Archiv der Kategorie: 2019

Halbzeit!

Nach einem halben Jahr Philippinen hatte ich Ende Januar das Zwischenseminar, wo ich mich mit 15 anderen Freiwilligen und zwei Seminarleitern in Negros in einem kleinen Resort in La Libertad getroffen habe. Dort haben wir uns über die verschiedenen Entsendeorganisationen, die Arbeit und allgemein unsere Erfahrungen mit Kultur und Menschen ausgetauscht.

Auch ich konnte viel über Puso sa Puso und meine Arbeit dort erzählen. Mittlerweile arbeite ich dort schon seit vier Monaten und habe meine festen Klassen, trotz kleiner Änderungen zwischendurch. Man kann sich das ganze so vorstellen:
Parola liegt an einer großen, von vielen Lastwagen befahrenen Straße. Es ist unterteilt in viele Gates, was sowas wie ein Eingang/Tor ist, durch das man geht, um in den Slum zu kommen. Die Gates sind mit Nummern gekennzeichnet, welche zur Orientierung beitragen. Aber natürlich kann man innerhalb der Gates auch zum nächsten laufen. Das Center von Puso sa Puso liegt gegenüber von Gate 1 in zwei bunt bemalten Containern. Im Center werden die älteren Schüler von den fest angestellten Lehrern unterrichtet. Dort gehe ich nach ca. einstündiger LRT- (Zug-) und Jeepneyfahrt jeden Tag als erstes hin, um meine Wertsachen dort zu lassen. Nach einem kurzen Plausch mit den Lehrern geht es dann um 9.30 Uhr in den Slum. Nach fünf- bis zehnminütigem Fußweg zu Gate 54, wo ich im oberen Stockwerk eines Sari-Sari Stores (meistens nur eine Fensteröffnung, wo von Lebensmitteln bis Hygieneartikel alles raus verkauft wird) meine zehn-köpfige Klasse für eine Stunde unterrichte. Danach geht es weiter zu Gate 56, wo ich mich mit Lukas treffe. Dort unterrichten wir zusammen sechs Kinder in einer selbstgebauten Holzhütte auf Stelzen (aufgrund der Überschwemmungen in der Regenzeit) nahe am Pasigriver. Allerdings kommen hier nicht immer alle sehr zuverlässig, dafür sind aber jeden Tag neue Gesichter dabei, die auch mal mitmachen wollen. Um 11.30 Uhr geht es zurück ins Center zum Mittagessen. Entweder holen wir uns unser Essen in einer der Eateries im Slum, wo man billig selbstgekochtes, typisch philippinisches Essen kaufen kann, oder einer der Lehrer hat etwas in der kleinen Küche im Center gekocht. Um 13.00 Uhr geht es dann zurück in Gate 56 für meine letzte Klasse, die mal mehr, mal weniger aus sieben Kindern besteht und auch hier immer wieder zusätzlich aus Geschwistern oder Freunden der Schüler. Um zwei geht es zurück ins Center, von wo es nach der Merienda (Snackpause) nach Hause geht.

Der Unterricht läuft in allen Klassen immer ungefähr gleich ab. Zu Beginn spiele ich meistens ein kleines Spiel um die Kinder aufzuwecken. Danach werden Zahlen, Farben, Formen, etc. abgefragt. Daraufhin folgt meistens eine Schreibübung, um das Alphabet oder die Zahlen zu lernen. Am Ende wird wieder gespielt oder gemalt. Durch die vielen Vorgänger habe ich schon viele Unterrichtsmaterialien, die ich verwenden kann. Jedoch ist es immer noch schwierig, Spiele mit den Kindern zu spielen, da es mir schwer fällt, sie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse zu erklären und da auch kein Platz für viele Spiele ist. Das erschwert auch den Unterricht, da ich immer mit den Kindern auf dem Boden sitze und auch keine Tische habe, um zu schreiben oder zu malen oder basteln. Zudem muss ich jedes mal alle Unterrichtsmaterialien von meinem Zuhause bis in die Gates mitschleppen. Dennoch habe ich einige Alternativen gefunden und der Unterricht macht den Kindern trotzdem viel Spaß und sie freuen sich jedes Mal wenn ich wieder komme und rennen, wenn sie mich sehen schon auf mich zu und begleiten mich jedes Mal wieder zurück zum Gateeingang.

An Weihnachten gab es noch ein besonderes Event für die Kinder. Lukas und ich haben nämlich eine Christmasparty für die Kinder veranstaltet, die im Center stattgefunden hat. Dort haben wir Spiele gespielt, gesungen, getanzt und die Kinder durften auch noch etwas aufführen. Am Ende gab es dann das berühmte Fried Chicken mit den süßen Spaghetti zum Mittagessen, was bei den Kindern sehr beliebt ist. Selbstverständlich durfte die Beschehrung nicht fehlen und so hat jedes Kind eine Geschenketasche bekommen, gefüllt mit Schulsachen, Spielsachen, Kleidung und Süßem.
Natürlich gab es noch viele weitere Christmasparties, wie die Charity Christmasparty für über 1000 Kinder, ein Fest für „homeless families“ (obdachlose Familien), die Christmasparty für die Schüler und für die Lehrer, und noch viele weitere.

Nach den vielen Parties waren dann erst einmal drei Wochen Schulferien. Über Weihnachten sind Lukas und ich nach Siargao geflogen, um einen deutschen Freund dort zu besuchen. Da die Insel ein beliebtes Touristenziel ist, konnten wir leider nicht ein typisch philippinisches Weihnachten miterleben. Ich habe mir aber sagen lassen, dass die Filipinos Weihnachten mit der Familie verbringen und zusammen essen und spät Abends zusammen in die Kirche gehen. Das Essen durfte ich trotzdem oft miterleben, da wir an den Tagen darauf noch Freunde von unserem deutschen Freund besucht haben, die uns die Reste angeboten haben. Die Weihnachtszeit beginnt hier allerdings schon in den -ber-Monaten also September, was sich durch die Weihnachtslieder und -deko überall bemerkbar macht.
An Silvester ging es für uns wieder in den Norden, wo wir schon einmal waren und so schon einige Leute kannten, aber auch viele neue Leute kennengelernt haben. Dort haben wir mit allen Hostelgästen ein philippinisches Silvester erlebt. Dabei wird sehr viel Essen gekocht, das allerdings erst um Mitternacht gegessen wird. Da wir das nicht wussten und nichts mehr seit dem Mittagessen gegessen hatten, haben wir die Besitzer überredet schon etwas früher zu essen, so dass wir um Mitternacht gerade fertig waren und das neue Jahr am Strand begrüßen konnten. Zum neuen Jahr gab es auch viele runde Früchte, da das Glück bringen soll.
Im neuen Jahr ging dann der Unterricht für wenige Wochen weiter, bevor wir zu unserem Zwischenseminar geflogen sind. Danach sind wir noch mit ein paar Freiwilligen durch die Visayas gereist, wo wir die wunderschöne und abwechslungsreiche Natur der Philippinen entdecken konnten.
Jetzt ist wieder der Alltag eingekehrt und es steht bis Ostern nichts mehr an, wo ich dann endlich meine Familie wiedersehe und ihr alles zeigen kann.

Christmasparty

    Christmasparty

Unterricht

Heri ya mwaka mpya! – Silvester auf Sansibar

Hallo zusammen,

nach einem tollen Weihnachtsfest und ging es für mich und Judith in den Urlaub.

Wir sind mit den anderen Freiwilligen aus Tansania für 10 Tage auf Sansibar gefahren.
Leider wurde ich schon vor Beginn der Reise krank und musste somit mit Erkältung und Fieber in den Urlaub. (Entwarnung: ich hatte kein Malaria!!) Es war wirklich sehr schön die anderen wieder zu sehen und sich gegenseitig zu erzählen, wie es einem in der eigenen Einsatzstelle ergangen war und was für Erfahrungen man schon gemacht hatte.
Nachdem wir 3 Stunden mit der Fähre von Dar es Salaam gefahren sind, sind wir endlich auf Sansibar angekommen. Der erste Eindruck: sehr, sehr viele weiße Menschen!!!!! Es war etwas erschreckend, da wir das gar nicht mehr so gewöhnt sind. Außerdem war für uns auch sehr komisch zu sehen, dass die ganzen Touris so kurze Klamotten tragen. Wir tragen nämlich meistens Röcke oder Kleider bis über’s Knie und schulterbedeckende T-Shirts, aber hier tragen die Leute halt, wie normale Touristen, kurze Hosen und Tops. Trotz allem konnten wir uns von den anderen Weißen mit unseren Grundkenntnissen des Kiswahilis gut unterschieden, was nur zu unserem Vorteil war. So haben wir Essen, Tickets oder Souvenirs günstiger bekommen. Dementsprechend haben wir auch sehr viel erlebt.
Wir wohnten in einem Hostel in Stone Town, der Hauptstadt von Sansibar und haben tagsüber Ausflüge gemacht. 
Wir sind an einem Tag mit einem Boot auf „Prison Island“ gefahren. Diese Insel ist eine der vielen Inseln vor Sansibar. Dort haben wir erst das Gefängnis und anschließend Schildkröten angeschaut. Für mich persönlich einer der schönsten Ausflüge.
Außerdem waren wir Schnorcheln. Ein tolles Erlebnis, welches ich nur empfehlen kann. Es gab Korallenriffe und Unmengen an Fischen zu sehen. Die Unterwasserwelt ist einfach etwas sehr faszinierendes. Wir hatten sehr viel Spaß . An den anderen Tagen haben wir viele Strände besucht und die Stadt Stone Town näher angeschaut. Ein bisschen Shopping dürfte natürlich nicht fehlen. Wir haben uns wirklich von so vielen Stoffen und der Farbenwelt der Gewürze sehr inspirieren lassen.
Nicht zu vergessen war auch unsere Silvesternacht. Wir haben erst in einer Bar etwas getrunken und sind dann anschließend an den Strand und haben dort unsere letzten Minuten im Jahr 2019 verbracht. Es war unglaublich schön und auch anders als ich es erwartet hätte.
Für mich ging nämlich ein aufregendes Jahr 2019 zu Ende und ein noch aufregenderes Jahr 2020 begann.

Jetzt sind wir wieder in Mkuranga und schon voll bei der Arbeit.

Liebe Grüße von uns

Judith und Klara

Meine ersten zwei Monate in Tansania

Hallo zusammen,

mein Name ist Judith und ich bin seit ca 2 Monaten die zweite Freiwillige bei den Salvatorian Fathers and Brothers in Mkuranga, Tansania.

Aber ich beginne ganz von vorne.

Am 13. November war mein großer Tag endlich gekommen. Seit insgesamt 10 Monaten hatte ich mich nun schon auf meinen WFD in Tansania vorbereitet und gefreut. Morgens brachte mich meine Familie an den den Flughafen, wo wir uns noch ein letztes mal umarmten, bevor ich ins Flugzeug stieg. Mit einem Zwischenstopp in Zürich und Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, landete ich abends in Dar es Salaam. Meine Mitfreiwillige Klara, mein Mentor Father Ayub und Father Exuper aus meiner Einsatzstelle holten mich am Flughafen ab und gemeinsam fuhren wir nach Mkuranga, meinem neuen zu Hause für die nächsten 10 Monate. Vielleicht fragt ihr euch, warum ich erst im November gekommen bin? Das liegt daran, dass Ich erst noch warten musste, bis Ich 18 wurde. Deshalb bleibe ich auch „nur“ 10 Monate.

Mittlerweile habe ich mich hier sehr gut eingelebt. Mit der Sprache Kiswahili läuft es jeden Tag ein bisschen besser. Auch bei meiner Arbeit im Kindergarten habe Ich großen Spaß. Ich unterrichte die 3-4 jährigen in den Fächern Englisch und Zeichnen. In meiner Freizeit nach der Arbeit, singe ich im Kirchenchor, was auch mit sehr viel Spaß verbunden ist. Durch den Chor habe ich hier auch sehr schnell Anschluss und neue Freunde gefunden und auch zum erlernen der Sprache ist deren  Chor klasse, da dort nur sehr wenig Leute englisch sprechen und man dadurch quasi „gezwungen“ ist Kiswahili zu reden.

Alles in allem waren meine ersten Wochen hier sehr schön und erlebnisreich und Ich bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Tansania,

Judith

Stolz und Liebe

Um zu meiner Arbeit im Slum zu gelangen durchquere ich jeden Tag Divisoria, einen der ärmlichsten Orte in Manila. Dabei begegnet man vielen Straßenkindern und Bettlern. Einmal nach der Arbeit schrieb ich folgenden Text, den ich gerne mit euch teilen möchte.

In einem, meiner Meinung nach besten Songs aller Zeiten Love is War von Hillsong United heißt es an einer Stelle: “In the war against my pride“ …

Als ein junger Mann den Bus betritt, auf die Knie geht und einem Passagier nach dem anderen die Füße abputzt, wird mir klar, was es bedeutet, diesen Krieg mit aller Konsequenz zu führen. Den Kopf nach unten geneigt, kriecht dieser Mensch auf allen Vieren von einem dreckigen Fuß zum nächsten über den vom Smog verstaubten Boden des Fahrzeugs. Zwar erwartet er dafür eine milde Spende, doch von Stolz kann hier keiner sprechen. Den hat er abgelegt, wahrscheinlich weniger freiwillig aber konsequent. Beim Verlassen des Fahrzeuges sieht er mich an und weißt durch eine Geste daraufhin, dass er Hunger hat. Ich gebe ihm ein paar Münzen. Mir ist nicht bekannt, ob er sich von diesen Geld wirklich Essen gekauft hat, oder ob er es an der nächsten Ecke in Drogen investierte. Jedoch sehe ich Bettler seitdem mit anderen Augen. Wenn jemand bettelt, neigen wir gerne dazu zu sagen, er solle sich doch Arbeit suchen. Was aber, wenn es diese Arbeit aber nicht gibt? (Was zumindest hier in Manila der Fall ist.) Was, wenn ein Vater betteln geht, damit es seine Kinder nicht tun müssen, damit sich seine Frau nicht prostituieren muss. Oder stattdessen sich mit der Mafia einzulassen, sich in Drogen oder Suizid aus seiner schrecklichen Realität zu reißen? Was, wenn er seinen Stolz für Liebe aufgibt? Als der junge Mann den Bus verlässt und um das Geld bittet, kann ich für einen Moment in seine braunen Augen sehen, – sehe ich Jesus. Denselben Jesus, der seinen Jüngern die Füße gewaschen hat. Denselben Jesus, der aus Liebe alles gegeben hat. Denselben Jesus, der für mich am Kreuz starb.

Jesus lebt nicht nur in den Kirchen und in den Kathedralen. Er lebt in Divisoria und Parola, in den Slums überall auf der Welt. Jesus lebt überall, wo die Liebe ist und wo diese Liebe ist, ist kein Platz mehr für Stolz.

„Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.“ (1.Johannes 4,8)

Lukas J. Mauz

Chirurgie im Philippine General Hospital – General Surgery 1

Ich war 2012/2013 als Freiwilliger tätig. Nun bin ich wieder auf den Philippinen für einen Teil meines Medizinstudiums: Das Praktische Jahr. Dabei verbinge ich einen Monat in der Abteilung General Surgery 1 (GS1), einen Monat in General Surgery 2, einen Monat in General Surgery 3 und einen Monat in Trauma Surgery. 

Das Philippine General Hospital

Philippine General Hospital

Das Philippine General Hospital

Das Philippine General Hospital (PGH) ist ein staatliches Krankenhaus der tertiären Versorgung und die größte Universitätsklinik auf den Philippinen. Es ist das Lehrkrankenhaus der University of the Philippines Manila (UPM). Das Krankenhaus befindet sich auf dem Campus der UPM in Ermita, Manila. Das PGH hat 1100 charity Betten, 400 private Betten und versorgt mit ca. 4000 Mitarbeitern ca. 600.000 Patienten Jährlich. Es wurde 1907 von der amerikanischen Kollonialmacht gegründet und ist seitdem durchgehend in Betrieb. Paradoxerweise wurde es im zweiten Weltkrieg von den Amerikanern bombardiert, da sich dort japanische Soldaten verschanzt hatten.

Das größte Problem des PGH ist laut Aussage eines Arztes der Geldmangel. Das PGH finanziert sich zum einen durch staatliche Zuschüsse zum anderen durch Spenden und Zahlungen der Patienten. Das es am Geld mangelt sieht man an verschiedenen Stellen, am plakativsten wohl an der teilweise maroden Bausubstanz – der Putz bröckelt wortwörtlich von den Wänden. Trotzdem versucht das PGH seinem Stand als tertiäres Krankenhaus gerecht zu werden und besitzt so durchaus moderne Technik wie CT-Scans, MRT-Scans, Laborutensilien, OP-Technologie, seit neuestem sogar einen DaVinci OP-Roboter. Da die staatliche Versicherung (PhilHealth) der Philippinen nur einen Bruchteil der Kosten übernimmt, die durch die moderne, hoch technologisierte und damit teure Krankenhausbehandlung entsteht, muss ein Großteil dieser Kosten durch andere Mittel finanziert werden. Wer eine gute private Versicherung besitzt hat Glück, die Kosten werden übernommen. Wer nur mittels PhilHealth oder gar garnicht versichter ist, der gilt als Charity (engl. Wohltat) Patient. Netterweise übernimmt das PGH einen großteil der anfallanden Kosten der Charity Patienten. So bekommen durch das PGH Patienten aller sozialen Schichten Zugang zu moderner Medizin. Durch den Geldmangel hat dies allerdings auch seine Grenzen. So können nur eine maxmimal Anzahl an Charity Patienten pro Tag behandelt werden, die übriggebliebenen müssen hoffen an einem anderen Tag behandelt zu werden. Außerdem sind einige Behandlungsschritte (zB Chemotherapie) schlichtweg zu teuer und müssen so irgendwie von den Charity Patienten selbst finanziert werden. Das es am Geld mangelt sieht man auch an der Personalstruktur des Krankenhauses. Im Grunde sind die einzigen Ärzte die ständig anwesend sind, die Residents, welche Assistenzärzten entsprechen. Fellows, quasi Oberärzte, sind zwar tagsüber auch fast durchgängig anwesend, aber nur in geringer Zahl. Consultants, also Berater, sowas wie Chefärzte, sind nur zu ausgewählten Terminen anwesend – z.B. schwierige OPs, private OPs, Lehre. Man kann also sagen, dass ein Großteil der ärztlichen Aufgaben durch Assistenzärzte und Studenten erledigt wird.

Mein Alltag in General Surgery 1

General Surgery 1 ist die chrirurgische Abteilung für Tumoren der Brust, Weichteile (Haut, Fett, Muskelgewebe), Hals und Kopf, teilweise auch der Speiseröhre und des Magens. Dabei sind die Tumoren oft sehr ausgeprägt bzw. fortgeschritten.  Es ist nicht selten, dass Patienten mit bereits ulzerierenden (quasi blutenden, eiternden) Tumoren größer als 10cm im Durchmesser in der Aufnahme erscheinen. Dabei bin ich oft überrascht wie die Patienten diese geschickt durch Haare, Kopfbedeckungen und Kleidung vor verurteilenden Blicken schützen. Daneben gibt es noch einen anderen traurigen Schwerpunkt der Abteilung, nämlich das Trinken von Säuren in Form von Reinigungsmitteln in suizidaler Absicht. Diese Patienten werden dann neben der chirurgischen Betreuung auch psychiatrisch untersucht, was oftmals gravierende soziale Probleme offenbart, welche primär nicht durch die Medizin per se beseitigt werden können, sondern durch die Politik und die Gesellschaft angegangen werden müssen.

Ich im OP

Ich persönlich erledige dabei im Rahmen meiner Ausbildung verschiedene kleinere Aufgaben. Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags finden OP’s statt – was heißt an diesen Tagen darf ich im OP assistieren. Die OP’s starten um 7:00 morgens, also stehe ich um 5:00 auf, verlasse um 6:00 das Haus um dann um 7:00 pünktlich zur OP fertig angezogen im Operationssaal zu stehen. Dabei dauert es unterschiedlich lange bis alle elektiven Operationen erledigt sind, oft bis 17:00/18:00/19:00. Oft darf ich also bis zu dieser Uhrzeit im OP assistieren, was recht interessant ist, da es viel zu sehen gibt. Da häufige, einfachere OP’s durch Residents und Studenten erledigt werden darf ich bei einigen Schilddrüßen, sowie Brustoperationen die Stelle des ersten Assistenten übernehmen, was für mich recht spannend ist. Die meisten OP’s sind dabei wie gesagt Tumoroperationen, die allermeisten davon Brust- und Schilddrüßentumoren.

Nach und vor den Operationen finden Visiten statt, hier versuche ich eigentlich auch teilzunehmen, was mir aber nicht immer gelingt, da ich es oft nicht mitbekomme wenn die Residents ihre Runden gehen, oder ich gerade im OP beschäftigt bin. Täglich gibt es außerdem Brustkrebssprechstunden. Dienstag und Donnerstag nachmittag finden die Sprechstunden bzgl. anderer Tumore statt. Währen der Sprechstunden darf ich Patienten interviewen, oder auch mal einen Tumor biopsieren. Falls ich statt des künstlichen Lichts also kurz das Tageslicht sehen möchte, oder keine Aufgabe für mich im OP vorhanden ist, dann gehe ich zu den Sprechstunden.

Mittwochs ist für mich der langweiligste Tag, dort finden neben der normalen Stationsarbeit nur Konferenzen statt. Das positive ist, dass es oft etwas zu Essen gibt und ich früher nach Hause gehen darf. Letzte Woche gab es eine große Feier, da einer der Consultants in den Ruhestand geht – ab 60 darf man nicht mehr beim Staat angestellt sein. Zu unser aller Freude gab es Lechon (=Spanferkel), das extra aus Cebu eingeflogen wurde.

Lechon Cebu

The start of something new

Hallo und Magandang araw (Guten Tag)

Nun bin ich schon fast vier Monate auf den Philippinen und muss sagen, dass ich mich sehr gut an alles gewöhnt habe. Aber fangen wir von vorne an.

Der Flug von Stuttgart nach Manila mit einem Zwischenstopp in Istanbul verlief problemlos. Am Flughafen in Manila wurden Lukas, mein Mitfreiwilliger, und ich von Daniel, unserem Vorgänger, abgeholt. Da wir erst am Abend ankamen, ging es dann auch direkt ins Bett. Am nächsten Tag zeigte uns Daniel dann erst einmal die Gegend, in der wir das kommende Jahr wohnen würden. Bei der Gelegenheit sind wir dann auch das erste Mal Jeepney gefahren. Jeepneys sind die meist genutzten öffentlichen Verkehrsmittel und sind alte, umgebaute Militärjeeps, die meistens bunt bemalt wurden. Neben den Jeepneys gibt es noch die Tricycles, welche einfach Motorräder mit einem  Beifahrwagen sind. Viel benutzt werden auch die drei LRT-Linien, das ist die Straßenbahn in Manila, die aber erhöht auf einer Art Brücke fährt. Neben diesen Hauptverkehrsmitteln gibt es natürlich auch Busse, Taxis, etc.

In den folgenden zwei Wochen wurde uns von Daniel (wofür ich ihm sehr dankbar bin) noch alles Weitere gezeigt, was wir wissen müssen. So durften wir auch schon das erste Mal Payatas, eines der beiden Slums, besuchen und ein paar Teachers (Lehrer) kennenlernen. Nach einer Woche konnten wir dann endlich unseren Verantwortlichen Father Artur treffen und mit ihm den Verlauf der bevorstehenden Wochen besprechen. Bevor ich  meinen eigentlichen Einsatz in den Slums beginnen konnte, musste ich nämlich erst noch Tagalog, die Sprache hier, lernen und ein Praktikum in einem Kindergarten absolvieren.

Am Montag in der darauffolgenden Woche ging für Daniel, der dann zurück nach Deutschland flog, das Jahr auf den Philippinen zu Ende und für uns begann der Alltag, denn ab diesem Montag hatte ich dann immer abwechselnd Sprachkurs und Praktikum.

Der Sprachkurs hat mir sehr geholfen und ich kann mich nun auf Tagalog vorstellen und mich, meine Familie und andere Menschen beschreiben, Dinge kaufen, mich mit Freunden verabreden, Wegbeschreibungen geben und natürlich habe ich viele hilfreiche Vokabeln für den Unterricht gelernt . Auch die Arbeit in der Kinderwood Learning Villa, dem Kindergarten in dem ich mein Praktikum hatte, hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es erst einmal eine Umgewöhnung zu den deutschen Kindergärten war. Hier müssen die Kinder nämlich schon im Kindergarten Englisch und Tagalog lernen, wozu nicht nur Farben, Zahlen, Formen, etc. gehören und sie spielen sehr wenig bis gar nicht im Kindergarten.

Seit über einem Monat bin ich nun in Parola, dem zweiten Slum, wo ich das restliche Jahr über arbeiten werde. Die ersten Wochen waren noch relativ unspektakulär, da wir erst einmal alles Organisatorische klären mussten. Dazu gehörte, wie wir die Kinder aufteilen, wie lange die Klassen gehen, wo wir die Kinder unterrichten werden, …

Ich unterrichte nun drei Klassen mit jeweils 5 – 10 Kindern. Morgens habe ich zwei Klassen für jeweils eine Stunde, und nachmittags nochmal eine und unterrichte dann in den Häusern der Kinder. Die Arbeit gefällt mir bis jetzt schon sehr gut, wobei ich mich noch ein bisschen eingewöhnen muss, weil es am Anfang vor allem noch schwer ist mit den Kindern zu kommunizieren, da sie noch nicht wirklich Englisch können und mein Tagalog noch nicht so gut ist.

An den Wochenenden haben wir immer Freizeit. Dort treffen wir uns dann mit Freunden oder sind auch schon mal aus Manila rausgefahren. So sind wir einmal an den Strand nach Zambales und einmal mit den anderen Teachers nach Tanay auf eine Drachenfruchtfarm in die Berge gefahren. Die Ausflüge waren sehr schön, da es mal eine Pause vor dem lauten, überfüllten, dreckigen Manila war, hinein in die wunderschöne Natur der Philippinen.

Alles in allem habe ich mich hier sehr gut eingelebt, was ich auch nicht als schwer empfunden habe, da ich hier von allen, die ich kennengelernt habe sehr herzlich begrüßt und aufgenommen wurde.

Falls ihr noch Fragen oder weitere Anliegen habt könnt ihr mir gerne schreiben (alice.philippinen@gmail.com).

Viele Grüße aus Manila und bis zum nächsten Mal

Manila

Jeepney

Tricycle

 

 

 

 

 

Unterrichtsstunde in der Kinderwood Learning Villa

Drachenfruchtfarm

 

Straße vor Parola

Strand von Zambales

Karibu Tanzania! – Meine ersten zwei Monate in Tansania

Hallo zusammen!

Innerhalb von 2 Monaten kann man hier in Tansania sehr viel erleben. Ich fange einfach mal  von vorne an.

Mit großer Vorfreude und ein wenig kribbeln im Bauch habe ich meine große Reise Anfang August angetreten.

Zunächst bin ich nach Morogoro in die Sprachschule, in welcher ich 1 Monat lang in die Sprache Kiswahili eingeführt wurde. Anzumerken ist , das man bei dieser Sprache nicht unbedingt Wörter vom Englischen, Französischen oder deutschen ableiten kann . Also etwas ganz Neues. Doch es hat von Anfang an Spaß gemacht sich auf etwas Neues einzulassen. Nebenher habe ich auch wundervolle Menschen kennengelernt, die mir sehr wichtig geworden sind. Ebenso habe ich einen Massai Markt besucht, der einen einfach fasziniert. 

Nachdem ich den Sprachkurs beendet hatte, bin ich an meine Einsatzstelle gekommen. Ich wurde von den Brothers and Fathers der Salvatorianer wirklich toll aufgenommen, auch von den Sisters nebenan wurde ich sehr herzlich empfangen.

Zunächst mussten mein Mentor Father Ayub und ich erstmal die Bürokratie hinter uns bringen und noch sehr viele Male nach Dar es Salaam fahren , damit ich nicht irgendwann illegal im Lande bin.

Mittlerweile bin ich immernoch legal und mein Jahresvisum habe ich auch bald.

Das Gelände der Salvatorianer hier ist riesig. Zu Beginn hatte ich erst nur das Gelände mit Dispensary und Kindergarten und den Wohnhäusern gesehen, jedoch gehört noch eine ganz große Landwirtschaftliche Fläche dazu. Aufgrund dass Mkuranga auf der Spitze eines Hügels liegt , hat man eine wundervolle Aussicht auf Palmen, Bananenbäumen und vieles mehr.

Neben Pflanzen gibt es auch sehr viele Tiere zu sehen.

Schlagen, Affen, Hühner, Ziegen und ganz viele Krabbelviecher.

Ich arbeite in der Dispensary, der Krankenstation, der Salvatorianer. Meine Kollegen sind alle super nett und versuchen mir Kiswahili beizubringen.

Des Öfteren scheitere ich noch an mangelnder Sprachkenntnisse, aber ich merke, wie es trotzdem langsam einfacher wird.

Trotz allem macht die Arbeit sehr viel Spaß, auch wenn es manchmal etwas langweilig wird, wenn keine Patienten kommen(was ja eigentlich ein gutes Zeichen ist).

So langsam hab ich mich hier gut eingelebt und traue mich mehr unter die Leute . Das heißt ich erkunde Mkuranga und lerne viele nette Leute kennen, die auch meine Vorgänger schon kennengelernt hatten.

Mittlerweile hat auch hierbei Regenzeit begonnen, was hin und wieder sehr angenehm ist, da es dann abkühlt und man auch nachts sehr gut schlafen kann. Für die Wäsche ist es aber nicht so gut geeignet . Sie trocknet zwischen den Regenschauern und wird dann wieder nass , bis an einem Tag die Sonne scheint und die Wäsche dann wirklich trockenen kann.

Dazu muss ich sagen , dass hier per Hand gewaschen wird. Jetzt besitzen wir aber neuerdings eine Waschmaschine. Wer weiß wieviel ich dann noch per Hand waschen muss?

Ich warte jetzt gespannt auf Judith , die in  3 Wochen endlich ihren Dienst antreten wird.

Bis dahin liebe Grüße aus Tansania !

Klara

WELCOME to India

Ein herzliches „Kublei“ an euch!

Ich bin nun seit bald zwei Monaten gut in Indien angekommen. Bei meiner Ankunft hat mich, wie vereinbart, Father Noble und Sister Simi am Flughafen in Guwahati abgeholt. Mit ihnen, mehreren Schwestern und Brüdern durfte ich fünf wundervolle und spannende Tage in Nagaon in Assam verbringen. In dieser Zeit waren wir von Morgens bis Abends bei verschiedenen Schulen und lieben Menschen zum Mittagessen, Tee oder Abendessen eingeladen. Am vierten Tag hatten wir einen Tag, wo wir uns den Brahmaputra mit einer beeindruckenden gesamtlänge Länge von 2900 Kilometer angeschaut haben. Auf diesem haben wir eine kleine Bootstour unternommen und siehe da – sogar Flussdelpine gesehen! Es waren wirklich tolle und spannende Tage, die ich in Assam verbringen durfte.

Typisch für Indien, waren natürlich überall Kühe auf der Straße zu sehen sowie Ziegen und Hühner. Was man beim indischen Verkehr definitiv sein muss –  achtsam und aufmerksam 🙂 auch für mich waren die Autofahrten immer spannend um diese wundervolle Landschaft mit ihren zahlreichen Reis- und Teefelder zu begutachten.

Am 11. August fuhren dann Father Noble und ich Richtung Shillong – der Hauptstadt von Meghalaya (Meghalaya ist ein Bundesland von Indien mit einer Größe von Slowenien). Dort haben wir Unterschlupf bei den Salvatorianer in Shillong erhalten, da wir schon über 5 Stunden unterwegs waren und die Nacht langsam Einzug hielt. Nach einem herzlichen Empfang, haben wir gemeinsam einen kleinen Gottesdienst und zusammen mit den zwei Fathers und den Brüdern zu Abend gegessen. Einer der Fathers meinte dann, ich soll nur viel essen, damit ich wohlgenährt wieder nach Hause komme 🙂 ..was hier um ehrlich zu sein nicht schwer ist, denn dann indische Essen ist exzellent! Da ich scharfe Speisen und Reis schon in Österreich bevorzugt habe, bin ich hier natürlich genau richtig gelandet.

Nach einer angenehmen Bettruhe und einem Frühstück brachen Father Noble und ich auf, um die Fahrt nach Laitknysew anzutreten. Auf dem Weg dorthin besuchten wir wieder viele liebe Menschen und waren wieder zum Mittagessen eingeladen. Eines muss ich auf diesem Wege anmerken. Was Gastfreundschaft betrifft, sind die Inder definitiv an vorderster Reihe.

..und dann endlich, am Abend und vielen holprigen Straßen erreichten wir Laitknysew – meine Enddestination in den East Khasi Hills, wo ich im Projekt der Salvatorianer mitarbeiten darf.

Hier wurde ich ebenfalls herzlich von Father Ambrose und Brother Meshelomon empfangen. Ich konnte gleich mein Zimmer beziehen was sehr schön und einfach ausgestattet ist. Ich habe mich auf Anhieb wohl gefühlt und breitete mich gleich mit meinen Sachen aus. Ich war sehr glücklich, endlich in diesem Naturparadies angekommen zu sein. Am nächsten Tag wurde ich feierlich von den Kindern mit Gesang und Blumen empfangen und ich hielt ein paar kurze Worte an sie und stelle mich ihnen sowie beim Lehrpersonal vor. Anschließend war ich schon in der Schule tätig und die Tage darauf wurde ein Zeitplan mit den jeweiligen Klassen und Unterrichtsfächer für mich erstellt. Father Ambrose ist hier der Direktor der Schule und leitet diese mit Liebe und Disziplin sowie Hingabe. Was klar ersichtlich ist, dass er unerschöpflich daran arbeitet, stetig die beste Schulbildung für die Kinder zu ermöglichen. Es gibt auch noch viel zu tun an der Schule, da das Gebäude 2015 neu errichtet wurde und alles recht einfach ausgestattet ist… aber alles mit der Zeit und davon berichte ich euch gerne laufenden in meinen nächsten Artikeln sowie über die wundervolle Natur hier.

Nun beginne ich auch langsam die Landessprache Khasi zu lernen. Das erste und wichtigste Wort, dass man mir beigebracht hat, war „Kublei“ – dies beteutet Guten Morgen, Guten Tag sowie die besten Wünsche an dich und das wünsche ich natürlich allen meinen lieben Lesern.

In diesem Sinne bis bald & Kublei

Nadja

Zur Heimat und dem Globalen Müllproblem

Heimat

Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend). – Duden

Als ich vor nun mittlerweile mehr als 11 Monaten die Reise nach Manila angetreten bin war ich mir bewusst dass ich genau dies für ein Jahr hinter mir lassen werde. Der Abreise immer näher kommend muss ich feststellen dass ich nun wieder eine Heimat verlassen werde.

Ich bin ein absolutes Dorfkind. Der Dorftratsch gehörte genauso zu meinem Leben wie die Kühe auf der Weide gegenüber. Ein Bus fährt morgens raus und abends einer wieder rein, ansonsten galt es das Fahrrad oder das Auto zu nutzen. Vom Balkon der Ausblick in die bergige Landschaft des Bayrischen Waldes und wenn etwas Föhn herrschte den Sonnenuntergang mit Sicht auf die Alpen genießen. Metro Manila (ca. 23 Millionen Einwohner) ist davon so ziemich das absolute Gegenteil. Eine Weltmetropole von der es nichts vegleichbares in Deutschland (Berlin: 3,7 Millionen Einwohner, Bayern: 13 Millionen Einwohner) gibt.

Von einer solchen Idylle kommend habe ich nicht damit gerechnet mich jemals zu 100% heimisch zu fühlen doch über die Zeit hat sich genau dieses Gefühl ausgebreitet. Jedes mal wenn ich mit anderen Freiwilligen Reisen war wusste ich mich über die Stadt, den Lärm und den Smog zu beschweren doch wenn ich dann von paradisischen „Postkarten-Locations“ zurück bei meiner Wohnung in Quezon City kam fühlte ich mich dennoch zu Hause. Die Dinge die ich in Deutschland vermissen werde sind genauso unzählig wie die Dinge auf die ich mich schon wieder in Deutschland freue.

Das Globale Müllproblem

Eine Frage die mir häufig gestellt wurde ist, ob denn das Müllproblem hier tatsächlich so dramatisch sei, wie oft in den Medien dargestellt. Klare Antwort: Ja. Es gibt nunmal kein so nettes Müllsystem wie in Deutschland und ja, es liegt auch im vergleich zu Deutschland viel Müll rum. Wir Deutschen machen es uns, wie nahe zu jeder Industriestaat, an dieser Stelle leicht und argumentieren wie schön sauber es denn bei uns sei, wie gut wir auf die Umwelt achten. Im besten Fall zeigen wir noch mit gehobenem Finger auf andere. Die Realität ist aber eine ganz andere!

Als Vergleichsinstrument für solche Statistiken gibt es den Ökologischen Fußabdruck:

  • Während in Deutschland eine Person im Schnitt 5,3 gha (Globale Hektar) benötigt liegt dieser Wert in den Philippinen lediglich bei 1,1 gha. Mehr als 4,8 mal so Hoch!
  • In Deutschland haben wir pro Person eine Kapazität von 1,7 gha.
  • In den Philippinen sind lediglich 0,6 gha vorhanden.
  • Man kommt also auf das Ergebnis dass beide Länder ein sogennantes Ökodefizit aufweisen: -3,6 gha in Deutschland und –0,5 gha auf den Philippinen.
  • D.h. das Ökodefizit eines Deutschen, ist 7,2 mal so hoch wie das das eines Filipinos!

Mir ist bewusst dass ich hier auf eine gewisse Weise Schnitzel mit Reis vergleiche, da ich von reinem Müll auf die gesamte Nachhaltigkeit gesprungen bin (welche den Müll aber einschließt). Und ja, es gibt Länder die noch eine schlechtere Bilanz haben. Mit dem Finger auf andere zeigen und sagen „die sind aber viel schlimmer“ ist aber auch nicht richtig. Als gemeiner Bürger sollte man also sich selbst zur Rechenschaft ziehen und seinen Konsum inklusive dessen Folgen zwei mal Überdenken bevor man über andere Urteilt.

Schöne Grüße aus Manila,

Daniel

 

 

Entsendefeier fünf neuer Freiwilliger

Fünf junge Erwachsene gehen als MaZ (Missionare auf Zeit) für ein Jahr nach Tansania, Indien oder auf die Philippinen. Zusammen mit mehr als 30 anderen Freiwilligen wurden sie von der BDKJ-Servicestelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf ihren Einsatz vorbereitet und Ende Juli in Heiligkreuztal feierlich ausgesandt. Zu Beginn lernten die angehenden „Salvator-Freiwillige“ in München und Maria Steinbach sich und uns Salvatorianer näher kennen.

Unsere Freiwilligen im Einsatz 2019/2020 sind:

  • Klara Oertel im Kindergarten und Judith Hübner in der Krankenstation in Mkuranga / Tansania,
  • Alice Schneider und Lukas Mauz im Vorschulprojekt von Puso-sa-Puso in Manila / Philippinen
  • Nadja Tschann in unserer Schule in Laitkynsew / Nordostindien.

Wir danken ihnen ganz herzlich für ihren Lerndienst und wünschen eine von Gott gesegnete Zeit!

Coaches- und Ehemaligen-Treffen Pfingsten 2019

Coaches-Treffen Pfingsten 2019

Alle Jahre wieder Treffen sich die Coaches an Pfingsten. Doch dieses Jahr war einiges neu. So war der Treffpunkt eine idyllisch gelegene Hütte in der Nähe von Freising und zwei frisch zurückgekehrte MaZler frischten das Team der Coaches auf. Außerdem war Jakob Knebel, Verantwortlicher der Servicestelle Rottenburg-Stuttgart, mit dabei. Durch diese noch recht neue Kooperation gab es viele Dinge zu klären. Im Fokus stand die Begleitung und Vorbereitung der aktuellen und neuen Freiwilligen. Aber auch Themen wie Rückkehrerarbeit, Partnerdialog und Finanzielles wurden besprochen. Die Termine und Zuständigkeiten für das neue Vorbereitungsjahr wurden festgesetzt, sodass sich Interessierte bereits jetzt auf eine gute und vielfältige Vorbereitung freuen können. Geplant ist wieder ein Informationstag in München, bei dem das Freiwilligenprogramm der Salvatorianer ausführlich vorgestellt wird. Letzte Zweifel von Bewerbern können im Gespräch mit den Coaches an diesem Tag bereits ausgeräumt werden.

Nach getaner Arbeit stand Freitag Abend für die Coaches bereits traditionell ein Biergartenbesuch an. Zum Glück passte das Wetter und so sind wir nach Freising in die Plantage aufgebrochen. Nach einer langen und lustigen Nacht, bei der so manche Spiele gespielt wurden, folgte am Samstag morgen die Vorbereitung des anschließenden Ehemaligentreffens. Die Coaches planten ein Rahmenprogramm, kümmerten sich um den Einkauf und das Mittagessen. Pünktlich mit der Ankunft der ersten Ehemaligen war alles fertig und der unbeschwerte Teil des Treffens konnte beginnen…

Ehemaligentreffen 2019

Was treibt junge Menschen aus ganz Deutschland und sogar Österreich in ein kleines Dorf in der Nähe des Münchner Flughafens? Bepackt mit Rucksäcken und Schlafsäcken, Badesachen und guter Laune? Richtig, die Einladung von Pater Georg zum traditionellen Ehemaligentreffen am Pfingstwochenende. Samstag Mittag ging es mit einer leckeren Stärkung los. Knapp 20 junge Erwachsene machten sich auf den Weg in unbekanntes Gebiet. Eine Wanderung, die mit einem Weg beschildert mit: „Absturzgefahr“ beschildert wurde, begann, schreckte niemanden ab. Zwar waren die Ungläubigen in leichtem Schuhwerk unterwegs, doch kamen alle heil, wenn auch zerstochen und von Brennnesseln gezeichnet, auf dem befestigten Weg an. An der Isar wurde eine Pause eingelegt. Hier fand auch das Highlight des diesjährigen Treffens statt: Eine Pfingstmesse am Fluss ganz unter dem Motto: neue Wege gehen. Die Messe war sehr eindrucksvoll und gab dem ganzen Wochenende einen besonderen Rahmen. Zurück im Haus folgte ein gemütlicher Abend mit Essen, Spiel Spaß und vielen interessanten Gesprächen. Einige lernten sich neue kennen und alte Freundschaften wurden wieder aufgefrischt. Am Sonntag ging es, nach einem ausgedehnten Frühstück, mit einem Autocorso nach Freising. Dort wurden der Domberg und Weihenstephan besichtigt. Anschließend gab es eine Abkühlung im Badesee. Gespeist wurde im Biergarten. Es wurde ein sehr langer und lustiger Abend. Montag ging es nach einem langen Frühstück an die Heimreise. Vielen Dank an Pater Georg und die Coaches, die den Ehemaligen dieses tolle Wochenende mit vielen Erfahrungen ermöglicht haben. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und hoffen, wieder viele ehemalige Freiwillige der Salvatorianer, Passauer und Comboni zu treffen.