Zwischenseminar in Nairobi und Reise nach Uganda

Nach fünf Monaten in Kenia ging es für mich Anfang Februar nach Nairobi, wo eine Woche lang ein Zwischenseminar für Freiwillige aus Kenia und Uganda stattgefunden hat. Insgesamt waren wir 24 Freiwillige, von denen ich einige schon von Vorbereitungsseminaren in Deutschland kannte. Es war schön, Pauli, Judit und Kaddo (Katharina) wiederzusehen, die gemeinsam mit mir auf das Auslandsjahr vorbereitet wurden.

Auch Deutsch zu sprechen, war schön, auch wenn das teilweise sehr holprig ging, da wir alle daran gewöhnt waren, Englisch zu sprechen (es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man Vokabeln und Grammatik der eigenen Muttersprache vergessen kann).

Gruppenarbeit im Garten: Jeder stellt seine Einsatzstelle vor

Geleitet wurde das Seminar von Brigitte Rolfes, eine der Verantwortlichen für die Comboni-MaZ, und Pater Hubert, der in Amakuriat, in der Nähe von meinem Einsatzort Kacheliba, arbeitet.Bei dem Seminar ging es vor allem um Erfahrungs-austausch und Problembesprechungen von den verschiedenen Einsatzstellen. Es ist wirklich interessant, dass viele von uns sehr ähnliche Erfahrungen und Erlebnisse hatten und auch mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Das Seminar hat mir wahnsinnig geholfen, mit schwierigen Situationen in meinem Einsatz umzugehen und einen neuen Blick auf die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Kenia  zu bekommen.

Nach dem Seminar ging es für mich noch nicht zurück nach Kacheliba. Gemeinsam mit Brigitte, den Comboni-MaZ und drei Freiwilligen des WFD (Weltfriedensdienst) bin ich nach Uganda gefahren. Für zwei Tage waren wir in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, da Kaddo, Pauli und Judit dort noch ihr Visum verlängern mussten. Anschließend sind wir nach Alenga gefahren, dem Einsatzort von Pauli und Kaddo. Alenga liegt im Zentrum Ugandas, ein paar Kilometer entfernt vom Nil, den wir auf der Fahrt dorthin zwei Mal überquert haben.

Blick auf den Nil

Die Tage, die ich in Alenga gewesen bin, waren sehr erholsam, was auch nötig war nach dem Seminar in Nairobi. Dort hatten wir von morgens bis abends ziemlich viel zu tun und haben nach der Arbeit noch lange zusammengesessen. Deutsche Lieder zu singen und Gesellschaftsspiele zu spielen, kann wirklich unglaublich viel Freude bereiten, wenn man das für eine so lange Zeit nicht getan hat.

In Alenga haben Pauli und Kaddo uns ein bisschen die Umgebung gezeigt und auch die Schule, in der sie beide arbeiten. Genaueres darüber könnt ihr in den Beiträgen der Beiden lesen, sie schreiben auch auf dieser Seite regelmäßige Blogberichte (Katharina Hutter und Paulina Konle).

Kaddo, Pauli, Judit und Brigitte (von links nach rechts)

Nach ungefähr einer halben Woche sind Brigitte und Judit von Alenga aus zu Judits Einsatzstelle in Matany weitergefahren, wo ich bereits im Oktober gewesen bin. Ich selbst bin für zwei Tage nach Kasanje, einem Ort im Süden Kampalas, gefahren. Dort habe ich Janina, eine Freiwillige des WFD besucht. Sie arbeitet dort in einer Grundschule und lebt gemeinsam mit der Schulleiterin direkt auf dem Schulgelände.

In Kasanje habe ich zum ersten Mal Rolex gegessen.

Janina in der St. Monica Primary School

Das ist ein Chapati (Teigfladen), der mit einem Omelette, Kohl und Tomaten belegt wird und dann zusammengerollt wird. Im Endeffekt kann man sich das wie einen vegetarischen Dürüm-Döner vorstellen. Ich hab es unglaublich genossen, mal wieder Fast Food zu essen. Abgesehen von labbrigen Pommes gibt’s das in meiner Einsatzstelle in Kenia leider überhaupt nicht.

 

Am zweiten Tag sind wir nachmittags mit dem BodaBoda (Motorradtaxi) nach Katende gefahren. Dort haben wir Felix, einen weiteren Freiwilligen des WFD, besucht. Er hat uns dann das Gelände seiner Gemeinde gezeigt. Dort wurde vor ein paar Monaten eine große Mariengrotte als Pilgerstätte aufgebaut. Nach ein paar Stunden in Katende musste ich auch schon wieder fahren, da ich abends den Bus zurück nach Kenia nehmen wollte.

Felix in Katende

Von Kampala aus bin ich mit dem Bus bis nach Bonlo, in der Nähe von Kisumu am Viktoriasee gefahren, um Marvin, einen Freiwilligen der Diözese Köln zu besuchen. Gemeinsam sind wir noch zu seiner Schule gegangen, an der er mit Simon, einem weiteren deutschen Freiwilligen, unterrichtet. Mittags habe ich mich dann auf den Weg nach Kacheliba gemacht. Ich dachte, dass ich für die Fahrt noch ca. fünf Stunden brauchen würde und dann gegen 19:00 in Kacheliba ankomme. Da die Busse leider alle 10-15 Minuten anhalten und man auf kenianischen Straßen nicht schneller als 80 Km/h fahren darf, hat es länger gedauert, als erwartet. Insgesamt hat die Fahrt doppelt so lange gedauert, wie erwartet.

Das Seminar und die Besuche waren super schön und haben mir viel Spaß gemacht, aber nach fast drei Wochen In Nairobi und Uganda bin ich jetzt froh, ein bisschen Ruhe in Kacheliba zu haben und wieder arbeiten zu können.

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By | 2017-10-26T12:46:53+00:00 7. März 2017|

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