Krismasi Njema- Frohe Weihnachten

Im letzten Monat ist bei mir relativ wenig passiert, deshalb melde ich mich erst jetzt wieder.

Vor einem Monat war ich in Nairobi, um mein Visum zu verlängern. In der Prokura der Comboni-Missionare dort hatte ich nach 3 Monaten zum ersten mal wieder WLAN. YouTube Videos gucken und Internetseiten in wenigen Sekunden laden zu können ist in Kacheliba unmöglich, weswegen ich das Internet in der Stadt richtig genossen habe. Nach einer Woche dort bin ich wieder zurück nach Kacheliba gefahren, wo bis zum 04.01.2017 noch die Schulferien sind. Meine Zeit in den Ferien vertreibe ich mir hauptsächlich damit, Fußball und Volleyball mit ein paar Freunden zu spielen und ab und zu ein paar Filme zu gucken. Mit den Fußball und Volleyballteams aus Kacheliba sind wir am 15. Dezember für vier Tage nach Kasei, einem Ort in den Bergen West-Pokots, zu einem Sportturnier gefahren. Das war wirklich ein interessantes Erlebnis, über das ich etwas genauer berichten möchte.

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Morgentraining vor Beginn des Turniers in Kasei

Wir sind am Abend in der Schule angekommen, in der das Turnier ausgetragen wurde. Nach der fast vierstündigen Fahrt waren wir alle müde und vor allem hungrig. Aber leider hat sich keiner der Leute in der Schule verantwortlich gefühlt. Der Veranstalter des Turniers war nicht da und auch per Telefon nicht zu erreichen. Nachdem ein paar Stunden vergangen waren, kam endlich der Schulleiter und hat uns gezeigt, wo wir schlafen werden: In einer Kapelle. Soweit ist das kein Problem, denn dort war genug Platz für uns alle. Es gab aber leider einen Haken an der Sache. Für die 30 Leute aus Kacheliba gab es nur sechs Matratzen. Und jetzt denkt nicht an eure dicken, weichen Matratzen in Deutschland. Diese Matratzen hier bestehen einfach nur aus Schaumstoff und sind gerade mal fünf Zentimeter dick. Im Endeffekt haben sich dann so viele wie möglich von uns zu zweit oder zu dritt auf die Matratzen gequetscht. Der Rest hat auf den Holzbänken in der Kirche geschlafen.

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Also gut. Einen Schlafplatz hatten wir bekommen, aber trotzdem waren wir alle noch hungrig. Die Köche in der Schule haben für uns Ugali (Maisbrei) und eine Ziege vorbereitet. Fleisch ist hier sehr kostbar und deswegen wird auch nichts verschwendet. Abgesehen von dem Kopf und dem Fell wird alles gegessen. Ich wurde dann gefragt, ob ich Innereien oder Fleisch essen möchte. Ziegenmagen- und Darm habe ich schon probiert und fand das zähe, gummiartige und etwas muffelig schmeckende Fleisch nicht wirklich lecker. Also habe ich gesagt, dass ich Fleisch möchte. Ich habe währenddessen nah an den Topf mit den Innereien gesessen und der Geruch, der davon ausging, hat mich in meiner Wahl noch einmal bestätigt.

Emmanuel, ein Freund und Kollege hat mir erklärt, dass die Pokot bei Ziegenfleisch zwei Dinge am meisten mögen: Die Innereien und das Fett. Als Weißer wird man meistens besonders freundlich behandelt. So auch hier. Ich bekam das „Beste“ von den Ziege: Das pure Fett ohne Muskelfleisch. Ich hätte echt heulen können und habe mich ein bisschen so gefühlt, als wäre ich ein Opfer von „Verstehen sie Spaß“. Ich bin mitten in einer Menschengruppe und alle schauen mich erwartungsvoll an, dass ich das Fleisch esse. Also habe ich einfach Stück für Stück abgebissen und mir eingeredet, dass ich in einer Rindersteak besser.  Viel geholfen hat es aber leider nicht.

Am nächsten Morgen hat das Turnier angefangen. Es war wirklich cool, dass so viele Leute für das Turnier gekommen sind. Beim Volleyball waren wir leider chancenlos, da wir kaum trainiert hatten und unsere Gegner wirklich gut waren. Beim Fußball haben wir aber immerhin das Halbfinale erreicht. Im Verlauf des Tages habe ich mich immer schlechter gefühlt, bis ich vor Bauchschmerzen kaum noch laufen konnte. Mein Magen scheint das Essen nicht gut vertragen zu haben.  Am zweiten Tag des Turniers wurde ich also wegen einer Lebensmittelvergiftung mit einem Motorrad zurück nach Kacheliba gefahren.

Weihnachten wird hier ganz anders gefeiert, als in Deutschland. Geschmückte Häuser in der Adventszeit, Plätzchen backen und Adventskalender für die Kinder gibt es hier nicht. Auch das Wetter bei den gewohnten 40° trägt dazu bei, dass es sich für mich nicht so anfühlt, als wäre Weihnachten. Die Weihnachtsmesse war weniger besucht, als die normalen Sonntagsmessen hier. Immerhin wurde die Kirche geschmückt und auch eine Krippe wurde aufgebaut. Gemeinsam mit den Missionaren haben wir am Abend noch ein bisschen geredet und Weihnachtslieder gehört. Das war das einzige, bei dem in mir etwas Weihnachtstimmung aufgekommen ist.

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Weihnachtsmesse in Kacheliba

Ich hoffe, dass ihr alle ein schönes Fest hattet und wünsche euch jetzt schon ein frohes neues Jahr.

Viele Grüße,

euer Niko

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By | 2017-10-26T12:48:45+00:00 29. Dezember 2016|

One Comment

  1. Antonia Füchte 29. Dezember 2016 at 15:27 - Reply

    Na das klingt ja interessant! vielleicht weiß ich unser leckeres Essen jetzt mehr zu schätzen!
    ich freu mich schon auf den Sommer, wenn ich das alles dann selber auch sehen kann! einen guten rutsch ins neue Jahr dir auch und hakuna matata, ich zünde für dich ein paar raketen mit. Liebe grüße
    deine kleine Schwester =)

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