In der Arbeit

In der Arbeit (Kazini)

Seit schon mehr als einem Monat arbeite ich im Krankenhaus an der Rezeption. Hier darf ich die Patienten aufnehmen und die Preise für die Medizin berechnen. Anfangs war alles noch ein bisschen viel, die anfänglichen Sprachprobleme und die Einführung in die Arbeit, aber jetzt läuft es schon mit beidem ziemlich gut.

Bei den meisten Patienten läuft es so ab:
Erst begrüßt man sich, dann nehme ich seinen Daten (Name, Alter, Wohnort…) auf, danach geht der Patient zum Doktor. Der Doktor schreibt daraufhin auf was bei dem Kranken getestet werden soll (Blut, Urin, Blutdruck, Blutzucker, Malaria…) und dann kommt dieser wieder zu mir an die Rezeption. Nachdem der die Kosten für die Untersuchung gezahlt hat, wird er ins Labor geschickt. Dort werden die Tests durchgeführt. Sobald die Laborergebnisse fertig sind, wird der Patient meistens noch einmal zum Doktor geschickt, der verschreibt ihm dann die passende Medizin und dann kommt dieser ein letztes Mal zu mir und ich berechne ihm den Preis, den er dafür zahlen muss. Meistens zahlt der Patient gleich, doch manchmal ist es auch so, dass er nur einen Teil des Geldes dabei hat und er deshalb nur einen Teil der Behandlung/Medizin erhält. Ansonsten kommt er am nächsten Tag wieder und bezahlt dann alles. Manchmal nimmt der Patient nur die Hälfte der Medizin und lässt z.B. die vom Arzt verschriebenen Schmerztabletten weg. Denn es muss gespart werden.
Grund: Hier in Tansania gibt es keine Gesetzliche Krankenkasse. Jeder hat für sich die ganze Behandlung zu zahlen. Oft werden dafür Freunde und Familie angepumpt. Denn es heißt hier: Kein Geld, keine Medizin.
Gleich mal ein kleines Dankeschön an unser Gesundheitssystem in Deutschland – auch wenn‘s da auch Probleme gibt.

Nachdem der Patient dann bei mir bezahlt hat, kann er sich die Medizin im nächsten Zimmer abholen. Und das war‘s dann auch schon.

Vicent, der im Labor arbeitet, besucht mich an meinem Arbeitsplatz

Zurzeit greifen mir noch die Krankenschwestern Fabiana oder Inocencia unter die Arme, die mir auch alles erklärt haben und es immer wieder tun. Sie sind sehr nette Arbeitskolleginnen, mit denen ich gut zurechtkomme.
Ansonsten gibt es in dem Krankenhaus noch drei Jungs, die im Labor arbeiten (Vicent, Sande und James), den lieben Bruder Jeremiah, der sich um die Verwaltung kümmert und auch die Chefposition innehat, die Putzfrauen Mama Mariana, Zaituni und Celina, die Restituta von der Apotheke und die Doktorin Schwester Celestina.

In dem kleinen Häuschen neben dem Haupttrakt arbeiten Theresia, Rose und Kwege in der Geburten- und Impfstation. Nachts wird das Krankenhaus von dem Nachtwächter Fabian, mit Spitznamen Mungumungu bewacht.

Vormittags kommen viele Patienten, nachmittags dahingegen meistens nur fünf. Wenn es regnet kann es auch sein, dass nur einer oder keiner kommt. Am Nachmittag habe ich also weniger zu tun, nachmittags sind auch weniger Angestellte im Krankenhaus als vormittags.

Das wars erst mal allgemein zu meiner Arbeit. 😀

Liebe Grüße aus Mkuranga!

Dezember 2017

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By | 2017-12-18T11:29:18+00:00 16. Dezember 2017|

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