Zur Heimat und dem Globalen Müllproblem

Heimat

Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend). – Duden

Als ich vor nun mittlerweile mehr als 11 Monaten die Reise nach Manila angetreten bin war ich mir bewusst dass ich genau dies für ein Jahr hinter mir lassen werde. Der Abreise immer näher kommend muss ich feststellen dass ich nun wieder eine Heimat verlassen werde.

Ich bin ein absolutes Dorfkind. Der Dorftratsch gehörte genauso zu meinem Leben wie die Kühe auf der Weide gegenüber. Ein Bus fährt morgens raus und abends einer wieder rein, ansonsten galt es das Fahrrad oder das Auto zu nutzen. Vom Balkon der Ausblick in die bergige Landschaft des Bayrischen Waldes und wenn etwas Föhn herrschte den Sonnenuntergang mit Sicht auf die Alpen genießen. Metro Manila (ca. 23 Millionen Einwohner) ist davon so ziemich das absolute Gegenteil. Eine Weltmetropole von der es nichts vegleichbares in Deutschland (Berlin: 3,7 Millionen Einwohner, Bayern: 13 Millionen Einwohner) gibt.

Von einer solchen Idylle kommend habe ich nicht damit gerechnet mich jemals zu 100% heimisch zu fühlen doch über die Zeit hat sich genau dieses Gefühl ausgebreitet. Jedes mal wenn ich mit anderen Freiwilligen Reisen war wusste ich mich über die Stadt, den Lärm und den Smog zu beschweren doch wenn ich dann von paradisischen “Postkarten-Locations” zurück bei meiner Wohnung in Quezon City kam fühlte ich mich dennoch zu Hause. Die Dinge die ich in Deutschland vermissen werde sind genauso unzählig wie die Dinge auf die ich mich schon wieder in Deutschland freue.

Das Globale Müllproblem

Eine Frage die mir häufig gestellt wurde ist, ob denn das Müllproblem hier tatsächlich so dramatisch sei, wie oft in den Medien dargestellt. Klare Antwort: Ja. Es gibt nunmal kein so nettes Müllsystem wie in Deutschland und ja, es liegt auch im vergleich zu Deutschland viel Müll rum. Wir Deutschen machen es uns, wie nahe zu jeder Industriestaat, an dieser Stelle leicht und argumentieren wie schön sauber es denn bei uns sei, wie gut wir auf die Umwelt achten. Im besten Fall zeigen wir noch mit gehobenem Finger auf andere. Die Realität ist aber eine ganz andere!

Als Vergleichsinstrument für solche Statistiken gibt es den Ökologischen Fußabdruck:

  • Während in Deutschland eine Person im Schnitt 5,3 gha (Globale Hektar) benötigt liegt dieser Wert in den Philippinen lediglich bei 1,1 gha. Mehr als 4,8 mal so Hoch!
  • In Deutschland haben wir pro Person eine Kapazität von 1,7 gha.
  • In den Philippinen sind lediglich 0,6 gha vorhanden.
  • Man kommt also auf das Ergebnis dass beide Länder ein sogennantes Ökodefizit aufweisen: -3,6 gha in Deutschland und –0,5 gha auf den Philippinen.
  • D.h. das Ökodefizit eines Deutschen, ist 7,2 mal so hoch wie das das eines Filipinos!

Mir ist bewusst dass ich hier auf eine gewisse Weise Schnitzel mit Reis vergleiche, da ich von reinem Müll auf die gesamte Nachhaltigkeit gesprungen bin (welche den Müll aber einschließt). Und ja, es gibt Länder die noch eine schlechtere Bilanz haben. Mit dem Finger auf andere zeigen und sagen „die sind aber viel schlimmer“ ist aber auch nicht richtig. Als gemeiner Bürger sollte man also sich selbst zur Rechenschaft ziehen und seinen Konsum inklusive dessen Folgen zwei mal Überdenken bevor man über andere Urteilt.

Schöne Grüße aus Manila,

Daniel

 

 

Print Friendly, PDF & Email
By | 2019-08-10T16:59:44+00:00 1. August 2019|

Leave A Comment