Archiv der Kategorie: Erfahrungsberichte

Halbzeit!

Nach einem halben Jahr Philippinen hatte ich Ende Januar das Zwischenseminar, wo ich mich mit 15 anderen Freiwilligen und zwei Seminarleitern in Negros in einem kleinen Resort in La Libertad getroffen habe. Dort haben wir uns über die verschiedenen Entsendeorganisationen, die Arbeit und allgemein unsere Erfahrungen mit Kultur und Menschen ausgetauscht.

Auch ich konnte viel über Puso sa Puso und meine Arbeit dort erzählen. Mittlerweile arbeite ich dort schon seit vier Monaten und habe meine festen Klassen, trotz kleiner Änderungen zwischendurch. Man kann sich das ganze so vorstellen:
Parola liegt an einer großen, von vielen Lastwagen befahrenen Straße. Es ist unterteilt in viele Gates, was sowas wie ein Eingang/Tor ist, durch das man geht, um in den Slum zu kommen. Die Gates sind mit Nummern gekennzeichnet, welche zur Orientierung beitragen. Aber natürlich kann man innerhalb der Gates auch zum nächsten laufen. Das Center von Puso sa Puso liegt gegenüber von Gate 1 in zwei bunt bemalten Containern. Im Center werden die älteren Schüler von den fest angestellten Lehrern unterrichtet. Dort gehe ich nach ca. einstündiger LRT- (Zug-) und Jeepneyfahrt jeden Tag als erstes hin, um meine Wertsachen dort zu lassen. Nach einem kurzen Plausch mit den Lehrern geht es dann um 9.30 Uhr in den Slum. Nach fünf- bis zehnminütigem Fußweg zu Gate 54, wo ich im oberen Stockwerk eines Sari-Sari Stores (meistens nur eine Fensteröffnung, wo von Lebensmitteln bis Hygieneartikel alles raus verkauft wird) meine zehn-köpfige Klasse für eine Stunde unterrichte. Danach geht es weiter zu Gate 56, wo ich mich mit Lukas treffe. Dort unterrichten wir zusammen sechs Kinder in einer selbstgebauten Holzhütte auf Stelzen (aufgrund der Überschwemmungen in der Regenzeit) nahe am Pasigriver. Allerdings kommen hier nicht immer alle sehr zuverlässig, dafür sind aber jeden Tag neue Gesichter dabei, die auch mal mitmachen wollen. Um 11.30 Uhr geht es zurück ins Center zum Mittagessen. Entweder holen wir uns unser Essen in einer der Eateries im Slum, wo man billig selbstgekochtes, typisch philippinisches Essen kaufen kann, oder einer der Lehrer hat etwas in der kleinen Küche im Center gekocht. Um 13.00 Uhr geht es dann zurück in Gate 56 für meine letzte Klasse, die mal mehr, mal weniger aus sieben Kindern besteht und auch hier immer wieder zusätzlich aus Geschwistern oder Freunden der Schüler. Um zwei geht es zurück ins Center, von wo es nach der Merienda (Snackpause) nach Hause geht.

Der Unterricht läuft in allen Klassen immer ungefähr gleich ab. Zu Beginn spiele ich meistens ein kleines Spiel um die Kinder aufzuwecken. Danach werden Zahlen, Farben, Formen, etc. abgefragt. Daraufhin folgt meistens eine Schreibübung, um das Alphabet oder die Zahlen zu lernen. Am Ende wird wieder gespielt oder gemalt. Durch die vielen Vorgänger habe ich schon viele Unterrichtsmaterialien, die ich verwenden kann. Jedoch ist es immer noch schwierig, Spiele mit den Kindern zu spielen, da es mir schwer fällt, sie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse zu erklären und da auch kein Platz für viele Spiele ist. Das erschwert auch den Unterricht, da ich immer mit den Kindern auf dem Boden sitze und auch keine Tische habe, um zu schreiben oder zu malen oder basteln. Zudem muss ich jedes mal alle Unterrichtsmaterialien von meinem Zuhause bis in die Gates mitschleppen. Dennoch habe ich einige Alternativen gefunden und der Unterricht macht den Kindern trotzdem viel Spaß und sie freuen sich jedes Mal wenn ich wieder komme und rennen, wenn sie mich sehen schon auf mich zu und begleiten mich jedes Mal wieder zurück zum Gateeingang.

An Weihnachten gab es noch ein besonderes Event für die Kinder. Lukas und ich haben nämlich eine Christmasparty für die Kinder veranstaltet, die im Center stattgefunden hat. Dort haben wir Spiele gespielt, gesungen, getanzt und die Kinder durften auch noch etwas aufführen. Am Ende gab es dann das berühmte Fried Chicken mit den süßen Spaghetti zum Mittagessen, was bei den Kindern sehr beliebt ist. Selbstverständlich durfte die Beschehrung nicht fehlen und so hat jedes Kind eine Geschenketasche bekommen, gefüllt mit Schulsachen, Spielsachen, Kleidung und Süßem.
Natürlich gab es noch viele weitere Christmasparties, wie die Charity Christmasparty für über 1000 Kinder, ein Fest für „homeless families“ (obdachlose Familien), die Christmasparty für die Schüler und für die Lehrer, und noch viele weitere.

Nach den vielen Parties waren dann erst einmal drei Wochen Schulferien. Über Weihnachten sind Lukas und ich nach Siargao geflogen, um einen deutschen Freund dort zu besuchen. Da die Insel ein beliebtes Touristenziel ist, konnten wir leider nicht ein typisch philippinisches Weihnachten miterleben. Ich habe mir aber sagen lassen, dass die Filipinos Weihnachten mit der Familie verbringen und zusammen essen und spät Abends zusammen in die Kirche gehen. Das Essen durfte ich trotzdem oft miterleben, da wir an den Tagen darauf noch Freunde von unserem deutschen Freund besucht haben, die uns die Reste angeboten haben. Die Weihnachtszeit beginnt hier allerdings schon in den -ber-Monaten also September, was sich durch die Weihnachtslieder und -deko überall bemerkbar macht.
An Silvester ging es für uns wieder in den Norden, wo wir schon einmal waren und so schon einige Leute kannten, aber auch viele neue Leute kennengelernt haben. Dort haben wir mit allen Hostelgästen ein philippinisches Silvester erlebt. Dabei wird sehr viel Essen gekocht, das allerdings erst um Mitternacht gegessen wird. Da wir das nicht wussten und nichts mehr seit dem Mittagessen gegessen hatten, haben wir die Besitzer überredet schon etwas früher zu essen, so dass wir um Mitternacht gerade fertig waren und das neue Jahr am Strand begrüßen konnten. Zum neuen Jahr gab es auch viele runde Früchte, da das Glück bringen soll.
Im neuen Jahr ging dann der Unterricht für wenige Wochen weiter, bevor wir zu unserem Zwischenseminar geflogen sind. Danach sind wir noch mit ein paar Freiwilligen durch die Visayas gereist, wo wir die wunderschöne und abwechslungsreiche Natur der Philippinen entdecken konnten.
Jetzt ist wieder der Alltag eingekehrt und es steht bis Ostern nichts mehr an, wo ich dann endlich meine Familie wiedersehe und ihr alles zeigen kann.

Christmasparty

    Christmasparty

Unterricht

Chirurgie im Philippine General Hospital – Emergency Room

Ich war 2012/2013 als Freiwilliger tätig. Nun bin ich wieder auf den Philippinen für einen Teil meines Medizinstudiums: Das Praktische Jahr. Dabei verbinge ich einen Monat in der Abteilung General Surgery 1, einen Monat in General Surgery 2, einen Monat in General Surgery 3 und einen Monat in Trauma Surgery. 

Emergency  Room

Drei Wochen war ich nun im Emergency Room (Notaufnahme) des Philippine General Hospitals (PGH) unterwegs. Dabei war ich den Chirurgen unterstellt und habe versucht soweit es geht mitzuhelfen. Die meiste Zeit habe ich dabei mit dem Team des „Surgeon on Duty“ (SOD) verbracht, welcher die erste Anlaufstelle für alle chirurgischen Notfälle ist. Das Spektrum ist dabei recht breit und reicht von Blinddarmentzündungen über Brustkrebs bis zu Verkehrsunfällen. Nächste Woche ist bereits meine letzte Woche am PGH. Vermutlich werde ich da zum Abschluss nochmal im OP arbeiten.

Die letzten drei Wochen waren durchaus recht anstrengend für mich, denn die Arbeit in der Notaufnahme des PGH ist ermüdend. Hier sieht man wie das öffentliche philippinische Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt. Im Emergency Room – der eigentlich mehr eine Emergency Halle als ein Raum ist – liegen und stehen die Patienten und warten auf eine Behandlung. Der Andrang ist so groß, dass die Patienten auch außerhalb der Notaufnahme in den Gängen, Ecken und Winkeln rundum untergebracht sind. Dort warten sie dann je nach Dringlichkeit teilweise tagelang, bis sie dann hoffentlich endlich operiert werden können. Es kommt vor, dass Patienten mit einer akuten Blinddarmentzündung drei Tage warten müssen bis sie operiert werden. Teilweise versterben Patienten auch beim Warten auf die OP, zum Beispiel Opfer von Verkehrsunfällen. Manchmal habe ich das Gefühl in einem Kriegslazarett zu arbeiten. Leid, Hoffnung, Heilung und Tod liegen hier nah beieinander.

Dabei kann man weder Ärzten noch Pflegern einen Vorwurf machen. Alle arbeiten am Limit für die Versorgung der Patienten. Es mangelt leider schlichtweg am System und der Organisation. Die personelle und technische Ausstattung der Klinik können dem Andrang der Patienten tragischerweise nur mäßig gerecht werden. Es gibt zum Beispiel lediglich ein CT-Gerät für alle Patienten der Klinik. Auch Anzahl der OP-Säle, Chirurgen und OP-Pflegern reicht einfach nicht aus um alle Patienten rechtzeitig zu Behandeln. Medikamente (z.b. zum Intubieren) fehlen. Zudem schlagen viele Patienten in der Notaufnahme auf, die in Deutschland auch z.B. beim Hausarzt behandelt werden könnten (etwa kleine Schnittwunden) und sorgen für zusätzliche Belastung. So kommt es dann auch vor, dass man den Patienten raten muss ein privates Krankenhaus oder Diagnostikzentrum aufzusuchen, denn dort ist die Ausstattung besser und die Behandlung deshalb schneller. Wer sich das aber nicht leisten kann, muss wohl oder übel einfach warten und hoffen. Man kann sich nur wünschen, dass der philippinische Staat es schafft diesen Zustand zu verbessern.

Ich versuche dabei den Spagat zwischen Ausbildung und Mithelfen zu meisten. Zum Beispiel interviewe ich Patienten, nehme Blut ab, lege venöse Zugänge, wechsle Katheter, wechsle Infusionen und habe auch schon zweimal kleinere Wunden nähen dürfen. Dabei schaue ich mit einer Mischung aus Bewunderung und Mitleid auf die philippinischen Ärzte und Studenten die in 12h, 24h und 36h Schichten versuchen die öffentliche medizinische Versorgung der Patienten sicherzustellen.

Fazit PJ-Tertial am Philippine General Hospital

Ich habe in den letzten 4 Monate einiges im PGH erlebt und gelernt. Für mich waren nicht alle Eindrücke leicht zu verdauen und teilweise war die Arbeit auch psychisch und physisch belastend. Vielleicht auch deshalb weil ich mich bemüht habe aktiv mitzuarbeiten und nicht nur Zuschauer zu sein. Trotzdem würde ich es sofort wieder machen. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht hat und ich habe auch viel gelernt. Die philippinischen Ärzte waren fast fast ausschließlich nett zu mir, trotz ihres wahnsinnigen Arbeitspensums. Nun freue ich mich aber auch wieder auf Daheim und auf alle meine Freunde und Verwandten dort!

Chirurgie im Philippine General Hospital – General Surgery 3

Ich war 2012/2013 als Freiwilliger tätig. Nun bin ich wieder auf den Philippinen für einen Teil meines Medizinstudiums: Das Praktische Jahr. Dabei verbinge ich einen Monat in der Abteilung General Surgery 1 (GS1), einen Monat in General Surgery 2, einen Monat in General Surgery 3 und einen Monat in Trauma Surgery. 

General Surgery 3 – Galle, Leber und Pankreas

Die letzten 4 Wochen war ich – außer einer Woche Urlaub – in der Abteilung General Surgery 3 untergebracht. Hier werden hauptsächlich Erkrankungen der Gallenblase, Leber und des Pankreas (Bauchspeicheldrüße) behandelt. Das heißt im großen OP Bereich werden sehr viele Gallenblasen und Gallensteine entfernt. Hierbei ist eine Besonderheit, dass es durch die Verbreitung des Spulwurms (Ascaris lumbricoides) anders als in Europa auch zu Gallensteinen außerhalb der Gallenblase kommen kann. Z.B. direkt in der Leber. Der Grund dafür ist wohl, dass der Spulwurm, der als Parasit zunächìst den Darm befällt, sich manchmal auch vom Darm aus in die Gallenwege verirrt. Er stirbt dann dort ab und führt so zu einer Entzündung die im Laufe der Jahrzehnte wohl die Bildung solcher Gallensteine bedingt. Erstaunlich ist auch, dass sich einige Seemänner die Gallenblase und den Blinddarm wohl prophylaktisch entfernen lassen, da sie auf hoher See keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Bei den Operationen der Leber und der Bauchspeicheldrüße handelt es sich meistens um die Entfernung von Tumoren. Dabei sind diese Operationen oft sehr langwierig. Eine sogenannte Whipple OP (bei Bauchspeicheldrüßenkrebs) kann schonmal 8h dauern. Ein besonderer Fall war die Entfernung einer sehr großen Zyste an der Leber. Die Zyste entwickelte sich durch einen langjährigen Befall eines Bandwurms. Dies ist wohl typisch bei Filipinos die als Oversea Filipino Worker (OFW) in arabischen Ländern arbeiten, da der Bandwurm dort häufig im Darm der Kamele haust.

Im Ambulanten OP Bereich werden Donnerstag Vormittags Leistenbrüche operiert. Außerdem werden dort auch täglich kleinere Hauttumore durch Studenten entfernt. Letzte Woche hatte ich glücklicherweise auch mal die Möglichkeit dort teilzunehmen. So durfte ich unter der Anleitung eines Residents gemeinsam mit einer Studentin eine murmelgroße Talgzyste (Atherom) entfernen! In den ambulanten Sprechstunden Montags und Donnerstags darf ich wieder viel mit Patienten reden, was eine willkommene Abwechslung ist. Hier bin ich froh, dass mein Filipino ausreicht um mich anständig mit den Patienten zu unterhalten.

Da ich auch mal sehen wollte was Nachts im Krankenhaus passiert, habe ich auch eine Nachtschicht begleitet. Hierbei haben wohl die ganzen Residents einer Abteilung (z.B. GS3) Nachtdienst und jeder hat etwas andere Aufgaben. Jeden dritten Tag fällt solch ein Dienst auf die Abteilung. Die Residents sind dabei 36h durchgängig im Dienst. Also vom Morgen des ersten Tages bis zum Abend des zweiten Tages. Je nach Arbeitsaufkommen können sie wohl zwischendurch jeweils für ein paar Stunden schlafen. Dass der Schlaf dabei aber oft zu kurz kommt, sieht man den Residents am nächsten Tag aber deutlich an. So schlafen manche im Sitzen oder sogar im Stehen ein, z.B. beim Warten auf eine OP oder bei der Konferenz. Auch merkt man dass die Residents dann deutlich angespannter sind, was sich nicht gerade günstig auf die Zusammenarbeit im Team und den Umgang mit den Patienten auswirkt. Ich muss sagen, dass ich froh bin, dass es in Deutschland mittlerweile Regelungen gibt die 36h Dienste verbieten. Denn der Schlafmangel wirkt sich meiner Meinung nach negativ sowohl auf Ärzte als auch auf Patienten aus.

Sonstige Katastrophen

Wie viele bestimmt mitbekommen habe, war im Januar auf den Philippinen einiges geboten. Zunächst brach der Vulkan Taal aus. Nach dem einem, vergleichsweise kleinen Vulkanausbruch, ging man davon aus, dass der Vulkan irgendwann noch einmal stärker explodiert. Inzwischen hat sich die Lage aber etwas beruhigt. Viele Menschen in der Nähe des Vulkans sind nach wie vor evakuiert. Einige Häuser wurden wohl durch Asche und Erdbeben beschädigt. Aber in Manila war von alledem nichts zu spüren, außer einem leichten Ascheregen.

Asche in Manila am Tag nach dem Vulkanausbruch

 

Inmitten der Nachrichten um den Vulkan wurden dann Meldungen zum neuartigen Coronavirus in Wuhan immer lauter. Aber auch hier ist die Lage in Manila momentan alles andere als dramatisch. Es gibt zwar auf den Philippinen ca. 300 Verdachtsfälle. Bestätigt sind aber blos 3. Einer der drei ist leider verstorben ist und ein weiterer inzwischen gesund. Mittlerweile gibt es auch eine Einreisestopp für Reisende aus China, Hong Kong und Macau. Im Philippine General Hospital gibt es meines Wissens noch keinen einzigen Fall. Ich fühle mich also sicher und mache mir keine Sorgen. Trotzdem verhalte ich mich natürlich vorsichtig und achte auf Hygiene, besonders im öffentlichen Nahverkehr.

Obwohl mich diese zwei Vorfälle glücklicherweise nicht betreffen, habe ich seit dieser Woche trotzdem ein kleines Problem. Ich habe mich nämlich wohl durch unsauberes Trinkwasser (wohl im Urlaub) mit einem Keim infiziert. Die Infektion ist dann am Samstag Abend ausgebrochen, was sich durch Bauchschmerzen und unangenehmen Durchfall bemerkbar macht. Inzwischen war ich beim Arzt, wurde positiv auf Amöben getestet und bekomme Antibiotika. Dadurch geht es mir jetzt bereits viel besser als am Wochenende. Leider kann ich dadurch diese Woche nicht arbeiten. Aber wenigstens hatte ich so Zeit um diesen Artikel zu schreiben.

Meine ersten zwei Monate in Tansania

Hallo zusammen,

Mein Name ist Judith und ich bin seit ca 2 Monaten die zweite Freiwillige bei den Salvatorian Fathers and Brothers in Mkuranga, Tansania.

Aber ich beginne ganz von vorne.

Am 13. November war mein großer Tag endlich gekommen. Seit insgesamt 10 Monaten hatte ich mich nun schon auf meinen WFD in Tansania vorbereitet und gefreut. Morgens brachte mich meine Familie an den den Flughafen, wo wir uns noch ein letztes mal umarmten, bevor ich ins Flugzeug stieg. Mit einem Zwischenstopp in Zürich und Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, landete ich abends in Dar es Salaam. Meine Mitfreiwillige Klara, mein Mentor Father Ayub und Father Exuper aus meiner Einsatzstelle holten mich am Flughafen ab und gemeinsam fuhren wir nach Mkuranga, meinem neuen zu Hause für die nächsten 10 Monate. Vielleicht fragt ihr euch, warum ich erst im November gekommen bin? Das liegt daran, dass Ich erst noch warten musste, bis Ich 18 wurde. Deshalb bleibe ich auch „nur“ 10 Monate.

Mittlerweile habe ich mich hier sehr gut eingelebt. Mit der Sprache Kiswahili läuft es jeden Tag ein bisschen besser. Auch bei meiner Arbeit im Kindergarten habe Ich großen Spaß. Ich unterrichte die 3-4 jährigen in den Fächern Englisch und Zeichnen. In meiner Freizeit nach der Arbeit, singe ich im Kirchenchor, was auch mit sehr viel Spaß verbunden ist. Durch den Chor habe ich hier auch sehr schnell Anschluss und neue Freunde gefunden und auch zum erlernen der Sprache ist deren  Chor klasse, da dort nur sehr wenig Leute englisch sprechen und man dadurch quasi „gezwungen“ ist Kiswahili zu reden.

Alles in allem waren meine ersten Wochen hier sehr schön und erlebnisreich und Ich bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Tansania,

Judith

Chirurgie im Philippine General Hospital – General Surgery 2

Ich war 2012/2013 als Freiwilliger tätig. Nun bin ich wieder auf den Philippinen für einen Teil meines Medizinstudiums: Das Praktische Jahr. Dabei verbinge ich einen Monat in der Abteilung General Surgery 1 (GS1), einen Monat in General Surgery 2, einen Monat in General Surgery 3 und einen Monat in Trauma Surgery. 

Mein Alltag in General Surgery 2

Nun bin ich schon zwei Monate als „Intern“ (Student im Praktischen Jahr) im Philippine General Hospital (PGH) unterwegs. Gestern ist nun auch mein Monat in General Surgery 2 zu Ende gegangen. General Surgery 2 (GS2) ist die Abteilung für Kolorektale Chirurgie.

Das ich mich immernoch in der Chirurgie befinde findet mein Alltag hauptsächlich im OP Komplex des PGH statt. Entsprechend des Schwerpunktes der Abteilung werden in den OP Sälen von GS2 hauptsächlich Kolorektale Tumore (Darmkrebs) operiet. Das ist durchaus eine wichtige Aufgabe, denn Darmkrebs ist einer der häufigsten Krebsarten weltweit. Dabei sind häufige Operationen das Entfernen des Tumors, das Zusammenähen der übriggebliebenen Darmanteile, sowie das Anlegen und Zurückverlagern von künstlichen Darmausgängenv (Stoma). Häufig wird dabei offen operiert, d.h. mittel einem langen Längsschnitt wird der Bauch in der Mitte eröffnet. Wenn ein erfahrener Chirurg operiert, dann wird manchmal auch laparoskopisch, sprich minimalinvasiv mittels mehreren kleinen Schnitten und Endoskopen operiert. Für Tumore im Bereich des Rektums wird dabei auch der DaVinci OP Roboter des PGH verwendet. Hier versprechen sich die Chirurgen einen Vorteil, da man bei diesen OPs oft auf engem Raum operieren muss.

Da das operieren im Bauchraum und das Nähen des Darmes sehr Zeitintensiv ist, dauern die OPs lange – 4h+ sind die Regel. Die elektiven OPs gehen dann oft erst nach 1900 zu Ende. Meine Aufgaben sind dabei recht simpel. So beschränkt sich meine Tätigkeit häufig auf das Halten von OP Haken und Einstellen der Beleuchtung. Wenn ich Glück habe darf ich auch mal Tackern, Faden abschneiden oder den Sauger bedienen. Ein Highlight des vergangenen Monats war, das ich bei einem Tumor der auch den Blinddarm (Appendix) erfasst hat, eben diesen mit dem Skalpel abschneiden durfte. Interessant ist dabei noch, dass sich manchmal erst im Verlauf der OP herausstellt, dass der vermeintliche Krebs eigentliche eine Form von Tuberkulose ist, die den Darm befällt. Dieses Krankheitsbild ist auf den Philippinen wohl häufig. Dabei befallen die Tuberkulose Bakterien manchmal den Darm bevor sie überhaupt die Lunge angreifen.

Neben dem OP bin ich auch im Montag und Donnerstag nachmittags im Out Patien Department (OPD) unterwegs, was so etwas ist wie eine Sprechstunde/Ambulanz. Dort begegnen mir hauptsächlich Hämorrhoiden, Analfisteln, Feigwarzen (Condylomata acumiata), Darmkrebs und Wundkontrollen nach OPs. Hier darf ich selbstständig Patientengespräche führen, Patienten untersuchen (unangenehmerweise auch rektal) und in Rücksprache mit den Residents auch mal das weitere Vorgehen festlegen. Natürlich wird das was ich tue von den Residents kontrolliert und abgestempelt.

Im OPD gibt es auch einen kleinen OP Bereich, in dem jeden Montag vormittag eben Hämorrhoiden, Analfisteln und Feigwarzen operiert werden. Da es sich dabei um einfache Operationen handelt, operieren hier hauptsächlich Residents und Studenten. Was für mich spannend sein kann, denn dann darf ich auch mal etwas mehr zum OP Erfolg beitragen. Es gibt sogar einen Bereich in dem Studenten unter Aufsicht eines Residents kleinere Hauttumoren entfernen.

Als weiteres Tätigkeitsfeld im Rahmen von GS2 gibt es noch das Darmkrebszentrum. Dort wird mit den Patienten die weitere Therapie geplant, Chemotherapie und Bestrahlungsschemen festgelegt sowie Kontrolluntersuchungen duchgeführt. Da dies ziemliches Detailwissen zu den einzelnen Tumoren und Tumorstadien erfordert bin ich hier blos Zuschauer.

Eindrücke zum Nachdenken

Manche Momente die ich hier im PGH erlebt habe, regen mich zum denken an. So ist es schon vorgekommen, dass während der OP der Strom ausfällt. Zum Glück sind die wichtigsten Maschinen mittels Notstromaggregat versorgt. Der Anästhesist muss aber zur Beatmung dann teilweise auf den Beatmungsbeutel zurückgreifen. Teilweise sind die Scheren und Instrumente die das Krankenhaus zur Verfügung stellt schon so alt, dass sie nicht mehr richtig funktionieren. Erstaunlicherweise gibt es dabei einige OP Schwestern, die mit ihrem eigenen Geld neue OP Instrumente kaufen und mitbringen! Auch ist in manchen OP Sälen die Klimaanlage kaputt, im Raum ist dann lediglich ein Ventilator vorhanden. Da kommt man beim Operieren ganz schön ins schwitzen. Das bisher Erstaunlichste sind dabei wohl die Improvisierten Stomabeutel für künstliche Darmausgänge. Diese Woche erst ist mir bei der Visite ein Patient begegnet der anstatt eines normal Stomabeutel lediglich eine Plastiktüte mittels Tape an seinem Bauch befestigt hat. Da diese Fälle häufig sind haben Ärzte des PGH sogar eine Publikation dazu veröffentlicht. (https://doi.org/10.3399/bjgp12X656937)

Was mir desweiteren auffällt ist die Ungleichheit der Patienten im PGH. Es gibt einen großen unterschied zwischen Pay Patienten mit guter privater Krankenversicherung, und Charity Patienten die entweder gar keine oder die magere staatliche Krankenversicherung (PhilHealth) besitzen. Auf der Privat Station gibt es Einzel- und Zweibettzimmer, Klimaanlage und Fernseher. Auf der Charity Station liegen die Patienten Bett an Bett in einer großen Halle, lediglich ein paar Ventilatoren sorgen für ein bisschen Abkühlung im heißen Klima der Philippinen. Auf der Privat Station geht ein Fellow (Oberarzt) Visite, auf der Charity Station die Residents alleine. Privat Patienten werden nur von Consultants (Chefärzte) operiert, Charity Patienten teilweise von Residents alleine. Natürlich passen die Ärzte im PGH auch darauf auf, dass keiner überfordert wird, so werden schwierige Operationen bei Charity Patienten auch von Fellows und Consultants durchgeführt, aber der Unterschied ist dennoch da. Da lernt man das deutsche Versicherungs- und Gesundheitssystem trotz all seiner Schwächen zu schätzen.

Chirurgie im Philippine General Hospital – General Surgery 1

Ich war 2012/2013 als Freiwilliger tätig. Nun bin ich wieder auf den Philippinen für einen Teil meines Medizinstudiums: Das Praktische Jahr. Dabei verbinge ich einen Monat in der Abteilung General Surgery 1 (GS1), einen Monat in General Surgery 2, einen Monat in General Surgery 3 und einen Monat in Trauma Surgery. 

Das Philippine General Hospital

Philippine General Hospital

Das Philippine General Hospital

Das Philippine General Hospital (PGH) ist ein staatliches Krankenhaus der tertiären Versorgung und die größte Universitätsklinik auf den Philippinen. Es ist das Lehrkrankenhaus der University of the Philippines Manila (UPM). Das Krankenhaus befindet sich auf dem Campus der UPM in Ermita, Manila. Das PGH hat 1100 charity Betten, 400 private Betten und versorgt mit ca. 4000 Mitarbeitern ca. 600.000 Patienten Jährlich. Es wurde 1907 von der amerikanischen Kollonialmacht gegründet und ist seitdem durchgehend in Betrieb. Paradoxerweise wurde es im zweiten Weltkrieg von den Amerikanern bombardiert, da sich dort japanische Soldaten verschanzt hatten.

Das größte Problem des PGH ist laut Aussage eines Arztes der Geldmangel. Das PGH finanziert sich zum einen durch staatliche Zuschüsse zum anderen durch Spenden und Zahlungen der Patienten. Das es am Geld mangelt sieht man an verschiedenen Stellen, am plakativsten wohl an der teilweise maroden Bausubstanz – der Putz bröckelt wortwörtlich von den Wänden. Trotzdem versucht das PGH seinem Stand als tertiäres Krankenhaus gerecht zu werden und besitzt so durchaus moderne Technik wie CT-Scans, MRT-Scans, Laborutensilien, OP-Technologie, seit neuestem sogar einen DaVinci OP-Roboter. Da die staatliche Versicherung (PhilHealth) der Philippinen nur einen Bruchteil der Kosten übernimmt, die durch die moderne, hoch technologisierte und damit teure Krankenhausbehandlung entsteht, muss ein Großteil dieser Kosten durch andere Mittel finanziert werden. Wer eine gute private Versicherung besitzt hat Glück, die Kosten werden übernommen. Wer nur mittels PhilHealth oder gar garnicht versichter ist, der gilt als Charity (engl. Wohltat) Patient. Netterweise übernimmt das PGH einen großteil der anfallanden Kosten der Charity Patienten. So bekommen durch das PGH Patienten aller sozialen Schichten Zugang zu moderner Medizin. Durch den Geldmangel hat dies allerdings auch seine Grenzen. So können nur eine maxmimal Anzahl an Charity Patienten pro Tag behandelt werden, die übriggebliebenen müssen hoffen an einem anderen Tag behandelt zu werden. Außerdem sind einige Behandlungsschritte (zB Chemotherapie) schlichtweg zu teuer und müssen so irgendwie von den Charity Patienten selbst finanziert werden. Das es am Geld mangelt sieht man auch an der Personalstruktur des Krankenhauses. Im Grunde sind die einzigen Ärzte die ständig anwesend sind, die Residents, welche Assistenzärzten entsprechen. Fellows, quasi Oberärzte, sind zwar tagsüber auch fast durchgängig anwesend, aber nur in geringer Zahl. Consultants, also Berater, sowas wie Chefärzte, sind nur zu ausgewählten Terminen anwesend – z.B. schwierige OPs, private OPs, Lehre. Man kann also sagen, dass ein Großteil der ärztlichen Aufgaben durch Assistenzärzte und Studenten erledigt wird.

Mein Alltag in General Surgery 1

General Surgery 1 ist die chrirurgische Abteilung für Tumoren der Brust, Weichteile (Haut, Fett, Muskelgewebe), Hals und Kopf, teilweise auch der Speiseröhre und des Magens. Dabei sind die Tumoren oft sehr ausgeprägt bzw. fortgeschritten.  Es ist nicht selten, dass Patienten mit bereits ulzerierenden (quasi blutenden, eiternden) Tumoren größer als 10cm im Durchmesser in der Aufnahme erscheinen. Dabei bin ich oft überrascht wie die Patienten diese geschickt durch Haare, Kopfbedeckungen und Kleidung vor verurteilenden Blicken schützen. Daneben gibt es noch einen anderen traurigen Schwerpunkt der Abteilung, nämlich das Trinken von Säuren in Form von Reinigungsmitteln in suizidaler Absicht. Diese Patienten werden dann neben der chirurgischen Betreuung auch psychiatrisch untersucht, was oftmals gravierende soziale Probleme offenbart, welche primär nicht durch die Medizin per se beseitigt werden können, sondern durch die Politik und die Gesellschaft angegangen werden müssen.

Ich im OP

Ich persönlich erledige dabei im Rahmen meiner Ausbildung verschiedene kleinere Aufgaben. Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags finden OP’s statt – was heißt an diesen Tagen darf ich im OP assistieren. Die OP’s starten um 7:00 morgens, also stehe ich um 5:00 auf, verlasse um 6:00 das Haus um dann um 7:00 pünktlich zur OP fertig angezogen im Operationssaal zu stehen. Dabei dauert es unterschiedlich lange bis alle elektiven Operationen erledigt sind, oft bis 17:00/18:00/19:00. Oft darf ich also bis zu dieser Uhrzeit im OP assistieren, was recht interessant ist, da es viel zu sehen gibt. Da häufige, einfachere OP’s durch Residents und Studenten erledigt werden darf ich bei einigen Schilddrüßen, sowie Brustoperationen die Stelle des ersten Assistenten übernehmen, was für mich recht spannend ist. Die meisten OP’s sind dabei wie gesagt Tumoroperationen, die allermeisten davon Brust- und Schilddrüßentumoren.

Nach und vor den Operationen finden Visiten statt, hier versuche ich eigentlich auch teilzunehmen, was mir aber nicht immer gelingt, da ich es oft nicht mitbekomme wenn die Residents ihre Runden gehen, oder ich gerade im OP beschäftigt bin. Täglich gibt es außerdem Brustkrebssprechstunden. Dienstag und Donnerstag nachmittag finden die Sprechstunden bzgl. anderer Tumore statt. Währen der Sprechstunden darf ich Patienten interviewen, oder auch mal einen Tumor biopsieren. Falls ich statt des künstlichen Lichts also kurz das Tageslicht sehen möchte, oder keine Aufgabe für mich im OP vorhanden ist, dann gehe ich zu den Sprechstunden.

Mittwochs ist für mich der langweiligste Tag, dort finden neben der normalen Stationsarbeit nur Konferenzen statt. Das positive ist, dass es oft etwas zu Essen gibt und ich früher nach Hause gehen darf. Letzte Woche gab es eine große Feier, da einer der Consultants in den Ruhestand geht – ab 60 darf man nicht mehr beim Staat angestellt sein. Zu unser aller Freude gab es Lechon (=Spanferkel), das extra aus Cebu eingeflogen wurde.

Lechon Cebu

The start of something new

Hallo und Magandang araw (Guten Tag)

Nun bin ich schon fast vier Monate auf den Philippinen und muss sagen, dass ich mich sehr gut an alles gewöhnt habe. Aber fangen wir von vorne an.

Der Flug von Stuttgart nach Manila mit einem Zwischenstopp in Istanbul verlief problemlos. Am Flughafen in Manila wurden Lukas, mein Mitfreiwilliger, und ich von Daniel, unserem Vorgänger, abgeholt. Da wir erst am Abend ankamen, ging es dann auch direkt ins Bett. Am nächsten Tag zeigte uns Daniel dann erst einmal die Gegend, in der wir das kommende Jahr wohnen würden. Bei der Gelegenheit sind wir dann auch das erste Mal Jeepney gefahren. Jeepneys sind die meist genutzten öffentlichen Verkehrsmittel und sind alte, umgebaute Militärjeeps, die meistens bunt bemalt wurden. Neben den Jeepneys gibt es noch die Tricycles, welche einfach Motorräder mit einem  Beifahrwagen sind. Viel benutzt werden auch die drei LRT-Linien, das ist die Straßenbahn in Manila, die aber erhöht auf einer Art Brücke fährt. Neben diesen Hauptverkehrsmitteln gibt es natürlich auch Busse, Taxis, etc.

In den folgenden zwei Wochen wurde uns von Daniel (wofür ich ihm sehr dankbar bin) noch alles Weitere gezeigt, was wir wissen müssen. So durften wir auch schon das erste Mal Payatas, eines der beiden Slums, besuchen und ein paar Teachers (Lehrer) kennenlernen. Nach einer Woche konnten wir dann endlich unseren Verantwortlichen Father Artur treffen und mit ihm den Verlauf der bevorstehenden Wochen besprechen. Bevor ich  meinen eigentlichen Einsatz in den Slums beginnen konnte, musste ich nämlich erst noch Tagalog, die Sprache hier, lernen und ein Praktikum in einem Kindergarten absolvieren.

Am Montag in der darauffolgenden Woche ging für Daniel, der dann zurück nach Deutschland flog, das Jahr auf den Philippinen zu Ende und für uns begann der Alltag, denn ab diesem Montag hatte ich dann immer abwechselnd Sprachkurs und Praktikum.

Der Sprachkurs hat mir sehr geholfen und ich kann mich nun auf Tagalog vorstellen und mich, meine Familie und andere Menschen beschreiben, Dinge kaufen, mich mit Freunden verabreden, Wegbeschreibungen geben und natürlich habe ich viele hilfreiche Vokabeln für den Unterricht gelernt . Auch die Arbeit in der Kinderwood Learning Villa, dem Kindergarten in dem ich mein Praktikum hatte, hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es erst einmal eine Umgewöhnung zu den deutschen Kindergärten war. Hier müssen die Kinder nämlich schon im Kindergarten Englisch und Tagalog lernen, wozu nicht nur Farben, Zahlen, Formen, etc. gehören und sie spielen sehr wenig bis gar nicht im Kindergarten.

Seit über einem Monat bin ich nun in Parola, dem zweiten Slum, wo ich das restliche Jahr über arbeiten werde. Die ersten Wochen waren noch relativ unspektakulär, da wir erst einmal alles Organisatorische klären mussten. Dazu gehörte, wie wir die Kinder aufteilen, wie lange die Klassen gehen, wo wir die Kinder unterrichten werden, …

Ich unterrichte nun drei Klassen mit jeweils 5 – 10 Kindern. Morgens habe ich zwei Klassen für jeweils eine Stunde, und nachmittags nochmal eine und unterrichte dann in den Häusern der Kinder. Die Arbeit gefällt mir bis jetzt schon sehr gut, wobei ich mich noch ein bisschen eingewöhnen muss, weil es am Anfang vor allem noch schwer ist mit den Kindern zu kommunizieren, da sie noch nicht wirklich Englisch können und mein Tagalog noch nicht so gut ist.

An den Wochenenden haben wir immer Freizeit. Dort treffen wir uns dann mit Freunden oder sind auch schon mal aus Manila rausgefahren. So sind wir einmal an den Strand nach Zambales und einmal mit den anderen Teachers nach Tanay auf eine Drachenfruchtfarm in die Berge gefahren. Die Ausflüge waren sehr schön, da es mal eine Pause vor dem lauten, überfüllten, dreckigen Manila war, hinein in die wunderschöne Natur der Philippinen.

Alles in allem habe ich mich hier sehr gut eingelebt, was ich auch nicht als schwer empfunden habe, da ich hier von allen, die ich kennengelernt habe sehr herzlich begrüßt und aufgenommen wurde.

Falls ihr noch Fragen oder weitere Anliegen habt könnt ihr mir gerne schreiben (alice.philippinen@gmail.com).

Viele Grüße aus Manila und bis zum nächsten Mal

Manila

Jeepney

Tricycle

 

 

 

 

 

Unterrichtsstunde in der Kinderwood Learning Villa

Drachenfruchtfarm

 

Straße vor Parola

Strand von Zambales

Coaches- Treffen in Wien

Im Gegensatz zu den letzten Herbst- Coaches -Treffen fand das diesjährige Treffen vom 31.10. bis zu 05.11. nicht in Deutschland, sondern in Österreich statt. Anlass dafür war unter anderem der Besuch von Father Ayub aus Tanzania, der zuständige Priester und Ansprechpartner für die Gemeinde in Mkuranga, der somit die Möglichkeit hatte während seinem zweiwöchigen Aufenthalt in Deutschland auch Wien zu besuchen.

Am Donnerstag machten wir uns also gemeinsam von München aus, mit einigen Zwischenstopps auf denen die restlichen Coaches eingesammelt wurden, auf den Weg nach Magerethen am Moos, das ca. 30 Kilometer von Wien entfernt ist, und kamen dort im Haus der Salvatorianer unter, wo wir herzlich in Empfang genommen wurden. Weiterlesen

WELCOME to India

Ein herzliches „Kublei“ an euch!

Ich bin nun seit bald zwei Monaten gut in Indien angekommen. Bei meiner Ankunft hat mich, wie vereinbart, Father Noble und Sister Simi am Flughafen in Guwahati abgeholt. Mit ihnen, mehreren Schwestern und Brüdern durfte ich fünf wundervolle und spannende Tage in Nagaon in Assam verbringen. In dieser Zeit waren wir von Morgens bis Abends bei verschiedenen Schulen und lieben Menschen zum Mittagessen, Tee oder Abendessen eingeladen. Am vierten Tag hatten wir einen Tag, wo wir uns den Brahmaputra mit einer beeindruckenden gesamtlänge Länge von 2900 Kilometer angeschaut haben. Auf diesem haben wir eine kleine Bootstour unternommen und siehe da – sogar Flussdelpine gesehen! Es waren wirklich tolle und spannende Tage, die ich in Assam verbringen durfte.

Typisch für Indien, waren natürlich überall Kühe auf der Straße zu sehen sowie Ziegen und Hühner. Was man beim indischen Verkehr definitiv sein muss –  achtsam und aufmerksam 🙂 auch für mich waren die Autofahrten immer spannend um diese wundervolle Landschaft mit ihren zahlreichen Reis- und Teefelder zu begutachten.

Am 11. August fuhren dann Father Noble und ich Richtung Shillong – der Hauptstadt von Meghalaya (Meghalaya ist ein Bundesland von Indien mit einer Größe von Slowenien). Dort haben wir Unterschlupf bei den Salvatorianer in Shillong erhalten, da wir schon über 5 Stunden unterwegs waren und die Nacht langsam Einzug hielt. Nach einem herzlichen Empfang, haben wir gemeinsam einen kleinen Gottesdienst und zusammen mit den zwei Fathers und den Brüdern zu Abend gegessen. Einer der Fathers meinte dann, ich soll nur viel essen, damit ich wohlgenährt wieder nach Hause komme 🙂 ..was hier um ehrlich zu sein nicht schwer ist, denn dann indische Essen ist exzellent! Da ich scharfe Speisen und Reis schon in Österreich bevorzugt habe, bin ich hier natürlich genau richtig gelandet.

Nach einer angenehmen Bettruhe und einem Frühstück brachen Father Noble und ich auf, um die Fahrt nach Laitknysew anzutreten. Auf dem Weg dorthin besuchten wir wieder viele liebe Menschen und waren wieder zum Mittagessen eingeladen. Eines muss ich auf diesem Wege anmerken. Was Gastfreundschaft betrifft, sind die Inder definitiv an vorderster Reihe.

..und dann endlich, am Abend und vielen holprigen Straßen erreichten wir Laitknysew – meine Enddestination in den East Khasi Hills, wo ich im Projekt der Salvatorianer mitarbeiten darf.

Hier wurde ich ebenfalls herzlich von Father Ambrose und Brother Meshelomon empfangen. Ich konnte gleich mein Zimmer beziehen was sehr schön und einfach ausgestattet ist. Ich habe mich auf Anhieb wohl gefühlt und breitete mich gleich mit meinen Sachen aus. Ich war sehr glücklich, endlich in diesem Naturparadies angekommen zu sein. Am nächsten Tag wurde ich feierlich von den Kindern mit Gesang und Blumen empfangen und ich hielt ein paar kurze Worte an sie und stelle mich ihnen sowie beim Lehrpersonal vor. Anschließend war ich schon in der Schule tätig und die Tage darauf wurde ein Zeitplan mit den jeweiligen Klassen und Unterrichtsfächer für mich erstellt. Father Ambrose ist hier der Direktor der Schule und leitet diese mit Liebe und Disziplin sowie Hingabe. Was klar ersichtlich ist, dass er unerschöpflich daran arbeitet, stetig die beste Schulbildung für die Kinder zu ermöglichen. Es gibt auch noch viel zu tun an der Schule, da das Gebäude 2015 neu errichtet wurde und alles recht einfach ausgestattet ist… aber alles mit der Zeit und davon berichte ich euch gerne laufenden in meinen nächsten Artikeln sowie über die wundervolle Natur hier.

Nun beginne ich auch langsam die Landessprache Khasi zu lernen. Das erste und wichtigste Wort, dass man mir beigebracht hat, war „Kublei“ – dies beteutet Guten Morgen, Guten Tag sowie die besten Wünsche an dich und das wünsche ich natürlich allen meinen lieben Lesern.

In diesem Sinne bis bald & Kublei

Nadja

Von meinen Erfahrungen in Uganda erzählen

Ich hatte schon zwei Mal die Gelegenheit, von meinen Erfahrungen als Freiwillige in Uganda in Form eines Bildvortrags zu erzählen. Der erste Vortrag war im Rahmen des Seniorenkaffees der Pfarrei Pfaffenhofen und wurde vom katholischen Frauenbund organisiert. Der zweite fand für den Rotary Club Pfaffenhofen statt.

Vielen Dank für das zahlreiche Kommen und das Interesse!