Lateinamerikaseminar: Tanzen bis spät in die Nacht

Endlich wieder ein Seminar! Endlich wieder ein Wochenende, an dem Erfahrungen ausgetauscht werden können, Spiele gespielt und Lieder gesungen werden und an dem man sich zusammen auf ein Jahr in einer fremden Kultur vorbereitet!

Dieses Mal durften wir dafür auf den Michaelsberg bei Cleebronn. Abgeholt wurden wir mit einem kleinen Transporter vom Bahnhof, bis jetzt kannte ich nur Marlene und Patricia und ein bisschen vermisste ich auch, dass nicht die gewohnte Truppe zusammen war. Zum Ausgleich dafür wurden wir dann aber auch nach einigen Minuten Fahrt mit der wunderschönen Aussicht von unserer Unterkunft auf dem Michaelsberg belohnt, von dem aus sich einem eine wunderschöne Ebene mit Feldern, Weinbergen und dem Freizeitpark Tripsdrill mittendrin, ausbreitet. Einmal angekommen wurden wir freundlich mit Mate und einem anderen etwas fruchtigeren Eistee begrüßt und uns wurden unsere Zimmer zugewiesen.

Später gab es dann Abendessen und danach fand man sich im „Stadion“ ein, einem großen Tagungsraum im Keller des Hauses. Hier stellten sich zunächst alle kurz vor. Dabei war es ja bereits bei unserer geringen Zahl in Nürnberg nicht ganz einfach, sich alle Namen zu merken und hier waren wir dreimal so viele Freiwillige, sodass ich ohne unsere Namensschilder wohl nie jemanden tatsächlich beim Namen hätte rufen können. Anschließend gab es noch verschiedene Kennenlernspiele und wir mussten in kleinen Gruppen ein kurzes Theaterstück vorbereiten, das auf einem kleinen Text über die Geschichte Südamerikas basierte. Besonders schön fand ich dabei, dass diese Gruppen nicht nur aus „deutschen“ Freiwilligen bestanden, sondern auch „reverse-Freiwillige“ dabei waren, die aus den verschiedenen Einsatzländern des Globalen Südens kommen und sich hier sozial engagieren. Die fertigen Theaterstücke waren sehr vielseitig, es gab sowohl witzige als auch nachdenkliche Theaterstücke und trotz knapper Vorbereitungszeit hat jede Gruppe etwas auf die Beine stellen können.

Die nächsten Tage liefen im Wesentlichen wie folgt ab: Der Tag begann mit einem Input, bei dem gesungen und gebetet wurde, danach gab es Frühstück und anschließend traf man sich in den Ländergruppen, in denen man spezifisch auf sein Einsatzland durch Rückkehrer vorbereitet wurde. Es gab Ländergruppen für Peru, Mexiko, Argentinen und Brasilien. Praktisch hierbei waren dabei vor allem auch wieder die „reverse-Freiwilligen“, die alles Gesagte nochmals aus ihrer Perspektive reflektieren konnten. An den Abenden übernahmen unsere Südamerikaner die Zügel und so verwandelte sich unser Keller jedes Mal in eine Disko, in der immer die gleichen spanischsprachigen Lieder auf- und abliefen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase wurden auch wir Deutschen etwas lockerer und so tanzten wir meist bis spät in die Nacht.

Alles in Allem haben wir uns also gut auf dem Michaelsberg aufgehoben gefühlt und wir haben viel Input zu der Mentalität der Leute, zu ihren Bräuchen und ihrer Religiosität bekommen, sowohl indirekt, als auch direkt durch die „reverse-Freiwilligen“. Die Aktivitäten waren sehr vielseitig und alle zu nennen würde den Rahmen sprengen und obwohl ich meine anderen MaZ gern dabei gehabt hätte, hatte ich viel Spaß.

David Knoblauch

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By | 2017-10-26T11:51:46+00:00 19. Juni 2017|

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