Auf den Spuren der spannenden politischen Lage Ugandas

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich nach einiger Zeit endlich mal wieder mit einem Bericht über die letzten Wochen. Wie ihr ja schon aus dem letzten Bericht wisst, haben wir die Schulferien genutzt und sind Anfang Mai in den Norden Ugandas aufgebrochen. Schööön wars.. und viel haben wir erlebt:

Besuch in Gulu

Am Montag Mittag kamen wir in Gulu an, wo wir von Sister Katherine, eine junge Schwester der Little Sisters of Mary Immaculate Gulu, sehr herzlich empfangen wurden. Mit Nonnen dieses Ordens sind wir gut vertraut, weil diesem auch unsere drei Schwestern in Alenga angehören und wir in Kampala stets bei ihnen unterkommen dürfen.

Sister Katherine zeigte uns die verschiedenen Klöster des Ordens und wir wurden überall liebevoll begrüßt. Die Häuser sind sehr schön gestaltet und im Innenhof werden stets Blumen angepflanzt, die die Schwestern versorgen. Als wir die Äbtissin trafen, hatten wir eine sehr lustige Begegnung. Wir sind hier in Uganda nämlich schon ein bisschen berühmt .. J. So betraten wir gemeinsam mit Sister Katherine den Raum und wollten uns gerade vorstellen, als sie uns verdutzt anschaute und fragte: „Seid ihr nicht die Mädchen aus dem Leadership Magazine?“. „Ja, die sind wir.“, antworteten wir ihr und mussten lachen, zum einen, weil wir den Artikel zu dem Zeitpunkt selbst noch nicht gelesen hatten und zum anderen, weil uns jetzt wildfremde Personen aus der Zeitung kennen.

Die Auswirkungen LRA auf ein Krankenhaus in Gulu

Es war sehr beeindruckend zu sehen was die Schwestern alles aufbauen und leisten und wie warmherzig sie sich um alte und kranke Mitschwestern kümmern. Dieses Kloster liegt direkt in der Nähe des berühmten Krankenhauses St. Mary Hospital Lacor, das während der Terrorherrschaft Idi Amins 1959 von italienischen Missionaren aufgebaut wurde. Zu dieser Zeit gab es allerdings nur 30 Betten und die nötigste Grundversorgung. In den folgenden Jahren übernahm das Ehepaar Piero und Lucille Corti (ein italienischer Pädiater und eine kanadische Chirugin) die Leitung.
In den späten 1980er und 1990er Jahren war der Norden Ugandas geprägt vom Bürgerkrieg der LRA (Lord’s Resistance Army) und deren Anführer Joseph Kony. Dabei wurde auch das Krankenhaus immer wieder Opfer der furchtbaren Anschläge und Entführungen von Mitarbeitern. Noch heute spürt man in ganz Gulu die Auswirkungen der Rebellen und ihrer Anschläge. Joseph Kony hat zahlreiche Kinder entführt und sie zu Soldaten ausgebildet, sodass 66.000 Kindersoldaten für ihm kämpfen mussten. Aus dem Norden Ugandas sind in dieser Zeit 2 Millionen Menschen in den Süden geflohen. Seit 2006 hat sich die LRA aus Uganda zurückgezogen.
Im Jahr 2000 wurde das Krankenhaus auch Opfer der großen Ebola-Epidemie, sodass 224 Menschen starben. Darunter waren auch 13 der 100 freiwillig in Lacor gebliebenen Mitarbeiter unter ihnen auch der ugandische Leiter Dr. Lukwiya.
Auch wir hatten während unserer Tage in Gulu die Möglichkeit das Krankenhaus zu besichtigen. Heute gibt es über 400 Betten, 600 Mitarbeiter und weit mehr als 300.000 Patienten pro Jahr. Die Patienten warten in riesigen Schlangen vor den Behandlungszimmern. Oft kommen sie schon früh morgens, um überhaupt eine Chance auf die Behandlung zu haben. Viele müssen abends wieder nach Hause gehen ohne einen Arzt gesehen zu haben. Dann kommen sie am folgenden Tag wieder und die Warterei geht von vorn los.
Das Gelände ist riesengroß und es gibt viele Spezialabteilungen für beispielsweise Tuberkulose-, HIV/AIDS Patienten und Schwangere. Außerdem werden KrankenpflegerInnen, Laborfachkräfte und MedizinstudentInnen ausgebildet. Der besonders gute Ruf des Krankenhauses – es galt lange als eines der Besten in Ostafrika- bringt ihm stets noch viele Patienten ein, auch wenn die Versorgungslage mittlerweile schlechter geworden ist und die Möglichkeiten durch das ugandische Gesundheitssystem begrenzt sind.
Für Francesca und mich war es besonders spannend dieses Krankenhaus zu sehen, tiefere Einblicke in die Gesundheitsversorgung Ugandas zu bekommen und hat meinen Wunsch Ärztin zu werden auch nochmal verstärkt. (Fotos gibt es leider nicht, es war nicht erlaubt zu fotografieren.)Außer der Besichtigung des Krankenhauses unternahmen wir natürlich auch noch andere Dinge in Gulu. Gemeinsam mit Sister Katherine waren wir auf dem riesigen Markt der Stadt wo es von Fisch über Früchten zu Trommeln und anderen ugandischen Musikinstrumenten wirklich alles gibt. Außerdem erkundeten wir die Stadt ein bisschen auf eigene Faust und da Gulu wirklich übersichtlich aufgebaut ist, fanden wir uns auch ganz schnell gut zurecht.

Mary – Queen of Peace P/S

Dank unserer Freundin, Schwester Mary, die wir schon seit September aus Kampala kennen, hatten wir noch die Möglichkeit eine Grundschule etwas außerhalb von Gulu zu besuchen. So fuhren wir mit dem Boda über 45 Minuten aus Gulu hinaus und mitten hinein in die umliegenden Dörfer und ins Grüne. Bei der Grundschule angekommen, nahm Schwester Angelina uns sehr herzlich in Empfang und zeigte uns das tolle Gelände der immer größer werdenden Schule. Beim Anblick der schön gestalteten Klassenräume, des luxuriösen Lehrerzimmers (sogar mit Sofa und Fernseher!!!) und dem Ausblick auf die grüne Natur ringsrum wurde ich fast ein bisschen wehmütig und neidisch. Zum einen, weil meine Schule zu Hause nie so wunderbar in der Natur lag und zum anderen, weil die Möglichkeiten in Alenga deutlich begrenzter sind.
Sister Angelina, die bereits 75 Jahre alt ist, ist eine sehr engagierte Schulleiterin, die sich stets für das Wohl ihrer Schüler einsetzt. So waren, obwohl es ja Ferienzeit war, immer noch knapp 20 Schüler und Schülerinnen vor Ort, die keine Möglichkeit hatten nach Hause zu kommen (beispielsweise Waisen) oder die lernschwach sind und so noch zusätzliche Unterstützung bekommen.
Die Schule wurde gemeinsam mit dem angehängten Health Centre nach dem Ende der Rebellenzeit mit Hilfe amerikanischer Sponsoren gegründet und trägt deshalb den hoffnungsvollen Namen Maria- Mutter des Friedens.

Zu Besuch bei Bruder Konrad in Layibi

Als Comboni- Freiwillige sind wir auch in ganz Uganda (und fast überall auf der Welt) immer gleich mit neuen Missionaren verknüpft, die sich für uns verantwortlich fühlen und gerne bei sich auf nehmen. Das ist ein total großes Geschenk und wurde uns bei dieser Reise nochmal so richtig bewusst.
So kam es, dass wir während unserer Tage in Gulu den deutschen Comboni Missionar Bruder Konrad in seiner Arbeitsstelle besuchen durften. Bruder Konrad leitet in Gulu eine riesige Berufsschule, in der alle möglichen Berufe ausgebildet werden: Vom Tischler zum KfZ- Mechaniker, vom Frisör zum Koch, vom Elektriker zum Schneider. Diese Berufsschule bietet vielen jungen Menschen eine Perspektive und vor allem nicht nur eine Ausbildung, sondern danach auch eine sichere Arbeitsstelle, da die Berufsschule angehängte Betriebe hat und so alle Schüler übernehmen kann. Besondere Unterstützung gibt es hier auch für geistig und körperlich Behinderte sowie für die aus der Zeit der LRA übrig gebliebenen Kindersoldaten, die schwer traumatisiert sind. Bruder Konrad berichtete, dass es sehr problematisch sei, die ehemaligen Kindersoldaten in die Schulalltag einzugliedern und, dass es an psychologischer Betreuung mangle. Die Schule wurde weitesgehend mit Hilfe von Spenden aus Italien und Deutschland aufgebaut, gerade die zahlreichen Maschinen wurden importiert, aber mittlerweile finanziert sie sich durch Schulgebühren und Aufträge fast ausschließlich selbst.
Danach lernten wir noch die Mitbrüder von Konrad kennen und trafen Bruder Hans- Dieter Ritterbecks, den wir im Laufe der Vorbereitung in Ellwangen kennengelernt hatten, per Zufall ebenfalls an. So verbrachten wir noch eine schöne Zeit mit den Missionaren in Layibi und sahen bei dieser Gelegenheit auch das Hauptversammlungshaus der Combonis in Uganda, was wunderschön angelegt und gepflegt hinter der Berufsschule steht.
Im Anschluss fuhren wir auf Rat von Bruder Konrad noch zu den Comboni Samaritans of Gulu. Dies ist eine Berufsstätte für behinderte Menschen, HIV/AIDS Erkrankte und benachteiligte Erwachsene. Dort wird jede Menge kunstvolle Handarbeit hergestellt. Einen Großteil davon machen Textilien aus, es wird gestrickt, genäht, gefärbt, gewebt und bedruckt. Außerdem werden alte Werbeplakate zu Schmuck verarbeitet und aus Bananenblättern werden Taschen und Postkarten hergestellt. Das haben wir gleich mal ausgenutzt, um den angehängten Shop leer zu räumen. Leider konnten wir nicht mit der zuständigen Comboni Schwester sprechen, aber wir erkundeten das Gelände auf eigene Faust und trafen einen Lagermitarbeiter, der uns erklärte, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen hier ein festes Gehalt bekämen und Sozialarbeiter diese aus den umliegenden Gemeinden holten, um ihnen eine Perspektive statt Arbeitslosigkeit zu bieten.
Dieser Tag in Gulu war voller Eindrücke und Erlebnisse, die mir wieder einmal vor Augen führten, welch großartige Arbeit die Combonis hier in Uganda leisten und wieviel Hoffnung und Möglichkeiten sie mit sich bringen.

So kam auch das Ende unserer Tage in Gulu und schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Sister Katherine bevor wir in den Bus nach Moyo stiegen.

Moyo- Palorinya- Die Grenze zum Südsudan

Nach einer mal wieder ziemlich anstrengenden Busfahrt (ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie das ohne Panne klappen konnte) kamen wir in Moyo an, wo wir von Bruder Fafa in Empfang genommen wurden. Fafa ist ein Comboni Missionar, der ebenso wie unser Mentor Stan aus Togo stammt. Bruder Fafa, Bruder Erich Fischschnaller (aus Schwaben) sowie Father Jesus (Mexiko) und Father Martin (Spanien) sind im Februar 2017 aus ihrer Gemeinde im Südsudan geflohen, nachdem die politische Situation für sie selbst zu gefährlich wurde. Der Sudan ist schon lange Zeit ein Krisengebiet und viele Menschen haben sich nach der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 eine Besserung versprochen. Doch seit 2013 bekämpfen sich die Regierungspartei und die Opposition aufgrund der Machtverteilung und Besitztümer der Ölvorkommen und obwohl 2015 ein Friedensvertrag unterschrieben wurde, herrscht ein Bürgerkrieg unermesslichen Ausmaßes. Da im Südsudan seit Februar 2017 eine Dürre vorherrscht, ist außerdem über die Hälfte der Bevölkerung von einer großen Hungersnot bedroht und auf zugeteilte Nahrung angewiesen, mehr als eine Millionen Jungen und Mädchen sind akut unterernährt. Aus dem Südsudan sind bereits 2,5 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflohen sowie weitere 2 Millionen, die im Land selbst fliehen mussten. Somit ist ein Drittel der Bevölkerung entwurzelt. Uganda hat davon 1,4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Im Südsudan treffen also Krieg und Hungersnot zusammen und treiben die Menschen in die Flucht.
Gemeinsam mit den Menschen ihrer Gemeinde und den Katechisten haben Bruder Fafa und Bruder Erich eine traumatisierende Flucht erleben müssen. Nach und nach haben sie ihr Hab und Gut aus dem Haus im Südsudan nach Moyo gebracht, die Fahrt über die Grenze ist stets gefährlich, Fafa kündigt sich vorher bei den Grenzsoldaten an und klärt alles gut ab. Zum Glück haben die Brüder wichtige Kontakte vor Ort, die ihnen dabei helfen alles über die Grenze zu transportieren. Ihr Haus wurde geplündert, die Soldaten und Rebellen klauen und zerstören alles. Jetzt bauen sie sich in Palorinya, nahe des Flüchtlingscamps, ein neues Leben auf. Natürlich hoffen alle bald in den Südsudan zurückkehren zu können, aber das wird nach Einschätzung Fafas wohl noch mehr als fünf Jahre dauern. Deshalb bauen sie gerade eine Unterkunft für die Comboni- Missionare. Dazu gehört auch ein großes Landwirtschaftsprojekt, mit Kühen, Schweinen, Ziegen, Hasen, Hühnern und Feldern. An diesem Projekt arbeiten viele gut ausgebildete Südsudanesen mit, die Fafa mit dieser Arbeit unterstützt, damit sie ihre Traumata überwinden können. Bruder Fafa erklärte uns, dass es im Camp an psychologischer Hilfe mangelt und deshalb eine sinnvolle Aufgabe und tägliche Beschäftigung die beste Chance sei, um das Erlebte zu verarbeiten. Fafa kümmerte sich sehr liebevoll um seine zwei Gäste und zeigte uns voller Energie sein Projekt. Er selbst hat das Haus mitkonstruiert und beaufsichtigt täglich den Bau.

Außerdem durften wir die ebenfalls geflohenen Comboni Schwestern kennenlernen. Diese engagieren sich stark und setzen sich vor allem für die geflüchteten Frauen ein, indem sie diesen Mikrokredite bereitstellen, um ein eigenes Geschäft wie zum Beispiel einen Lebensmittelladen, einen Frisörsalon oder ähnliches aufzubauen. All diese Initiativen werden geleistet, obwohl die Flüchtlinge keine Arbeitserlaubnis haben. Es ist allerdings der einzige Weg, sich eine eigene Existenz aufzubauen und kleines Geld zu verdienen. Außerdem finanzieren sie mit Hilfe ausländischer Sponsoren für viele der Mädchen eine gute Schulausbildung.
Generell sind die Möglichkeiten für die Kinder zur Schule zu gehen gut, jedes Kind kann eine Schule besuchen. Allerdings sind die Schulen so überfüllt und es gibt Platz- und Lehrermangel, sodass die eine Hälfte der SchülerInnen am Vormittag unterricht wird und die andere Hälfte erst am Nachmittag kommt und bis zum Abend Unterricht hat.
Bruder Fafa zeigte uns mit dem Auto das riesige Flüchtlingscamp Palorinya und am Sonntag feierten wir gemeinsam mit Father Martin eine schöne Messe in einer improvisierten Kirche aus Holzstöcken und zerrissenen Planen. Die Kirche war sehr gut besucht, es gab einen Chor und die Katechisten begleiteten den Gesang mit der Trommel. Eigentlich war die Messe auf Englisch. Allerdings wurden die Gebete auf Arabisch gesprochen und die Predigt hielt Father Martin dann auf Englisch. Drei Gemeindemitglieder übersetzten seine Worte dann auf Sudanesisch-Arabisch, Dschuba-Arabisch und Madi (Sprache in der Grenzregion Uganda-Südsudan). Das machte es zwar auf der einen Seite etwas schwer der Predigt zu folgen, war aber auf der anderen Seite ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. So werden die Hoffnung bringenden Worte des Priesters an alle weitergegeben.
Die Fahrt durch das Camp beeindruckte mich nachhaltig. Jedem Flüchtling, der in der Erstaufnahmestation ankommt, wird mit seiner Familie ein Stück Land zuteil, dass er bebauen darf. Dazu werden ihm die nötigen Materialien für ein Haus sowie einige Samen beispielsweise für den Maisanbau zugeteilt. Inzwischen hat Palorinya ein richtiges Stadtzentrum entwickelt, in dem es allerlei Läden, eine KfZ-Werkstatt und Krankenhäuser gibt. Das Camp ist also wie eine eigene Stadt etwas außerhalb von Moyo und ist so groß, dass über 200.000 Menschen darin Platz finden.
Die Ugander haben also große Teile ihres Landes abgegeben, damit sich die Südsudanesen ein neues Leben hier aufbauen können. Außerdem hat Fafa uns berichtet, dass die Ugander die Südsudanesen sehr gut aufgenommen haben und er weder mit Auseinandersetzungen im Camp noch mit Auseinandersetzungen zwischen Ugandern und Südsudanesen Probleme hat. Rund 76,8% der Flüchtlinge sind Christen, was das friedliche Zusammenleben im Camp begünstigt. Und alle vereint die starke Hoffnung, dass sie bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können.
Erschreckend waren die langen Schlangen an den Wasserpumpen. Über 200 der großen Kanister standen dort und warteten darauf gefüllt zu werden. Den Menschen mangelt es also an Wasser, vor allem weil es in der Zeit wenig geregnet hatte. Wenn der Regen kommt, bringt er allerdings auch große Probleme für die Menschen mit, deren Häuser noch nicht befestigt sind, da sie unterspült und weggeschwemmt werden.
Bruder Fafa würde sich sehr über finanzielle Unterstützung freuen, die unter anderem der Wasserversorgung im Camp zu gute kommt! Wenn ihr etwas spezielles unterstützen möchtet, könnt ihr das natürlich auch auf Englisch im Verwendungszweck angeben. Der Bankaccount ist:

Bank: Stanbic Bank

Account name: Comboni Missionaries Moyo

Account number: 9030014148298

SWIFT Adresse: SBICUGKX

 Wir verbrachten sehr schöne, lehrreiche und beeindruckende Tage bei Bruder Fafa in Moyo, die uns für immer im Gedächtnis bleiben werden.

Mein 19. Geburtstag in Alenga

Am 14. Mai war es dann soweit: ich bin 19 Jahre alt geworden. Das hatten die Schwestern und Priester mit der Zeit auch irgendwie rausbekommen und so wurde es ein richtig schöner Tag. Gestartet haben Francesca und ich mit einem ausgiebigen Frühstück, Francesca hatte die Küche mit sehr viel Liebe dekoriert und wir genossen Toast, Spiegeleier und was es so gab. Während des Frühstücks kamen schon Babra, Sharon und Morine vorbei und sangen mir ein kleines Ständchen. Die drei Mädchen sind während der Ferien im Konvent untergekommen. Während Babra und Sharon Schülerinnen, der Näherinnenschule sind, die sich zu Hause nicht wohl fühlen und gebeten haben über die Ferien bei den Schwestern leben zu dürfen, ist Morine noch etwas jünger und geht auf die Apele P/S, über die wir auch schon berichtet haben. Sie wohnt schon seit zwei Jahren bei den Schwestern und nennt alle drei auch ganz frei Mama, was total niedlich ist. Jedenfalls sangen die Drei mir ein wunderbares Happy Birthday und überreichten frisch aus dem Garten gepflückte Blumen.
Danach kam dann der etwas unerfreuliche Teil des Tages: Wir mussten die ganzen Gästezimmer putzen. Fegen, wischen und nochmal wischen. Mit Musik war die Putzaktion dann doch nicht so schlecht und weil wir ja schließlich für unsere Eltern wischten, ließ es sich erst recht aushalten. Die Vorfreude stieg nämlich täglich sehr, auch wenn ich es gar nicht realisieren konnte, dass sie in wenigen Tagen in Uganda sein würden.
Am Abend gab es dann ein kleines Fest für mich gemeinsam mit den Schwestern und Priestern, Francesca, Sister Evaline und Sister Anne tanzten sogar für mich und es gab leckeren Kuchen! Glücklich und erschöpft nach der langen Putzaction fielen wir am Abend ins Bett.

Apwoyo kwano! Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim nächsten Artikel, in dem ich vom Besuch unserer Eltern berichten werde.

Eure Greta

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By | 2018-06-22T19:57:02+00:00 20. Juni 2018|

One Comment

  1. Dr.Robert Berges sen. 22. Juni 2018 at 18:14 - Reply

    Wie schön, wenn man Post erhält und Nachricht von seiner Enkelin und ihrer Freundin erhält.- und wie deprimiernd, von den trotstlosen Verhältnissen zu erfahren, bis hin zu dem dankbaren Erkennen, wie gut, auch unverdient gut, es uns geht. Grüße nach Alenga

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