Pessach, Ostern, Ramadan („heilige Zeiten“ im hl. Land…)

RAMADAN:

Ich schau auf die Uhr, es ist 2.30 Uhr oder schon 3.00 Uhr, der Trommler geht durchs Dorf und weckt zum Gebet. Ein wenig später, hört man das Morgengebet aus der Moschee. Es ist Ramadan eine heilige Zeit für die Muslima und Muslime. In den ersten Tagen ist die eingekehrte Ruhe, !während des Tages! deutlich spürbar. Man hat das Gefühl, es ist alles etwas heruntergefahren.

Es war an einem Freitag Vormittag, als ich mit Olah im Garten spazierte

(ach ja ein wichtiger Hinweis, ich durfte wieder bei den EMMAUS-WEGEN (HAUSZEITUNG) mitwirken 🙂  hier der Link zur ONLINE Version https://www.dvhl.de/beit-emmaus-hf6kn viel Spaß beim Lesen…)

…als ich mit Olah spazierte, es war 9.30 Uhr, kein Auto war auf der Straße zu hören. Die Vögel hörte man zwitschern. Es war ganz ruhig. Ist doch klar, hier wird die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht. Für uns ist der Begriff des Fastens leider oft etwas abgeflaut, oder eher zu einer „Modeerscheinung“ geworden, doch für die Muslima und Muslime, ist es eine „heilige Handlung“. Ab Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang wird gefastet. (Also ca. 5.30 Uhr bis 19.45 Uhr). Es wird immer mit einem Gebet eingeführt und abends wird eine Stunde lange aus dem Koran rezitiert. Danach beginnt das Leben auf den Straßen. Es wird ab nachmittags auf den Straßen geschlachtet, gekocht und Essen vorbereitet und verkauft. (JEDEN ABEND). In der Nacht ist laute Musik, und viel LEBEN hörbar.

Ich habe besonders großen Respekt vor den Frauen, die hier arbeiten. Sie bereiten früh morgens, nachdem der Trommler im Dorf „aufweckt“, 3 UHR! das Frühstück für die Familie, gehen zum Beten und dann zum Arbeiten. Nach der Arbeit bereiten sie für den Abend das Essen vor, beten und leben sozusagen in der Nacht, und das für ein ganzes Monat. Jedoch wollen sich die meisten nicht ankennen lassen, dass sie fasten, oder eigentlich einfach nur schlafen wollen. Sie sagen, es ist eine heilige Zeit und sie lernen von Kind auf, wie man fastet und dabei innerlich frei wird und nur für Gott da ist.

Natürlich wird auch Rücksicht genommen und von den Tätigkeiten etwas zurückgeschraubt, und wenn etwas nicht funktionieren sollte, ist die Antwort einfach: Ramadan… dennoch: Es ist für sie eine HEILIGE ZEIT im heiligen LAND.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist es Almosen zu geben. So wird gerade auch in dieser Zeit für die Bewohnerinnen z.B.: Essen, Lebensmittel usw. geschenkt.

So LEBE ich hier im Alltag des Geschehens und lerne mit großem Respekt, die „Heiligkeiten der Religionen“ kennen. Nun, bald ist das Fest und es wird vorbereitet, innerlich und äußerlich. Die Moschee ist besonders schön mit Lichterketten geschmückt und es ist einfach eine Freude, sich so mitzufreuen, wie sich die Leute hier zu Weihnachten mit uns gefreut haben. Würde ich es mit etwas vergleichen wollen: würde ich sagen:

ES ist bald WEIHNACHTEN hihi ^^

Hier ein paar Eindrücke, dabei denke ich an das Lied:

„Jerusalem, Jerusalem leg‘ dein Gewand der Trauer ab.“

Jerusalem, Jerusalem

Meine Lieben, ein kurzer aber LEBENS…REICHER Eintrag

Eure Verena

Noel 🙂 ist über 25 Jahre hier in Emmaus 🙂

Problematik Müll

Wohin damit?

Das gibt es auch.

Man(n) wird kreativ…

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By | 2018-06-16T12:22:51+00:00 13. Juni 2018|

One Comment

  1. Christina Dietl 17. Juni 2018 at 22:32 - Reply

    Ich liebe „Jerusalem, Jerusalem, leg dein Gewand der Trauer ab“!! 🙂
    Danke für diese wirklich schön beschriebenen und berührenden Einblicke in diese besondere Zeit im Hl. Land! 🙂

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