Archiv der Kategorie: Erfahrungsberichte

Meine ersten zwei Monate in Tansania

Hallo zusammen,

Mein Name ist Judith und ich bin seit ca 2 Monaten die zweite Freiwillige bei den Salvatorian Fathers and Brothers in Mkuranga, Tansania.

Aber ich beginne ganz von vorne.

Am 13. November war mein großer Tag endlich gekommen. Seit insgesamt 10 Monaten hatte ich mich nun schon auf meinen WFD in Tansania vorbereitet und gefreut. Morgens brachte mich meine Familie an den den Flughafen, wo wir uns noch ein letztes mal umarmten, bevor ich ins Flugzeug stieg. Mit einem Zwischenstopp in Zürich und Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, landete ich abends in Dar es Salaam. Meine Mitfreiwillige Klara, mein Mentor Father Ayub und Father Exuper aus meiner Einsatzstelle holten mich am Flughafen ab und gemeinsam fuhren wir nach Mkuranga, meinem neuen zu Hause für die nächsten 10 Monate. Vielleicht fragt ihr euch, warum ich erst im November gekommen bin? Das liegt daran, dass Ich erst noch warten musste, bis Ich 18 wurde. Deshalb bleibe ich auch „nur“ 10 Monate.

Mittlerweile habe ich mich hier sehr gut eingelebt. Mit der Sprache Kiswahili läuft es jeden Tag ein bisschen besser. Auch bei meiner Arbeit im Kindergarten habe Ich großen Spaß. Ich unterrichte die 3-4 jährigen in den Fächern Englisch und Zeichnen. In meiner Freizeit nach der Arbeit, singe ich im Kirchenchor, was auch mit sehr viel Spaß verbunden ist. Durch den Chor habe ich hier auch sehr schnell Anschluss und neue Freunde gefunden und auch zum erlernen der Sprache ist deren  Chor klasse, da dort nur sehr wenig Leute englisch sprechen und man dadurch quasi „gezwungen“ ist Kiswahili zu reden.

Alles in allem waren meine ersten Wochen hier sehr schön und erlebnisreich und Ich bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Tansania,

Judith

Chirurgie im Philippine General Hospital – General Surgery 2

Mein Alltag in General Surgery 2

Nun bin ich schon zwei Monate als „Intern“ (Student im Praktischen Jahr) im Philippine General Hospital (PGH) unterwegs. Gestern ist nun auch mein Monat in General Surgery 2 zu Ende gegangen. General Surgery 2 (GS2) ist die Abteilung für Kolorektale Chirurgie.

Das ich mich immernoch in der Chirurgie befinde findet mein Alltag hauptsächlich im OP Komplex des PGH statt. Entsprechend des Schwerpunktes der Abteilung werden in den OP Sälen von GS2 hauptsächlich Kolorektale Tumore (Darmkrebs) operiet. Das ist durchaus eine wichtige Aufgabe, denn Darmkrebs ist einer der häufigsten Krebsarten weltweit. Dabei sind häufige Operationen das Entfernen des Tumors, das Zusammenähen der übriggebliebenen Darmanteile, sowie das Anlegen und Zurückverlagern von künstlichen Darmausgängenv (Stoma). Häufig wird dabei offen operiert, d.h. mittel einem langen Längsschnitt wird der Bauch in der Mitte eröffnet. Wenn ein erfahrener Chirurg operiert, dann wird manchmal auch laparoskopisch, sprich minimalinvasiv mittels mehreren kleinen Schnitten und Endoskopen operiert. Für Tumore im Bereich des Rektums wird dabei auch der DaVinci OP Roboter des PGH verwendet. Hier versprechen sich die Chirurgen einen Vorteil, da man bei diesen OPs oft auf engem Raum operieren muss.

DaVinci OP Roboter im Einsatz

Der Chirurg sitzt an der Konsole und bedient den Roboter

Schon wieder ich im OP. Diesmal mit umweltbewusster Haube.

Da das operieren im Bauchraum und das Nähen des Darmes sehr Zeitintensiv ist, dauern die OPs lange – 4h+ sind die Regel. Die elektiven OPs gehen dann oft erst nach 1900 zu Ende. Meine Aufgaben sind dabei recht simpel. So beschränkt sich meine Tätigkeit häufig auf das Halten von OP Haken und Einstellen der Beleuchtung. Wenn ich Glück habe darf ich auch mal Tackern, Faden abschneiden oder den Sauger bedienen. Ein Highlight des vergangenen Monats war, das ich bei einem Tumor der auch den Blinddarm (Appendix) erfasst hat, eben diesen mit dem Skalpel abschneiden durfte. Interessant ist dabei noch, dass sich manchmal erst im Verlauf der OP herausstellt, dass der vermeintliche Krebs eigentliche eine Form von Tuberkulose ist, die den Darm befällt. Dieses Krankheitsbild ist auf den Philippinen wohl häufig. Dabei befallen die Tuberkulose Bakterien manchmal den Darm bevor sie überhaupt die Lunge angreifen.

Neben dem OP bin ich auch im Montag und Donnerstag nachmittags im Out Patien Department (OPD) unterwegs, was so etwas ist wie eine Sprechstunde/Ambulanz. Dort begegnen mir hauptsächlich Hämorrhoiden, Analfisteln, Feigwarzen (Condylomata acumiata), Darmkrebs und Wundkontrollen nach OPs. Hier darf ich selbstständig Patientengespräche führen, Patienten untersuchen (unangenehmerweise auch rektal) und in Rücksprache mit den Residents auch mal das weitere Vorgehen festlegen. Natürlich wird das was ich tue von den Residents kontrolliert und abgestempelt.

Im OPD gibt es auch einen kleinen OP Bereich, in dem jeden Montag vormittag eben Hämorrhoiden, Analfisteln und Feigwarzen operiert werden. Da es sich dabei um einfache Operationen handelt, operieren hier hauptsächlich Residents und Studenten. Was für mich spannend sein kann, denn dann darf ich auch mal etwas mehr zum OP Erfolg beitragen. Es gibt sogar einen Bereich in dem Studenten unter Aufsicht eines Residents kleinere Hauttumoren entfernen.

Als weiteres Tätigkeitsfeld im Rahmen von GS2 gibt es noch das Darmkrebszentrum. Dort wird mit den Patienten die weitere Therapie geplant, Chemotherapie und Bestrahlungsschemen festgelegt sowie Kontrolluntersuchungen duchgeführt. Da dies ziemliches Detailwissen zu den einzelnen Tumoren und Tumorstadien erfordert bin ich hier blos Zuschauer.

Eindrücke zum Nachdenken

Manche Momente die ich hier im PGH erlebt habe, regen mich zum denken an. So ist es schon vorgekommen, dass während der OP der Strom ausfällt. Zum Glück sind die wichtigsten Maschinen mittels Notstromaggregat versorgt. Der Anästhesist muss aber zur Beatmung dann teilweise auf den Beatmungsbeutel zurückgreifen. Teilweise sind die Scheren und Instrumente die das Krankenhaus zur Verfügung stellt schon so alt, dass sie nicht mehr richtig funktionieren. Erstaunlicherweise gibt es dabei einige OP Schwestern, die mit ihrem eigenen Geld neue OP Instrumente kaufen und mitbringen! Auch ist in manchen OP Sälen die Klimaanlage kaputt, im Raum ist dann lediglich ein Ventilator vorhanden. Da kommt man beim Operieren ganz schön ins schwitzen. Das bisher Erstaunlichste sind dabei wohl die Improvisierten Stomabeutel für künstliche Darmausgänge. Diese Woche erst ist mir bei der Visite ein Patient begegnet der anstatt eines normal Stomabeutel lediglich eine Plastiktüte mittels Tape an seinem Bauch befestigt hat. Da diese Fälle häufig sind haben Ärzte des PGH sogar eine Publikation dazu veröffentlicht. (https://doi.org/10.3399/bjgp12X656937)

Da die Klimaanlage kaputt ist, muss der Ventilator genügen

Was mir desweiteren auffällt ist die Ungleichheit der Patienten im PGH. Es gibt einen großen unterschied zwischen Pay Patienten mit guter privater Krankenversicherung, und Charity Patienten die entweder gar keine oder die magere staatliche Krankenversicherung (PhilHealth) besitzen. Auf der Privat Station gibt es Einzel- und Zweibettzimmer, Klimaanlage und Fernseher. Auf der Charity Station liegen die Patienten Bett an Bett in einer großen Halle, lediglich ein paar Ventilatoren sorgen für ein bisschen Abkühlung im heißen Klima der Philippinen. Auf der Privat Station geht ein Fellow (Oberarzt) Visite, auf der Charity Station die Residents alleine. Privat Patienten werden nur von Consultants (Chefärzte) operiert, Charity Patienten teilweise von Residents alleine. Natürlich passen die Ärzte im PGH auch darauf auf, dass keiner überfordert wird, so werden schwierige Operationen bei Charity Patienten auch von Fellows und Consultants durchgeführt, aber der Unterschied ist dennoch da. Da lernt man das deutsche Versicherungs- und Gesundheitssystem trotz all seiner Schwächen zu schätzen.

Charity Ward (Wohltätigkeitsstation)

Chirurgie im Philippine General Hospital – General Surgery 1

Das Philippine General Hospital

Philippine General Hospital

Das Philippine General Hospital

Das Philippine General Hospital (PGH) ist ein staatliches Krankenhaus der tertiären Versorgung und die größte Universitätsklinik auf den Philippinen. Es ist das Lehrkrankenhaus der University of the Philippines Manila (UPM). Das Krankenhaus befindet sich auf dem Campus der UPM in Ermita, Manila. Das PGH hat 1100 charity Betten, 400 private Betten und versorgt mit ca. 4000 Mitarbeitern ca. 600.000 Patienten Jährlich. Es wurde 1907 von der amerikanischen Kollonialmacht gegründet und ist seitdem durchgehend in Betrieb. Paradoxerweise wurde es im zweiten Weltkrieg von den Amerikanern bombardiert, da sich dort japanische Soldaten verschanzt hatten.

Das größte Problem des PGH ist laut Aussage eines Arztes der Geldmangel. Das PGH finanziert sich zum einen durch staatliche Zuschüsse zum anderen durch Spenden und Zahlungen der Patienten. Das es am Geld mangelt sieht man an verschiedenen Stellen, am plakativsten wohl an der teilweise maroden Bausubstanz – der Putz bröckelt wortwörtlich von den Wänden. Trotzdem versucht das PGH seinem Stand als tertiäres Krankenhaus gerecht zu werden und besitzt so durchaus moderne Technik wie CT-Scans, MRT-Scans, Laborutensilien, OP-Technologie, seit neuestem sogar einen DaVinci OP-Roboter. Da die staatliche Versicherung (PhilHealth) der Philippinen nur einen Bruchteil der Kosten übernimmt, die durch die moderne, hoch technologisierte und damit teure Krankenhausbehandlung entsteht, muss ein Großteil dieser Kosten durch andere Mittel finanziert werden. Wer eine gute private Versicherung besitzt hat Glück, die Kosten werden übernommen. Wer nur mittels PhilHealth oder gar garnicht versichter ist, der gilt als Charity (engl. Wohltat) Patient. Netterweise übernimmt das PGH einen großteil der anfallanden Kosten der Charity Patienten. So bekommen durch das PGH Patienten aller sozialen Schichten Zugang zu moderner Medizin. Durch den Geldmangel hat dies allerdings auch seine Grenzen. So können nur eine maxmimal Anzahl an Charity Patienten pro Tag behandelt werden, die übriggebliebenen müssen hoffen an einem anderen Tag behandelt zu werden. Außerdem sind einige Behandlungsschritte (zB Chemotherapie) schlichtweg zu teuer und müssen so irgendwie von den Charity Patienten selbst finanziert werden. Das es am Geld mangelt sieht man auch an der Personalstruktur des Krankenhauses. Im Grunde sind die einzigen Ärzte die ständig anwesend sind, die Residents, welche Assistenzärzten entsprechen. Fellows, quasi Oberärzte, sind zwar tagsüber auch fast durchgängig anwesend, aber nur in geringer Zahl. Consultants, also Berater, sowas wie Chefärzte, sind nur zu ausgewählten Terminen anwesend – z.B. schwierige OPs, private OPs, Lehre. Man kann also sagen, dass ein Großteil der ärztlichen Aufgaben durch Assistenzärzte und Studenten erledigt wird.

Mein Alltag in General Surgery 1

Mein Aufenthalt hier ist ein Teil des Praktischen Jahres, sprich des letzten Abschnitts des Medizinstudium in Deutschland. Ich werde hier mein chirurgisches Tertial verbringen, also vier Monate durch eine Teil der chrirugischen Abteilungen des PGH rotieren. Dabei verbinge ich einen Monat in der Abteilung General Surgery 1 (GS1), einen Monat in General Surgery 2, einen Monat in General Surgery 3 und einen Monat in Trauma Surgery.

General Surgery ist die chrirurgische Abteilung für Tumoren der Brust, Weichteile (Haut, Fett, Muskelgewebe), Hals und Kopf, teilweise auch der Speiseröhre und des Magens. Dabei sind die Tumoren oft sehr ausgeprägt bzw. fortgeschritten.  Es ist nicht selten, dass Patienten mit bereits ulzerierenden (quasi blutenden, eiternden) Tumoren größer als 10cm im Durchmesser in der Aufnahme erscheinen. Dabei bin ich oft überrascht wie die Patienten diese geschickt durch Haare, Kopfbedeckungen und Kleidung vor verurteilenden Blicken schützen. Daneben gibt es noch einen anderen traurigen Schwerpunkt der Abteilung, nämlich das Trinken von Säuren in Form von Reinigungsmitteln in suizidaler Absicht. Diese Patienten werden dann neben der chirurgischen Betreuung auch psychiatrisch untersucht, was oftmals gravierende soziale Probleme offenbart, welche primär nicht durch die Medizin per se beseitigt werden können, sondern durch die Politik und die Gesellschaft angegangen werden müssen.

Allgemeinchirurgen bei der Entfernung eines Tumors

Plastische Chirurgen beim Decken der Wunde

Ich im OP

Ich persönlich erledige dabei im Rahmen meiner Ausbildung verschiedene kleinere Aufgaben. Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags finden OP’s statt – was heißt an diesen Tagen darf ich im OP assistieren. Die OP’s starten um 7:00 morgens, also stehe ich um 5:00 auf, verlasse um 6:00 das Haus um dann um 7:00 pünktlich zur OP fertig angezogen im Operationssaal zu stehen. Dabei dauert es unterschiedlich lange bis alle elektiven Operationen erledigt sind, oft bis 17:00/18:00/19:00. Oft darf ich also bis zu dieser Uhrzeit im OP assistieren, was recht interessant ist, da es viel zu sehen gibt. Da häufige, einfachere OP’s durch Residents und Studenten erledigt werden darf ich bei einigen Schilddrüßen, sowie Brustoperationen die Stelle des ersten Assistenten übernehmen, was für mich recht spannend ist. Die meisten OP’s sind dabei wie gesagt Tumoroperationen, die allermeisten davon Brust- und Schilddrüßentumoren.

Endoskopieturm. Die Deutsche Aussprache der Markennamen trägt zur Belustigung des OP Personals bei.

Nach und vor den Operationen finden Visiten statt, hier versuche ich eigentlich auch teilzunehmen, was mir aber nicht immer gelingt, da ich es oft nicht mitbekomme wenn die Residents ihre Runden gehen, oder ich gerade im OP beschäftigt bin. Täglich gibt es außerdem Brustkrebssprechstunden. Dienstag und Donnerstag nachmittag finden die Sprechstunden bzgl. anderer Tumore statt. Währen der Sprechstunden darf ich Patienten interviewen, oder auch mal einen Tumor biopsieren. Falls ich statt des künstlichen Lichts also kurz das Tageslicht sehen möchte, oder keine Aufgabe für mich im OP vorhanden ist, dann gehe ich zu den Sprechstunden.

Mittwochs ist für mich der langweiligste Tag, dort finden neben der normalen Stationsarbeit nur Konferenzen statt. Das positive ist, dass es oft etwas zu Essen gibt und ich früher nach Hause gehen darf. Letzte Woche gab es eine große Feier, da einer der Consultants in den Ruhestand geht – ab 60 darf man nicht mehr beim Staat angestellt sein. Zu unser aller Freude gab es Lechon (=Spanferkel), das extra aus Cebu eingeflogen wurde.

Lechon Cebu

The start of something new

Hallo und Magandang araw (Guten Tag)

Nun bin ich schon fast vier Monate auf den Philippinen und muss sagen, dass ich mich sehr gut an alles gewöhnt habe. Aber fangen wir von vorne an.

Der Flug von Stuttgart nach Manila mit einem Zwischenstopp in Istanbul verlief problemlos. Am Flughafen in Manila wurden Lukas, mein Mitfreiwilliger, und ich von Daniel, unserem Vorgänger, abgeholt. Da wir erst am Abend ankamen, ging es dann auch direkt ins Bett. Am nächsten Tag zeigte uns Daniel dann erst einmal die Gegend, in der wir das kommende Jahr wohnen würden. Bei der Gelegenheit sind wir dann auch das erste Mal Jeepney gefahren. Jeepneys sind die meist genutzten öffentlichen Verkehrsmittel und sind alte, umgebaute Militärjeeps, die meistens bunt bemalt wurden. Neben den Jeepneys gibt es noch die Tricycles, welche einfach Motorräder mit einem  Beifahrwagen sind. Viel benutzt werden auch die drei LRT-Linien, das ist die Straßenbahn in Manila, die aber erhöht auf einer Art Brücke fährt. Neben diesen Hauptverkehrsmitteln gibt es natürlich auch Busse, Taxis, etc.

In den folgenden zwei Wochen wurde uns von Daniel (wofür ich ihm sehr dankbar bin) noch alles Weitere gezeigt, was wir wissen müssen. So durften wir auch schon das erste Mal Payatas, eines der beiden Slums, besuchen und ein paar Teachers (Lehrer) kennenlernen. Nach einer Woche konnten wir dann endlich unseren Verantwortlichen Father Artur treffen und mit ihm den Verlauf der bevorstehenden Wochen besprechen. Bevor ich  meinen eigentlichen Einsatz in den Slums beginnen konnte, musste ich nämlich erst noch Tagalog, die Sprache hier, lernen und ein Praktikum in einem Kindergarten absolvieren.

Am Montag in der darauffolgenden Woche ging für Daniel, der dann zurück nach Deutschland flog, das Jahr auf den Philippinen zu Ende und für uns begann der Alltag, denn ab diesem Montag hatte ich dann immer abwechselnd Sprachkurs und Praktikum.

Der Sprachkurs hat mir sehr geholfen und ich kann mich nun auf Tagalog vorstellen und mich, meine Familie und andere Menschen beschreiben, Dinge kaufen, mich mit Freunden verabreden, Wegbeschreibungen geben und natürlich habe ich viele hilfreiche Vokabeln für den Unterricht gelernt . Auch die Arbeit in der Kinderwood Learning Villa, dem Kindergarten in dem ich mein Praktikum hatte, hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es erst einmal eine Umgewöhnung zu den deutschen Kindergärten war. Hier müssen die Kinder nämlich schon im Kindergarten Englisch und Tagalog lernen, wozu nicht nur Farben, Zahlen, Formen, etc. gehören und sie spielen sehr wenig bis gar nicht im Kindergarten.

Seit über einem Monat bin ich nun in Parola, dem zweiten Slum, wo ich das restliche Jahr über arbeiten werde. Die ersten Wochen waren noch relativ unspektakulär, da wir erst einmal alles Organisatorische klären mussten. Dazu gehörte, wie wir die Kinder aufteilen, wie lange die Klassen gehen, wo wir die Kinder unterrichten werden, …

Ich unterrichte nun drei Klassen mit jeweils 5 – 10 Kindern. Morgens habe ich zwei Klassen für jeweils eine Stunde, und nachmittags nochmal eine und unterrichte dann in den Häusern der Kinder. Die Arbeit gefällt mir bis jetzt schon sehr gut, wobei ich mich noch ein bisschen eingewöhnen muss, weil es am Anfang vor allem noch schwer ist mit den Kindern zu kommunizieren, da sie noch nicht wirklich Englisch können und mein Tagalog noch nicht so gut ist.

An den Wochenenden haben wir immer Freizeit. Dort treffen wir uns dann mit Freunden oder sind auch schon mal aus Manila rausgefahren. So sind wir einmal an den Strand nach Zambales und einmal mit den anderen Teachers nach Tanay auf eine Drachenfruchtfarm in die Berge gefahren. Die Ausflüge waren sehr schön, da es mal eine Pause vor dem lauten, überfüllten, dreckigen Manila war, hinein in die wunderschöne Natur der Philippinen.

Alles in allem habe ich mich hier sehr gut eingelebt, was ich auch nicht als schwer empfunden habe, da ich hier von allen, die ich kennengelernt habe sehr herzlich begrüßt und aufgenommen wurde.

Falls ihr noch Fragen oder weitere Anliegen habt könnt ihr mir gerne schreiben (alice.philippinen@gmail.com).

Viele Grüße aus Manila und bis zum nächsten Mal

Manila

Jeepney

Tricycle

 

 

 

 

 

Unterrichtsstunde in der Kinderwood Learning Villa

Drachenfruchtfarm

 

Straße vor Parola

Strand von Zambales

Coaches- Treffen in Wien

Im Gegensatz zu den letzten Herbst- Coaches -Treffen fand das diesjährige Treffen vom 31.10. bis zu 05.11. nicht in Deutschland, sondern in Österreich statt. Anlass dafür war unter anderem der Besuch von Father Ayub aus Tanzania, der zuständige Priester und Ansprechpartner für die Gemeinde in Mkuranga, der somit die Möglichkeit hatte während seinem zweiwöchigen Aufenthalt in Deutschland auch Wien zu besuchen.

Am Donnerstag machten wir uns also gemeinsam von München aus, mit einigen Zwischenstopps auf denen die restlichen Coaches eingesammelt wurden, auf den Weg nach Magerethen am Moos, das ca. 30 Kilometer von Wien entfernt ist, und kamen dort im Haus der Salvatorianer unter, wo wir herzlich in Empfang genommen wurden. Weiterlesen

WELCOME to India

Ein herzliches „Kublei“ an euch!

Ich bin nun seit bald zwei Monaten gut in Indien angekommen. Bei meiner Ankunft hat mich, wie vereinbart, Father Noble und Sister Simi am Flughafen in Guwahati abgeholt. Mit ihnen, mehreren Schwestern und Brüdern durfte ich fünf wundervolle und spannende Tage in Nagaon in Assam verbringen. In dieser Zeit waren wir von Morgens bis Abends bei verschiedenen Schulen und lieben Menschen zum Mittagessen, Tee oder Abendessen eingeladen. Am vierten Tag hatten wir einen Tag, wo wir uns den Brahmaputra mit einer beeindruckenden gesamtlänge Länge von 2900 Kilometer angeschaut haben. Auf diesem haben wir eine kleine Bootstour unternommen und siehe da – sogar Flussdelpine gesehen! Es waren wirklich tolle und spannende Tage, die ich in Assam verbringen durfte.

Typisch für Indien, waren natürlich überall Kühe auf der Straße zu sehen sowie Ziegen und Hühner. Was man beim indischen Verkehr definitiv sein muss –  achtsam und aufmerksam 🙂 auch für mich waren die Autofahrten immer spannend um diese wundervolle Landschaft mit ihren zahlreichen Reis- und Teefelder zu begutachten.

Am 11. August fuhren dann Father Noble und ich Richtung Shillong – der Hauptstadt von Meghalaya (Meghalaya ist ein Bundesland von Indien mit einer Größe von Slowenien). Dort haben wir Unterschlupf bei den Salvatorianer in Shillong erhalten, da wir schon über 5 Stunden unterwegs waren und die Nacht langsam Einzug hielt. Nach einem herzlichen Empfang, haben wir gemeinsam einen kleinen Gottesdienst und zusammen mit den zwei Fathers und den Brüdern zu Abend gegessen. Einer der Fathers meinte dann, ich soll nur viel essen, damit ich wohlgenährt wieder nach Hause komme 🙂 ..was hier um ehrlich zu sein nicht schwer ist, denn dann indische Essen ist exzellent! Da ich scharfe Speisen und Reis schon in Österreich bevorzugt habe, bin ich hier natürlich genau richtig gelandet.

Nach einer angenehmen Bettruhe und einem Frühstück brachen Father Noble und ich auf, um die Fahrt nach Laitknysew anzutreten. Auf dem Weg dorthin besuchten wir wieder viele liebe Menschen und waren wieder zum Mittagessen eingeladen. Eines muss ich auf diesem Wege anmerken. Was Gastfreundschaft betrifft, sind die Inder definitiv an vorderster Reihe.

..und dann endlich, am Abend und vielen holprigen Straßen erreichten wir Laitknysew – meine Enddestination in den East Khasi Hills, wo ich im Projekt der Salvatorianer mitarbeiten darf.

Hier wurde ich ebenfalls herzlich von Father Ambrose und Brother Meshelomon empfangen. Ich konnte gleich mein Zimmer beziehen was sehr schön und einfach ausgestattet ist. Ich habe mich auf Anhieb wohl gefühlt und breitete mich gleich mit meinen Sachen aus. Ich war sehr glücklich, endlich in diesem Naturparadies angekommen zu sein. Am nächsten Tag wurde ich feierlich von den Kindern mit Gesang und Blumen empfangen und ich hielt ein paar kurze Worte an sie und stelle mich ihnen sowie beim Lehrpersonal vor. Anschließend war ich schon in der Schule tätig und die Tage darauf wurde ein Zeitplan mit den jeweiligen Klassen und Unterrichtsfächer für mich erstellt. Father Ambrose ist hier der Direktor der Schule und leitet diese mit Liebe und Disziplin sowie Hingabe. Was klar ersichtlich ist, dass er unerschöpflich daran arbeitet, stetig die beste Schulbildung für die Kinder zu ermöglichen. Es gibt auch noch viel zu tun an der Schule, da das Gebäude 2015 neu errichtet wurde und alles recht einfach ausgestattet ist… aber alles mit der Zeit und davon berichte ich euch gerne laufenden in meinen nächsten Artikeln sowie über die wundervolle Natur hier.

Nun beginne ich auch langsam die Landessprache Khasi zu lernen. Das erste und wichtigste Wort, dass man mir beigebracht hat, war „Kublei“ – dies beteutet Guten Morgen, Guten Tag sowie die besten Wünsche an dich und das wünsche ich natürlich allen meinen lieben Lesern.

In diesem Sinne bis bald & Kublei

Nadja

Von meinen Erfahrungen in Uganda erzählen

Ich hatte schon zwei Mal die Gelegenheit, von meinen Erfahrungen als Freiwillige in Uganda in Form eines Bildvortrags zu erzählen. Der erste Vortrag war im Rahmen des Seniorenkaffees der Pfarrei Pfaffenhofen und wurde vom katholischen Frauenbund organisiert. Der zweite fand für den Rotary Club Pfaffenhofen statt.

Vielen Dank für das zahlreiche Kommen und das Interesse!