

Woche 3
Da der vergangene Montag wiederum einen Feiertag darstellte, nutzten wir das verlängerte Wochenende, um nach Baler, einem Ort an der Ostküste von unserer Insel Luzon, circa 140 Kilometer Luftlinie entfernt von Manila, zu reisen. Wir, also Moritz, Simon, Anna, eine deutsche Bekannte von Simons Bruder, Alex und Peter, einer von Alex deutschen Freunden, sowie Aldrin, ein mit Alex befreundeter Filipino, starteten Freitag nachts mit dem Bus und waren in der früh um kurz nach fünf in der Unterkunft und zum Sonnenaufgang schon am Strand. Neben entspannen und am Meer sein haben wir uns am Samstag und Sonntag zwei Sehenswürdigkeiten in der Region angesehen: zum einen gibt es einen extrem schönen Wasserfall, genannt „Mother Falls„, der in einer gebirgigen Waldgegend gelegen ist. Hier waren wir außerdem Baden, was wirklich toll war, weil das Wasser im Vergleich zum Meer erfrischend kalt war. Am nächsten Tag haben wir uns den „Old Balete Tree„, einen über 600 Jahre alten Baum mit circa 12-15 Meter Durchmesser angeschaut, der im Prinzip aus tausenden Ästen besteht, die über diese lange Zeit so fest zusammengewachsen sind, dass man sowohl im Inneren als auch Außen gut herumklettern kann. 

Für diese Woche war eigentlich das Praktikum im Kindergarten angesetzt, das uns helfen soll uns an den Umgang mit den Kindern zu gewöhnen und die Aufgabe besser zu verstehen. Aufgrund von Unwettern war der Kindergarten Dienstags und Mittwochs geschlossen. Am Mittwoch sind Moritz, Simon und ich deshalb los, um uns „Parola“, den Slum in der Hafengegend, von Alex zeigen zu lassen. Da die angesetzte Messe im sogenannten Center, eine Wohnung die sich mit einem Lehrerzimmer vergleichen lässt, ausgefallen ist, sind wir vor dem Mittagessen mit den Lehrern schon los zum Slum. Parola an sich ist unterteilt in über 60 Gates, also Eingängen in den Slum, die sich entlang einer breiten Straße zum Hafen reihen. Ein Gate selbst haben wir nicht betreten, da Alex bereits schon seit einigen Wochen nicht mehr unterrichtet und deswegen nicht regelmäßig in sein Gate geht. Daher sind wir nur an allen Gates vorbeigelaufen, aber in keines reingegangen, doch auch diese Bilder waren schon sehr prägend.

Am Donnerstag stand der erste Tag im Kindergarten an. Bei diesem handelt es sich um einen privaten Kindergarten, die Kinder stammen also alle aus besseren Verhältnissen, weshalb zuhause teilweise nur Englisch gesprochen wird. Wie wir später erfuhren, ist das zum Teil ein Problem, da einige Kinder so kein Tagalog verstehen. Nach einer kurzen Vorstellung und ersten Einblicken durfte ich dann auch schon selbst an den Einheiten für die Kinder mitwirken. Neben spielen und essen waren einige Übungen zum Umgang mit dem Stift Bestandteil des Programms. Nachdem die Kinder dann abgeholt wurden, sind wir zum Essen mit den Erzieherinnen bei der Leiterin des Kindergartens eingeladen worden. Für nächste Woche sollten jeder von uns einige typisch deutsche Spiele oder Lieder vorbereiten, um diese den Kindern zu zeigen.

Am Freitag sind meine Mit-Freiwilligen, die beiden polnischen Freiwilligen und ich zu einer Jubiläumsfeier in den Slum „Payatas“ aufgebrochen. Gefeiert wurde das fünfjährige Bestehen von „Alsa Buhay“ in Payatas. Bei Alsa Buhay handelt es sich um ein Teilprojekt von Puso sa Puso und meiner eigentlichen Aufgabe, Kinder im Slum zuhause zu unterrichten und dadurch Bildung zu ermöglichen. Nach einer feierlichen Messe, bei der neben Father Artur und einigen Schwestern auch die Lehrer aus Parola sowie ein Großteil der Familien anwesend waren, folgten einige Aufführungen von verschiedenen Gruppen, die Teil von Puso sa Puso sind. Anschließend sind wir wiederum zum Essen mit den Schwestern und Lehrern eingeladen gewesen. Auch wenn ich noch keine wirklichen Einblicke in ein Gate in Parola hatte, konnte ich doch feststellen, dass die Struktur im Slum in Payatas eine andere ist, da die Menschen, die dort leben, nicht wie in Parola meist aus der Provence kommen und es als Übergang in die Stadt wahrnehmen, sondern über längere Zeit dort leben, weshalb der Aufbau und gewisse Strukturen schon verfestigen konnten.

Allgemein
Generell gefällt es mir bisher sehr gut hier auf den Philippinen. An die Klimaumstellung habe ich mich inzwischen ganz gut gewöhnt, mein Körper hat sich zwar nicht wirklich umgestellt denke ich, aber man stört sich nicht mehr so stark daran, dass man ständig schwitzt. Außerdem ist im Moment noch „wet season“, also die Regenzeit, das bedeutet, das Klima ist von weniger heißen Temperaturen („nur“ circa 30 ° C), viel Niederschlag und hoher Luftfeuchtigkeit (circa 85%) geprägt. Was ich in Manila als eher störend empfinde ist der Verkehrslärm und die hohe Luftverschmutzung, mit der man im Alltag ständig konfrontiert ist. Zum Teil mag das bestimmt auch daran liegen, dass ich bisher noch nie (bewusst) in einer Großstadt gelebt habe. Wiederum ein Vorteil an der hohen Verkehrsdichte ist, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit jeden Ort in Manila erreichen kann, sei es über Taxi, Bahn, Jeepneys, Tricycles oder Bus. Ein weiterer Aspekt, der den Alltag sehr positiv beeinflusst, ist, dass die meisten Filipinos wahnsinnig freundliche Leute sind, egal ob sie dich zum ersten Mal sehen, ob sie dich kennen oder nicht, egal wer, jeder hat immer ein Lächeln oder ein „Hallo, wie geht’s, wo kommst du her“ parat. Hier spielt vermutlich auch ein Stück mit rein, dass wir als Weiße oft ein Stück anders behandelt werden, egal ob wir es möchten oder nicht. Eine weitere Sache, an die ich mich (für mich) überraschend schnell gewöhnt habe, ist Reis, der in
nahezu jeder Mahlzeit enthalten ist. Das Essen generell ist hier richtig lecker und in Eaterys mindestens genau so günstig, wie wenn man es selbst zuhause zubereiten würde. Für mich ist das daher optimal, weil es kostet nicht viel Geld, ich muss es nicht selbst kochen und kann jeden Tag etwas anderes essen.

In den kommenden Wochen steht für uns dann noch das Praktikum im Kindergarten an, daraufhin wird für uns die wirkliche Arbeit an der Einsatzstelle beginnen. Bis dahin euch alles Gute, vielen Dank und bei Wünschen, Fragen oder Anregungen einfach kurz bei mir melden. 

Viele Grüße

Jakob 

 

P.S. Weitere Bilder findet ihr in den Einträgen meiner Mitstreiter oder über die verlinkten Begriffe 🙂

Das Ende naht

Hallo ihr Lieben

Nach einer etwas längeren Pause melde ich mich auch wieder zurück.

Jetzt ist es bald soweit den Heimweg anzutreten. Irgendwie ist das ein ganz schön komisches Gefühl. Es fühlt sich noch nicht wirklich real an. Aber ich freue mich jedenfalls schon sehr auf zu Hause. Die letzten Wochen vergingen jetzt doch auch wie im Flug.

Am 3. Juni hatten wir unsere Abschiedsfeier mit unseren Kindern. Wir waren mit den Kindern in einem Park, dank Spenden einiger guter Freunde aus Deutschland. Die Organisation davor war ganz schön anstrengend. Dadurch, dass die Kinder in der Schule auch gerade ihre Graduation hatten, mussten wir unsere zweimal verschieben. Doch schlussendlich hatten wir am 3. Juni unsere Feier.

Das Wetter spielte leider nicht so gut mit… Zu allererst gingen die Eltern mit ihren Kindern eine Runde durch den Park. Sie hatten einen Guide, der ihnen alles erklärte und sie herumführte.

Unterwegs im Eco – Park

In der zwischenzeit haben Simone, die Learners, die anderen Lehrer und ich die Stühle und alles unter dem Pavillion hergerichtet.

Die Vorbereitung und die Willkommensrede von Simone

Die Eltern und Kidis kamen zurück. Wir starteten mit einer kleinen und kurzen Willkommensrede und gingen dann über zu unserem Überraschungsprogamm. Die Kinder und Eltern durften T-Shirts anmalen und selbstgestalten. Es hat allen, glaube ich, großen Spaß gemacht, da sie wirklich konzentriert und mit Eifer über eine Stunde an ihren T-shirts saßen und diese bemalt haben. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und es kamen wirklich die verschiedesten Ideen und Muster heraus.

Anschließend war die Certificate, also die Zeugnisübergabe. Ich fing mit meiner Gruppe an. Jedes Kind, das an meinem Unterricht teilgenommen hatte, bekam eine Urkunde und ein Geschenk, das auch Mithilfe der Spenden mehr geworden ist. Auch ein selbstgestaltetes Portfolio bekamen meine Kinder von mir, indem ich alle Arbeitsblätter und Fotos über das Jahr lang festgehalten hatte. Danach war auch die Zeugnisübergabe von Simones Gruppe.

Jarred & ich

Zeugnisübergabe

Ich werde sie vermissen

Auch ein Video mit vielen Fotos von den Kindern und unserer Arbeit haben wir an diesem Tag gezeigt. Auf einem anderen Video haben wir Danksagungen von Kinder und Eltern festgehalten und haben dieses Video auch vorgeführt. Ein Inspiring Video habe ich kreiert. In diesem Video habe ich versucht, die Kinder weiterhin zu motivieren, fleißig zu bleiben.

Danach aßen wir noch gemeinsam und dann hieß es Abschied nehmen. Alle Eltern und Kinder kamen nochmals zu mir her und bedankten sich. Das war ein ganz schön schwieriger Moment für mich.

Meine Gruppe

Am Ende des Monates werde ich noch mit den Lehrern aus Payatas die Fiesta verbringen und dann auch noch Abschied von ihnen nehmen. Ich glaube, das wird auch noch sehr schwierig für mich.

Auch das Verabschieden von meinen Freunden, die mir hier wirklich sehr ans Herz gewachsen sind, wird noch eine Herausforderung.

Ich versuche mich mit dem Gedanken „Man ist ja nicht aus der Welt, man kann sich ja wiedersehen“ zu trösten.

Das wars wieder von mir.

Bis ganz bald!

Der Abschied naht

Jetzt ist es nur noch drei Wochen, die ich auf den Philippinen verbringen darf. An den Abschied ist leider immer mehr zu denken. Es werden schon die Abschiedsgeschenke und Mitbringsel geplant. Kaum zu glauben, wie lange ich schon hier bin und wie viel ich erlebt habe. Ich kann mich noch genau erinnern, wie aufgeregt ich war vor meinem Abflug und nun denke ich schon wieder an den Rückflug. Noch ganz genau weiß ich, wie unsicher ich in meiner ersten Unterrichtsstunde war. Alles war so unwirklich, die neue Sprache, die neue Umgebung und meine Kinder. Nun habe ich meine letzte Unterrichtsstunde und die Graduation schon hinter mir und alles ist komplett normal geworden. Die Sprache ist nicht mehr fremd, die Umgebung ist mir bekannt und meine Kinder sind mir alle ans Herz gewachsen. Da wir keinen Unterricht mehr haben, sehe ich sie leider nicht mehr jeden Tag, doch immer wenn ich in Payatas durch die Straßen laufe und sie mich sehen, kommen sie auf mich zugelaufen und begrüßen mich mit einer herzlichen Umarmung und einem strahlenden Lächeln.

Meikes und meine Graduation

Gruppenbild mit den selbt bemalten Tshirts

Unsere Graduation hatten wir im Eco Park in der Nähe von Payatas. Wir haben drei Jeepneys gemietet und sind mit den Kindern und jeweils einem Elternteil zum Eco Park gefahren. Dort haben wir einen Pavilion gebucht, sodass alle Kinder und die Eltern Platz hatten. Da eher schlechtes Wetter war und es immer wieder geregnet hat, war das wirklich die beste Entscheidung. Als erstes haben die Kinder eine Eco Park Tour gemacht, sodass wir genug Zeit hatten alles vorzubereiten. Danach haben wir mit den Kindern T-shirts bemalt. Jedes Kind hat zwei Shirts bekommen und konnte es nach den eigenen Wünschen bemalen. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Ich war überrascht wie vielseitig die Shirts bemalt wurden. Die drei besten Shirts haben vom Eco Park sogar einen Preis gewonnen.

Danach haben wir den Kindern ihr Certificate, ein Geschenk und ihr Portfolio übergeben. Meike und ich haben das Jahr über immer die Blätter eingesammelt und es dann für jedes Kind mit ein paar Fotots zusammen gestellt. Alles wurde mit zahlreichen Fotos festgehalten, denn Fotos werden immer und überall gemacht. Deshalb haben Meike und ich auch die besten Fotos von jeweils unseren Kindern zusammen gestellt und ein Video gemacht.

Nach ein paar Danksagungen von den Eltern, den Kindern und von Meike und mir war unsere Graduation auch schon zu Ende. Zum Schluss wurde noch ein Gruppenfoto gemacht.

Es war schön, die Kinder zu einem letzten Event alle nochmal zusammen zu haben, alle haben sich richtig schön rausgeputzt und waren so aufgeregt.

Da es das offizielle Ende von unserer Arbeit mit den Kindern war, hat mich das schon etwas traurig gestimmt. Doch andererseits war ich auch super glücklich, denn ich habe so viel von meinen Kindern gelernt und ich hatte so viel Spaß zusammen mit ihnen, dass die Graduation das perfekte Ende war.

Liebe Grüße aus Manila

Simone